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Danke für die Glückwünsche zum Jahreswechsel:-(

Eigentlich wollten wir vornehm zum Aufmacher unseres größten Boulevardblattes aus Niedernstraße und Senne am Montag schweigen. „Sie können halt nicht anders“, dachten wir noch. Wenn uns nicht draußen im Outback vor den Toren der Glitzermetropole eine üble Schleichwerbe in die Hände gefallen wäre. „Hach“, denkt man so, „die Gemeinde tut mal was in Kultur und bringt einen Veranstaltungskalender…“

… blätterst durch und liest das Grußwort von Bürgermeister Besser, bis man zur letzten Seite kommt, die extra zum Abriß perforiert ist und findest den Bestellzettel des bekanntlich mit der NW verbandelten „Haller Kreisblatt“.

Und schon landet es mit gezieltem Wurf im Rundordner. Nach dem gescheiterten Versuch „in Messe“ zu machen, den Besuchen der Schulen, um Abonnements zu keilen und dem Anspruch „die Geschichtenerzähler von OWL“ sein zu wollen geht einem die Aufdringlichkeit der roten Kappen langsam auf den Senkel. Dabei gibt es in diesem Gemeinwesen und drumherum so viele Themen, die aufzugreifen wären. Und das sind ganz sicher nicht die Bilder von verunfallten Autos und bei Bränden auf dem Nachbardach lauernden rasenden Reportern. Das konnte der „rasende Reporter“ Egon Erwin Kisch schon in den zwanziger Jahren den vorigen Jahrhundert wesentlich besser.

Kurt Tucholsky hat 1921 in seiner Schrift „Presse und Realität“ gesagt:

Der Redakteur bekommt mit der Zeit den Größenwahn. Besonders der beschränkte, der nicht sieht, dass er nur Handwerkszeug Größerer, hinter ihm Stehender ist. Er hat im Laufe der Jahre gelernt, dass das, was er nicht drucken läßt, für Hunderttausende nicht existiert – dass das, was er den Leuten mit der Papageientaktik in die Köpfe lärmt, für sie im Mittelpunkt der Erde steht. Er wird also immer mehr auf die Wirkung als auf die Wirklichkeit sehen.

Der Leser vertraut der Presse blind, weil ihn seine Zeitung ja nicht über ihr eignes Wesen aufklärt, und weil eine andere Einwirkung auf die Öffentlichkeit gegen die Presse nur sehr, sehr schwer ist.

DD

DD (Detlev Dammeier), der gelernte Bankkaufmann und ehemalige Fußballprofi bei Hannover 96, dem Hamburger SV, VfL Wolfsburg und ARMinia B….. nahm lächelnd um 8:49 Uhr in einem Wacholderdorf im Outback seine Tüte mit ARMinia-Brötchen von der Büri-Theke, grüßte und ging federnden Schrittes ins Sonnenlicht. Die klassische Mittelfeldspieler „5“ auf dem rottrikoten Rücken glänzte im Gegenlicht. Der offene (Er)Volkswagen sprang anstandslos an. Frau und drei Töchter erwarten den Mann, der letztlich den Affenstall auf der Alm geistig und körperlich unbeschadet überstanden hat. Heute Abend wird er wohl mit anderen Fußballern, die im Outback Domizil gefunden haben, das DFB-Pokalfinale „formerly Magath“ Schalke 04 gegen Roland-Kentschens-MSV Duisburg angucken. Kentsch gönnt aber wohl niemand den Sieg.

Ja, wir können böse sein! Fast wurde vergessen, was er auf die Frage antwortete, wie es ihm denn so gehe: „Man dribbelt sich durch und sucht die langen Bälle“.

Ex-Kultnahversorger entdeckt neue Verkaufsförderungsmethode

Manchmal kommen die wirklich ganzganz großen Ideen ja nicht aus – wir dürfen das ja jetzt nicht mehr schreiben – der ehemaligen „Glitzermetropole“ (neues Wort: „Stadt wo niemals die Lichter ausgehen. Formerly Glitzermetropole“, gilt auch für „Almdudler“. Stattdessen: „Leute, die auf schlechtem Rasen in dünner Almluft Fußball spielen“) sondern aus dem Outback Richtung Gütersloh. Der Ex-Kultnahversorger Jibi testet grade eine neue Verkaufsförderungsmethode:

Mehr Absatz durch „Deep Frozing“. Und wer hats erfunden? Die „orange Partei“. Guckst Du hier.

Der erste Test lief jetzt im Samstag im Schnapsdorf Steinhagen, Heimat so manchen ARMinen-Fußballers. Im dortigen Jibi-Markt standen 25 Leute auf Kommando aus der Lautsprecher-Anlage des Marktes für 2 Minuten wie eingefroren still. Zack. „Frozen Flashmob“ nennt das Initiator Sebastian Noak, der das in enger Zusammenarbeit mit den Strategen des Marktes ausgedacht, angeleiert, Web-mäßig und per 200 ausgelegter Flyer beworben hat und ein wenig unzufrieden ist. 25 eingefrorene Leute um 11 Uhr seien ja nicht grade viel.

Wie man hört, willl Jibi aber nicht aufgeben und die Strategie ändern. So sollen alle Millisekunden vor dem Kommando „einfrieren“, etwas möglichst Hochpreisiges aus dem Regal vor sich nehmen und nach Ende der Aktion verpflichtet sein, es an der Kasse zu bezahlen. Vielleicht ist das der tiefere, wirkliche Sinn der Aktion? Verhaltensforscher der Uni Bielefeld sollen schon in einem überaus breiten matschigen Feldversuch (man munkelt., bei Deppendorf) den ganzen Versuchsaufbau nachgestellt und untersucht haben.

3,2,1…………….Flashmob, jetzt!