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Biele-Rat ratlos


Neues Theater und alte Stadthalle Gütersloh

Ich gebe zu, ich lasse nicht allzu viele gute Haare an der langen Nachbarstadt mit dem gemein nützigen Konzern mit B. in der Stadt. Aber wenn man NRW-weit auf WDR 2 hört, daß der „Rat der Stadt Bielefeld erwägt, die Stadt Gütersloh wegen Verstoßes gegen die Einzelhandelsregionalplanung“ (siehe Beitrag von kath in Sachen Moss) verklagen will, ist man doch zunächst mal ziemlich erstaunt. Der Rat der Stadt Schilda Bielefeld verklagt, weil Nachbarstädte cleverer, mit (wahrscheinlich) geringerem Gewerbsteuerhebesatz ausgestattet sind und schlicht und einfach ihre Stadtentwicklungsplanung so im Griff haben, daß Gartencenter Brockmeyer und das Möbelhaus Porta Lust haben, da Millionen auf einer Brache zu investieren? Kann man eigene Transusigkeit und ungeheure Lahmaschigkeit in eine Klage einbringen?

Vielleicht sollte der Haar-Dopehersteller Wolff statt Alpecin und kostenlosen Karten für den Pleiteclub ARMinia (Das Aushängeschild der Stadt) mal auf „Hallo wach“-Produktion umsteigen. Übrigens: Es gab da mal einen Fußballclub, der auch den Namen „Gütersloh“ trug. Man hat ihn in die Insolvenz geschickt seitens der Stadt und möglicher Geldgeber…..

Es läuft eine Menge schief in der größten Stadt zwischen Hannover und Hamm. Zu viel.

Aktuell hat die kleinbürgerliche Junta im Rathaus dazu eine Pressemeldung rausgeschossen:

Aus aktuellem Anlass hat sich der Stadtentwicklungsausschuss der Stadt Bielefeld in seiner gestrigen Sitzung (17. Mai) nochmals mit den Absichten der Stadt Gütersloh zum Neubau eines großflächigen Porta-Möbelfachmarktes nebst einem weiterem Möbelfachmarkt und dem größten Gartencenter in Ostwestfalen in Gütersloh beschäftigt. Die aktuell von der Stadt Gütersloh vorgelegte Bebauungsplanung für das Pfleiderer-Gelände zeigt, dass die Vorbehalte der Stadt Bielefeld gegen die Ansiedlung nicht berücksichtigt wurden. So würde die Porta-Ansiedlung dem von der Stadt Gütersloh selbst beauftragten Einzelhandelsgutachten widersprechen, das eine deutliche Reduzierung der Verkaufsfläche fordert. Gutachterlich begründet wurde die erforderliche Reduzierung des Vorhabens mit zu erwartenden Kaufkraftabflüssen in der Region – so auch im Bielefelder Einzelhandel – sowie einer unverhältnismäßigen Zunahme der Zentralität des Mittelzentrums Gütersloh in der Region. Mit der Ansiedlung widerspricht die Stadt Gütersloh zudem dem Regionalen Einzelhandelskonzept, das die Städte und Kreise in Ostwestfalen-Lippe unterschrieben haben. Darin verpflichten sich die Beteiligten, Entwicklungen im Möbeleinzelhandel nur noch im regionalen Konsens zu realisieren. Die Stadt Bielefeld hat entsprechend der Vereinbarungen in den vergangenen Jahren nur maßvolle und regional verträgliche Entwicklungen im Möbeleinzelhandel unterstützt. Die Stadt Gütersloh beabsichtigt nun, aus diesem Konsens auszuscheren und sich über die von vielen Kommunen in der Region bereits vorgebrachten Bedenken hinwegzusetzen. Die Stadt Bielefeld appelliert daher eindringlich an der Rat der Stadt Gütersloh, den Bebauungsplan in der kommenden Sitzung am 20. Mai nicht zu beschließen. Der Stadtentwicklungsausschuss empfiehlt dem Rat der Stadt Bielefeld, notfalls gegen die Stadt Gütersloh zu klagen.

„Bäh, jetzt vermasseln wir Euch die Ansiedlungen, wir Metropole der Blitzer“. Ob sie schon ihre kleinkarierten Karohemdchen im rotgrüngelben Design angezogen haben?