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S21, Grüne und die Bahn

Wärend offenkundig die Bauplatzbesetzung gegen “Stuttgart 21″ am 20. Juni weiterhin kriminalisiert wird, mehren sich die Hinweise auf den Einsatz von mindestens einem “Agent Provocateur” der Polizei.

Dazu die Presseerklärung der “Parkschützer” vom 21. Juni: “Der gestern enttarnte Zivilpolizist wurde beobachtet, wie er sich an Rohren vergriff und Demonstranten aufforderte, es ihm nachzutun. Dafür gibt es mehrere uns persönlich bekannte und zuverlässige Zeugen.”

Den “Parkschützern” liegt dazu eine eidesstattliche Erklärung vor, die wie die gesamte Presseerklärung unter http://www.bei-abriss-aufstand.de zu finden ist.

Eine weitere negative Geschichte: Die Befürworter von S 21, insbesondere die Energiekonzerne, werben für das Projekt mit der Behauptung, es sei “ökologisch sinnvoll”. Die Deutsche Bahn, größter Stromverbraucher in Old Germany bezieht ihren Energiebedarf zu einem Viertel aus Atomstrom und 45 Prozent Strom aus Kohlekraftwerken. Die vielen Rolltreppen, Aufzüge und die kontinuierliche Beleuchtung des neuen Tiefbahnhofes in Stuttgart verbrauchen 250 Prozent mehr Strommenge als der bestehende Kopfbahnhof. Und die Grünen lassen dies zu. Anstelle von Oberrealo sollte man Herrn Kretzschmann, obzwar sicher noch einigermaßen ehrlich, als getarnten Bürgerlichen bezeichnen. Am Bürgertum ist zwar nichts verkehrt, doch erkennt da einer den Unterschied? ;-)

Kein Wunder, dass die Energiemonopole hinter dem Konzept stehen, zumal der Bahn 20 Prozent des AKW Neckarwestheim gehört. Bahnchef Grube ist auch einer der Befürworter einer Laufzeitverlängerung für AKWs. Die Bahn baut auf dem Gemmrigheimer Feld beim AKW Neckarwestheim eine drei Hektar große Anlage zur Umwandlung von AKW-Strom in Bahn-Drehstrom. Heuchlerisch wirbt die Bahn damit, dass die 300 neuen, bei Siemens bestellten ICx-Züge bis zu 30 Prozent weniger Strom verbrauchen würden.

Aber durch die 66 Kilometer langen, engen Tunnelröhren des Projekts “S21″ wird durch den dadurch viel größeren Luftwiderstand der Stromverbrauch der Züge massiv in die Höhe getrieben. Die Neubaustrecke Stuttgart-Ulm wird gegenüber der Bestandsstrecke den doppelten Höhenunterschied überwinden, und das bei extremen und unverhältnismäßig langen Steigungen von teilweise über 3 Prozent. Wenn “S21″ in Betrieb gehen sollte, spült das Milliarden in die Taschen der Energiemonopole und AKW-Betreiber.