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Was sind wir doch erbarmungslos „glücklich“

Zunächst noch zum ZDF: 8’10“ für ein solches Stück und als erste Meldung. Das ist unglaublich. Und wenn es im ZDF keinen Aufstand gibt, dann zeigt das nur, wer dort die Macht hat, und wie rücksichtslos man den Charakter als öffentlich-rechtlichen Medium parteipolitischen Überlegungen opfert. Ein erster Überblick über die verschiedenen Meldung ergab, dass es kaum kritische Stimmen gibt. Viele Journalisten sind offensichtlich an der langen Leine von PR Agenturen. Andere freuen sich vielleicht nur darüber, dass sie etwas positives melden können. Sie verdrängen dabei die Realität, sie verdrängen die Stagnation bzw. den Rückgang der Masseneinkommen, die hohe Arbeitslosigkeit und die Unzufriedenheit mit der Politik, die sich in massivem Rückgang der politischen Beteiligung zeigt, usw. Die „Nachdenkseiten“ beschäftigen sich heute mit der erbarmungslkos bescheuerten gestern lancierten unters Volk gestreuten „Glücksstudie“, wonach „die Deutschen“ und besonders die Hamburger (Quickborn? Wilhelmsburg? Schanzenviertel? Billstedt?) gaaaanz besonders glücklich sind.

In Auftrag gegeben hatte die Deutsche Post diesen „Glücksatlas“. Federführend war das gnadenlose Mietmaul Raffelhüschen. Und alle journalistisch gleichgeschalteten Schwachmaten stürzten sich drauf. Kost ja nichts. Muß man ja nicht recherchieren, ob der Herr Professor (auf Sylt gibt es eine Bäckerei, die so heißt und ihre Brötchen in diesen Knalltüten verkauft) da was wirklich Fundiertes geschrieben hat oder nur, wie meist, „Stimmung gegen Kohle“ verbreitet. Nein. Muß man nicht. Die nächsten Wahlen stehen an und da fälscht man eben bei Staatspropagandas die Stimmung ein bißchen hoch. Wenn schon sonst nichts vor dem Hintergrund EU-Pleiten, EU-Schirm usw. geht.