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„Honorable“?

Der Herr von und G., dem samt Familie der Abgang aus Deutschland gelang, bevor akademische Eier und Tomaten flogen, wird in den USA und Kanada bei der Ankündigung seiner Vorträge über die „Weisheiten über die Wirtschaft des alten Europa“ als „Honorable Statesman“ angekündigt. Als ob wir es im Gegegensatz zu den Chefnaiven nicht ein wenig besser wüssten?

Was hat er geleistet? Nichts
Was hat er gearbeitet? Kann man vergessen

Also Strich unter den Typ. Aber das gelingt nicht. Denn er hat das Gen, was „richtige“ Politiker und Staubsaugervertreter („Der kleine Heinzelmann“) gemeinsam haben: An der Vordertür per Arschtritt rausgeflogen, klopft er mit einem verlängerten Körperteil schon wieder an der Hintertür.

Lieber „Change? Vergesst es“-Obama: Behalt ihn noch eine ganze Weile. Oder bürger ihn gleich ein.

Nun sind alle Tassen aus dem Schrank

Nun ist es amtlich. Die Nachrichtenschleudern dpa und AFP melden es und ein schlaues Hirnchen bei unserer Lieblingsgazette NW hat sich gedacht: „Hej, da mach ich doch mal nen billigen Aufmacher draus. Das ist doch besser als Preise im Arsch. Oder?“.

Gesagt, gelayoutet. Und da steht nun, welche Waffen der wichtigste „Feind der angeblich freien Welt. die pösen Terroristen“, jetzt bastelt. Ein ganz simpler Test, den wir neulich gemacht haben, hätte gezeigt. welch hirnverbrannter Schwachsinn das ist: Wir haben versucht, eine Zehn-Kilo-Grantae unter die Brusthaut eines Brathähnchens zu plazieren. Ging nicht. So dehnbar sind Brusthäute eben nicht. Aber die USA, die offensichtlich ihre Hauptaufgabe angesichts eines maroden Pleitestaates darin sehen, der Welt die Stories „über die Terroristen“ immer noch ein wenig breiter auszumalen, hätten ja in Guantanamo locker die Chance, es selbst zu probieren,. Die schwarze Telepromptermarionette, Lieblingsfreund von unseren Angela, hätte doch bloß mal ein paar Insassen was unter die Haut schieben brauchen.

Oder sehen wir das jetzt falsch im Land des drittgrößten Waffenexporteurs der Welt? Die grandiose DCU/CSU/FDP-Junta meint ja,. das sei schon ok, sonst täten es andere.

Klar. Logik war noch nie deren Stärke, obwohl sie beim leider nicht glaubhaften Atomausstieg ja hirn- und konzeptlos „weit vorangehen“. Übrigens: Der Roman „Salz auf meiner Haut“ wird grad umgeschrieben in:

„Bomben unter meiner Haut“.

Bill will Bin

Bill Waren, 59 jähriger amerikanischer Schatzsucher und Taucher will die angebliche Leiche von Osama Bin Laden aufspüren, fotografieren und DNA-Proben entnehmen. Ja Herrgott nochmal. Wenn der schwarze Teleprompterableser mit der mageren Politbilanz das sagt, dann ist das eben so. Wär ja noch schöner, wenn wir glauben würden, US-Präsidenten würden lügen. Tun sie nie nicht. Siehe Mr. Bush mit seinen haarsträubenden Lügen bezüglich der Einmarschgründe in Irak und Afghanistan. Siehe Obamas Auflösung des Lagers Guantanamo……

Deutschland ist übrigens noch der ziemlich abwegigen Meinung, die Zollstation am Hindukusch gehöre zu unserem Hoheitsgebiet.

Volksvertreter treffen sich „heimlich“ und Bin Laden-Opa daddelt?

