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Hohe Zeit für Gurus

Die Mail des „Verlags der Deutschen Wirtschaft“ war knallig aufgemacht. Garniert mit den gezeichneten Konterfeis der Betrüger, Gauner, Auffälligen, Gestörten der letzten Zeit. Die ganze einschlägige Palette. Guttenberg, Koch-Mehrin usw. Also all das, was unsere Medien auch so den lieben langen Tag in die Welt posaunen und sich daran aufgeigen.

Dann kommt ein Angebot. Jemand bietet eine Art Fortsetzungsroman an. Über 300 „Enthüllungen“. Lügen, Lügen, Lügen!

Nö. Danke. Letztlich passt das Ding irgendwie auch in diese Parade des Absurden. Und dafür sollen wir noch bezahlen?

Wo war grad noch der „löschen“-Button?

Umsturzversuch?

Umsturzversuch?

Die Kunsthalle Bielefeld hat ja ein paar Fahradständer. Manchmal aber kommt ein Wutbürger vorbei und wirft sein Rad einfach dazwischen. Ein Umsturzversuch? Vielleicht hat er sich aber auch nur über gewisse Beknacktheiten geärgert. Z.B. eine BILD, die heute titelt „Nächste Frau zeigt Strauss-Kahn an“. Darunter eine sich nahezu nackt räkelnde Tante. Das ganze Angebliche ist über neun Jahre her. Nie sah die Frau einen Anlaß, den Mann anzuzeigen. Oder eine BILD, die keinen Versuch ausließ, Jörg Kachelmann mit Dreck zu bewerfen, sollte vielleicht einmal die unsäglich doofen Zeilen lesen, die sie da verfasst.

Oder wenn immer dieselben verdächtigen Pfannenrührer von der NW gerufen werden, um eine X-seitige Anzeigenstrecke zum 140 Jährigen eines Pumpernickelbäckers abzufeiern und Elisabeth Mohn zu zeigen, die da was „festredete“….

Oder darf man über Inhalte von Zeitungen nichts sagen, wie einmal ein Anzeigenvertreter verlauten ließ, obwohl man per Abonnement dafür bezahlt?

Immer diese Umsturzversuche. Aber alles einfach hinnehmen, was gewisse Leute so verzapfen, tut auch nicht gut.

Das gibt es nicht nur in den USA

Der Vorfall ist unstrittig – die DNS-Analyse beweist den Sexualkontakt zwischen Dominique Strauss-Kahn und dem New Yorker Zimmer-mädchen. Hat aber die Frau aus freien Stücken gehandelt, oder wurde sie gezwungen? Diese einzige wirklich wichtige Frage muss nun von der US-Justiz geklärt werden. Wer jedoch die amerikanischen Strafverfolgungsbehörden kennt, darf bezweifeln, dass Polizei, Staatsanwaltschaft und Richtern eine belastbare Antwort einfällt. »Belastbar« heißt: im Einklang stehend mit europäischen Rechtsvorstellungen. Es mag diese eurozentrische Sicht für anmaßend halten, wer das amerikanische Rechtssystem dem europäischen für überlegen hält – allein: es ist genau umgekehrt. Der Prüfstein, an dem sich Recht von Fehlurteil scheidet, die Gretchenfrage also lautet: Wie hältst du’s mit der Unschulds- vermutung? Hüben wie drüben stehen sich zwei Strafrechtskulturen diametral gegenüber. In der europäischen Tradition ist der Angeklagte mit demselben Respekt und derselben Fairness zu behandeln, wie sie einem Unbescholtenen gebührt. Das heißt, dass die Justiz auch Fakten zu ermitteln hat, die zu seinen Gunsten sprechen. In den USA hingegen nimmt man die Schuld des Angeklagten vorweg. Polizist und Staatsanwalt bleiben untätig, und so verdampft die hohe Maxime in dubio pro reo, im Zweifel für den Angeklagten, zu einer hohlen Phrase. Wo der Apparat schlicht keine Zweifel hegt, weil er eben nichts Entlastendes recherchiert, ist eine erfolgversprechende Verteidigung Glückssache. Die dem amerikanischen Strafrecht innewohnende Menschenverachtung erhebt bereits im Perp-Walk (von perpetrator = Straftäter) ihre hässliche Fratze: Bevor auch nur ein einziges Wort vor Gericht gesprochen ist, führt die Polizei den Angeklagten öffentlich vor. Seht her, wir haben den Übeltäter, signalisiert diese unwürdige Zurschaustellung. New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg sagte ganz ohne Arg: »Wenn du den Perp-Walk nicht willst, begeh kein Verbrechen!« Wenn das keine juristische Vorverurteilung, kein staatlich legitimiertes Vorurteil ist – was dann? In den USA wird vor Gericht gekämpft. Die Vorstellung vom Kampf ist Amerikas Bürgern seit der gewaltsamen Landnahme im 18. und 19. Jahrhundert zur identitätsstiftenden Denkfigur geworden. US-Strafverfahren sind ritualisierte Aggression, in deren Verlauf dem Inhaftierten die Last aufgebürdet wird, trotz eingeschränkter Bewegungsfreiheit (und trotz des meistens arg begrenzten Finanzspielraums) gegen die Staatsmacht zu kämpfen. Wer sich angesichts der ungleichen Chancen an das archaische Gottesurteil erinnert fühlt, zielt nicht weit daneben. Atavismen jedoch beschädigen die Umgangsformen der Moderne. Es wird kolportiert, Strauss-Kahn versuche jetzt sein Glück mit Bestechung. Wenn dem so wäre: Das ist Kampf. Typisch USA.

