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Beliebtes Spiel: Griechen bashen

Europäische Gewerkschaften rufen zum Kampf gegen Niedriglohnstrategie auf. Sie wollen nicht am deutschen Wesen genesen. Denn: 2008 arbeiteten in Deutschland mit 6,5 Millionen Menschen bereits mehr als ein Fünftel aller Beschäftigten zu Niedriglöhnen. Vom „deutschen Wunder“ spricht Angela Merkel häufig auf der EU-Bühne. Damit meint sie das wieder starke deutsche Wirtschaftswachstum. Die Kanzlerin will dabei so verstanden werden: Macht es so wie wir!

In den sicher nicht mit den Ansichten des lieben Westfalen-Blattes korrelierenden „Nachdenkseiten“ läßt sich zu dem Thema einiges mehr nachlesen. Z.B. die Forderung der blutleeren Machzentrale in Brüssel nach „Noch mehr sparen, Griechenland“ analog dem ,leuchtenden Vorbild der Berliner Junta.

Aber das liebe Westfalen-Blatt bleibt seiner einmal eingeschlagenen Linie „Schlagt drauf auf die Griechen“ treu und schreibt:

Die Portugiesen bekommen Unterstützung, die Griechen müssen sie sich erarbeiten. Für das Land wird es eng: Spart es so viel, wie es nach Ansicht der EU sparen sollte? EU-Währungskommissar Oli Rehn kritisiert die griechischen Reformbemühungen als unzureichend. Allein dass er dies öffentlich und deutlich tut, ist bemerkenswert. Bislang war der Ton eher vornehm zurückhaltend, ja typisch diplomatisch. Die EU versicherte, natürlich werde Griechenland seinen Finanzen in den Griff bekommen. Sie beschwichtigte, um die Märkte zu beruhigen. Nun erhöht der Staatenverbund hörbar den Druck auf Griechenland – und das ist gut so. Er ist nicht gegründet worden, um nur zu verteilen. Damit sich in
Griechenland einiges zum Besseren wendet, muss das Land seine Wirtschaftsreformen beschleunigen. Die nächste Kredittranche über zwölf Milliarden Euro soll im Juni ausgezahlt werden. Die Griechen haben es in der Hand, sie ausgehändigt zu bekommen. Sollten sie sich nicht reformwillig zeigen, steht ihnen eine Umschuldung bevor. Deren Tragweite kann niemand abschätzen.

Was bitte tut Lissabon denn anders als Athen, liebes Westfalen-Blatt? Und was tut Deutschland gegen sein Staatsdefizit von 2 Billionen Euro? Löhne so niedrig wie möglich halten und über prekäre Beschäftigungszhunahme lauthals jubeln. Frau Merkels hohles Geschwätz spricht leider eine deutliche Sprache. Die Sprache derer an deren Marionettenfäden sie hängt.

„Macht doch Nelkenrevolution“

Dieser junge Mann kommt aus Brasilien. Studiert in Finnland. Ist öfter in Deutschland. Hat seine Liebe zu Spargel und „kleinen Schnitzelchen“ entdeckt. Im Anschluß an ein solches köstliches Mahl am heutigen 1. Mai und Gesprächen auch über Revolutionen, z.B. die „Nelkenrevolution in Portugal“, zeigte er einfach mal, was er uns, den deutschen Freunden, vorschlagen würde:

„Macht doch eine Nelkenrevolution*“. Sprachs und demonstrierte es. Auf portugiesisch.

* Nelkenrevolution 1974 in Portugal. Wir immer am 25. April gefeiert. Ginge aber auch am 1. Mai.