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Trippeln, trappeln und „oranje“: Its OWL

Stell Dir vor, Du guckst in Vorbereitung Deines Hannovermesse-Besuches auch auf die Webseite der Bielefelder Druckluftspezialisten Boge unter „News und aktuell“. Und da ist der Oktober noch der aktuelleste Monat. Nun gut, auf der Messe gestern sah man dann schon den bevölkerten Stand, den ein Rennvehikel aus Zuffenhausen zierte.

Überhaupt bleibt festzustellen: Japans und Fukushimas Atomtragödie haben den Ausstellern zum Thema „Erneuerbare Energien“ ungeahnte Besuchermassen zusätzlich beschert. Das lag natürlich nicht allein an den gezeigten Exponaten, die schon an Zeppeline aus grauer Vorzeit erinnnern, aber den Rotorkopf eines riesigen Windrades zeigen:


Propeller von 100 Meter Länge trägt dieser Rotorkopf eines Offshore-Windrades

Erstaunlich, wie technische Lösungen zum Thema „Energie/Elektrik“ gradezu aus dem Boden sprießen. Da möchte natürlich auch Ostwestfalen-Lippe mit seinen diversen Branchengrößen nicht zurückstehen. „Its OWL “ heißt der Claim, unter dem sich Anbieter „Intelligenter Technischer Systeme“, Hochschulen und Forschungsinstitute zu einem Gemeinschaftsstand zusammengeschlolssen haben. Natürlich findet man da Wago, Weidmüller, Wincor Nixdorf, Phoenix und viele andere bekannte Namen. Eine Art „Platzhirsch“, gemessen an der Größe der Bescuhermassen aber war wohl die dynamische „Beckhoff Automation“ aus Verl.

Ein ewiges Rätsel wird wohl bleiben, warum die Verantwortlichen von OWL-Marketing zwar „oranje“ als Leitfarbe des Standes wählten, im Begleitfolder mit dem Ausstellerverzeichnis aber ein tiefes „rot“ dominiert. „Corporate unidentity“?

So trippelte, schlenderte und hoppelte man dann durch die riesigen hannoverschen Hallen, um auf dem Freigelände schließlich zu sehen, was die meist jungen Messebesucher am meisten bewegt: Elektroautos rasten um einen Pylonenkurs und wurden im Minutentakt von neuen Fahrern okkupiert. Ergo: Wenn man es politisch will, geht Energiewandel- und Akzeptanz rasend schnell. Da braucht es keine „E10-Plörre“, wie es Reichsverkündungsblatt BILD heute in bester journalistischer Wendehalsmanier verkündete.

Vielleicht sollte die Stadtjunta mal zu einem Radikalmittel greifen. Hannover macht vor, wie Abbruch geht, aber die spielen ja demnächst auch Champions-League im Fußball. Während ARMinia drittklassig kickt:

Schöner wäre es, wenn das Thema „Detmolder Straße“ endlich einmal abgeschlossen wäre. Dauert doch die Abfahrt von der Autobahn A2 durch die elendigen Umleitungen länger als die Fahrt vom Messegelände bis zur heimischen Abfahrt. Aber die Metropole war ja immer schon „die freundliche Baustelle am Teutoburger Wald“.