Schlagwort-Archiv: Papst

NW: Stellvertreter Gottes?

Liebe NW, die Du doch sonst so klug guckst, uns Heidi HagenP, Kurt Ehmke, den Chefredaktor aus dem Rheinland und eine neue Superdupirotation in Senne geschenkt hast und immer noch nicht weißt, wie man mit „Wikipedia“ umgeht, guck mal hier:

Der Papst versteht sich als Nachfolger des Apostels Petrus, der nach der Überlieferung um das Jahr 67 in Rom den Märtyrertod erlitt. Nach Auffassung der Katholiken und einiger anderer christlichen Kirchen war Petrus erster Bischof von Rom.[4]

Zumutungen für Zwangsgebühren

Es ist schon grandios, was das Staatsfernsehen da veranstaltet. Erst wird Zwangsgebührenfinanziert der Reformunfähige Papst auf einem ehemaligen Militärflughafen präsentiert (Bettina W. durfte dann wohl im „Vier-Augen-Gespräch“ am Rande des Flugfeldes „das“ Tattoo vorführen) und danach gibt es bei „Jauch“ das „Solo einer unfähigen Regierungschefin“ in der Woche der Eurozumutungen. Da rege sich noch einer auf über die Verglorifizierung der DDR-Größen. Was hier im Staatsfernsehen abging übertraf das um Lichtjahre. Abgesehen von der schwachen Vorstellung und Argumentation der Amateurökonomin. Jetzt sollten wir aber endlich die wunderschönen Aufmärsche von Heer, Luftwaffe und Marine unter kollektivem Niederknien des Volkes vor der Herrscherin am Jahrestag ihrer Machtergreifung bekommen.

Angela in Aspik

Während oben auf der Siegesempore der Heilige Vater und Stellvertreter seine leise, sanfte „Philippika“ der Politik im Berliner Olympiastadion, alias 1936 Großauftrittsstätte eines Gröfaz (Größter Führer aller Zeiten), hielt, kippte der Verantwortliche im Himmel seine nassen Kübel über den Adabeis, Wichtigtuern und „Volksvertretern“ im Innenraum aus. Das Volk saß auf den billigen Rängen derweil im Trockenen. Was wiederum sehr selten ist, angesichts der hirnrissigen Aktionen der selbsternannten Elite im Innenraum.

Aber das Bild war schön.

Papst spricht. Rangnick „körperlich am Ende“. Und wer fragt uns?

Ein Tag draußen im Outback. Die Nabelschnur ist der online-Zugriff, die Autoradiotröte plärrt in höchsten Tönen, wo, wie und warum „Papa“ in Berlin rumrollt im neuen Mercedes-PR-Mobil, Sonderausführung „Seine Heiligkeit“. Der Reichstag ist gelbweiß geschmückt und der Betrachter fragt sich, ob wir Religion und Staat wirklich trennen. Oder ist Benedetto als Chef der Vatikanbank und Staatschef im Saal mit den blauen Bänken?

Verzeiht unsere Bissigkeit, Euro Heiligkeit, aber wir haben es nicht so mit dem Papsttum. Vor allem, wenn es um die Stellvertretung Jesu auf Erden geht. Schließlich wollen Buddha, Allah, Mohammed, Krishna und wie sie alle heißen, auch was abhaben von der menschlichen Ehrung, Demut und Kleinmachung, mit der uns nahezu alle Religionen überziehen wollen. Ein bißchen mehr Distanz könnte einem Staat wie Deutschland nicht schaden. Auch wenn Ratzi aus Deutschland, ähm Bayern stammt und eine Menge Ansichten nicht in diese Zeit passen.

Was sollen wir zu Schalke 04, dem „ARMinia BI des Ruhrgebietes“, sagen? Angetreten, dem Kotelett die höchste Ehre zu verschaffen, tritt er nun wegen „körperlichem Unwohlsein“ ab? Ob Tönnies und Scheel vom Billigkoteletthauerverband damit was zu tun haben?

