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War da nicht was mit „Partyeinladung“?

Eine hiesige facebook-Nutzerin glaubt sich an einen Satz auf der anscheinend unverzichtbaren Selbstdarstellungs- und „Freunde“-Plattform facebook zu erinnern, der sinngemäß lautete: „Du hast Geburtstag. Lade Deine Freunde zu Deiner Party ein“. Nun gut. Manche haben ja schwupsdiwupps tausende von „Freunden“. Wer mag, gerne. Heute befasst sich die größte Gazette der Stadt mit dem Internet-Phänomen und beweist, warum letztlich Zeitungen, facebook und das Internet nie wirkliche Freunde werden können. Deshalb hört einfach auf, wie die Hysteriker auf jede aus dem Ruder gelaufene Ansammlung von Polizei zu dramatisieren.

Letztlich steckt dahinter nichts anderes als die Verteufelung des letzten einigermassen demokratischen Mediums. Das mag jetzt ziemlich überrissen klingen, aber diskutieren sie mal mit den tradierten „Bewahrern von Anstand, Sitte und Moral“. Oder gar mit der wortgewaltigen Margot Käßmann. Die hält nämlich „Zeitungen für unersetzlich und eröffneten im Gegensatz zu virtuellen Communities Zugang zur wirklichen Gemeinschaft“. Klar. Die tausendfachen Abbildungen von zerquetschten Autos, hysterische Aufmacher mit Tendenz und die Bilder jubelnder Schützenumzüge neben Todesanzeigen, Gemüsewerbung und seitenlange Tabellenstände unterer Spielklassen sind nun mal die „Wirklichkeit“. BILD Dir Deine Meinung, Margot.

Da ist mir die Einstellung „Jedem Tierchen sein Pläsierchen“ schon lieber. Im Gegensatz zu gleichgeschalteten Zeitungen ist da facebook doch wohl eher neben Twitter ein Medium, das Menschen gegen Despoten aufbegehren lässt. Aber vielleicht ist das ja in einer Kirche, der die Menschen weglaufen gar nicht so gern gesehen? Mit neuen Medien haben es die Glaubensvertreter schon immer recht schwer gehabt.

Was John Irving in Altenhagen twitterte

In seinen jüngeren Jahren war der amerikanische Schriftsteller John Irving („Gottes Werk und Teufels Beitrag“) mal auf der Durchreise, als er von der A2 nach Hannover gefallen war ob der Schönheit dieses Landstriches der Puddingmetropole. Dabei soll er jenen Satz getwittert haben, der heute ein Kernstück seines Romanes ist:

„Gute Nacht, Ihr Prinzen der Provinz, Ihr Könige von Puddingtown“

Siehste. Passt doch. Ihr „Mukus“.

„Verwöhnung in privater Atmosphäre“

Donnerwetter. Das ist ja mal ein Fund. Unser großes journalistisches, mediales und Marketingtechnisches „Vorbild“ (der „Bielefeld Blog“) ist also auch Twittermäßig für die „schönen Seiten“ des Lebens verantwortlich und nimmt die am rechten Rand ablaufende Twitteranzeige offensichtlich freufdig auf.

„Hast du keinen, twitter Dir einen“. Oder so. Aber sie zeigen ja auch nur die „schönen, freudigen, positiven Seiten“ dieser herzigen Metropole an der blitzenden A2.

Private Knöllchenschreiber?

Die Kassen der Kommunen sind leer. Da ist es durchaus verständlich über zusätzliche Einnahmequellen nachzudenken. Dass Städte und Gemeinden dabei aber zu Mitteln der Wegelagerei greifen wollen, ist unsittlich. Natürlich müssen sich Verkehrsteilnehmer an Regeln halten. Das gilt fürs Rasen ebenso wie
fürs Falschparken. Und natürlich müssen Verstöße geahndet werden. Doch dafür sind die Ordnungsbehörden zuständig und niemand sonst. Werden Privatfirmen mit diesen Aufgaben betraut und erfolgt die Entlohnung dann möglicherweise nach einer Erfolgsquote, sind dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet. Private Knöllchenschreiber wollen und müssen Gewinne machen, damit sich das Geschäft lohnt. Und sollte sich ein solcher Weg auch für die Kommunen lohnen, wer weiß, vielleicht werden dann demnächst auch Verkehrskontrollen von privaten Sicherheitsdiensten vorgenommen. Die kassieren dann immer gleich, ohne groß zu diskutieren. Auf welcher Rechtsgrundlage? Auf keiner! Verkehrsüberwachung ist eine staatliche Aufgabe. Und die hat es auch zu bleiben.

Liebes Westfalen-Blatt. Ihr hättet nur in die lange Stadt mit G. gucken und die Tätigkeiten eines Konzerns mit B. zu beleuchten brauchen. Da wird ganz sicher schon lange diskutiert, ob Konzerntochter arvato nicht auch in diesem Bereich den Staat zugunsten der eigenen Kasse „entlasten“ kann. So ganz nebenbei könnte man die parallel gleich mal gespeicherten Adressen der „Sünder“ in den riesigen Adressenpool einfließen lassen, mit facebook, twitter und Co. vernetzen, Vodafone betreut man ohnehin schon und daraus ergeben sich interessante Profile, mit denen man wunderbare Geschäfte treiben kann.