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bielefeld existiert nicht

Bielefeld, wo Deutschland innen Spiegel kuckt

Bielefeld –  langweilige Provinz? Jeder weiß, dass die Stadt am Teuto zu Unrecht unterschätzt wird. Hier kommt keiner mehr wech.

Fraagste so’n Proff vonner Uni: Hömma, warum biste nicht gegangen, wo du noch konntest: nach Amerika, nach England, in die weite, schöne Welt. Aber nee, der Willi Heitmeyer ist immer wieder zurückgekommen. „Nachn paar Tagen woanders reichtet mir immer, dann will wieder zurück“, sacht er. Zurück nach sein Bielefeld. „Es iss wien Leben in offenen Vollzuch. So sieht das aus“ sacht er.

Weltstättler belügen sich doch bloss sowas von: So ein Berliner glaubt, der könnte heute dies und das tun, was er will. Aber der will gar nicht. Der lücht sich was vor, sagt der Willi und da isser geblieben in Bielefeld, wo er alles hat, was er braucht. Ne Kneipe, noch ne Kneipe, dat Stücksken Natur inn Teutobuargawalt und eben seine Uni. So isser, der Herr Proffessor.

Und heute hat die Arminia im DFB-Pokal-Halbfinale gegen den VFL Wolfsburg verloren. Da kennen viele wieda nua die Bielefeldverschwörung, was daran liecht, dass die Leutchen hier die Klappe eben nicht so weit aufreißen wie in Wolfsbuag oder München.

Doof findet der Willi den Jahnplatz. Mit seine Freunde cheet er da nich hin, weil der stammt noch ausse späten 50er-Jahren und die Fußgänger mussten zum Pättken in den Untergrund auffe Rolltreppe. Da sind die Ostwestfalen-Idioten dann immer hoch und runter gefahren, wie auffe Kirmes. Das war so peinlich, dass er das nie einen von seinen schlauen Proffessorkollegen zeigen will.

Komischerweise hat Bielefeld nur bei denen einen schlechten Ruf, die nach Berlin oder in eine andere Großstadt ziehen, weil die Ballerköppe glauben, dass so ne Metropole mehr aus ihnen macht als sie sind. Hat aber nix genützt. War ja klar. Bekloppt sowas. Bleib in Bielefeld. Haste mehr von!

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„Die verlorene Ehre der Katharina Blum“

Die ZEITUNG stellt den Verdacht gegen Götten als Tatsache hin. Tatsächlich ist der Verdacht falsch; Götten hat einen Safe der Bundeswehr ausgeplündert, Bilanzen gefälscht und Waffen gestohlen, aber keinen Mord oder Bankraub begangen.

Die ZEITUNG stellt Katharina als Göttens Mittäterin und „Flittchen“ hin. Sie behauptet, Katharina habe Götten schon seit Jahren gekannt, da andere Hausbewohner gegenüber der Polizei angeben, sie habe „Herrenbesuche“ empfangen. Tatsächlich ist dieser „Herrenbesuch“ ein bekannter Industrieller, den Katharina bei ihrem Arbeitgeber kennengelernt hatte; obwohl sie ihn stets abwies, hörte er nicht auf, sie zu bedrängen.

Die ZEITUNG verfälscht Aussagen von Personen, die Katharina kennen. So wird etwa aus dem Satz „Katharina ist eine sehr kluge und kühle Person“ in der ZEITUNG die Beschreibung „eiskalt und berechnend“. Die Charakterisierung „Wenn Katharina radikal ist, dann ist sie radikal hilfsbereit, planvoll und intelligent“ (S. 42) wird durch die ZEITUNG verdreht in „Eine in jeder Beziehung radikale Person, die uns geschickt getäuscht hat“ .

Der ZEITUNGsreporter Werner Tötges behauptet, Katharinas sterbende Mutter im Krankenhaus aufgesucht zu haben, wo er sie mit den Vorwürfen gegen ihre Tochter konfrontiert habe. Am darauffolgenden Tag stirbt die Mutter.

