Schlagwort-Archiv: Zeitungen

Stellt Euch vor …..

…. das Verwaltungsgericht Münster hätte einfach mal gesagt, „Naziaufmarsch am Heiligabend in Bielefeld“ geht nicht. Da hätten 68 braune Socken an der wunderschönen Metropole noch Harsewinkel weiterfahren müssen. Linke Steinewerfer – ja, die gab es auch – hätten die Steine im Gleisbett liegen lassen müssen und ein paar tausend Bürger hätten mit einer ganz „normalen“ Demo gegen den rechten Mob demonstriert.

So aber hatten die Gazetten ganze Bataillone von Zeilenschindern in Stellung gebracht und hofften, das es Schlagzeilenträchtig „knallt“. So müssen sie sich mit Bildern und Berichten von verunfallten Autos über die Feiertage begnügen.

Demokratie und darüber berichten geht sicher auch anders……

Der tägliche Horror

„20 jähriger tödlich verunglückt“

„Mastschweine verbrannt“

„Kleinflugzeug abgestürzt“

„Traktor ging in Flammen auf“

… die Zeitungen vom Boulevard kann man mit einem einzigen billigen Streichholz anzünden. Bei den Internet-Auftritten genügt ein Click, den bereits im Print auf Altpapier gebrachten Horrorszenarien den Garaus zu machen.

Manches Zeitungspapier könnte man einsparen

Papiertiger: Steigende Papierpreise bringen Zeitungsverlage zunehmend in Bedrängnis. War eine Tonne Zeitungspapier im vergangenen Jahr noch für 415 Euro zu haben, müssen die Druckereien in diesem Sommer bis zu 530 Euro pro Tonne auf den Tisch legen, berichtet die „FAZ“ unter Berufung auf den Branchendienst Risi. In der Folge haben die meisten Verlage inzwischen vom herkömmlichen Standardpapier mit einem Flächengewicht von 45 Gramm je Quadratmeter auf dünneres Papier umgestellt, das nur noch 42,5 Gramm je Quadratmeter wiegt. Großverlage wie Springer schauen sich bereits nach Alternativen um. Quelle: turi2.

Sie jammern, sie rechnen, sie versuchen, die Gehälter der Macher zu drücken. Verleger gehören seit jeher zu einer Spezies, die immer am untersten Ende des Hungertuches nagen müssen, stets schon den Strick für den finalen Sprung ins Wasser um den Hals tragen und überhaupt nur aus lauter Menschenfreundlichkeit Papier bedrucken und sehr teuren Anzeigenraum verkaufen lassen. Da braucht man absolut kein Mitleid zu haben. Lasst ein paar unnötige Seiten im Jahr weg. Tut dem Wald gut, spart Wasser bei der Papierherstellung und belastet die Altpapiersammlungen weniger.

Noch ein paar Aufträge für die Senner Rotation übrig?

Der BDZV verlangt unter Verweis auf die angespannte wirtschaftliche Situation der Verlage Abstriche beim Einkommensniveau der Journalisten.

Uhuuuhuuuuu. „Angespannte wirtschaftliche Lage…..“. Sie kobern wie die Weltmeister. Stellen noch Anzeigeneintreiber ein. Noch das kleinste Lädchen wird in die – meist völlig überflüssige – Anzeige getrieben und Jungredakteure sollen derweil zukünftig 30% unter bisherigem Tarif einsteigen………… Leider läßt Euer „Ehrgeiz“ es nicht zu, die Altpapierrollen mal in der Senne und anderswo unbedruckt liegen zu lassen. Können eigentlich Ganzjungredakteure nicht auch beim Herrn Hartz 4 aufstocken lassen? Das wär doch ideal für das überteuerte Aboprodukt….