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Sind „der Zukunft Beraubte“ nur Chaoten?

NW, die Teuto-Prawda, größte Tageszeitung der Metropole macht heute mit Bildern der Proteste in Griechenland auf. „Polizei schützt Parlament vor wütenden Griechen“. Brechen wir das mal auf den „Durchschnittsgriechen“ herunter. Hat der dafür gesorgt, daß die Beitrittsunterlagen zur EU ein positives Bild zeichneten?

Nein.

Hat er die deutschen und europäischen Großbanken mit ihrem Geldverleihwahn und Spekulation in Griechenland etabliert?

Nein.

Hat er die ausbordenden Waffenkäufe einer kleinen Clique weniger Familien – finanziert von europäischen Großbanken – auf Pump getätigt?

Nein.

Hatte er Einfluss auf die Gestaltung des Staatshaushaltes und die ständige Steuer- und Kapitalflucht weniger griechischer Multimilliiardäre?

Nein.

So zeichnet sich ein ähnliches Bild ab wie zuvor schon in Island, Irland, Portugal. Wenige häufen einen großen Haufen Mist auf und ausbaden darf es der ganz normale Durchschnittsbürger. Und der hat jetzt einfach die Nase voll. Vor allem, wenn er noch jünger ist und als Zukunft nur „sparen bis zum Umfallen“ vorgebetet bekommt. Die NW bemängelt zu recht die undurchsichtigen Rollen einer tramplig-unsensiblen deutschen Bundeskanzlerin und eines deutschen Finanzministers. Die von uns Steuerzahlern zu tragenden EU-Milliarden als Ergebnis einer hirnrissigen Politik in Brüssel und Berlin dienen fast ausschließlich dazu, Joe Ackermann & Konsorten den Bankenarsch zu retten.

Aber es ist erst der Anfang in Europa. Der Tag wird kommen, an dem der deutsche Michel aufwacht und kapiert, wie tief ihm bereits das Fell über die Ohren gezogen worden ist. Dann dürfte es auch hier laut werden. Aber als Schutzwall hat das Parlament ja immer noch die Terrorkeule. Die ist schnell und einfach gezückt und der Reichstag von Polizistenkohorten „geschützt“.

Menschen, die sich wehren, grundsätzlich als „vermummte Chaoten“ zu bezeichnen, ist nicht hilfreich. Zum Glück schwächt zB. die NW das im Innenteil ab.

ARMinia-Wahrheit. Scheibchen für Scheibchen

Noch genau 13 Tage hat Arminia Bielefeld Zeit, das notwendige Geld für die Gehaltszahlung ihrer Mitarbeiter und Profifußballer zu beschaffen. Gelingt dies innerhalb dieses Zeitraumes nicht, so Geschäftsführer Ralf Schnitzmeier am Montagabend in einem Pressegespräch, muss die DSC Arminia Bielefeld GmbH & Co KGaA zum Insolvenzgericht.

Mehr dazu jetzt auf NW online. Haben der Haller Schneider und der Fensterbauer die Faxen jetzt dicke? Von Pudding-Oetker wollen wir da gar nicht reden…..

Da staunt selbst Heide Witzka

Na, ist das eine Zahl? Da staunt selbst Heide Witzka, jene mit einem Kapitän der Lutterschiffahrt verheiratete Inhaberin eines VIP-Platzes auf der Roland-Kentsch-Gedächtnistribüne, ehemals Anhängerin des Schneiders aus Halle und des Fensterbauers mit Krönchen auf dem Verwaltungsgebäude an der Herforder. In den hiesigen Gazetten wird diese Zahl – der aktuelle Schuldenstand des in Abstieg und Auflösung befindlichen Fußballzweitligisten – heute groß herausgestellt. Wie auch eine erneute „Maulwurfsmail“, in der sich jemand über die Situation des Vereins anonym ausbreitet. Was wiederum die „Führung“ des Vereins veranlasste, den aktuellen Schuldenstand zu veröffentlichen. Die Hausbank – Volksbank Bielefeld – hat derweil alle Konten gesperrt.

Das Westfalen-Blatt kommentiert das so:

Es ist noch keine zwei Jahre her, da träumte Arminia Bielefelds Sponsor Dirk U. Hindrichs vom dauerhaften Verbleib des DSC Arminia Bielefeld in der Ersten Fußball-Bundesliga. Sogar von der Teilnahme in einem internationalen Wettbewerb war die Rede. Heute, 20 Monate später, erlebt der Traditionsklub eine der schwersten Stunden seiner 106-jährigen Vereinsgeschichte. Arminia droht der Untergang. Dass die Hausbank alle Konten gesperrt hat, zeigt, wie ernst die Lage ist: Dem Verein steht das Wasser bis zum Hals. Die Volksbank hat angesichts der Schuldenlast von 27 Millionen Euro die Reißleine gezogen – damit ist das traurige Ende des DSC wohl nicht mehr abzuwenden. Die Banker jetzt als Schuldige für das Desaster verantwortlich zu machen, ist falsch. Verantwortlich sind die Verantwortlichen des Klubs. Pleiten, Pech und Pannen hat es ohne Ende gegeben. Die Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit reichen von lächerlichen Castings (Bommer gegen Lienen; Maul gegen Arabi), anonymen E-Mails bis hin zur »Heimspielsieg-Aktion«, die zu einem Riesenflop wurde. Die Episode Jörg Berger, das Finanz-Desaster rund um die neue Tribüne und nicht zuletzt die Jahreshauptversammlung im Sommer 2009 sind den Fans ebenfalls noch in schlechter Erinnerung. Hinzu kommt ein Kader, der zu keiner Zeit zweitligatauglich war. Dass im Verein fußballerischer Sachverstand fehlt, ist kein Geheimnis. Die vollmundige Ankündigung des Verwaltungsratsvorsitzenden Alexander Geilhaupt, einem IT-Manager aus Berlin, Arminia werde die »Rückrunde rocken« und mehr als 30 Punkte holen, spricht für sich. Dem Verein mangelt es aber nicht nur an fußballerischer Kompetenz. Es fehlt jemand, der den Klub zusammenhält, der Mannschaft und Trainer, aber auch Vereinsgremien, Fans, Sponsoren und Banken begeistert, ohne sich selbst zu wichtig zu nehmen. Präsident Wolfgang Brinkmann und Geschäftsführer Ralf Schnitzmeier besitzen diese Qualitäten nicht. Auch die Sponsoren haben ihren Anteil am Untergang. Unter den Geldgebern befinden sich zu viele, die zu sehr eigene Interessen verfolgen. Dirk U. Hindrichs und Gerhard Weber haben zwar immer wieder in die eigene Tasche gegriffen und den Verein am Leben gehalten. Aber ihr Einstieg in die Gremien Anfang 2010 hat keine wesentlichen Verbesserungen bewirkt. Im Gegenteil: Hindrichs und Weber, die heute zerstritten sind, zogen sich schnell wieder aus dem Aufsichtsrat zurück. Sie haben Hoffnungen geweckt, denen sie nie gerecht wurden. Was bleibt, sind traurige Erinnerungen und die bittere Einsicht, dass Arminia wohl wirklich am Ende angelangt ist. Die Hoffnung stirbt zuletzt – dieser Spruch ist richtig. Im Fall Arminia aber schon überholt.

So ist das eben, wenn man einen Verein Egomanen, Selbstdarstellern und fußballerischen wie offensichtlich auch finanztechnischen Gauklern und Amateuren überlässt. Jeder auf die Alm getragenen Euro ist derzeit wohl einer zuviel.