Infolge der Berichterstattung der ZEITUNG wird Katharina mit beleidigenden, hasserfüllten und obszönen Anrufen und Zuschriften bombardiert. Die zu Beginn gesellschaftlich voll integrierte junge Frau wird zu einer verachteten Außenseiterin. Auf den tröstenden Hinweis, dass es auch andere Zeitungen gebe, die korrekt berichteten, erwidert sie: „Alle Leute, die ich kenne, lesen die ZEITUNG!“

Nachdem Götten verhaftet ist, verabredet sich Katharina mit Tötges unter dem Vorwand, ihm ein Interview geben zu wollen, und erschießt ihn, als er ihr – wie viele andere Männer vorher – „an die Kledage“ (S. 135) (Kleid) geht: „Was guckst du mich denn so entgeistert an, mein Blümelein – ich schlage vor, daß wir jetzt erst einmal bumsen“ (ebd.). Danach streift Katharina durch die Stadt, „um Reue zu finden, habe aber keine Reue gefunden“ (S. 9), und stellt sich schließlich der Polizei.

In einer Entwurfsniederschrift der Erzählung hatte Böll einen Schluss mit einem Selbstmordversuch Katharinas konzipiert.

Nichts anderes macht aktuell die Verblödungspostille der Nation und schiebt scheibchenweise Bekanntes für die Masse des lechzenden, bereits extrem verdummten Volkes der DSDS und „Schwiegermutter gesucht“-Zuschauer nach. Vergessen Sie mal die Ungeschicktheiten eines durch eine Intrigantin und Machttaktikerin in das höchste Amt Geschobenen und völlig Überforderten ehemaligen Provinzpolitikers und braven Schweijk einer verkommenen „christlichen“ Partei und ersetzen Sie einfach „Zeitung“ durch beliebige Namen wie Diekmann, Döpfner, Springer, BILD, Spiegel usw. Würden Sie nicht auch Bölls Katharina Blum verstehen?

Deshalb würde OBPit niemals zum Bundespräsident gemacht werden wollen, selbst wenn die rote, von Madsack in Hannover gesteuerte Parteipresse das so wollte und ihn ins höchste Amt schrübe….

(Heinrich Böll: „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“. 1974)

BILD entdeckt Spermaflecken. NW druckt sie.

Erinnern Sie sich an die unappetliche ClintonLewinsky-Affäre? Als ein sich aufgeilender Idiot 40 Millionen Steuer-Dollar in die Hand nahm und vor laufenden Kameras im Ovaloffice mit der Lupe in der Hand auf dem Boden rutschend nach Spuren suchte? Damals dachten wir: US-Idiotie. Gibt es hier nicht.

Zur Zeit werden wir eines Besseren belehrt. Selbst unsere rote Dorfpostille hechelt, sabbert und schiebt Reuters-Stoff ins Blatt. Genial. Und BLÖD schiebt nach und schiebt nach. Wann hat denn Diekmann endlich seinen Orgasmus? Cui bono? Es war ein Genuß heute Morgen, das Feuerzeug an das Altpapier aus Senne zu halten und damit den Kamin zu entfachen. So werden wir zwar niemals erfahren, wie das damals beim gemeinsamen Besuch von Christian dem Blassen aus Osnabrück und Kai dem fettigen Diekmann in einem Etablissement in einem gewissen Viertel von Hannover….. und eine gewisse Margot K. sie nach Hause fuhr. Über rote Ampeln hinweg. Aber lassen wir das. Die Spinnerei und die Lächerlichkeiten überlassen wir lieber WDR 2, die heut in der Früh schon wieder via Jörg Schöneborn (das ist der Fritze, der immer am Wahlabend ganz früh weiß, welcher Schwachmat vorne liegt). Für Puddingtown hat das den Vorteil, die lokalen Ereignisse noch ungenauer als sonst beleuchten zu müssen. Sie hängen im NuhsRuhm an den Flachbildschirmen und verfolgen live wie ein gewisser Kai D. auf dem Fußboden des Schlosses Bellevue mit einer Lupe in der Hand und dem BILDeigenen Springerschen DNA-Test „Friede Springers kleine ganze Wahrheit. Bequem zurechtgebogen“ nach Spuren sucht. Damit er das flugs auf t-online stellen kann, das ja bekanntlich auch von derartigen Idiotengazetten mit Stoff und „Nuhs“ gefüttert wird.

