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Initiative „Bloß keine Kritik“

Schielsker Glück

Hej, unsere größte Gazette in der größten Stadt zwischen Hannover und Hamm hat sehr auffällig eine Stadtumarmungskampagne gestartet. Egal ob unser PR-Wunder Heidi H-P über den „wundervollen“ Markt vorm Rathaus oder blühendes Grünzeugs auf dem Mittelstreifen des Niederwalls schreibt: Eitel Sonnenschein, Lob und Jubel über die weise Entscheidung der Rathausführung, den ehemaligen Kessel-brinkmarkt vor ihre Tore zu ziehen. Jetzt können die „rund 1000 Mitarbeiter der Verwaltung endlich ihr belegtes Brötchen auf dem Markt kaufen“. War denen der Pollmeier an der Ecke zu popelig?

Silvia Tetmeyer vom Lokalen ist extra nach Schielske rausgeschickt worden, die dortigen Jubelschreie der Kaufmannschaft zu notieren, die Tonnen Asphalt zu erfassen, den Seekrug-Wirt extra noch mal den Bauarbeitern ein Lob aussprechen zu lassen und Jubel, Jubel, Jubel einzufangen. Alles Gemosere über die Bauarbeiten, die ständigen Aufrisse usw. vergessen?

Würde ja auch nicht zum Gemischtwarenhändler mit Senner Altpapierbedruckung passen. Oder? Müssen wir unkritisch mitjubeln?

Es webt wieder Leinen

Das nächste Wochenende bietet wieder einen wunderbaren Grund, aus der größten Stadt zwischen Hannover und Hamm zu fliehen. Der „Leineweber-Markt“ und damit um die 300.000 Leute, die sich gegenseitig die Füße platt treten, dräut. Hans-Rudi H., des Bielefeld – Marketings Macher, ist schon aufgeregt wie immer. Ist es doch nach Angaben der Organisation, die grad erst „La Strada“ abgefeiert hat, „das größte Volksfest der Region“. Na gut. Mehr auf bielefeld.de

Solarpark und weniger Lutterturbinen

Es ist unglaublich, mit welcher Geschwindigkeit sie in Deutschlands einzigem real mit Fenstern nach innen betriebenen Rathaus am Niederwall denken – und manchmal handeln. Kaum hatte Ingeborg S. von den Grünen ihre grandiose und wahrlich aufwühlende Idee der Lutterturbinen (2 Millionen davon ersetzen ein AKW Grohnde) der staunenden Bielefelder Öffentlichkeit präsentiert, hauen sie schon den nächsten Hammer raus. Jetzt haben sie doch glatt die fünf Hektar große Brachfläche – eine von vielen in der kleinen Metropole am Teuto – in Oldentrup ausgeguckt und wollen da Solarpanels pflanzen. Also ein „Solarpark“ soll enstehen. Kaum hatten wir das für den brachen Containerbahnhof hinter der Herforder ins Spiel gebracht, brach es aus den Stadtweisen schon heraus. Wahrlich bahnbrachweisend.

Dann können wir jetzt ja auch das mit den Fähnchen machen und Kerzen anzünden, damit ARMinia auch noch ein Licht aufgeht. Wer will schon eine Fuißballarena mit Schwickmausoleum im Anstoßkreis und Tomatenzucht auf den demnächst leeren Zweitligarängen? Das bliebe uns also erspart. Aber nicht, daß Ihr da plötzlich anfangt und Rockbands auftreten läßt. Da hätten die reichlich abgefundenen Melanchthonsträssler aber dicke was dagegen.