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Die Stadt. Die niemals schläft.

Die Berufsjammerer kriegen endlich Nässe von oben. Auf der Detmolder, die sich ab 17 Uhr in schönes Halbdunkel hüllt wackeln die Glaswände eines einschlägigen Autohauses mit weißblauem Propeller an den Autos und Heerscharen Angehöriger des Stammes 60+ drängeln sich auf dem traumhaften Weihnachtsmarkt der porta Oldentrup. Niemals zuvor hat Donna Lüttchen nebst Begleitung einen „Weihnachtsmarkt“ gesehen, der bar jeder Weihnachtskonsistenz ausschließlich der Abfütterung des Stammes 60+ und dem Vorzeigen der neuesten Volkswagenmodelle eines Bielefelder Verkäufers der Wolfsburger Truppe dient. Um den Kleinstwagen, der Up! zu neuen Ufern fahren soll drängte sich 60+ besonders dicht. Es gab schließlich ein Gewinnspiel. Das Autochen guckte sich niemand an. Wie sagte doch neulich mal ein bekannter Advokat der alten Leineweberstadt? „Das Möbelhaus der bildungsfernen Sxchichten“. Oha. Donna Lüttchen wollte da nur jemand grffen, der sich aber in einer ganz anderen porta aufhielt. Nahe Westfalica.

Wer darf jetzt bezahlen?


Wo Gutes sich ständig mit Schönem paaren möchte und irgendein Jurist immer gewinnt. Adenauerplatz

Die NW meldet online: Das neue Porta-Möbelhaus auf dem ehemaligen Pfleiderer-Gelände kann weitergebaut werden. Dies entschied die 1. Kammer des Verwaltungsgerichts Minden jetzt in zwei Eilverfahren. Geklagt hatten die benachbarten Städte Bielefeld und Rheda-Wiedenbrück, die sich durch die in Gütersloh neu entstehenden Verkaufsflächen von etwa 28.500 qm in ihren gewachsenen Einzelhandelsstrukturen bedroht sehen und daher ein unverzüglichen Baustopp beantragt hatten. Das Verwaltungsgericht lehnte diese Anträge ab.

Na sowas aber auch. Wer zahlt jetzt das Honorar der juristischen Schnellschiesser am Adenauerplatz? Sie dürfen nur 1 mal raten: Wir. Glückwunsch an die Juntas in der Metropole und Rheda-Wiedenbrück.

Justizposse geht in nächste Runde

Diese Metropole, die ja sonst keinerlei Sorgen, Themen und Probleme hat, außer gegen das schröckliche Gütersloh mit seiner Genehmigung des Porta-Möbelhausbaues in „gigantischer Größe“ zu klagen hat sich die – nach eigenem Selbstverständnis – beste Kanzlei der Metropole (Streitbörger am Adenauerplatz) genommen und legt los.- Da kommt jede Erbse, die man zählen kann grade recht. 720 Parkplätze seien „schwarz gebaut“ worden. Macht natürlich eine solche Superverwaltung wie die am Niederwall niemals. Ein „Verträglich-keitsgutachten“ sei „fehlerhaft“. Usw., usw.

Da sei doch mal die Frage gestattet, wer letztlich die Baugenehmigungen erteilt. Und das ist die Bezirksregierung in Detmold. Wird die jetzt auch von Bielefeld und Rheda-Wiedenbrück verklagt?

Mit dem Coffee-Quickie gegen Güterslohs Porta

Der unaufhaltsame Drang der weitaus größeren Gazette der größten Stadt zwischen Hannover und Hamm zum Boulevard und Bildern von Leichenfersen in Wollsocken nimmt schon leicht pathologische Züge an. Was mich an den soben ausgelesenen Roman „Verwesung“ von Simon Beckett erinnert. Da nimmt es nicht wunder, wenn unsere Drittlieblingsschreiberin HeidiHP heute „10 Jahre Coffee to go zwischen Quickie und echtem Genuss aus der Tasse“ gleich auf Seite 1 anreißt. Hmmmm. genießen wir das mal angesicht des toten Sockenfotos. Welche Assoziationen hat HeidiHP bei dem Wort „Quickie“?

Wir hatten intensiv gesucht im Kleiderfundus. Aber es war uns nicht gelungen, ein derartig kleinteiliges Karo zu finden, daß zur Ansicht des Stadtrates von Schilda Bielefeld passt, um sich derartig zu echauffieren über die „29.500 statt 23.000“ Quadratmeter, die Porta in Gütersloh auf dem Pfleiderer-Gelände errichten wird. Mein Gott, als ob das nicht Scheiss-egal ist, auf wieviel Quadratmetern mehr oder weniger die furnierten Spanplatten da stehen. Oder ist es wohl doch der galoppierende Neid, der die heiße Truppe am Niederwall erfasst, wenn Städte im scheinbaren Outback der Beinahepleiteveranstaltung an der Lutter was abgraben? Dafür hat doch die Metropole OWLs die Chance, dank Schüco, Weber, Gauselmann und Co. in 77 Jahren wieder mit der Fußballbelustigungsshow ARMinia Champions League zu spielen.

ARMinia ist eine Lachnummer. Bielefeld wird momentan noch „nur“ belacht. Aber dank Coffee-Quickie von Heidi werden wir die Nummer auch noch schaffen. Und zwar bundesweit. Da hilft die NW (Neues Würgen) für 23,50 monatlich fleißig mit.