NW deckt auf: Arminia-Weihnachtsmänner und Edeka-Hohlkörper

Redaktionsbesprechung in der Niedernstrasse: Themenvorschläge für die nächste Ausgabe werden besprochen, Leerstand bei den Geschäften, Katastrophale Haushaltslage, Bahnhofsviertel, Preispolitik der Stadtwerke, Mall im Wilhelmstrassenkarree. Thomas Seim erhebt die Faust und lässt sie donnernd auf die Tischplatte krachen, dann wischt er alle vor ihm liegenden Papiere vom Tisch: „So geht das nicht meine Damen und Herren,“ brüllt er die erschrocken zusammen zuckende Schar der Redakteure und Redakteurinnen an. „Wir haben in dieser Stadt ein Problem von geradezu existenzieller Bedeutung für Bielefeld und für die in dieser Stadt lebenden Menschen, – und sie kommen mir mit diesen Kinkerlitzchen. Ich will morgen in meiner Zeitung einen gut recherchierten Bericht über die unverkauften Schokoladen-Weihnachtsmänner sehen!“

Sofort machen sich Ralf Mischer, Carolin Gegelski, Text und Sandra Sanchez und A. Zobe, Fotos, ans grausame Werk. Und so erfahren die Leser des bunten Blattes aus Sennestadt am nächsten Morgen, was sie eigentlich nie wissen wollten: Die Galeria Kaufhof hat noch 20 Arminia-Weihnachtsmänner. Bei Edeka ist das Thema derart brisant, dass sich ein echter Aufsichtsratsvorsitzender der „Schokladenhohlkörper“ annimmt. Karstadt hat mit Kit-Kat und Smarties gefüllte Nikoläuse von drei Euro auf 1,50 reduziert.

Nachdem man nun die grossen der Branche alle schön brav genannt hat und auch noch geschickt ein paar Markenartikelnamen hat einfliessen lassen, kommt auch noch ein Bielefelder Konditor zu Wort. Allerdings kennt man dessen Namen nicht so ganz genau. Da wird aus Kraume schon mal Kaume, naja, was soll’s, nicht interessant, kaum Werbeetat.

Die Leserin, der Leser wendet sich mit Grausen. War doch alles schon bekann:, Weihnachtsmänner bei Arminia und Hohlkörper bei Edeka sind ja nun wirklich keine Neuigkeiten.

„Versifftes Parkhaus Boulevard“

Die NW „testete“ ja kürzlich (26. November) in ihrer gewohnt liebediendenden Art Parkhäuser der größten Stadt zwischen Hannover und Hamm. Die Parkfäche an Goldbecks Boulevard im neuen Bahnhofsviertel erhielt gute Noten. Eine Leserbriefschreiberin, Kerstin Grote aus Bielefeld, schildert dagegen heute, was wir alle wissen, die schon öfter die versifften Treppenhäuser und Aufzüge benutzen mußten. Und fragt, ob die NW-Tester das Parkhaus „per Strickleiter oder Seilwinde betreten haben“.

Nein, liebe Kerstin. Das ist Absicht. Das hat Stil. Der eine Boulevard hackt dem anderen keine Augen aus 🙂

Bolles Wohnzimmer?

Unsere Abozeitung beherrscht ein ganz besonderes Spiel: Das Fegefeuer der Eitelkeiten. Seitdem man ein paar Workstations und Flachbildschirme zum weltweit einzigartigen 🙂 Nuhs-Ruhm zusammengewürfelt hat, vergeht keine Woche mit einem Vorzeigebild. Wie sagte doch der Chefredaktor laut NW?

„Ziel ist es, die NW als modernstes Medienunternehmen der Region zu präsentieren“ Uff de Bilderschau vonnen Blatt kannste kicken.

Warum nur „Ziel“? Was ist mit dem Weg dahìn? „Irjentwie hat dat wat von Bolle“, würden Berliner sagen.

Immer wieder faszinierend: Die Schönheit der deutschen Sprache

 

Das bunte Blatt aus Sennestadt kämpft hart. Man senkt das Niveau fast mit jeder Ausgabe. Wenn die von der Bildzeitung nicht aufpassen, liegen sie bald hinten. Große Buchstaben, bunte Bilder und selten dämliche Überschriften, gepaart mit zumeist völlig sinnfreien Artikeln, die Sennestädter  sind schon ganz nah dran.

