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Theatralisch

Im Aushang der Gütersloher Zeitung „Glocke“ hing ein Bericht vom Sparrenburgfest. Da wußten wir noch nichts von jenem 26 jährigen Gütersloher, der die Kulisse nutzte, um sich theatralisch vom über 30 Meter hohen Burgturm in die Tiefe und den Tod zu stürzen. Man kann sicher niemand verwehren, das zu tun. Aber warum muß man dabei Zuschauer oder Lokführer -. wie im Fall Enke – mit hinein ziehen?

Oetker macht Ex-Puddingstadt zum Seehafen



Bielefeld
ist ja nun endlich Seestadt. Oetker, dem eigentlichen Besitzer des Namens Bielefeld sei Dank. Richard, der jetzt amtierende Fürst der Sippe über Pudding, Bier, Kümmerling, Teigfladen und sonst noch einiges sagte gestern in der „Erfolgs“pressekonferenz, wo die Familie unter der Sparrenburg nicht nur mit 46,9% den größten Umsatz sondern auch die meiste Kohle macht: Mit Schiffen, die wohl meist grade nicht unter deutscher Flagge fahren. Nun gut. Wie meinen Stefan Schelp von der Wirtschaftsredaktion der NW? „Auf Oetker ist somit Verlaß“. Klar. Panamesische Flaggen wehen immer steil im Wind. Haut doch mal eine im ofenfrischen Design auf die Sparrenburg.

Der „Steinhaufen“

Wenn wir im Zuge eines Eintrages in dieses Blogs ab und an über einen „Steinhaufen über der Metropole“ sprechen, ist das keinewegs despektierlich gemeint, soll auch nicht Steinesammler, Archäologen, Ornithologen, Philologen, Theologen oder andere Sammler herabwürdigen. Es ist wie es ist. Bitteschön: siehe oben. Unweit davon feierte man das Jubiläum des Lokalradios.

Die Steine hielten.

Der steinerne Schattenriss

Irgend jemand hatte auf den Parkomaten hoch oben am Parkplatz knapp unterhalb des Steinhaufens Sparrenburg mit rotem Filzstift stilsicher geschrieben: „Dieser Automat heißt Pit. Er funktioniert mal. Mal nicht. Geldeinwurf auf eigenen Gefahr. Exakt wie diese Stadt„. Wir versuchten es. Unsere 1-Euro-Stücke schluckte er ebenso wenig wie die anderer Leute. Der umringte Automat „Pit“ hatte kein Erbramen. Dann versetzte jemand „Pit“ einen Tritt an die Stange. Und siehste. „Pit“ gehorchte und spukte plötzlich Parkscheine aus.

Aus 50 Metern Entfernung wirkte der Turm der Burg mit der Sparrenfahne wie ein Scherenschnitt. Ein unwirklicher Schattenriß.

Noch wussten wir nicht, daß der Innenraum vorm Burgrestaurant wegen einer „Privaten Gesellschaft“ gesperrt war. Ein Kontrabaß lag achtlos vor dem Eingang am Boden. Am Grill sahen wir sie fummeln, die Niegisch-Wirte. Warum, wieso, für wen erschloss sich nicht.

Dann konnten wir ja wieder gehen. Nicht ohne dem Kontrabass „Bis die Tache“ zu wünschen. Ob da eine Leiche drin war. Wer weiß?

Was Ackermann, Blatter, BI und spanische Gurken gemeinsam haben

Alle, die sich mit Gurken, die unter spanischen Plastezelten einen gewissen Grad der Reife erlangt hatten, sich aber nicht mehr eindecken konnten können wieder daran denken, ihre Gurkenmaske mit spanischer Auflage zu bereiten. Wissenschaftler sagen, das EHEC käme nicht von spanischen Gurken. Da guck mal an. Warum haben sie dann vorher gebrüllt, „Halte den spanischen Gurkendieb“. Jetzt ist die spanische Gurke nebst der Tomate und dem Salat, wenn nicht schon untergepflügt, aus den Köpfen der deutschen Rohost-Salatesser verbannt. Bis das nächste Unheil die Teller und Pfannen erreicht. Geflügelpest. Tausende gefiederte Mästchen mussten schon dran glauben.

Wenn wir dann die Geflügelpest durch haben, wird die schwarze Blatter kommen. Das ist nämlich der amtierende FIFA-Mafioso. Dem man nicht auf die Schliche kommt. Denn in seinem Schweizersein ist er wie Ackermann, Josef. Der gaunert sich auch durch die Welt und erzählt uns Geschichten vom Pferd, dem flüchtigen. Die meisten Leute glauben ihnen. Der Akzent der Vermögensverwalter, das harte „Chäsli“, verströmt so eine Art Ehrlichkeit. Wie man sie nur am Schweizer Narrenseil kennt.

Der Blatter, Josef und der Ackermann, Josef, die haben diesen Akzent. Diese schrecklich aufgesetzte Ehrlichkeit. Der eine hat ja schon mal vor Gericht den „V“-Mann gemacht. Der andere wird wohl am morgigen Mittwoch noch mal als FIFA-Präses wieder gewählt. Noch hält sein System. Die Schmutzigkeit interessiert ihn nicht. Das „Gerüchle“ daran stört ihn nicht. Da ist er wie der Ackermann, Josef.

Wie komme ich jetzt darauf, daß in dieser kleinen, geduckten Metropole unter dem ehemaligen Gefängnis Sparrenburg, der größen Stadt zwischen Hannover und Hamm, auf ähnliche Weise Politik gemacht wird? Mit grünem, rotem. gelbem oder sonstwie Parteibuch. Vielleicht ist das der Grund für den Flickenteppich ohne großen Sinn und Verstand, der da, dort und ganz wo anders zu Bauten führt, die so recht in diesem Städtchen keinen Sinn ergeben. Es war halt einfach eine Lücke zu füllen nach einem Abriß. Bauen wir sie zu.

