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Bill will Bin

Bill Waren, 59 jähriger amerikanischer Schatzsucher und Taucher will die angebliche Leiche von Osama Bin Laden aufspüren, fotografieren und DNA-Proben entnehmen. Ja Herrgott nochmal. Wenn der schwarze Teleprompterableser mit der mageren Politbilanz das sagt, dann ist das eben so. Wär ja noch schöner, wenn wir glauben würden, US-Präsidenten würden lügen. Tun sie nie nicht. Siehe Mr. Bush mit seinen haarsträubenden Lügen bezüglich der Einmarschgründe in Irak und Afghanistan. Siehe Obamas Auflösung des Lagers Guantanamo……

Deutschland ist übrigens noch der ziemlich abwegigen Meinung, die Zollstation am Hindukusch gehöre zu unserem Hoheitsgebiet.

Kommentar bewußt unvollständig

»Wir werden getroffen werden von Schicksalsschlägen, aber wir werden aufrecht stehen.« Mit diesen Worten hat General Dirk Backen im Februar 1300 Soldaten und damit das größte Kontingent aller Zeiten aus Ostwestfalen-Lippe an den Hindukusch verabschiedet. Es ist kein Trost, dass der gestrige tödliche Anschlag nicht die Lipperlandbrigade traf. Alle 5000 Bundeswehrsoldaten in Afghanistan und deren Angehörige muss die Nachricht zutiefst erschüttert haben. Die Öffentlichkeit mag nach 49 deutschen Gefallenen nicht mehr sonderlich hinhören. Für die Militärs ist jeder Fall ein neuer Horror. Dann ist jedwede Information gefragt. Erst verbreiten die Medien eine unkonkrete Meldung, dann überbringen ein hoher Offizier und ein Militärpfarrer irgendwo in Deutschland die Todesnachricht an die Familie und schließlich folgt die Information, welche Einheit konkret betroffen ist. Nach Stunden extremer Anspannung und Angst können die meisten wieder zur Normalität übergehen – scheinbar, bis zum nächsten Terror nach dem Terror.

Hätte das Westfalen-Blatt nicht den letzten Teil seines Kommentars vergessen, es wäre rund geworden. Dieser Teil lautet nämlich:

„Nach der (angeblichen) Ermordung und superflotten Seebeerdigung des (angeblichen) Osama bin Ladens ist der Antiterrorkampf in Afghanistan/Pakistan/Iran/Irak/Burma/Birma/Vietnam/Indien eigentlich zu Ende. Was machen sie also da wirklich?“ Aber so schreibt natürlich kein Westfalen-Blatt. Denn, wenn kein „Terror“ als Grund, dann auch keine Auslandseinsätze, für die man Milliarden verschwendet. Offensichtlich ist unsere südlichste Grenze imer noch der Hindukusch.

Westfalen-Blatt lobt Nichtveröffentlichung von Bin Laden-Bildern

Der republikanische Senator Lindsey Graham hat die Entscheidung des US-Präsidenten Barack Obama, keine Fotos des toten Osama Bin Laden zu veröffentlichen, scharf kritisiert. Die Welt warte auf diesen Beweis. Dass dieser bislang ausgeblieben sei, schüre Verschwörungs-theorien. Doch kann die Veröffentlichung eines Bildes des Getöteten wirklich so ein Beweis sein? Nein! Der Anblick des leblosen Körpers Bin Ladens hilft niemandem weiter. Kein Laie kann beurteilen, ob es sich tatsächlich um ihn handelt. Er wäre auf Experten angewiesen und vor Manipulation nicht gefeit. Er müsste Fachleuten vertrauen, wie er nun Obamas Worten glauben muss. Für den Einzelnen wäre es nur eine pervertierte Form der Genugtuung. Und am Ende liefe es wie bei der Mondlandung: Bis heute zweifeln einige, dass die Bilder echt sind. Es gibt weitere Gründe, kein Foto zu zeigen. Die Veröffentlichung könnte Racheakte befeuern. Außerdem ächtet es das Völkerrecht, einen Gegner in seiner Versehrtheit zu zeigen. Da ist es auch kein Gegenargument, dass man sich bisher allzu oft darüber hinweg gesetzt hat.

Och, liebes Westfalen-Blatt, was habt Ihr denn für ein Problem? „Steht doch in der Zeitung“ 🙂 Folglich ist es wahr. Beweise? Herr Obama hat es doch gesagt. Folglich ist es wahr. Überlegt mal lieber, ob Ihr – wie auch Eure Kollegen – unbedingt ständig Bilder von zerquetschten Unfallautos zeigen müsst. Denn die sagen letztlich absolut nichts aus, obwohl sie wohl „wahr“ sind.