Die NW und der Pressekodex

Heute steht in der NW ein Artikel über eine Person, welche in der Stadtbahn geraucht haben soll. Mobil-Kontrolleure haben deswegen seine Personalien kontrolliert und deswegen soll der Betroffene die Kontrolleure angegriffen haben. Die Kontrolleure hätten den Betroffenen deswegen festgehalten und ihn losgelassen als er seine Freundin aufegfordert hätte, ihm sein Messer zu geben. So die Schilderungen der Kontrolleure bei der Polizei, ob es stimmt ist eine andere Frage. Jedenfalls steht dann am Ende des NW-Artikels:

Den Ausweis (eine Duldung) hatte der Kontrolleur noch bei sich. „Bei dem Mann handelt es sich um einen der Polizei wegen zahlreicher Gewaltdelikte bekannten 37-jährigen Türken“, so Burchard. Die Ermittlungen dauern an.

Zur Erinnerung im Pressekodex Artikel 12 steht:

In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht.

Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte.

„In die Röhre geschaut“

„Die NW hat Bernhardt an der Gaswerkstraße aufgegabelt“, schreibt Ariane M., das blonde Schreibwunder des Lokalen der größten Zeitung der größen Stadt zwischen Hannover und Hamm. Geschlagene 3 Stunden „standen Busse und Bahnen still“. Wahnsinn. Nervenzerfetzend. Und dann überall die roten „Stop“schilder mit NW-Logo, die Mitfahrgelegenheiten anboten. Obwohl: so richtig durchdacht haben die Senner Altpapierbedrucker das ja noch nicht. Warum, so fragt sich der geneigte Betrachter der Szenerie, verpasst man nicht jedem „NW“schild-gestoppten gleich ein Abo der Blattes oder schliesst eine Kleinanzeige gegen Barzahlung ab? Das wär doch mal eine Geschäftsidee und die tollen Gründungsberater der Spasskasse BI gäben sicher reinchlich Kohle dazu….

Enn Dabbeljuh jetzt mit Nuhsruhm!

Bräking Nuhs: Im neuen westfälischen Nachrichtenzimmer steht der Nachrichtenschreibtisch
und der heißt jetzt Nuhsdesk im Nuhsruhm!

Denn: „Ein modernes Medienunternehmen wie die NW muss (…) Orientierung und Lebenshilfe bieten.“
sagt Chefredakteur Thomas Seim.

http://www.nw-news.de/owl/5299165_Ministerpraesidentin_Kraft_besucht_die_NW.html

„Moin. Hamse ne NW?“

„Neue Westfälische? Nur auf Bestellung“. Nö, so wichtig wäre es nicht, den drei besuchten Zeitungskiosken auf Deutschlands nördlichster Insel diese Bürde aufzuhalsen. Man konnte ja auch online lesen, was sich in der Metropole abspielt. Oder nicht. Außer lokalem Interesse scheint sich niemand am roten Senneblatt da oben zu erfreuen. Was wir nur mal festgestellt haben wollten. Dabei ist ihnen zum Beispiel in der heutigen Ausgabe wieder eine schriftstellerische Glanzleistung entgangen. Im „Magazin“ schrieb Ariane über jemand, der in Hamburg sein musikalisches Glück sucht. Und vom Ballindamm winkte allerliebst Hedwig Courths-Mahler mit dem rot-weißen NW-Schal….

Ach, NW merkt es jetzt auch?

Leise klirren die Gläser im Büro des NW-Chefredaktors S. in der Bielefelder Niedernstraße. Heute darf Alexandra Buck nippen. Schließlich hat sie nach massiver Intervention der RTL-Eignerin Elisabeth M. aus Gütersloh (nehmen wir jetzt einfach mal an, denn Boulevard schiebt Boulevard die Themen zu), den Auftrag bekommen, endlich nach ein paar Wochen Laufzeit vor Schildescher Viadukt-Kulisse auch über die allerliebsten Gestalten in RTLs Verdummungsshow „Schwiegertochter gesucht“ auch die Schildescher Episode zu schildern. Den Stress der „reality-Filmer“ vom Prekariatssender mit Sigrid und Sohn Markus (Bemerkenswert: die moderne Zahnlücke in der Vorderfront) und umgekehrt. Alexandra macht das ganz allerliebst. So jung und schon BUNTE – und BILD-Niveau. Leise blättern wir das ziemlich teure Altpapier-Abo aus der Senner Presse weiter („Wir können jetzt alles bunt. Auch wenn das nicht wichtig ist“), nachdem wir beim morgendlichen Empfang des Presseelaborates schon Anita Ekberg auf dem Titel bewundert haben. (Die Wuchtigbusige ist immerhin Bielefelds unbekannteste Ehrenbürgerin 🙂 Ach so, ja. Jetzt kommen wir zum Knüller und der Erklärung der Unpünktlichkeit der Deutschen Bahn AG: „Die Deutsche Bahn (AG) wird in Wirklichkeit nicht von Ex-Daimlermann Grube als CEO geleitet sondern von NW-Zugbegleiterin und Schreiberin Ariane Mönikes. Denn „Nach ihrer Pfeife wird getanzt“. Auch wenn Ariane beim Abbremsen der Eurobahn in Brackwede nach geschwinder Ausfahrt aus Bielefeld-Hbf ein wenig wacklig auf den Beinchen ist und sich am Stuhl des Eurobahnfahrers Marcus Kühn festhalten muß.

