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Warum gebt Ihr sowas eine Bühne?

Enoch zu Guttenberg mag ein guter Dirigent sein. Gewohnt, daß große Orchester nach seinem Stäbchen musizieren. Aber wenn es um Söhnchen Karl-Theodor geht, muß der Burgherr an einem gewaltigen Realitätsverlust leiden. Nicht der Abschreiber, Lügner und Plagiator ist schuld sondern die „Hetzjagd der Medien“. Armer Kerl. Er muß einem leid tun. Täter als Opfer. Aber unsere süße Senner Bedruckte bietet ja auch die Bühne für derart Schwachsinniges.

Für Ihn wirds rote Rosen regnen…. Wo schreibt er ab?


Flötentöne vom Plagiatorl, frisch vergoldet

Mit einem Großen Zapfenstreich verabschiedet die Bundeswehr den Polit-Star und Ex-Minister Guttenberg. Parlamentspräsident Lammert und Bildungsministerin Schavan kommen nicht zu dem Zeremoniell. Guttenberg will sich nun der Reue und Buße widmen. Und ein Buch schreiben. Den naheliegenden Witz dazu macht er gleich selbst. Quelle: n-tv

Da brauchen wir aber jetzt nicht lange rumraten, wo der Plagiator das Buch abschreiben läßt. Er bräuchte ja nur „Felix Krull“ durch Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg ersetzen. Beispiel aus dieser Rezension des Mannschen Romans:

Titelheld Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg ist ein junger, gegeelter, fast androgyner Schönling von einigem Talent, der in seiner Kindheit dem schwelge- und verschwenderischen Leben seiner luxusgewöhnten und leicht lebensfremden Eltern beiwohnen darf, einer Sippschaft, die leicht zu täuschen ist und sich der verblendeten Oberflächlichkeit mit Haut und Haar hingibt. Schon früh lernt KT, seine fast schon chamäleonhaften schauspielerischen und figurwandlerischen Fähigkeiten zu vervollkommnen, täuscht perfekt Krankheiten vor, um sich vor der Schule zu drücken und später, nach dem konsequenten Zusammenbruch des väterlichen Schaumweingutes, epileptische Anfälle, um der Wehrpflicht zu entgehen – berühmt geworden durch Horst Buchholz‘ Darstellung in der ersten Verfilmung der satirischen Biographie.

Nun sollten wir die ehrenwerten künftigen Leser dieses Werkes, das Thilo Sarrazins Machwerk in die hinteren Ränge der Hitlisten („Deutschland Sucht Den Schreibstar“ verfilmt von RTL, in der Produktion von Elisabeth Mohn unter der Regie von Dieter Wedel) drücken wird, nicht länger auf die Schulter spannen. KTzG´s Buch basiert auf wahren Aussagen des Tagebuches von Stephanie zu Guttenberg, die auch das Script – wohl parallel zur angeblichen Verfassung der Doktorarbeit des Plagiators – lieferte. „Felix Krull“ hatte sie heimlich als 15 jähriges jungfräuliches Maderl unter der Fürst-zu-Bismarckschen Bettdecke im Lichte einer 3 Watt-Funzel mit hochroten Ohren gelesen. Von da an verließ sie der heimliche Wunsch, etwas ziemlich hoch zu stapeln, nie mehr. Erst waren es Fürstliche Sprudelkästen, auf denen sie heimlich balancierte, bis sie auf der damaligen Berliner Love-Parade die gegeelte Hochglanzausgabe des Felix Krull umschwänzelte: Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg.

Ob das mit der Loveparade-Romance bei Beats von 140 Dezibel und Berliner Weiße mit Waldmeister-Schuß wirklich stimmt, wissen wir nicht. Aber Gatten wurden sie schon.

Demo für den Plagiator?


NW. Lokalseite 1

Da müssen wir uns wohl langsam um das Unrechtsbewusstsein eines Teils der Bevölkerung Gedanken machen, oder? Allerdings wirft ein Blick auf die „Unterstützer-Seiten“ auf Facebook doch ganz andere Fragen auf. Wann war die letzte Reise nach Pisa? Ist aber auch schlimm, was die „Linke Hetzpresse“ wie FAZ, SZ, Spiegel etc. da gemacht hat: Einfach Guttis Barbie Gedanken unter seinem Namen bei der Uni Bayreuth eingereicht, den Doktortitel „summa cum laude“ vorab schon mal beantragt, die PR-Show zu Kunduz mit Kerner arrangiert… macht man das? Schämt Euch! Wo der doch schon so viel für Bayern und Deutschland getan hat. Mit 13 schon politische Reden in Bierzelten geschwungen, einen Konzern mit 17 geführt, eine eigene Vermögensverwaltung mit 2 Angestellten geleitet. Am Timesquare gepost. Die Bundeswehr“reform“ versemmelt. Hat schon mal jemand über Facebook für wirklich wichtige Menschen demonstriert?

In diesem Zusammenhang ist sicher einmal interessant, anhand der Zahlen, die Facebook selbst veröffentlicht, das „Phänomen Facebook“ einzuordnen:

Umgesetzt auf die „Metropolregion OWL“ mit ihren über 2 Millionen Einwohnern bedeutet das: nicht einmal 10% der Bevölkerung nutzen das Soziale Netzwerk. Und allen zu 100% die Eigenschaft „Guttenberg-Unterstützer“ zuzuordnen wäre sicher ein abenteuerlicher Ansatz. Zumal der Facebook Gründer Marc Z. es mit Zahlen nicht immer so genau hat. So wird wohl der Gutti-Hype dort auch eher ein inszenierter Hype ohne großen Inhalt sein.

So relativiert sich der Hype um den „Freiherrn“ (nicht Baron) gewaltig und erklärt, warum er momentan keine Zeit hat, seine im wahrsten Sinne des Wortes „fabulöse“ Homepage zu aktualisieren. Der/die GhostwriterIn hat wohl andere Probleme.