Biele-Rat ratlos


Neues Theater und alte Stadthalle Gütersloh

Ich gebe zu, ich lasse nicht allzu viele gute Haare an der langen Nachbarstadt mit dem gemein nützigen Konzern mit B. in der Stadt. Aber wenn man NRW-weit auf WDR 2 hört, daß der „Rat der Stadt Bielefeld erwägt, die Stadt Gütersloh wegen Verstoßes gegen die Einzelhandelsregionalplanung“ (siehe Beitrag von kath in Sachen Moss) verklagen will, ist man doch zunächst mal ziemlich erstaunt. Der Rat der Stadt Schilda Bielefeld verklagt, weil Nachbarstädte cleverer, mit (wahrscheinlich) geringerem Gewerbsteuerhebesatz ausgestattet sind und schlicht und einfach ihre Stadtentwicklungsplanung so im Griff haben, daß Gartencenter Brockmeyer und das Möbelhaus Porta Lust haben, da Millionen auf einer Brache zu investieren? Kann man eigene Transusigkeit und ungeheure Lahmaschigkeit in eine Klage einbringen?

Vielleicht sollte der Haar-Dopehersteller Wolff statt Alpecin und kostenlosen Karten für den Pleiteclub ARMinia (Das Aushängeschild der Stadt) mal auf „Hallo wach“-Produktion umsteigen. Übrigens: Es gab da mal einen Fußballclub, der auch den Namen „Gütersloh“ trug. Man hat ihn in die Insolvenz geschickt seitens der Stadt und möglicher Geldgeber…..

Es läuft eine Menge schief in der größten Stadt zwischen Hannover und Hamm. Zu viel.

Aktuell hat die kleinbürgerliche Junta im Rathaus dazu eine Pressemeldung rausgeschossen:

Aus aktuellem Anlass hat sich der Stadtentwicklungsausschuss der Stadt Bielefeld in seiner gestrigen Sitzung (17. Mai) nochmals mit den Absichten der Stadt Gütersloh zum Neubau eines großflächigen Porta-Möbelfachmarktes nebst einem weiterem Möbelfachmarkt und dem größten Gartencenter in Ostwestfalen in Gütersloh beschäftigt. Die aktuell von der Stadt Gütersloh vorgelegte Bebauungsplanung für das Pfleiderer-Gelände zeigt, dass die Vorbehalte der Stadt Bielefeld gegen die Ansiedlung nicht berücksichtigt wurden. So würde die Porta-Ansiedlung dem von der Stadt Gütersloh selbst beauftragten Einzelhandelsgutachten widersprechen, das eine deutliche Reduzierung der Verkaufsfläche fordert. Gutachterlich begründet wurde die erforderliche Reduzierung des Vorhabens mit zu erwartenden Kaufkraftabflüssen in der Region – so auch im Bielefelder Einzelhandel – sowie einer unverhältnismäßigen Zunahme der Zentralität des Mittelzentrums Gütersloh in der Region. Mit der Ansiedlung widerspricht die Stadt Gütersloh zudem dem Regionalen Einzelhandelskonzept, das die Städte und Kreise in Ostwestfalen-Lippe unterschrieben haben. Darin verpflichten sich die Beteiligten, Entwicklungen im Möbeleinzelhandel nur noch im regionalen Konsens zu realisieren. Die Stadt Bielefeld hat entsprechend der Vereinbarungen in den vergangenen Jahren nur maßvolle und regional verträgliche Entwicklungen im Möbeleinzelhandel unterstützt. Die Stadt Gütersloh beabsichtigt nun, aus diesem Konsens auszuscheren und sich über die von vielen Kommunen in der Region bereits vorgebrachten Bedenken hinwegzusetzen. Die Stadt Bielefeld appelliert daher eindringlich an der Rat der Stadt Gütersloh, den Bebauungsplan in der kommenden Sitzung am 20. Mai nicht zu beschließen. Der Stadtentwicklungsausschuss empfiehlt dem Rat der Stadt Bielefeld, notfalls gegen die Stadt Gütersloh zu klagen.

„Bäh, jetzt vermasseln wir Euch die Ansiedlungen, wir Metropole der Blitzer“. Ob sie schon ihre kleinkarierten Karohemdchen im rotgrüngelben Design angezogen haben?

(Gregor) Moss das denn sein?

Wie schon vor drei oder vier Wochen geahnt, scheint es jetzt Realität zu werden.

Erst wird Finke verboten nach Bielefeld zu „expandieren“ um ein „Kompetenzzentrum“ aufzubauen, jetzt weint Bielefeld, weil Porta und auch Brockmeyer (in der NW Version noch mit i, siehe Screen) sich Gütersloh als neue Residenz ausgesucht haben.

Warum solche Klagen immer erst NACH dem ersten offiziellen Spatenstich erfolgen, muss man anscheinend nicht verstehen. Kam ja auch alles ganz spontan und plötzlich. Auch wenn die NW es vorher schon bildlich festgehalten hat. Bis Neuigkeiten in Bielefeld ankommen, dauert es ja bekanntlich immer etwas länger (Bildungspaket, konjunktureller Aufschwung, Starbucks…). Wahrscheinlich hat textexter den Newsbollerwagen auf der B68 angehalten. Rausgewunken, wie es sonst nur die fleißigen Jungs vom Zoll immer machen. Anders kann man sich dieses Kaspertheater nicht erklären.