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Wo Hopper seinen China-Nudelwhopper kaufte: Abends am Jahnplatz

Sie versuchen alles in Sachen Untersee

Sie hatten Farbe und das 20 Jahre alte Modell des nie gebauten – aber umso heftiger von eher CDU-und Immobiliennahen Kreisen in kühnen Träumen herbeigesehnten – Untersees stand noch in einem Keller. Diese Kreise gaben den Auszubildenden des Vereins BAJ Farbe und das Modell und eine willige Pressekamarilla. Und schon hat man das nützliche mit dem gemeinen und dem Untersee und den Träumen und den Immobilien und dem traumhaften Blick auf die Heckrinder des Städtchens und die CDU und „ProUntersee“-Vorsitzende Monika Kammeier (von NW-Redaktor Jo Richter mit „Monika Kampmann“ Bildbetitelt) auf das Lieblichste zu einer PR-Aktion verbunden.

Hatte ich erwähnt, daß bis heute auf der Homepage der ProPlörre-Enthusiasten grad mal 1902 Stimmen „Ja zum Untersee“ sagen? Ob da eine ähnliche Fata ihre Morgana wehen läßt wie beim bisherigen „offiziellen Glauben“, ARMinia „ist Bielefeld“. Ohne geht es nicht?

Der liebe Gott hat diesen Winkel in manchen Dingen einfach nicht auf der Agenda gehabt. Da kann der fabelhafte Herr Moss noch so sehr Steine von ehemaligem Gefängnis und Truppenkaserne Sparrenburg hoch oben werfen. Es ist eben nicht so, wie die Lesart von den Niedernstraße es gern hätte. Baut lieber die reißende Lutter aus, dann habt ihr ein Wässerchen in der Stadt. Dr. Wolff gibt ja nicht nur den Almdudlern was dabei. Wahrscheinlich erfindet sein TV-Sport-affiner Labormensch grad ein „kühlendes Fußwässerchen mit Turboeffekt“.

„…ein Projekt der Bürger“

Der Chef der regierenden Rathausjunta, ein gewisser Peter „Pit“ Clausen, ist ja bekannt dafür, auf seinen Reisen quer durch die Kommune immer mal wieder einen kleinen Superklops raus zu lassen. Im Angesicht einer NW-Kamera und dem Schreiber, Herrn Bell, graptscht er lachend nebst der das glückliche Bild garnierenden Immobilienservice-Frau der Stadt in die „Vormauerschale“ des Schusterrondells und parliert über die Frostschäden des Winters nebst immensem Geldbedarf des Steinhaufens aus dem Besitz der Grafen von Ravensberg. Nun ist das Wahrzeichen, an dessen Wohl und Wehe schon Generationen von Bielefeldern gebastelt haben, „Auch ein Projekt der Bürger“. Klar. Damals haben sie tagelöhnernd die Steine für ein Wassersüppchen täglich raufgeschleppt und heute, wo es ständig bröckelt, ist es auch „ein Projekt der Bürger“. Sozusagen eine „ARMinia aus Stein“.

Das erinnert an meine erste Begegnung mit der grandios-seltsamen Stadt. Lang ists her. Aber das zarte Flüstern der schöneren und besseren Hälfte und der verschämt-entzückte Augenaufschlag hoch zum Steinhaufen mit der Sparrenfahne blieb bis heute unvergesslich: „Das, mein Liebster, ist unsere Sparrenburg“. Hmm. Als ich den Mund wieder schloß, hatte sich die hereingeflogene Mücke an der gechlossenen Zahnbarriere verfangen.

Ich bin wohl nicht ehrfürchtig genug. (Und das ist gut so). Das Dingens war auch schon mal Gefängnis.

Nun haben sie die Sparrenburg wieder am Wickel

Steht man inmitten der größten Stadt zwischen Hannover und Hamm, sieht man den Steinhaufen hoch oben. Sparrenburg. Ganzer und nach dem Absturz der ARMinia auch einziger Stolz dieser Metropole. Nachdem der Bau neuer Kitas, Modernisierung von Schulen und die Beseitigung der winterlichen Schlaglöcher in der notorisch klammen Stadt nicht so recht vorankommen wollen, stürzen sie sich wieder auf das Ravensberger Luftschloß da oben. Stadt, Bielefeld Marketing GmbH, Landschaftsverband und Historischer Verein planen Großes. Da soll abgerissen, aufgebaut, angebaut und unter Glas gelegt und für die Bürger so richtig was Remmidemmihaftes auf den Berg gezaubert werden. Ach ja. Die kommenden „800 Jahre Bielefeld“ 2014 werfen ihre Schatten in den engen Tälern des Teuto voraus. Womit wir die Kurve zu OWL-Marketing gekriegt hätten, die „den Teuto“ jetzt auch so richtig vermarkten wollen. Dabei hatten sie schon fast 2000 Jahre seit Hermann d. Ch. Zeit dafür.

Dabei steht das einzige und wahre Wahrzeichen auf der Autonbahn A2 Richtung Hannover am Bielefelder Berg: Die Millionenblitzanlage 🙂 Hunderttausende deutsche und europäische Autofahrer haben bereits Post von OBPit bekommen, der den Wegezoll verlangt. In Zukunft sollten sie einen Fleyer „Besucht die Burg“ beilegen.