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getgoods ARMinia

„getgoods“ – ein bisher hier unbekannter Internetvermarkter von Elektronik etc. – heißt der neue Sponsor des urostwestfälischen, von der heimischen Wirtschaft und Industrie „getragenen Traditionsvereins“ ARMinia B. Den Fenster- und Solarbauern von Schüco sind sie zu popelig, die Brüste der Jung-Drittligisten. Und ansonsten findet sich keiner aus der heimischen Riege der „Global player“.

Nun denn. Warten wir es ab. Vielleicht klingt „getgoods“ ja in den südlicheren Gefilden der Republik wie „vergeltsgott“, wenn die kleine ARMinia den großen Punktesack liegenläßt?

Schüco-Mann will nicht drittklassig

Die Schüco International KG, Hauptsponsor des Fußball-Zweitligisten Arminia Bielefeld, wird in der kommenden Drittliga-Saison nicht länger Trikotsponsor des DSC sein. Laut des geschäftsführenden Gesellschafters, Dirk U. Hindrichs, werde das Unternehmen sein Engagement in reduzierter Form weiterführen. Der Stadionname Schüco-Arena soll erhalten bleiben – es sei denn, es fände sich ein Sponsor, der mehr bezahle. Der aktuelle Vertrag habe keine fest definierte Laufzeit. Der DSC hat derzeit mehr als 27 Millionen Euro Schulden. …meldet NW.online

Gibts da nicht was mit „…in guten und in chlechten Zeiten“? Hat Schüco-Hindrichs keine Schuhe für die dritte Liga? Oder ist dem großen Mann mit dem „großen ostwestfälischen Herz“ ein namentliches Engagement in Liga 3 nicht viel Pfifferline wert? Immerhin hat Schüco ja an der ganzen Misere irgendwie im Aufsichtsrat mitgedreht oder geschlafen.

Na, dann fahrt mal weiter Euren Schriftzug im Kreis rum oder präsentiert ihn am 8. Abschlag. Wir plädieren für eine Namensänderung der „Noch-Schücoarena“ in irgendwas mit „Alm“.

Da staunt selbst Heide Witzka

Na, ist das eine Zahl? Da staunt selbst Heide Witzka, jene mit einem Kapitän der Lutterschiffahrt verheiratete Inhaberin eines VIP-Platzes auf der Roland-Kentsch-Gedächtnistribüne, ehemals Anhängerin des Schneiders aus Halle und des Fensterbauers mit Krönchen auf dem Verwaltungsgebäude an der Herforder. In den hiesigen Gazetten wird diese Zahl – der aktuelle Schuldenstand des in Abstieg und Auflösung befindlichen Fußballzweitligisten – heute groß herausgestellt. Wie auch eine erneute „Maulwurfsmail“, in der sich jemand über die Situation des Vereins anonym ausbreitet. Was wiederum die „Führung“ des Vereins veranlasste, den aktuellen Schuldenstand zu veröffentlichen. Die Hausbank – Volksbank Bielefeld – hat derweil alle Konten gesperrt.

Das Westfalen-Blatt kommentiert das so:

Es ist noch keine zwei Jahre her, da träumte Arminia Bielefelds Sponsor Dirk U. Hindrichs vom dauerhaften Verbleib des DSC Arminia Bielefeld in der Ersten Fußball-Bundesliga. Sogar von der Teilnahme in einem internationalen Wettbewerb war die Rede. Heute, 20 Monate später, erlebt der Traditionsklub eine der schwersten Stunden seiner 106-jährigen Vereinsgeschichte. Arminia droht der Untergang. Dass die Hausbank alle Konten gesperrt hat, zeigt, wie ernst die Lage ist: Dem Verein steht das Wasser bis zum Hals. Die Volksbank hat angesichts der Schuldenlast von 27 Millionen Euro die Reißleine gezogen – damit ist das traurige Ende des DSC wohl nicht mehr abzuwenden. Die Banker jetzt als Schuldige für das Desaster verantwortlich zu machen, ist falsch. Verantwortlich sind die Verantwortlichen des Klubs. Pleiten, Pech und Pannen hat es ohne Ende gegeben. Die Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit reichen von lächerlichen Castings (Bommer gegen Lienen; Maul gegen Arabi), anonymen E-Mails bis hin zur »Heimspielsieg-Aktion«, die zu einem Riesenflop wurde. Die Episode Jörg Berger, das Finanz-Desaster rund um die neue Tribüne und nicht zuletzt die Jahreshauptversammlung im Sommer 2009 sind den Fans ebenfalls noch in schlechter Erinnerung. Hinzu kommt ein Kader, der zu keiner Zeit zweitligatauglich war. Dass im Verein fußballerischer Sachverstand fehlt, ist kein Geheimnis. Die vollmundige Ankündigung des Verwaltungsratsvorsitzenden Alexander Geilhaupt, einem IT-Manager aus Berlin, Arminia werde die »Rückrunde rocken« und mehr als 30 Punkte holen, spricht für sich. Dem Verein mangelt es aber nicht nur an fußballerischer Kompetenz. Es fehlt jemand, der den Klub zusammenhält, der Mannschaft und Trainer, aber auch Vereinsgremien, Fans, Sponsoren und Banken begeistert, ohne sich selbst zu wichtig zu nehmen. Präsident Wolfgang Brinkmann und Geschäftsführer Ralf Schnitzmeier besitzen diese Qualitäten nicht. Auch die Sponsoren haben ihren Anteil am Untergang. Unter den Geldgebern befinden sich zu viele, die zu sehr eigene Interessen verfolgen. Dirk U. Hindrichs und Gerhard Weber haben zwar immer wieder in die eigene Tasche gegriffen und den Verein am Leben gehalten. Aber ihr Einstieg in die Gremien Anfang 2010 hat keine wesentlichen Verbesserungen bewirkt. Im Gegenteil: Hindrichs und Weber, die heute zerstritten sind, zogen sich schnell wieder aus dem Aufsichtsrat zurück. Sie haben Hoffnungen geweckt, denen sie nie gerecht wurden. Was bleibt, sind traurige Erinnerungen und die bittere Einsicht, dass Arminia wohl wirklich am Ende angelangt ist. Die Hoffnung stirbt zuletzt – dieser Spruch ist richtig. Im Fall Arminia aber schon überholt.

So ist das eben, wenn man einen Verein Egomanen, Selbstdarstellern und fußballerischen wie offensichtlich auch finanztechnischen Gauklern und Amateuren überlässt. Jeder auf die Alm getragenen Euro ist derzeit wohl einer zuviel.

Audi-Truppe hängt ARMinen-Solarpudding ab

So sieht das also aus, wenn man „die Zweite Liga rockt“. Die wievielte Niederlage von Chefübungsleiter Ewald Lienen mit der in der Winterpause so „wunderbar“ aufgefrischten Almdudler-Truppe ist es? Hören wir einfach auf, zu zählen. Wer selbst im Duell mit seinem nachbarlichen Abstiegskandidatenkollegen uninspiriert auf dem Platz rumgurkt, der wird es auch in der kommenden Liga 3 – sofern er nicht in die Insolvenz gehen muss – schwer haben. Bochum marschiert weiter Richtung Aufstieg und der beste Zweitligist Ostwestfalens, SC Paderborn, scheint sich etabliert zu haben. Spätestens im kommenden Nachbarschaftsduell mit der ARMinia.