Man könnte ja lauthals lachen, wenn man liest, was der sonntägliche Anzeigen – und Beilagenträger des Westfalen-Blattes da so thematisiert. Und wenn man das US-Supervideo des Bin Laden – Darstellers vor dem Fernseher sieht, würde das Lachen noch lauter. Gab es in der pakistanischen Butze nicht angeblich kein Telegon und Internet? Gelingt leider nicht ganz, das Lachen, ziehen die USA doch ebenso eine schmierige Benebelungsshow ab wie die europäischen Finanz“akrobaten“, die sich „heinlich“ trafen. Heimlich? Hat das Volk kein Recht, zu erfahren, was da gemauschelt wird? Bezahlen tun es bekanntlich nicht die staatlich alimentierten Damen und Herren „Volksvertreter“ sondern wir, die wir ihnen weiche Sessel für ihre Kavalkaden an ausgemachter Dummheit ermöglichen. Na dann würgen wir die Muttertagssahnetorte mal wieder hoch.

Pure Sensationslust?


Sensationslust oder Cjronistenpflicht: NW-Videos online

Früher war es schon in den Zeitungsredaktionen Dauerthema: Was zeigt man im Bild. Was nicht?

Dann lernten die Bilder im Internet laufen und die hochgeladenen Videos kamen. Die Frage bleibt: Welchen sittlichen Nährwert, welchen „Unterhaltungswert“ oder welche „Chronistenpflicht“ haben solche bewegten Bilder? Reichen nicht die ewigen öden Bilder von zerquetschten Autos oder ist das Zeigen von Schrott, in dem 18/20-jährige starben, auch Chronistenpflicht?

Wer jetzt sagt, die USA „müssen“ das Bild vom zerschossenen Kopf Bin Ladens zeigen, hat aber jetzt auch ein Problem. Die Amis sind ja so geschamig 🙂 Wie will/soll man einen zerschossenen Kopf dem angeblichen oder ehemals wirklichen „Staatsfeind Nr. 1“ zuordnen? Wo doch noch nicht einmal – ausser ein paar „Geheimnisträgern“ – jemand wirklich weiß, wen sie da ins Meer gekippt seebeerdigt haben. Und warum das so schnell gehen musste….. Was hatte Bin Laden eigentlich mit dem Meer zu tun? War er Seefahrer?

Ein ordentliches Gericht, ein ordentliches Verfahren. In Den Haag. Von Experten beurteilte Beweise. Das wäre der Weg gewesen. Das wäre Rechtsstaat. Geht aber in den Staaten mit ihrer Cowboy, Panzerfahrer – und Drohnenfernsteuermentalität wohl heutzutage nicht mehr. Vielleicht, weil Dinge ans Licht kämen, die es auf ewig scheuen sollen?