Vielleicht sollte die NW nicht nur in roten Kappen Grundschulen wegen „früher Aboheranführung“ heimsuchen sondern Ariane eine lautere Trillerpfeife kaufen und Alexandra B. das abendliche Gucken von „Realität auf RTL“ verordnen. Der Zusammenschluß von NW und RTL rückt näher und näher. Bei den Themen sind sie schon hautnah dran an Peter Zwegat, der „Supernanny“ und „Bauer sucht Frau“ kriegen sie auch bald hin. Outback gibt es hier ja genug und „unsere Alexandra“ oder Heidi HagenP. wären da wunderbare Schreiberinnen: „Erster Bauer lag für RTL mit der NW im Heu“. Dann klappts auch wieder mit den Abos.

Danke NW!

NW: Stellvertreter Gottes?

Liebe NW, die Du doch sonst so klug guckst, uns Heidi HagenP, Kurt Ehmke, den Chefredaktor aus dem Rheinland und eine neue Superdupirotation in Senne geschenkt hast und immer noch nicht weißt, wie man mit „Wikipedia“ umgeht, guck mal hier:

Der Papst versteht sich als Nachfolger des Apostels Petrus, der nach der Überlieferung um das Jahr 67 in Rom den Märtyrertod erlitt. Nach Auffassung der Katholiken und einiger anderer christlichen Kirchen war Petrus erster Bischof von Rom.[4]

Endlich wissen wir auch das

Ach, deshalb auch die vielen Bilder von zerquetschten Autos, Traktoren, die Autos überrollen, Polizisten in Kampfanzügen, Feuerwehrleuten, die gegen den Brandanschlag kämpfen, Journalistenstaffeln, die im NW-Marathon mitkeuchen und ganz oben drauf Heidi HP´s journalistische Schmankerl von den Adabeis?

Die Neue Westfälische und der Quellenschutz

Im Oktober 2007 wurde in Paderborn ein Gebäude der Stadt besetzt und dort das Kulturzentrum RABATZ eröffnet. Das Gebäude wurde am 7. November geräumt.

Die Stadt Paderborn hat danach gegen alle Menschen, die das Gebäude betreten hatten, Strafanzeige erstattet. Ausgenommen hiervon wurden eine Journalistin der Neuen Westfälischen und drei Journalisten des Westfälischen Volksblatts, sowie Ratsmitglieder der Stadt Paderborn. Die Verfahren gegen die meisten wurden eingestellt.

Nur Frank Gockel, der in der Flüchtlingsbewegung aktiv ist wurde in erster Instanz zu 1500 Euro und vom Landgericht zu 2850 Euro verurteilt. Dieses Urteil wurde vom OLG Hamm im November 2010 aus Mangel an Beweisen kassiert.

Auf Grund dessen hat der Staatsanwalt nun die vier Journalisten als Zeugen vorgeladen und befragt. Obwohl der Staatsanwalt vorher im Prozess der Meinung gewesen ist, dass die Journalisten sich auf Zeugnisverweigerungsrecht berufen können:

„Sollten sich die Journalisten […] nicht hierzu äußern wollen, ist davon auszugehen, dass sie von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht nach § 53 Abs.1 Satz 1 Nr. 5, Abs. 2 und 3 StPO Gebrauch machen wollen.“

Quelle indymedia

Die Journalisten sind der Vorladung der Staatsanwaltschaft ohne juristischen Beistand gefolgt. Es stellt sich nun die Frage, ob die Chefredakteure dem Quellenschutz so wenig Bedeutung beimessen, dass sie ihren Journalisten keinen Anwalt als Unterstützung besorgen. Denn Quellenschutz ist eine Grundlage der journalistischen Arbeit. Denn dieses ermöglicht erst das Vertrauen von eventuellen Informanten.