Traritrara – der Papst ist da.

Ich muß sagen, daß mich dieser Besuch und der damit verbundene Boom nicht gerade positiv erfaßt. Die Politik und die Medien beziehen den Status des Pontifex auf die gesamte deutsche Christenheit und berufen sich dabei auf die Bild.

Es kann nicht sein, daß ein schlichter einfacher Mensch, ob Bauernsohn oder bürgerlicher Stadtmensch sich nach einem Theologiestudium und Karrierereiterei “Stellvertreter Gottes auf Erden” nennen darf, und dazu auch noch für sich den Alleinvertretungsanspruch bezieht. Es ist wie mit Parteien wie den Grünen der `80er und den Piraten von heute und der Realpolitik: Die Herkunft und das Stammland spielen eine untergeordnete Rolle. Sobald es ans Eingemachte geht, sind diese Sachen vergessen.

Selbst wenn Deutschland Fußballweltmeister wird oder in der Vorrunde ausscheidet, geht das Leben hier weiter. Man darf sich nicht blenden lassen. Ein Typ, der rumrennt wie der historische Nikolaus, die Selbstdeutung der Bibel und der damit einhergehenden “Mein Wort ist Gesetz”-Doktrin, das ist nicht der Glaube und er lenkt auch nicht von den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Problemen und Krisen unserer Zeit ab.

Jeder soll nach seiner Facion selig werden, aber er soll keinen anderen dabei stören. Und genau das tuen die Päpste. Zudem ist ihr ganzes Gebäude auf Betrug aufgebaut. Allein was das Petrusgrab angeht, auf dem der Petersdom stehen soll…., nun ja, alte Geschichte, keine weiteren Worte darüber.

Der langen Rede kurzer Sinn: Jeder für sich und Gott für alle. Unterhalten wir uns lieber über die Hintergründe des Attentates in Ankara, hat jemand eine Idee?

„Unabhängig – Überparteilich“

Ja, ja. So steht das da im Kopf der Zeitung mit der dominierenden Farbe rot. Die ja bekanntlich der SPD nahestehen soll. Was hat man dann der Chefredaktion in den Kaffee getan, solch eine Seite 3 anzubieten? Mit einer Huldigung von Trudchen Templin in Rhombenhaltung neben der schillernden Frau des eher politisch uninteressanten und verzweifelt zahlende Claqeure suchenden Präsidenten der USA, der ebenso wie Angela – Verwandte im Geiste? – lieber die platte Show bringt als konkreten Inhalt?

Was soll Heidi Klums – jener geistigen Amerikanerin Verdummungsshow – neben der Headline „Das nächste Topmodel kommt aus NRW“? Und gleich darunter unserer Gudrun etwas seltsamer Nachfolger Frank Schäffler als „Euro-Rebell“. Frank Schäffler und Rebell? Gut, daß es lediglich um eine Splitterpartei für Ärzte, Apotheker und immer noch verblendet an „Mehr netto vom brutto“ glaubende Versprengte (was soll ich denn sonst wählen?) geht. Küchenchef Benedikt vom Petersplatz-Apppartement segnet grade seine ostwestfälische Küche, weil er ja begeisterter Hobbykoch mit Hang zu Lämmern Gottes an Spendenaufrufen ist. Boahhh, neee.

Hinten im Altpapierheft ein tolles Tandem beim ersten Stich. Die Kesselbrink-Hämmerer mit ihren Aseptikhandschuhen legen los, die nächsten 12,4 Mio. verbuddeln. Was sind da die heimlichen Abrisse – ziemlich wahrscheinlich im Namen der Puddingrührer, die unter Jetzt-Chef Richard Bielefeld zu einem einzigen Pudding umbauen scheinen zu wollen – gegenüber dem Marktkauf. Sagt es doch offen, daß die Tecta-Fahne für Euch weht. Was soll die Heimlichtuerei mit Häuseraufkauf und – abriß?