Liebes Westfalen-Blatt. Dürfen wir Euren Kommentar zum amerikanischen „Rechts“system ein wenig ergänzen? Nicht mal so weit weg vor der Haustür wird Morgen in Mannheim im Fall Kachelmann „Im Namen der Volkes“ ein Urteil verkündet. Wer den unsäglichen Prozeß und die unsägliche Kampagne einer Alice Schwarzer, der BUNTE und der BILD nebst einem sich lächerlich machenden Verleger im Badischen verfolgt hat, fühlt sich durchaus in amerikanische Verhältnisse versetzt. Auch in Mannheim hatte man den Eindruck, eine hirnrissige Staatsanwaltschaft (nicht zum ersten Mal) drehe Lügen, fehlende und unpassende Indizien exakt in das Gegenteil um. Nur weil ein paar abgehalfterten Ermittlern der Lebenswandel eines Beschuldigten nicht passt. Der aber steht nicht zur Aburteilung an.

Ist schon „Anstarren“ Vergewaltigung?

Heide Witzka konnte am frühen Morgen kaum die Muckefuck-Tasse halten. Sie, die sie ihr Leben mit Hilfe der „BUNTEN“, BILD und von BILD-befeuertem T-online gestaltet, muß lesen, daß es am Kragen des besagten Zimmermädchens eines Luxushotels in NY Spermaspuren von Dominique Strauss-Kahn gibt. Na sowas auch. Und Jens Reichenbach, jener begnadete Altstadt-Brandberichterstatter der NW thematisiert das sogleich im Boulevard, Lokal Seite 1. „Es beginnt schon mit Anstarren“.

Tja Jens. Held der Brandnester. Sensationsmache beginnt auch mit Bildern von Menschen in Gasmasken und Ohnmächtigen auf Tragen. Die muß man unbedingt zeigen. Sperma die Augen auf, wieviele Männer tagsüber Sperma auf den Kragen von Zimmermädchen in Luxushotels hinterlassen. Lauter Vergewaltiger. Stündlich mehr, sagt die unsäglich-hässlich argumentierende Oberkampfemanze Alice Schwanz Schwarzer…..

Heute plädiert übrigens in Mannheim („Mannheimer Dreck“) der Anwalt von Wetterfrosch Kachelmann, dem eine offensichtliche Lügnerin so ziemlich das Leben versaut hat und beknackte Staatsanwälte ohne Indizien und Beweise und angesichts massiver Lügen des angeblichen Opfers immer noch behaupten, das sei aber „4 Jahre und drei Monate Gefängnis“ wert. „Oberstaatsanwalt Gattner rettete zuguterletzt die Ehre der Frauen. Er schilderte eindrücklich, mit welchen menschenverachtenden Manipulationen Kachelmann es geschafft haben soll, mehreren Frauen auf einmal glaubhaft zu versichern, dass sie die jeweils Einzige seien und er sie demnächst heiraten wolle“. Heißt es auf der Homepage der Männerhasserin par excellence und BILD-Kolumnistin. Und vergißt, welch haarsträubende Fehler diese Plädoyers hatten. Kann ja mal vorkommen, wenn man sich mit beschränktem Wortschatz und so gut wie keiner kriminaltechnischen Ahnung wie immer wichtig tut.

Klar. Über irgendwas muß man ja schreiben. Sonst wäre man ja nicht im BILD oder sähe die Welt wie „Scheisserle“ Burda samt haarrissiger Truppe BUNTE(R).

Aber was hat das Thema im Lokalteil zu suchen?