Und Biden betete den Rosenkranz



Man stelle sich vor, Osama Bin Laden wäre noch am Leben. Die US-Einheit hätte ihn im pakistanischen Abbottabad nur gefangen genommen. Der meistgesuchte Terrorist wäre nicht tot, sondern auf einem US-Flugzeugträger, in Guantanamo oder irgendeinem Sicherheitsgefängnis in den USA. Ganz ehrlich: US-Präsident Barack Obama und mit ihm die freie Welt hätten viele Probleme mehr. In dem Fall hätten Bin Ladens Gefolgsleute ein klares Ziel: die Befreiung ihres Idols. Eine Geiselnahme reihte sich vermutlich an die nächste. Viele Unschuldige müssten sterben – solange, bis Washington weich würde oder, was sehr unwahrscheinlich ist, El-Kaida vollständig ausgeschaltet wäre. Der Tod des Verbrechers Osama Bin Laden hat also der Welt einige Sorgen erspart. Darum sind die Erleichterung und bis zu einem gewissen Grad sogar die Freude verständlich. Der US-Präsident traf mit der Feststellung, »der Gerechtigkeit ist Genüge getan«, die Gefühle der meisten Menschen. Freilich entscheiden in einem Rechtsstaat nicht Gefühle, sondern Richter. Als die deutsche GSG 9 im Oktober 1977 eine von Terroristen entführte Lufthansa-Maschine auf dem Flugplatz von Mogadischu stürmte und dabei drei der vier Geiselnehmer tötete, da hatte die Bundesregierung vorher die Zustimmung des somalischen Präsidenten. Die Tötung Bin Ladens aber geschah ohne Wissen oder gar vorherige Zustimmung der pakistanischen Regierung – sagt der dortige Präsident. Da sich die USA und Pakistan nicht im Kriegszustand befinden, Pakistan im Gegenteil offiziell sogar als Verbündeter Washingtons gilt, ist die Aktion aus völkerrechtlicher Sicht mindestens fragwürdig. Wichtig für eine juristische Bewertung ist auch der genaue Verlauf. Starb Bin Laden im Kampf oder wurde er danach durch Kopfschuss hingerichtet? In vielen US-Staaten gilt die Todesstrafe. Vielleicht werden gezielte Tötungen deshalb dort von der Öffentlichkeit anders bewertet. Legal sind Todesschüsse in den meisten Ländern im Frieden ausschließlich in Notwehr – etwa wenn Geiseln nur so gefahrlos befreit werden können. Obama weiß um die Problematik außergesetzlicher Hinrichtungen. Gerade darum fragt man sich: War es richtig, die Leiche, die jeden Verdacht entkräften kann, im Meer zu versenken, um damit ein »Märtyrer«-Grab zu verhindern? Recht ist, was Richter entscheiden, nicht, was Politiker, für Recht erachten. Das Risiko besteht, dass Bin Laden dann womöglich noch frei wäre. Eines muss man dem US-Präsidenten zugute halten: Äußerlich hat er jedes Triumphgefühl unterdrückt. Auch das Foto, auf dem er und sein Sicherheitskabinett den Angriff am Bildschirm verfolgen, zeigt Angespanntheit – keine Freude. Es entstand, weil Obama stets von einem Hausfotografen umgeben ist. Aber es ist klar, dass das Bild vom Weißen Haus gezielt ausgewählt wurde – wie alle Fotos, die vielleicht noch von der Aktion in Abbottabad folgen. Die Bilder jubelnder Amerikanern werden denen, die El-Kaida nahestehen, bitter aufstoßen. Damit muss und kann der Westen leben. Schwieriger wird die Lage für Pakistan. Es kann sein, dass das Land unregierbar wird und auseinanderfällt. Das würde nicht nur den Einsatz in Afghanistan erschweren. Weil Islamabad über die Atombombe verfügt, könnte Pakistan zum Sprengstoff werden, vor dem die Welt sich wirklich fürchten muss.

Da liefert das Westfalen-Blatt ja mal wieder ganz großes Kommentarkino. Man stelle sich folgende Situation vor: China erklärt den Chefredakteur des Blattes zum „Staatsfeind Nr. 1“, legt keine exakten Beweise für sein Handeln vor, macht ihm keinen Prozeß. Eines Abends fliegt man mit vier Hubschraubern und 70 Specialagentens in der Sudbrackstraße vor, entert die Rotation und knallt den unbewaffneten Mann ab. Die Leiche versenkt man flugs im Obersee. Das ganze Spektakel wird life nach Peking übertragen. Der Staaatschef erzählt das vor laufenden Kameras der ganzen Welt, die das gefälligst zu glauben hat. Was wäre dann wohl los im in der Vergangenheit so verlogenen Weißen Haus?

Wie man in der NW als Aufmacher lesen darf, plant der schwarze Teleprompterableser „Den großen Schlag gegen El Kaida“. Endlich hat er sein Thema gefunden, nachdem ansonsten alles politisch im Eimer ist. Gratulation, Mr. President. Die USA erklären der Welt „das Gute“. Und die Uckermärker Rouladenbraterin applaudiert vorauseilend.

