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Erst Heckmeck. Jetzt EHEC.

Die Suche nach dem EHEC-Herd entwickelt sich mehr und mehr zur Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen. Die Verunsicherung ist groß. Das zeigt auch die verständliche Reaktion der Eltern im kleinen Eggedorf Buke, die nach einer Durchfallerkrankung eines Jungen in Sorge um die Gesundheit ihrer Kinder den Nachwuchs vom Kindergartenbesuch fernhalten. Fünf EHEC-Tote in Ostwestfalen-Lippe, davon drei im Kreis Paderborn: Wo ist der gemeinsame Nenner? Wo gibt es Parallelen zwischen den EHEC-Betroffenen? Von 18 Testergebnissen sind an einer einzigen Schule 17 als positiv erkannt worden. Das ist eine beängstigend hohe Quote. Und sie kann noch wachsen, wenn die Ergebnisse der noch ausstehenden zwölf Untersuchungen vorliegen. Diese Quote nährt aber auch die Hoffnung, dass die EHEC-Fahnder dem Herd schon sehr nahe sind. Die Entscheidung des Kreisgesundheitsamtes zu einer Massenuntersuchung mit fast 1000 beteiligten Menschen ist zwar beispiellos in der Region, aber in diesen Tagen der vielen Fragezeichen konsequent und richtig. Nichts ist ungesunder als Unsicherheit.

Liebes Westfalen-Blatt. Eure tiefen Sorgen teilen wir auch. Erst gab es Heckmeck. Jetzt EHEC. Was hatten wir doch tonnenweise grüne Gurken aus Spanien steril entsorgt. Dann pflügten wir Hektarweise grünen Salat um und düngten kräftig mit Schweine- und Rindermist nach. Biogasanlagen wurden verdächtigt. Schließlich waren die Sprossen dran. Jetzt Bockskleesaat aus Ägypten. Lebt von Luft und Liebe. Dann sterbt Ihr nur an zu hohem Ozongehalt. Oder sehnt Euch zurück in die schönen Schweinegrippezeiten, die Vogelgrippe, die ………….. Schon mal überlegt, was das alles soll, außer Leute zu sedieren und abzulenken? Vielleicht steuern die Berliner und Brüsseler Politaliens ganz bewußt?

Spanische Gurken, Deutsche Schlafmützen

Ich kann mir nicht vorstellen, daß in einer Großmarkthalle, welche seit Jahren existent, auf einmal so ein Fauxpas passieren kann. Deutschland hat mit die strengsten Kontroll- und Hygienevorschriften, daher muß der Fehler, wenn nicht in Spanien, so aber doch auf dem Transportweg geschehen sein.

Interessant ist jedoch der wissenschaftliche Umgang mit dem Bakterium. Es handelt sich dabei um den Typus Bakterium E.coli. Das ist schon lange bekannt und befindet sich vor allem in Tiermägen von Wiederkäuern, z. B. Kühe und kann auf Menschen übertragen werden.

Mal wieder mußte was passieren, bevor man etwas gegen die Gefahr unternimmt. Prävention ist scheinbar stellenweise ein Fremdwort für Wissenschaft und Staat.

Übertragungen sind sowohl durch Tröpfchen-Infektion von Tier zu Mensch oder dann von Mensch zu Mensch möglich, aber auch durch Schmierinfektion, d.h. Verunreinigung, sich nicht die Hände zu waschen, nach Berühren von infizierten Tieren, Pflanzen oder halt Gurken.

Eher unwahrscheinlich ist, daß Düngen von Gemüse verantwortlich ist. Denn in der Regel werden die Pflanzen nicht mit Gülle gedüngt, das erfolgt vor der Aussaat. Und bis zur Ernte vergeht viel Zeit u.ä.

Es sind vor allem Frauen und jüngere Menschen betroffen, die normalerweise am robustesten gegen die Krankheit sind. Vor allem gelten bisher eher Kleinkinder und Immunschwache als stärker gefährdet. Warum? Eine mögliche Erklärung: Aus dem Stamm der E.coli-Bakterien hat sich ein neuer gefährlicherer Erregertyp gebildet, weswegen er auch nicht oder nur geringfügig auf Antibiotika anspricht. Die Antibiotika selbst als krankheitsverschlimmernd auftreten können. Dazu kommt, daß seit Jahren Antibiotika auch in Tierfutter verwendet wurde. Das trägt auch die die Gefahr mit sich, daß resistente Bakterien sich entwickelt haben.

Man sollte zum jetzigen Zeitpunkt sich vor Spekulationen und Schuldzuweisungen hüten. Man kann nicht ausschließen, daß hier ein zufälliges Zusammenkommen von besonderen Umständen eine Rolle spielt. Der Gipfel des Berges könnte durchaus auch schon überschritten sein, was die nächsten Tage zeigen werden.

Man muß das selbstverständlich ernst nehmen, darf aber nicht in Panik verfallen. Normale Hygiene reicht aus, man sollte Lebensmittel vor Zubereitung und Verzehr reinigen, die Hände vor dem Essen waschen und vor allem nach Kontakt mit Tieren. Jedoch auch vorerst, zumindest keine spanischen Gurken essen. Schälen und waschen reicht nicht, da die Bakterien auch in der Gurke drin sind.