„Im Fegefeuer der Eitelkeiten“

Im „Der Freitag„, jenem publizistischen Kind des – angeblich/nicht angeblichen – Sohn des ehemaligen „Mr. Spiegel“, Rudolf Augstein („Ne Abjrund von Landesverrat“, Konrad Adenauer damals anläßlich der Durchsuchung der Spiegel.-Redaktion) schreibt Michael Angele über eine zeitlich sehr seltsame Verkettung der Ereignisse. Da hat Frankreichs Mininapoleon Sakotzy Probleme, ist seine holde Angetraute plötzlich schwanger und IWF-Chef Strauss-Kahn wird ein angeblicher/nicht angeblicher Vergewaltigungsversuch in einem New Yorker Luxushotel vorgeworfen und er von einer überaus lächerlich-bigott-rigorosen US-Justiz vorgeführt.

Aber was echauffieren wir uns. Heute der Jörg Kachelmann öffentlich -im Radio über WDR 2 gehört – zu den Anschuldigungen der angeblichen Vergewaltigung einer Provinzradiomoderatorin gesprochen Jawoll, er hat noch Stimme und die ganze anrüchige Geschichte bis hin zu BURDA- BUNTEBudda „Scheisserle“ Hubert B. stinkt von den per Mediengeschwafel vorliegenden „Fakten“ her erstaunlich in Richtung Vorwürfe Strauss-Kahn.

Nun, das kann alles auf der Insel der Seligen, Pizzafeld, nicht passieren. Da sind die Leute diskret. Affairen werden eher im Schatten des Johannisberg gewispert oder bei den Eseln in Olderdissen nachts diskutiert, wenn NW-Heidi HP grad die Taschenlampe ausgeknipst hat und unser Westen-Rouven das Notebook. Ausserdem: Was bitte soll in dem Stadtrat an der Niedernstraße schon passieren, wo man eher Ingeborgs grüne Turbinen surren hört.

Und das alles unter pieselndem Himmel

Ist das die überraschende Wende im Sex-Skandal um Dominique Strauss-Kahn? Der in New York festgenommene IWF-Chef verfügt nach Informationen des französischen Radiosenders RMC über ein Alibi für den Zeitpunkt des mutmaßlichen Vergewaltigungsversuchs. Jetzt soll ein DNA-Test die Wahrheit ans Licht bringen. Derweil behauptet eine weitere Frau, der Spitzenpolitiker habe sie sexuell bedrängt.

… schreibt T-online (und jetzt auch andere Medien). Das Problem ist nur: Das „andere“ Damenproblem ist satte 9 Jahre her und die – angeblich – bedrängte hatte damals darauf verzichtet, den Geldmann anzuzeigen. Grandios, wie die immer etwas windige US-Staatsmacht gleich wieder den Molly machte und den Mann in Handschellen abführte. (Warum keine Fußfesseln?) Ob jetzt wie bei der durch diverse Lügen und dem überaus großen Interesse einer BILD-Bunte-Mischpoke entstandenen Hatz auf Kachelmann nebst einem extrem kläglichen Gericht plus grandios unfähiger Staatsanwaltschaft auch ganze Heerschaften an „Damen“ aus dem Leben des Strauss-Kahn auftauchen. Es scheint ja lukrativ zu sein, seine miese Story nebst Konterfei in gierig wartetenden Schundmedien auszubreiten. Mal sehen, was der ziemlich unsympathische Elysee-Schrumpfnapoleon Sakotzy noch impetto hat….

Nur eine Schmutzkampagne?

Im deutschen Land greifen Plagiatsaffären bis in höchste Politikerkreise, vornehmlich bei Konservativen und Liberalen, welche ja auch die Regierung stellen. Nun wird der Direktor des IWF und Präsidentschaftskandidat der französischen Sozialisten und somit ein Gegner Sarkozys, Herr Strauss-Kahn mit einer Vergewaltigungsaffäre in Verbindung gebracht. Der Versuch, eine Hotelangestellte zum Geschlechtsakt zu zwingen, hatte eine Festnahme durch die New Yorker Polizei zur Folge, bevor er sich heute mit Bundeskanzlerin Dr. Merkel treffen konnte. Er bestreitet die Vorwürfe.

http://www.tagesschau.de/ausland/strausskahn142.html

Hm, er ist nicht unumstritten. Nach seinem Rücktritt als französischer Finanzminister 1999, aufgrund von unbewiesenen Korruptionsvorwürfen und wegen einer Affäre mit einer Mitarbeiterin des IWF vor 3 Jahren, welche jedoch keine Anklage nach sich zog, nun das.

Ist es nicht eher so, daß man ihn kalt stellen will, so daß sich Herr Sarkozy nur mit Le Pen und den Nationalisten auseinandersetzen muß? Eigentlich ist Herr Strauss-Kahn ganz brauchbar. Als Finanzexperte sehr gefragt in der Griechenlandkrise und Hoffnungsträger der französischen Sozialisten.

Unschuldig bis zum Beweis der Schuld und kein Ansehen von Rang und Namen. Doch Skepsis ist angebracht.