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Zwingen?

Die Berliner Koalition aus Schwarzen und Gelben – ohnehin sehr geübt in der Durchsetzung von Lobbyinteressen gegen den Volkswillen – hat zum finalen „Das politische Grab selbst schaufeln“ angesetzt. So macht nicht nur die NW heute mit diesem Titel auf. Auch in diversen TV-Sendungen konnte man den NRW-CDU-Vorturner Röttgen hilfslos hampelnd argumentieren sehen. Wie sagte diese Lobbymarionette doch in bester Realitätsverweigerungs-a-la-Gaddafi-und-Mubarrak-Manier gestern? „Wer keine Bohrunfälle mehr will oder Despoten wie Gaddafi nicht unterstützen will, muss E10 tanken!!!!“. Nö, Herr Röttgen. Muss man nicht. Nur das Kreutz statt bei Ihnen oder der Null Rösler woanders machen. Nur weiter so. Was mit der „Absetzung“ des Betrugsministers Guttenberg gelang, gelingt auch mit kompletten Regierungsparteien.

Wie sagte doch schon Kabarettist Urban Priol? „Es gibt so viele Laternen“.

Auch das Westfalen-Blatt, sonst ja meist auf der Seite der schwarzgelben „Wissenden“ vom Stamme der schwätzenden Röttgers und Brüderles meldet sich zu Wort: Heute ist Aschermittwoch, und da ist bekanntlich alles vorbei. Hoffentlich gilt das auch für die hysterische Diskussion um das E10-Super, die gestern beim Benzingipfel ihren unfreiwillig-karnevalistischen Höhepunkt fand. Da saßen vier Bundesminister mit den Spitzen der Auto- und der Ölindustrie zusammen, um den Autofahrern die Angst vor dem ungeliebten Treibstoff zu nehmen und dann den Ratschluss zu verkünden: Wir müssen besser informieren! Das ist ein Witz – und zwar ein schlechter. Drei Jahre hätten alle Beteiligten dazu Zeit gehabt, denn so lange ist es schon her, dass Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) die Einführung von E10 verschoben hat. Sein Nachfolger Norbert Röttgen (CDU) steht nun nicht minder düpiert da. Wahr ist: Die meisten Autos vertragen E10. Wahr ist aber auch: Eine uneingeschränkte Garantie will niemand geben. Wahr ist: Der höhere Alkoholanteil mindert in geringem Maße die Abhängigkeit vom Erdöl. Wahr ist auch: Deshalb ist E10 noch lange kein Öko-Treibstoff. Aschermittwoch ist der Beginn der Bußzeit. Die Teilnehmer des Benzingipfels sollten die Gunst der Stunde nutzen.