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Schuldenkaiser reißt die Klappe auf

Deutschland hat über 2 Billionen Euro Staatsschulden. Beim Fingerzeigen auf Griechenland steht das Merkel-Land ganz vorne am Zaun und hetzt, was das Zeug hergibt. Natürlich machen die Medien ebenso fröhlich wie hirnlos mit. Ausgerechnet das Land, das im vergangenen Jahrhundert gleich 3 Staatspleiten hinlegte, zeigt mit dem Finger auf andere Länder und gibt sich mal wieder als Oberlehrer. Warum die Situation eigentlich eine ganz andere ist, erläutert der Wirtschaftshistoriker Albrecht Ritschl auf Spiegel.online:

Ritschl: Gemessen jeweils an der Wirtschaftsleistung der USA war allein der deutsche Schuldenausfall in den dreißiger Jahren so bedeutsam wie die Kosten der Finanzkrise von 2008. Im Vergleich dazu ist das griechische Zahlungsproblem eigentlich unbedeutend.

Fingerspitzengefühl war allerdings noch nie das herausstechende Merkmal des weiblichen Rambos und Wendehalses aus Templin.

Sind „der Zukunft Beraubte“ nur Chaoten?

NW, die Teuto-Prawda, größte Tageszeitung der Metropole macht heute mit Bildern der Proteste in Griechenland auf. „Polizei schützt Parlament vor wütenden Griechen“. Brechen wir das mal auf den „Durchschnittsgriechen“ herunter. Hat der dafür gesorgt, daß die Beitrittsunterlagen zur EU ein positives Bild zeichneten?

Nein.

Hat er die deutschen und europäischen Großbanken mit ihrem Geldverleihwahn und Spekulation in Griechenland etabliert?

Nein.

Hat er die ausbordenden Waffenkäufe einer kleinen Clique weniger Familien – finanziert von europäischen Großbanken – auf Pump getätigt?

Nein.

Hatte er Einfluss auf die Gestaltung des Staatshaushaltes und die ständige Steuer- und Kapitalflucht weniger griechischer Multimilliiardäre?

Nein.

So zeichnet sich ein ähnliches Bild ab wie zuvor schon in Island, Irland, Portugal. Wenige häufen einen großen Haufen Mist auf und ausbaden darf es der ganz normale Durchschnittsbürger. Und der hat jetzt einfach die Nase voll. Vor allem, wenn er noch jünger ist und als Zukunft nur „sparen bis zum Umfallen“ vorgebetet bekommt. Die NW bemängelt zu recht die undurchsichtigen Rollen einer tramplig-unsensiblen deutschen Bundeskanzlerin und eines deutschen Finanzministers. Die von uns Steuerzahlern zu tragenden EU-Milliarden als Ergebnis einer hirnrissigen Politik in Brüssel und Berlin dienen fast ausschließlich dazu, Joe Ackermann & Konsorten den Bankenarsch zu retten.

Aber es ist erst der Anfang in Europa. Der Tag wird kommen, an dem der deutsche Michel aufwacht und kapiert, wie tief ihm bereits das Fell über die Ohren gezogen worden ist. Dann dürfte es auch hier laut werden. Aber als Schutzwall hat das Parlament ja immer noch die Terrorkeule. Die ist schnell und einfach gezückt und der Reichstag von Polizistenkohorten „geschützt“.

Menschen, die sich wehren, grundsätzlich als „vermummte Chaoten“ zu bezeichnen, ist nicht hilfreich. Zum Glück schwächt zB. die NW das im Innenteil ab.

Ceterum censeo


Der Zensusbogen

Ein Volksbefrager stand zwar noch nicht vor der Haustür. Dafür liegt aber der Zensusbogen für Hauseigentümer vor. Unser Bielefelder FoeBUD e.V. hat wohl nicht zu Unrecht Verfassungsbeschwerde eingelegt gegen die gewaltige Datensammelwut der vereinigten Beamtenschaft. Denn die kriegen am Ende die ausgefüllten Bögen. Sagte doch neulich jemand mit leichtem Augenzwinkern: „Bauen Sie doch einfach einen kleinen Fehler ein. Wenn Sie dann demnächst Werbung bekommen, wissen Sie, daß man jemand die Adressen verkauft hat“. Vielleicht sitzt dieser jemand ja in der langen kleinen Nachbarstadt mit G. und fängt vorne ebenfalls mit B. oder a….. an? Wundern würde es nicht. Absolut nicht.

