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Nicht nur wir maulen über Royals Shit in Öffentlich-rechtlichen

Das „Bunte“- und „Bild“-Prekariat weiß schon gar nicht mehr, wo die Öffentlich-Rechtlichen auf der Fernbedienung zu finden sind. Trotzdem übertragen beide – und das auch noch parallel. Zu wünschen ist ihnen ein Quotendesaster. Quelle: FTD

Ach, guck mal an. Nicht nur wir mokieren uns über den royalen Mist, der dem Volks so richtig Sand in die Augen streuen und heftigst sedieren soll, wenn Herr Mountbatten und Fräulein Middleton heiraten. Auch die Financial Times Deutschland merkt launig an, warum die Öffentlich-rechtlichen, GEbührenerpressenden und demnächst zwangsfinanzierten Sender ARD und ZDF beide übertragen und stundenlang den Londoner Sums ablichten.

GEZ-Gebühren für Champignon-Liga rausgeschmissen

Weggeschnappt: Das ZDF überträgt ab Saison 2012/13 für mindestens drei Jahre die Fußballspiele der UEFA Champions League – eine schwere Schlappe für den bisherigen Rechteinhaber Sat.1. Laut Fachmagazin „Sponsors“ legt das ZDF pro Jahr 54 Mio Euro auf den Tisch, während Sat.1 bislang rund 40 Mio Euro jährlich gezahlt haben soll. ProSiebenSat.1-Vorstand Andreas Bartl ist sauer, weil das ZDF den Privatsender nun mit Gebührengeldern aussticht: „Wir sind nach wie vor überzeugt, dass die Ausstrahlung der Champions League im ZDF problematisch ist und werden alle rechtlichen Möglichkeiten prüfen.“ Gelesen auf mehreren Pressediensten.

Ja, im Vorgriff auf das Öffentlich-dämliche Zwangssteuersystem greifen sie schon mal richtig in die Kiste. Opas Fernsehen verkauft dann sicher auch Champignon-Bier von Heineken oder so. Omma guckt dann auf dem flachen Zweit-TV „Mutantenstadl“ in der Öffentlich-dämlichen Erstsenderkette. Wie schön, daß an modernen TV-Fernbedienungen der „Ausknopf“ immer der größte und wichtigste ist. Hauptsache, die blöde Masse wird sediert.

Die verdummte Republik

Noch findet ja die wundersamste aller großen Städte zwischen Hamm und Hannover und umgekehrt relativ selten im öffentlich-rechtlich oder privat-werbebezahlten Fernsehen statt. Noch. Und zum Glück. Wer über das reflektiert, was da allabendlich auf der Mattscheibe geboten wird, kann sich eines gewissen Brechreizes nicht entziehen. Dennoch erwischt man sich dabei, nahezu „automatisch“ einzuschalten. Bis man sich dabei erwischt, nicht einmal hinzugucken, was da an Abstrusitäten ablaufen.

Auf „Nachdenkseiten“ hat Klaus Ulrich Spiegel dieses Kommerzmonster, seine Einflüsse und die Absurditäten des GEZ-zwangsfinanzierten Öffentlich-Rechtlichen seziert:

Beispiele: Die Selbstpreisgabe und Selbstauslieferung an den Kirch-Sender PRO7 im “Neukonzept” des (ohnehin sinnfreien) Song-Contest “Grand-Prix de la Chanson” mit der Schöpfung einer deutschen Tralala-Biene, vor allem aber der Integration des dümmlich-frechen Kommerz-Moderators und Privatsender-Machthabers Stefan Raab als Programm-Macher der ARD. Oder, noch skandalöser, das Engagement des Quizmasters Jauch als angeblicher “Doyen des deutschen TV-Politikjournalismus” ins Prime-Program der ARD. Dies für unverantwortlich schamlose Gebührenmillionen und dazu noch Produktionsverträge mit dessen privat-eigenen Sub-Unternehmen – und dies bei weiterdauernder Top-Position des (in seiner drögen Provinzialität m.E. ohnehin unerklärlich hochgejubelten) Moderators als Star-Quizer bei Bertelsmanns RTL. Und das bedeutet: Ein langfristig substanzzerstörendes Go-In des Bertelsmann-Konzerns übers “Erste” in den Verbund der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten.

Nur mal so zu Stefan Raab. Wer die letzten „Schlag-den-Raab“-Sendungen auf Pro 7 in ihrer unendlichen, langweiligen, von bescheuerten Werbespots unterbrochenen Monotonie zumindest quergesehen hat, der hat „die Zukunft“ gesehen. Aktuell wird so grade umgesetzt mit der Lenaschen Allpräsenz, mit der Stefan Raab und die ARD „Grand Prix Eurovision“ zu einem Megahampelevent in Düsseldorf aufputschen. Früher musste man noch Morphium, Schlaftabletten oder viel Alk schlucken, um sich „in Stimmung“ zu bringen. Heute schafft das Commerz-TV das auf ständig sinkendem Niveau.

Deshalb: Glitzermetropolen-TV jetzt! Der Konzern B. aus der langen langweiligen Nachbarstadt G. hat sicher schon was Fertiges in der Schublade.