Am Freitag den 16.9.2011 findet der erneute Prozess vor dem Landgericht statt. Es wird sich zeigen, ob zumindesten vor dem Gericht sich die Journalisten an die journalistischen Grundsätze erinnern. Weiterlesen

Mani pulite?

Nein, „mani pulite“ (Saubere Hände) hat der verlogene Typ (zweiter von links) auf diesem Aufmacherbild der NW ganz sicher nicht. Wohl aber werden ihm nach seinen Angriffskriegsorgien hunderttausende Opfer zugeschrieben und Gaunereien in ganz großem Stil. Auch seine Rolle bei „9/11“ ist alles andere als geklärt. Was will uns dieses Bild also sagen? Sollen wir sie ernst nehmen, die Lügner? Die „Yes we cans“?

Leider müssen wir es wohl.

Auf dem Weg zum Pulitzer-Preis

Es ist wieder passiert. Sie hat es wieder getan. Wieder ein Schritt auf dem Weg, den die NW „Den Pulitzer-Weg“ nennt. Grandiose Sätze. In Eisglas gegossene Wortperlen. Nicht zu Unrecht nennt man sie in den dunkelsten Ecken der langen Gänge in der Niedernstraße „Hermine Hesse“. Etwas wie „Stoßgebete“ wird sie niemals schreiben. Dafür schenkt sie uns Prosa wie „Einer, der mit Worten wie ein Tritt in die Eier“ von Zaimoglu, dem „Kanaken“ kündet. Ach, wenn wir das NW-Magazin nicht hätten. Wir müßten es glatt selbst schreiben.

Ihre Sprache verrät sie

Ralph Schulze, NW-Korrepondent in Madrid ist ein schlimmer, ein böser Journalist. Ein Journalist, der Gift in die Köpfe der Menschen spritzt. Es ist das feine Gift der Sprache, das er injiziert. Schulze zeichnet weich, wo es gilt, Schuld zu verschleiern, und er schärft Bilder, wenn es darum geht unliebsame Gegner zu diskreditieren. Ganz im Sinne der Herrschenden, in vorauseilendem Gehorsam.

Wenn er in seinem Kommentar „Stich ins Herz“ in der NW schreibt: „Dies lässt hoffen, dass das Blutvergiessen in Libyen wirklich bald beendet ist. und das möglichst schnell eine neue, friedliche Ära anbricht“, dann scheint das alles ohne handelnde Personen zu geschehen. Wir lernen niemanden kennen, der Blut vergiesst. Es gibt keine Personen oder Parteien, die schiessen, bomben morden. Es geschieht einfach. Durch diesen stilistischen Trick vermeidet er, die Verantwortlichen für das Blutvergiessen, die Nato, England, Frankreich und die USA zu nennen.

Auch eine friedliche Ära bricht einfach so an, ohne das zuvor jemand Krieg geführt hat. Kein Wort über die Umstände, wie dieser Frieden zustande gekommen ist (wenn er denn überhaupt jemals zustande kommt) und wer davon profitiert, bzw. wer dafür bezahlen muss.

Diese Taktik der Verharmlosung des Kriegsgeschehens setzt er fort, wenn er von „einer nervenzermürbenden Schlacht“ spricht, „die ohne Rückendeckung durch tausende Luftangriffe der Nato vermutlich anders ausgegangen wäre.“

Was für eine schöne Schlacht, die nur Nerven zermürbt, wie beim Daddeln am Computer. Auch haben die Nato-Luftangriffe nur Rückendeckung gegeben. Kein Wort von Bomben, kein Wort von Verwüstung, Zerstörung, grauenhaften Verletzungen, Verstümmelungen und Tod. Nein alles nur Rückendeckung. Schulze malt geradezu das Bild de edlen Fliegers im Nato-Kampfjet, der von hoch oben dem gemeinen libyschen Fußvolk selbstlos Freiheit und Demokratie bringt. „Flieger grüß mir die Sonne.“ „Über den Wolken …“

Ganz anders wenn er über Gaddafi richtet. Da lernen wir, dass dieser „zunehmend Züge eines Wahnsinnigen an den Tag legte,“ und „drohte sein eigenes Volk und die ganze Region mit ins Verderben zu ziehen.“ Ein durch nichts zu stoppender blindwütiger Hund, der nur mit einem finalen Schuss zu stoppen ist.