Wie (verkappte) rechtskonservative Mischpoke a la Angela Merkel, BILD etc. denkt, analysiert Roberto De Lapuente unter dem Titel „Dedicto“ auf seinem Blog „Ad sinistram“.

… weil es in der Zeitung stand

Der Buchautor Marco von Münchhausen, ein Ur-Ur-Ur-Ahn des „Lügenbarons“ gleichen Namens, war auf Einladung der NW in der Stadthalle zu Bielefeld zu Gast und referierte über sein Buch* Dabei fiel wohl auch der Satz, warum „wir“ wissen, dass Osama bin Laden tot sein. Es „stünde in der Zeitung“.

Nun wollte ich nicht näher auf die Veranstaltung eingehen, der ich nicht beiwohnte, aber genau diesen Satz aufgreifen. Schließlich steht er ja so in der Zeitung. Folglich ist er so wahr, wie der Berichtsschreiber Mattias Tonhäuser ihn verstanden hat und zitiert.

Woher weiß die Zeitung das mit Bin Laden? Weil „dpa/AFP/ANSA/Reuters/ITAR-TASS“ und wie sie alle heißen, das ja gemeldet haben.
Frage: Waren die dabei? Antwort: Nein.
Warum schreiben sie dann so, als ob es die einzige Wahrheit wäre? Weil sie Regierungsnachrichten verbreiten.

Brechen wir das mal runter auf hiesige Verhältnisse, hiesige Zeitungen. Die bekanntlich zu ganz großen Teilen ebenfalls aus bearbeitetem Material der Agenturen bestehen, über die es bei „Wikipeda“ heißt:

Nachrichten- und Presseagenturen (nicht zu verwechseln mit Nachrichtendiensten) liefern Nachrichten, die Informationen über aktuelle Ereignisse enthalten, als vorgefertigte Meldungen für Massenmedien zur Verwendung in Zeitungen, Internetportalen und Nachrichten-sendungen. Die Presse- und Nachrichtenagenturen spielen im weltweiten Nachrichtenfluss eine zentrale Rolle. Heutiger Journalismus wäre ohne Nachrichtenagenturen kaum möglich. Über 180 Nachrichtenagenturen gibt es zurzeit weltweit; die meisten von ihnen beliefern nur den Pressemarkt ihres eigenen Landes. In Deutschland gibt es aus historischen Gründen besonders viele Presseagenturen.

Ist also der Tod von Bin Laden nun wahr, „weil er in der Zeitung stand“? Wohl kaum. Das Puzzlebild, das schnelle Medien wie TV, Radio und vor allem Internet zeichnen, zeigt letztlich nur: Keiner weiß wirklich etwas wirklich Wahres. Keiner hat wirkliche, authentische Bilder. Nahezu jeder unterliegt der Macht der Bilder, die einen in szenierten Obama am Ground Zero zeigen und vor allem einen Eindruck erzeugen sollen:

„Leute atmet auf. Der Präsident hat die Wahrheit“

Wie widersprüchlich die minutenschnell sich änderenden Meldungen der Agenturen, der Nahrichtens enden usw. wirklich sind, wird debei verdrängt. Wiederum übertragen auf lokale Verhältnisse: Das Interesse der meisten heutigen Zeitungen ist zu allererst dem wirtschaftlichen Erfolg des Verlages geschuldet. Die Reportage, das Bild, das Interview mit z.B. einem Ladeninhaber an der Obernstraße zieht wie das Amen in der Kirche den Anzeigenvertreter des Verlages auf den Plan. Man kann sicher sein, der soeben porträtierte Mensch tut genau das, was Zeitungen schon ewig tun: Er schaltet seine teure Anzeige im Blatt, das am anderen Tag zum Gemüseeinwickeln verwendet wird. Möglichst 3 mal, weil er dann Wiederholungsrabatt bekommt.

Warum tut er das? „Ich stand schließlich in der Zeitung. Da glaubt man mein schönes Angebot jetzt“.

Nun gut. Glauben wir das einfach mal. Oder? Unglaublich ist, daß es aus den „Verlagen der Wahrheit“ auch Tassen mit Logo, Rabattkarten, T-Shirts. Kalender und sonstiges „Merchandising-Material“ gibt.

Extrem glaubwürdig.

* Marco von Münchhausen