Glauben Sie diesem Staat und seinen Berufspolitikern (Sie können nichts anderes) eigentlich immer noch alles? Z.B. das gewaltige jetzt geschätzte Steuermehraufkommen von angeblich 136 Mrd. Euro? Gleichzeitig steigt die Bundesschuldenuhr alle 2 Minuten um 300.000 Euronen…

2 Billionen Miese fast erreicht

Die öffentlichen Haushalte waren nach ersten vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) am 31. Dezember 2010 mit insgesamt 1 998,8 Milliarden Euro verschuldet. Dies entsprach rechnerisch einer Schuldenlast von 24 450 Euro pro Kopf. Gegenüber dem 31. Dezember 2009 hat sich der Schuldenstand um 18,0% beziehungsweise 304,4 Milliarden Euro erhöht. Dies war der höchste absolute Zuwachs des Schuldenstandes in einem Jahr seit Bestehen der Statistik. Die Ergebnisse umfassen die Kreditmarktschulden und Kassenkredite und beziehen sich auf die Kernhaushalte des Bundes, der Länder, der Gemeinden und Gemeindeverbände und ihre jeweiligen Extrahaushalte.

Wesentlich zum Anstieg beigetragen haben die im Jahr 2010 neu gegründeten (beziehungsweise in Geschäftsbetrieb gegangenen) „Bad Banks“. Die Übertragung von Risikopapieren der Hypo Real Estate in die FMS Wertmanagement sowie die Stützungsmaßnahmen der Ersten Abwicklungsanstalt für die WestLB erhöhten den Schuldenstand zum Jahresende um 232,2 Milliarden Euro.

Quelle: Pressemeldung des Statistischen Bundesamts vom 21. Februar. Wie lange haben die noch mal über ein paar Euro Hartz IV hin oder her gesessen?

Nüchterne Zahlen vom Amt

Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) setzten die Einzelhandelsunternehmen in Deutschland im Jahr 2010 nominal 2,3% und real 1,2% mehr um als im Jahr 2009. Nach dem durch die Finanz- und Wirtschaftskrise bedingten Umsatzrückgang im Jahr 2009 (nominal – 3,7%, real – 3,1%) konnte der Einzelhandel damit wieder seine Umsätze steigern. Im Dezember 2010 erzielte der Einzelhandel in Deutschland nach vorläufigen Ergebnissen aus sieben Bundesländern nominal 0,3% mehr und real 1,3% weniger Umsatz als im Dezember 2009. Der Dezember 2010 hatte mit 26 Verkaufstagen einen Verkaufstag mehr als der Dezember 2009. Im Vergleich zum November 2010 ist der Umsatz im Dezember 2010 unter Berücksichtigung von Saison- und Kalendereffekten nominal und real um 0,3% gesunken.

Keine tollen Nachrichten, die da das Statistische Bundesamt entgegen der bestellten Jubelmeldungen aus Richtung Brüderle und Co. präsentiert. Auch zum Thema „Überschuldung“ haben uns die Bundestatistiker nichts Erfreuliches zu berichten:

Im Jahr 2009 lebten 44% aller von den Schuldnerberatungsstellen beratenen Personen allein. Besonders allein lebende Männer steckten häufig in einer finanziellen Krise. Sie machten etwa 27% aller beratenen Personen aus, während der Anteil der allein lebenden Männer insgesamt an allen Haushalten nur bei 18% lag. Auch allein erziehende Frauen waren überproportional von Überschuldung betroffen. Sie zählten fast dreimal so häufig zur Klientel der Schuldnerberatungsstellen (14%), als es ihrem Anteil an allen Haushalten (5%) entsprach. Die überschuldeten Personen hatten 2009 im Durchschnitt rund 35 000 Euro Schulden, davon entfielen 20 000 Euro oder 56% auf Schulden gegenüber Banken, die somit die wichtigsten Gläubiger waren.

Wie sieht es im Großhandel aus? Bitteschön:

Der Großhandel in Deutschland setzte im Jahr 2010 nominal 11,3% und real 6,0% mehr um als 2009. Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) konnte der Großhandel damit einen Teil der hohen Umsatzeinbrüche durch die Finanz- und Wirtschaftskrise wieder wettmachen. Im Jahr 2009 waren die Umsätze gegenüber 2008 nominal um 16,3% und real um 9,9% zurückgegangen.

Strich drunter: Kein Grund zum Jubel. Auch wenn die hiesige IHK in ihren Wasserstandsmeldungen einen anderen Eindruck vermitteln möchte. Aber das müssen die wohl so machen.