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Bielefeld geldfrei-er-leben

Am Samstag, den 10.September 2016, findet auf dem Siggi von 15 bis 18 Uhr ein Aktionstag der Initiative „Bielefeld geldfrei-er-leben“ statt.
Es gibt kostenfreie vegane Kuchen/Eis, Schenkstände (Stände an denen Sachen verschenkt werden. Ja… das gibt es wirklich!) und darüber hinaus eine wichtige Botschaft, die ich sehr unterstützenswert finde!

Bielefeld geldfrei-er-leben (Facebook-Seite)

Veranstaltungsbeschreibung der Initiative

Wir leben in einer Überflussgesellschaft:

  • 1/3 der weltweit jährlich 4 Mrd. Tonnen produzierten Lebensmittel landen in der Tonne
  • 40-70 Kleidungsstücke konsumiert jede*r in Deutschland pro Jahr durchschnittlich
  • 1,8 Millionen Wohnungen stehen frei in Deutschland – Um die 300.000 Menschen leben ohne Obdach
  • 53 Millionen zugelassene Autos gibt es in Deutschland. Diese Autos bleiben im Schnitt 23 Stunden am Tag still stehen. Wenn sie sich die eine Stunde am Tag bewegen, sitzen nur 1,3 Person(en) darin

Es ist offensichtlich: Wir haben von vielem absolut mehr als genug. Am nachhaltigsten ist es daher keine weitere Nachfrage zu schaffen und stattdessen diese vorhandenen Ressourcen sinnvoll zu nutzen.

Welche Möglichkeiten bieten sich in Bielefeld für einen nachhaltigen Umgang mit diesem Überfluss? Wir stellen Projekte vor, die vorhandene Ressourcen geldfrei teilen. Wir laden dazu ein, zu Fragen wie:

  • Welche Handlungsstrategien eignen sich, um der momentanen Produktion von Überfluss entgegenzuwirken?
  • Wie kann nachhaltiges Leben aussehen und wie kann ich diese Nachhaltigkeit in meinen Alltag integrieren?
  • Welche Auswirkungen hat unser Leben in Wohlstand und Überfluss auf den Rest der Welt?

in den Austausch zu kommen.

Wo: Siegfriedplatz Bielefeld
Wann: 10.09.2016 15 Uhr – 18 Uhr
Was: Schenkstände, kostenfreies veganes Kuchenbüffet, Infostände zum Thema „geldfreie Angebote Bielefelds“, Live-Musik und Mitmach-Jamsession

Lasst uns gemeinsam Vorhandenes sinnvoll nutzen, um auf den Überfluss aufmerksam zu machen!
Lasst uns Alternativen entwickeln, Ideen realisieren, Utopien leben!

Großer Dank für Inspiration und Unterstützung geht an ‚living utopia‚.

Das Siggifest in der NW ohne Schmuddelkinder

Auf dem Stadtteilfest auf dem Siegfriedplatz am Sonntag habe ich mir so eine kleine Visitenkarte mitgenommen, welche bei den Infoflyern bei der Bürgerwache rumlagen. Auf diesen stand, dass es immer aktuelle Berichte über den Bielefelder Westen unter www.nw-news.de/westen zu finden sind. Als ich mir dann die Webseite heute angeschaut habe, war ich schon recht erstaunt über den Bericht. Der die Autorin Julia Autor Rouven muss sich wohl auf einem anderen Fest befunden haben als ich. Ja es gab einen Flohmarkt und der war zuerst so voll und quetschig, weil alle Angst hatten, dass sie die besten Schnäppchen verpassen könnten. Nach einer Stunde war es dann möglich über den Flohmarkt zu gehen ohne von dicken Bäuchen an gerempelt zu werden. Die erwähnten Bands spielten dagegen nur an der Seite und wurden von den meisten als nicht so dolle dieses Jahr empfunden. Was wohl auch daran lag, dass die das sonst organisiert hatten nicht mehr mit dabei waren und die diesjährigen OrganisatorInnen nicht so die MusikexpertInnen waren.

Das Kinderschminken gab es auch, allerdings war da nicht so dermaßen viel Betrieb. Wogegen direkt daneben beim Stand der Roten Hilfe eine riesen Schlange war, weil dort Waffeln verkauft wurden. Aber solche ExtremistInnen dürfen in der NW wohl nicht erwähnt werden. Denn der Verfassungsschutz NRW meint, dass sie böse seien und der Verfassungsschutz hat immer Recht.

Gurken-Siggi

Wir gingen schon ganz früh in uns. Und führten ein virtuelles Telefonat mit der Stadträtlichen Speerspitze des „Grünen an sich“. Inge „Lutterturbine“ Schulze. Sie zeigte Verständnis für unsere häufige Aufmüpfigkeit, riet uns aber zu mehr „Demut im Geiste“ mit dieser kleinen großen Metropole an der Autobahn A2, die soft übersehen werde, weil sie eben „im blitzenden Windschatten von Hamm nach Hannover“liege. „Gut“, überlegten wir uns, Inge zuliebe, „machen wir was über Gurken, Tomaten, Salat. Wo finden wir die ? Na, auf dem Freitags-Siggi, wo es an der U-Bahnrotunde aus Glas immer Markt hat.

Auf dem Weg dahin durften wir ein seltenes Phänomen beobachten. Auf dem Platz mit den im Kreis drapierten Betonsteinen – böse Zungen wie wir sagen dazu „Dem Polizeipräses sein Ting-Platz“ – leuchteten die Steine gar lieblich. Sollte man grad aus Berlin Gurken-Tomaten-Salat-Entwarnung gegeben und sich nun ganz der gemeinen Sprosse auf der Seuchenleiter widmen? Vor unserem geistigen Auge (Ampel auf der Stapenhorster war grad rot) sahen wir schon liebliche Maiden in weißen Jöllenbecker Linnengewändern Gurken/Tomaten/Salat mit Olivenöldressing in Plasteschalen nebst Plastegabeln austeilen. Die Ampel sprang um. Die Maiden weg.