„Frieden schaffen mit Waffen“. Einfach Genial. Wie Guantanamo. Wie der Irak-Überfall. Wie die Inhaftierung eines angeblichen Wikileaks-Informanten als „Staatsfeind“. Wie die Billionen-Staatspleite der USA.

Na siehste. Klappt doch

Klar, daß unsere Gazetten (hier die größere NW) boulevardesk mit dem aufmachen, was der schwarze US-Scheinheilige und die liebe CIA uns Unwissenden per TV-Bild als „Beweis“ liefern. Es beweist – ebenso wie die ganze ziemlich bekloppte Aktion im Vorfeld des nun allein schon aus Kostengründen (USA sind pleite) notwendigen schnellen und wegen der „erfüllten Mission“ Abzuges aus Afghanistan – nichts. Keine Leiche. Keine bewegten Bilder. Kein belastbarer DNA-Beweis. Keine Begutachtung durch Nichtamerikanische Pathologen und Forensiker. Nichts. Nur der Schleier des Märchens. Wie immer bei Obama. Aber wie man den „Freudentänzen“ aus den USA (und wohl auch hier) entnehmen kann, klappts. Hat aber auch schon im „Tausendjährigen Reich“ geklappt, als ein gewisser Goebbels dem Volk Stories von der „Vorsehung“ erzählte.

Zurück bleibt das absolut mulmige Gefühl, wie leicht sich die breite Masse letztlich manipulieren lässt. „Der Präsident hat es gesagt. Hier sind die Beweise“. Basta. Arme Welt. Kann aber demnächst sein, daß „Wikileaks“ ein paar andere HIntergründe anderen Zungenschlages veröffentlicht. Was dann? Ordnet Obama dann auch eine „Mission overkill“ auf Nicht-US-Gebiet an? „Frieden schaffen mit Waffen“ hatte der „Friedensnobelpreisträger“ ja schon vom Prompter abgelesen. Solange er nicht da ansetzt, wo es wirklich angebracht wäre (Bankster, Lebenmittelzocker, Ölpestler), glauben wir ihm mal lieber nur mit extremen Vorbehalten.

Nur glauben kann man dem schwarzen Wortzauberer weniger denn je. Man darf aber durchaus befürchten, bei nicht so glühender US-Verehrung durchaus per „schnellem US-Eliteeinsatz“ abgestraft zu werden. Das kann auch durchaus in der Senne passieren 🙂 Schließlich haben wir nach „erfüllter Mission“ wahrscheinlich erst wirkliche Terrorgefahr. So hält man den Militärladen chic am Köcheln.

Free Kachelmann 🙂

Des Ausgleichs wegen wollen wir dem Kommentar unseres lieben „Westfalen-Blattes“ auch Raum geben:

Über den Tod eines Menschen sollte man sich normalerweise nicht freuen. Wenn aber der meistgesuchte Terrorist der Welt, der für den Tod tausender unschuldiger Frauen, Kinder und Männer Verantwortung trägt, nicht mehr am Leben ist und von ihm persönlich kein Blutvergießen mehr ausgehen kann, darf das durchaus als eine sehr gute Nachricht bezeichnet werden. Man muss ja nicht gerade vor Begeisterung jubeln, wie es die Amerikaner aus ihren ganz eigenen Gründen aber verständlicherweise tun, doch wir dürfen uns freuen und erleichtert sein, dass der Massenmörder Osama Bin Laden weltweit kein Unheil mehr anrichten kann. Zwei Tage nach der glamourösen Traumhochzeit von Kate und William ist am frühen Morgen dieses historischen 2. Mai 2011 erneut eine Nachricht um die Welt gegangen, die uns bewegt hat, obwohl sie in ihrer Bedeutung nicht zu vergleichen ist. Und auch das aktuelle Ereignis wird in die Geschichte eingehen. Zehn Jahre nach den verheerenden Anschlägen vom 11. September hatten wohl nur die Wenigsten damit gerechnet, dass Osama Bin Laden jemals gefasst oder getötet werden könnte. Vielleicht nicht einmal die Amerikaner selbst. Bin Laden ist weg, der Terror wird aber vermutlich weitergehen. Die Tötung ist ein Schlag gegen El-Kaida und ein Erfolg im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. El-Kaida ist an ihrer empfindlichsten Stelle getroffen worden. Das macht die Organsisation zwar schwächer, aber auch unberechenbarer. Dieser 2. Mai 2011 ist der bislang größte Erfolg für US-Präsident Barack Obama in seiner Amtszeit. Der Friedensnobelpreisträger hatte die Suche nach Osama Bin Laden bei seiner Amtsübernahme zur Chefsache erklärt. Das, was sich George W. Bush immer erträumt hatte und einmal sogar fälschlicherweise bekanntgab, ist nun dem Demokraten gelungen. Der geschwächte US-Präsident wird einen Platz in den Geschichtsbüchern sicher haben. Und sein Sieg bei der nächsten Präsidentschaftswahl im Herbst 2012 ist seit gestern wohl auch beschlossene Sache. Obama hat gut daran getan, DIE Sensationsnachricht des Tages mit großer Zurückhaltung bekannt zu geben. »Justice has been done« – der Gerechtigkeit wurde genüge getan – diese Worte werden ebenfalls in die Geschichte eingehen. Die USA haben diesen Tag verdient. Die ganze Welt hat diesen Tag verdient. Bin Laden ist Vergangenheit. Aber andere Terroristen, die nicht so sehr im weltweiten Fokus der Öffentlichkeit stehen, sind noch immer auf freiem Fuß. Dass die USA selbst zur Ikonisierung Bin Ladens beigetragen haben, weil sie viel zu lange ihren Kampf gegen den Terrorismus auf ein Duell mit dem El-Kaida-Anführer reduzierten, ist heute zweitrangig. Nun, da der Mann tot ist, schließt sich symbolhaft ein gewalttätiges Kapitel der Weltgeschichte. Wirklich enden wird die Geschichte aber auch diesmal nicht. Nach der Erleichterung folgt die Sorge. Die Sorge vor Vergeltungsschlägen. Am 11. September 2001, als die Flugzeuge unter anderem ins World Trade Center flogen, war die Welt plötzlich eine andere. Mit dem Tod Osama Bin Ladens könnte sich die Welt erneut ändern – hoffentlich hin zu einer friedlicheren Welt.

Kein Wort also davon, daß ein gewisser Merkel-Freund George W. Bush die Welt grinsend per „Beweisen vor der UN“ in den Irak-Krieg stürzte und nichts davon übrig blieb, was zuvor an „unumstößlichen Beweisen“ gezeigt wurde. Hunderttausende Tote stehen allerdings auf dem Konto dieses Mannes und seiner häßlichen Truppe. Obama macht da nahtlos weiter.

Jetzt brauchen sie aber ein neues Feindbild…


Screenshot aus: Spiegel.online

Soso. Kaum ist der Stern des Welthoffnungsträgers Barack Obama fast unter Null gesunken, finden die US-Invasoren also in Pakistan direkt neben Afghanistan den Herrn Laden nach fast zehn Jahren und killen ihn. Da wir nicht dabei waren, ist auch das – wie alles was von CIA & Co. kommt – durchaus mit Skepsis zu betrachten. Fast 10 Jahre angebliche Suche mit der gewaltigsten Kriegsmaschine, die es auf dieser Erde gibt. Mit Satellitenüberwachung, deutschen Brunnenbohrern am Hindukusch und zehntausenden unschuldigen Opfern.

Alles wird jetzt gut. Danke, liebe USA.

Nachtrag aus Spiegel.online: Eine Spezialeinheit hat Terrorchef Osama Bin Laden in einem Gebäudekomplex in Pakistan getötet – fast zehn Jahre lang fahndeten die USA nach dem Qaida-Führer. Wie geht es jetzt weiter? Verfolgen Sie die Reaktionen im Liveticker. Und da steht dann, sie hätten ihn „bereits im Meer versenkt“.