Merkwürdig nur, dass dieser Wahnsinnige nicht die Waffen einsetzte, die er angeblich zur Verfügung hatte: Scudraketen und chemische Waffen, die er „hortete.“ Mein Bild von einem Wahnsinnigen, der auf sein eigenes Volk schießt, ist ein deutlich anderes.

Auch hält sich Schulze, wenn es denn um die Rache der Sieger geht, gar nicht erst mit einem gerechten Gerichtsverfahren gegen Gaddafi auf. Schulze übergeht einfach die Verhandlung und fordert mal direkt eine gerechte Bestrafung „für seinen grausamen Krieg, gegen die stolze libysche Nation und seine Menschenrechtsverletzungen“. Er suggeriert so, bereits bevor man Gaddafi überhaupt habhaftig geworden ist, dass dessen Schuld erwiesen ist.

Schulze ist in diesem Krieg nicht Beobachter, nicht Berichterstatter. Er ist Handelnder. Er ist Täter und er bereitet den nächsten Krieg bereits vor. Den nächsten postkolonialen Raubzug von Nato, EU und USA gegen ein armes Volk, dass das große Pech hat, auf Rohstoffen zu sitzen, die der Westen dringend benötigt und für die er nicht bereit ist, einen gerechten Preis zu zahlen. Irgend ein Diktator, der sein Volk unterdrückt und deshalb beseitigt werden muss, wird sich schon finden.

Jetzt hat Senne den Längsten

Chelsea-Russki Abramowitsch hat eine so langen, daß er nicht mehr in den Hafen passt. Der Dampfer des Protzrussen muss auf Rede liegen bleiben, aber die 50 cm mehr Länge als das Schiffken des Häuptlings von Dubai müssen es dem Dubianski wohl wert sein.

Das ist aber nur eine Randnotiz angesichts der kreativen Spielerei auf Altpapier, die uns die Sener heute präsentierten. Donna Lüttchen, die Zeitungen ungern im BILD-Outlook liest, fasste das Produkt überbordender Gestaltung deshalb heute erst spät mit äußerst spitzen Fingern an und fragte dann nur:

Cui bono? (Wem zum Vorteil?)

Ach Donna. Das verstehst Du nicht. Abramowitsch braucht doch auch zu nichts die 50 cm mehr Länge……

Initiative „Bloß keine Kritik“

Schielsker Glück

Hej, unsere größte Gazette in der größten Stadt zwischen Hannover und Hamm hat sehr auffällig eine Stadtumarmungskampagne gestartet. Egal ob unser PR-Wunder Heidi H-P über den „wundervollen“ Markt vorm Rathaus oder blühendes Grünzeugs auf dem Mittelstreifen des Niederwalls schreibt: Eitel Sonnenschein, Lob und Jubel über die weise Entscheidung der Rathausführung, den ehemaligen Kessel-brinkmarkt vor ihre Tore zu ziehen. Jetzt können die „rund 1000 Mitarbeiter der Verwaltung endlich ihr belegtes Brötchen auf dem Markt kaufen“. War denen der Pollmeier an der Ecke zu popelig?

Silvia Tetmeyer vom Lokalen ist extra nach Schielske rausgeschickt worden, die dortigen Jubelschreie der Kaufmannschaft zu notieren, die Tonnen Asphalt zu erfassen, den Seekrug-Wirt extra noch mal den Bauarbeitern ein Lob aussprechen zu lassen und Jubel, Jubel, Jubel einzufangen. Alles Gemosere über die Bauarbeiten, die ständigen Aufrisse usw. vergessen?

Würde ja auch nicht zum Gemischtwarenhändler mit Senner Altpapierbedruckung passen. Oder? Müssen wir unkritisch mitjubeln?