Siggi empfing uns wie immer an Markttagen. Geschäftig. Gurkig. Salatig. Diese ältere Dame („I bin vo Züri weg, odder?“) hatte bereits ihr Schweizer Spezialgurkeneinkaufstäschchen über der Schulter. Gleich würde sie zuschlagen. Wie übrigens fast alle. „Natürlich essen wir Gurken. Kommen doch alle von der Gechend hier wech“. Gechend ist Babenhausen und andere Outback-Gemeinden, wo Gemüse angebaut wird.

Ein paar mußten solch eine Schmacht haben, daß sie sich gleich gierig direkt am Gemeindehaus vom Siggi auf die Scheiben stürzten. „Keine Angst vor EHEC?“ fragten wir. „Komm geh mich wech“, blubberte einer, der den Mund schon gurkig voll hatte.

Wo aber war der Holländer, wegen dessen Matjesspur wir ja eigentlich auffn Siggi wollten. „Pardon, Mijnheer“, schallte es von seitens, wo das Kehlmsser unermüdlich wehrlose Matjes ausweidete, „lekker Matjes? Wil jij proberen?“. Leider noch zu früh.

Und noch mal leider mussten wir wieder los. Es werden also Gurken, Tomaten und Salat reichlich gekauft. Nur Sprossen, da muckten die meisten. Die Rückfahrt an den heimischen Desktop gestalteten wir dann niedlich.

Warum machte dieser Baum vor der IHK eigentlich angesichts stürzender Neubauten gegenüber so ein Gesicht? Hatte man den Baudezernenten verewigt?

Dabei war doch der Gagaufsteller gegenüber dem „Rats“ angesichts der laufenden Entkernung des brandgeschädigten Lehners im Hintergrund gradezu von ostwestfälischer Komiktragik: „Josef Haydn. Die Schöpfung. An Pfingsten“

Man gönnt es der größten Stadt zwischen Hannover und Hamm. Aus vollem Herzen. Lekker die Gurke.

Nur noch das Positive

Man könnte ja bei der Anfahrt auf den Adenauerplatz resümieren, ob wir über die vielen schönen Baustellen in dieser Metropole am Teuto reflektieren sollten. Ach was. Das ist doch superpositiv, wenn an jeder Ecke eine Baustelle gleichzeitig aufgemacht und ein Häuschen derniedergerissen und ein neues aufgebaut wird. Versuchen wir einfach mal, den Fischholländer heute auf dem Siggi zu erreichen. Der hat Fässer mit jungem Matjes dabei. Morgen steht er auf dem Marktmäßig wegen Kesselbrink-Aufriß installierten Neumarkt. Dem wiederum wird Belebung guttun.

Meine Herrn, ist die Welt schön. Wir könnten auch noch den Weinmarkt an der Raspi ankündigen. Oder Ernst-Heiner Hüsers Oldtimer-Rallye in Senne. Aber ein bißchen Arbeit möchten wir den Zeitungen doch noch lassen.

Müssiggang auf dem Siggi

Während ein paar hundert Meter weiter getrommelt, gepfiffen, Gesambat, Gesalsat und bunt flaniert wurde, herrschte auf dem Siggi eher Müssiggang. Wenn nicht diese beiden Till Eulenspiegels jungen Männer einen Rahmen mit Spiegel über die Straße trugen. Fast hätte sich die erst kürzlich von der Fotografin porträtierte und im Laden ausgestellte junge Dame darin gespiegelt. Aber eben nur fast.

Die älteren „Steckerlpieseler“ (Münchner Ausdruck für ältere männliche Biergartenbesucher) unter gelbem Schirm kriegten es nicht mit.

Gefährlicher wurde es schon für unsere erkennbar asiatischen weiblichen Besucher der Metropole, als sie in der gläsernen Rotunde in den Abgrund der kleinsten U-Bahn der Welt fuhren, wo „Siegfrieds Tod“ lauert.

So ist das eben auf dem Siggi, wenn das Nachtens Reste zusammengekehrt auf Abfuhr warten….

Nur mal so. Welche Biermarke präferiert eigentlich unser NW-Rouven, bei seinen „Streifzügen mit Notebook“ im Westen?

Die „MuKu“ auf dem „Siggi“

Wenn die Schüler der „MuKu“ oder „Muku“ (Die Schreibweise ist selbst für die schreibende Zunft nicht ohne Tücke!) schlau genug sind, uns die Evolution zu erklären, dann dürfte es ihnen auch nicht schwerfallen, ihr Institut mit vollem Namen zu bezeichnen.

Mit der „Kita“ fing es wohl an. Mittlerweile verbreitet sich dümmliches Kindsprech immer mehr. Kindtümelnde Museums-Pädagogen („MuPä“?) schrumpften schon das Naturkundemuseum zum lallfähigen „Namu“ … ob es demnächst auch ein „HiMu“ (Historisches Museum) und ein „MuWä“ (Museum Wäschefabrik) geben wird? Die Menschen müssen schließlich vor schwierigen Worten geschützt werden!

Anstrengungslose Zeiten könnte man auch im „BoGa“ (Botanischer Garten) verbringen und die enorme Einsparung von Buchstaben freut bestimmt auch Angestellte in der „Buha“ (Buchhaltung).

Möglichkeiten für weitere Verballhornungen:

LaGe (Landgericht)

KaKi (Katholische Kirche)

TeuWa (Teutoburger Wald)

Pobu (Pommesbude)

sparen Hirnschmalz, Spucke, Tinte und Druckerschwärze …