Entschuldigung, ich muß grade sehr laut lachen. Das ist der Gag. Eine sich als Weltpolizei aufspielende „ehrliche, demokratische, bis an die Zähne jedes Einzelnen bewaffnete“ Nation, die jeden Furz in Cinemascope, Superbreitwand und von den diversen „TalkmasterInnen“ kommentiert veröffentlicht, versenkt ihren „schlimmsten Feind“ stante pede im Meer????????? Herr Obama, hören Sie einfach einmal auf, Märchen zu erzählen und geben Sie den Friedensnobelpreis zurück. Verdient haben Sie ihn ohnehin nicht.

„Flugverbotszone“ am Boden?

So ganz kann einem der seltsame „Krieg“ in Libyen dann doch nicht am Allerwertesten vorbeigehen. Auch in Bielefeld und drumrum nicht. Jetzt, wo CIA und MI6 „drin“ sind und das Flugverbot am Boden durchsetzen (war doch eh klar, oder?) läuift es auf das hinaus, was der verdruckste Herr Obama (riesige Probleme in den USA) mit dem dämlichen Amateurnapoleon Sakotzy (riesige Probleme in Frankreich) und dem englischen Scharfmacher Cameron (riesige Probleme in England) geplant haben: Destabilsierung Nordafrikas und der arabischen Welt. Wenn dann noch der Clown mit den Problemen zwischen den Beinen aus Rom, Berlusconi, anhechelt, wirds urgemütlich. Wann sind Iran und Syrien „dran“?

Ob das Volk da unten wirklich danach „bessere Verhältnisse“ hat oder lediglich die Ölquellen in „anderen Händen“ sind? Was haben wir hier doch versäumt, weil Stefferls vermuitliches Doktorarbeitsspiel für ihren Helden nicht ganz geklappt hat. Der würde hintransallen, mal kurz am Fallschirm runtersegeln und paffpaff hätten wir wieder Kolonien in Afrkka. Jawoll. Darauf einen Zapfenstreich.

Nun, also…

Gestern bei einer Talkrunde auf Phoenix wurde, nach den dramatischen Bilder in Ägypten diskutiert, daß auf jeden Fall Israels Sicherheit gewahrt sein muß. So manch einer beklagt sich sicher da drüber. Israel sei vollkommen nebensächlich. Es ginge um eine Demokratiebewegung in Ägypten. Es kommen dort Menschen ums Leben und der Westen hat dann nur als Thema die Bequemlichkeit von Israel? Hm…

Uns ist die Situation in Ägypten voll und ganz bewußt. Doch ist Israels Geschichte und Schicksal untrennbar mit diesem Land verbunden, und so ist es nicht verwunderlich, daß wir bei dieser heißen Sache, welche gerade in Kairo passiert, auch auf Israel zu sprechen kommen. Was sollen wir noch groß debattieren, Menschen sterben und werden verletzt, dort ebenso wie in Galiläa und Jerusalem und Gaza. Selbstverständlich ist die Regierung Mubarack und die ganzen Cliquen und Konsorten, welche das Land ausgebeutet haben und es jetzt noch tun verachtenswert. Das selbe geschieht freilich auch in Deutschland, nur in humanerer Form und nicht so direkt, daher auch die Unruhe um dieses Thema. Die Herrschenden sind ratloser als damals mit Afghanistan und Irak. In Afghanistan wurden die Taliban unterstützt aufgrund des kalten Krieges und nachher toleriert, da keine wesentliche Gefahr für den Westen, bis zum Bin-Laden-Terror-Boom. In Bagdad spielten vor allem wirtschaftliche Interessen eine Rolle, daher auch die Neutralitätserklärung von Schröder, durch welche er ziemlich gefährlich mit Cowboybush aneinandergeriet. Dieser drohte mit dem vollständigen Abzug sämtlicher US-Truppen, also de Facto mit wirtschaftlichen Konsequenzen gegenüber Germany. Ägypten wurde toleriert aufgrund der relativen Stabilität, für welche es sorgte. Nun kann es das nicht mehr und daher wird die dortige Regierung fallengelassen, man weiß nur nicht, was danach kommt und wie es weitergeht. Einen einfachen Militärschlag können sich die Amerikaner nicht erlauben, da kein Geld mehr für so was übrig. Die UNO und die EU beschränken sich auf Gelabere, teilweise noch schlimmer als der Völkerbund. Daran erkennt man, daß die UNO nur zum Teil für den Weltfrieden sorgt, und doch aber nur für die Herrschenden. In keinem Fall fürs normale Volk. Kirgisien wurde nur durch Beobachter abgefertigt, nicht aber durch Blauhelme. Jugoslawien war ein anderer Fall, auch Bürgerkrieg, aber wesentlich wichtiger, der Balkan war immer der Krisenherd Europas.