Ein Früchtgemälde

Hat ja ein bißchen gedauert. Aber jetzt hat NW-Obermontierer Frücht zum schlechten Thema „Suff und Randale am Schulhof“ mal wieder was montiert. Da steht ein 10-Liter-Alpina-Pott neben einem Sixpack Becks und ausgesoffenen Dosen. Ein Finger drückt auf den Abzug einer Duplicolor-Spraydose (Mein Gott, da haben wir früher aber bessere Marken für unsere Aktionen gehabt…). Ein Früchtmahl von gradezu Dalischer Dimension.

Nein. Wir haben noch nie einen heutigen Schulhof von innen gesehen. Nein, wir haben auch die Früchtsche Szene noch auf so gut wie keinem Schulhof gesehen. Kann es sein, daß die NW mal wieder ein wenig aufbauscht, um überhaupt mit dem Thema an seine Leser zu kommen? Da fehlen doch nur noch die sauren Gurken, über die man so schön schreiben kann….

Wie schreibt doch der „Leineweber“ genau nebendran? „F.F. – Viel Vergnügen“ in Anspielung an den Meck-Vop-Wahlslogan der Schwarzen Partei:

„C wie Zukunft“.
oder
„Spray wie Farbe“

365 Tage im Jahr Hetze

Wir haben das hier ja schon oft thematisiert. 365 Tage im Jahr nutzen die Papiermedien und ihr Pendant im TV ihre Publikationen, um „das Internet“ zu verteufeln. Kein Tag vergeht, an dem nicht „die negativen Seiten des Web“ ausführlich beschrieben werden. Dabei darf man getrost fragen, wie viele dieser Zeilenklopper denn wirklich begreifen, was genau das ist, wie es zusammenhängt und warum die supergroße Handelskette Edeka zu dämlich ist, ihre Datennetze zu schützen. Das geht nämlich. Kostet aber. Da kann man dann eben nicht mehr so viele TV-Spots mit dem rührseligen „Wir lieben Lebensmittel“ schalten. Und wenn dann weiter im krassen Aufmacher das hier geschrieben wird, tippen wir uns mal ein wenig an den Kopf:

Nun gut. Ist ja einer der größten Anzeigen – und Beilagenkunden. Da recherchiert mal eben ein wenig schräg. Die Ausrisse sind dem phantastischen Blatt NW entnommen.

„Ein Armutszeichen“

Huch, denkt man bei der Lektüre unserer leckeren roten Boulevardzeitung. „Wirtschaftwunder!“ Donna Lüttchen hört parallel im WDR eine Nachricht, die unteren Einkommen seien in den vergangenen Jahren proportional sehr stark „gesunken“. Ja, aber wenn der Boulevard schreibt, wir hätten ein „Wirtschaftswunder“? Der Kommentar auf Seite 2 deckt dann zum Glück auf und spricht am Ende aus, was das Ganze ist: „Ein Armutszeichen“. Und ganz, ganz viel Propaganda.

Eben.

Der gleiche Ort. Die andere Sicht

Es ist schon belustigend, in unserer „Leib – und Magenpostille“ am Morgen danach nochmals den gleichen Aufguß zu lesen, die gleichen Zahlen, die gleichen Dinge, die wir schon tagelang da erfuhren. Wovon wir schreiben? Lenkwerk. Jener Ort Am Stadtholz, dem wir seine angebliche Magie noch nicht richtig zuschreiben können. Wenn man um die gleiche Zeit da war, das gleiche gesehen hat und der Eindruck Vieler doch ein anderer ist, woran mag das wohl liegen?

Nun. Das Rätsel ist schnell gelöst. Der Anzeigenmann/Frau wird schon entsprechende Abschlüsse getätigt haben, die logischerweise zu äußerstem Wohlwollen mit dem Event führen…… Ach ja. Wenn wir unser bedrucktes Altpapier aus Senne nicht hätten.

Nun machen sie den Rowohlt

Und noch was von unseren Süßchen. Sie machen jetzt Bücher. Doll, doll. Aber irgendwie müssen die Abermillionen der neuen Superrotation „Alles bunt“ ja wieder reinkommen. Die Kinder schleusen sie auch schon in Kohorten durch den Senner Druckapparat. Früher gab es da mal einen Spruch: „Schuster bleib bei Deinen Leisten“. Sprich: Macht Zeitung und keine Bücher. So nebenbei: Haben Sie schon irgendwo mal Ihre „NW-Karte“ eingesetzt?