Ob wir nun über Ägypten oder Israel oder über die geplante Wirtschaftsregierung der EU bloggen – das Ergebnis ist doch immer dasselbe: Die herrschende Klasse ist in einem ständigen Krisenmanagement mit dem Kapitalismus. Mal mehr wie jetzt, mal weniger. Es ist die Frage wie wir „Normalos“ damit umgehen und was wir von diesem und jenem haben. Ägypten wird noch sehr interessant werden, vor allem, da, was wirklich selten vorkommt, sogar Journalisten attackiert werden. Die Ägypter sind wirklich ein Präzedenzfall, daß es passieren kann, daß das Volk wirklich mal von allem die Schnauze voll hat. Doch hoffen wir, daß es nicht in Anarchie ausartet und ab nun Opfer vermieden werden. Hoffen wir, daß alles glatt geht und nichts passiert. Und daß bald wieder Frieden einkehre und niemand mehr zu Schaden kommt. Bis zur nächsten Krise.

Obama am schwimmen?

US-Präsident Obama beschwört in seiner Rede zur Lage der Nation den Gemeinsinn. „Wir kommen gemeinsam voran, oder gar nicht.“ Das Land stehe vor Herausforderungen wie 1957, als die Sowjetunion als erste einen Satelliten ins All schossen. Doch wie will Obama Amerika in die Zukunft führen, wo er nicht mal Herr im eigenen Lande ist?

Keine Mehrheit im Parlament, viel Kritik und außer der Gesundheitsreform und einer relativ guten Rolle bei der Ölkatastrophe nichts gehalten. Die Leute sind enttäuscht. Nicht mehr „Yes, we can“ sondern „Yes, we must/should“. Daß den Präsidenten nicht die alleinige Schuld trifft ist klar. Doch in seiner ersten Amtszeit ist soviel negatives passiert und ist mit ihm in Verbindung gebracht worden, daß die Kongreßwahlen gar nicht anders ausgehen konnten. Nun muß Obama sehen, wie er damit zurechtkommt.

Dazu kommt die bevorstehende, und trotz allem unvorstellbare, Pleite der einstigen Supermacht. Man hat den kalten Krieg gewonnen, aufgrund wirtschaftlicher Nachhaltigkeit und längerem Atem. Doch dieser Atem geht nun aus. Das, was Rußland Ende der 80er geschehen, dies passiert den Amerikanern nun. Ist nur die Frage, wie lange sie noch durchhalten und wie sich das auf uns auswirkt.

Man könnte nun argumentieren, daß Obama als falscher Messias im Angriff auf Amerikas Ur-Werte sein Heil sucht und wie gewohnt ablenkt, durch Verharmlosung seiner Mißerfolge in seiner Amtszeit und die Schuld auf seine gescholtenen Gegner abschiebt. Doch das wäre verkehrt.

Obama war und ist ein Idealist, der das Beste will. Es ist nur die Frage, ob er nicht daran scheitern wird.