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2006: Bielefeld fragt sich „Was will uns dieses moBiel-Plakat sagen?“

Ein ungelöstes Rätsel in der 800-jährigen Geschichte der Stadt:

Welche Botschaft soll sich in unserem Hinterkopf verankern?
Zu welcher Erkenntnis sollen uns solche Plakate bringen?
Wen sollen Sie ansprechen und was sollen die Angesprochenen tun?
Welches Ziel verfolgt mobiel mit dieser Kampagne und wird dieses Ziel,
wenn es denn (außer Geld zu verbrennen) eins geben sollte, was aber
nicht erkennbar ist, mit derlei Plakatmotiven erreicht?
Die Altherrenriege vermutet: So stellt sich Klein-Fritzchen die Werbung vor.

800-120

Der Wille zur Bürgernähe fehlt

Eines vorweg: Die Ausbauplanungen der Bielefelder Stadtbahn sind ohne Frage infrastrukturell sinnvolle Maßnahmen. Dabei sollten jedoch neben ökonomischen Entscheidungskriterien zunächst die Bürgernähe dieser Planungen überprüft werden. Das heißt auch, betroffene Anwohner frühzeitig in die Planung miteinzubeziehen. Dies haben moBiel und die politischen Akteure im Umfeld scheinbar nie im Sinn. Exemplarisch hierfür die Informationspolitik von moBiel bezüglich der Streckenverlängerung der Linie 2, die man nur als bürgerfeindliche Desinformationspolitik beschreiben kann, zumindest als Verkehrsplanung an die betroffenen Bürger vorbei.
Warum Desinformationspolitik? Neben nachweislich falschen Angaben von moBiel bezüglich Einwendefristen, wurden Schreiben von Anwohnern an moBiel nicht beantwortet, wurde über Informationsveranstaltungen fehl- oder gar nicht informiert, lies man über die kommunale Presse verlauten, dass seitens der Anwohner keine Einwände im Zusammenhang mit der Planung bestünde, wurde im Planfeststellungsverfahren das Wohn- und Landschaftsumfeld nachweislich falsch dargestellt und vieles mehr. Auch verwundert die Berichterstattung in der NW vom 4. November 2011, bei der zum wiederholten Male und substanzlos nur die Vorteile der Streckenverlängerung „Milse-Ost“ ausgelobt werden. Auf die prinzipiellen Beanstandungen der Anwohner wird erst gar nicht eingegangen.
Dementsprechend regt sich nun auch Widerstand gegen die derzeit propagierte Streckenverlängerung der Linie 2 „Milse-Ost“. Dabei hätten Akteure von moBiel aus den Protesten gegen die Streckenverlängerung der Linie 4 in ein Wohngebiet lernen können.
Eine Vielzahl von ökonomischen, ökologischen und sozialen Gründen spricht gegen die Streckenverlängerung der Linie 2 „Milse-Ost“ in der derzeit propagierten Variante. Hier nur einige wenige Argumente:

(1) Die charakteristische Bewaldung des Buschbachwegs fällt komplett der geplanten Trassenführung zum Opfer. Hinzu kommt, dass eine Vielzahl von Tieren umgesiedelt werden müssen.

(2) Die Trasse führt direkt an einer Spielstraße und an einem Kindergarten vorbei, wodurch die Sicherheit spielender Kinder nicht mehr gegeben ist.

(3) Ein Parkplatzkonzept für die Endhaltestelle ist nicht ersichtlich, so dass wildes Parken vorprogrammiert ist und die Anwohner direkt belastet werden. Hinzu kommt, dass für den Bereich auch kein Rettungswegekonzept existiert.

(4) Außerdem werden in der beruhigten Spielstraße zusätzliche Lärmbelästigung durch Straßenbahnverkehr in Kauf genommen (niedrige Trassenführung schafft hier keine Abhilfe, sondern ist vielmehr eine Bestätigung der zu erwartenden zusätzlichen Lärmbelästigung) sowie zusätzliche potentielle Unfallschwerpunkte durch „Pendlerströme“ geschaffen, die der Zielsetzung einer Spielstraße grundsätzlich widersprechen. Es macht insgesamt wenig Sinn, eine Wohnstraße auf der einen Seite verkehrstechnisch zu beruhigen und zum anderen dies durch die geplante Trassenführung und „Pendlerströme“ zu untergraben.

Es ist wirklich erstaunlich, dass trotz der Vielzahl gravierender Argumente, die gegen die derzeit propagierte Trassenführung sprechen, keine planerischen Alternativen in Betracht gezogen wurden und werden. Wirkliche bürgernahe Ausbauplanungen fangen nicht mit schon bereits getroffenen Vorentscheidungen an, sondern mit einer offenen Diskussionder Optionen und Alternativen. Hier hat moBiel systematisch die betroffenen Anwohner und die Öffentlichkeit fehl- oder gar nicht informiert. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die verantwortlichen politischen Akteure es geradezu darauf ankommen lassen, Fehlplanungen über öffentlichen Protest zu korrigieren, wenn sie denn auffallen.

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Schockierend: In Strassenbahn „warmgefahren“


Schockierend: Fahrgäste beim „warm fahren“ Richtung Jöllenbeck

Meine Herrn, nicht genug, dass „Elite“ und wie die ganzen Partnersuchportale alle heissen, ständig unaufgefordert zur Partnersuche auffordern (wozu? Sparts Euch). Selbst Pressemeldungen finden imer wieder den Schlenker dahin. Guckst Du:

Das Partnerportal www.partnersuche.de (500.000 Nutzer) wollte in einer bevölkerungsrepräsentativen Umfrage wissen: Was tun die Deutschen um Heizkosten zu sparen? Denn: Millionen Deutsche sind Singles und haben keinen Partner an dem sie sich wärmen können. Die Ergebnisse sind schockierend:

So sagten 40 Prozent der Deutschen ab 14 Jahren (26 Mio. Personen), sie würden mittlerweile krasse Schritte unternehmen, um die Kosten fürs teure Heizen der privaten Räumlichkeiten zu drücken. Nur 50 Prozent wollen ihr Heizverhalten nicht ändern und zehn Prozent wollten keine Angaben machen. Von den 40 Prozent, die sagten, sie würden harte Maßnahmen ergreifen, um die Heizkosten zu senken, gaben hochgerechnet 6,2 Mio. Deutsche an, sie würden in der Wohnung Stiefel oder gar Moonboots tragen, um sich warm zu halten und weniger heizen zu müssen. Übrigens: Im Osten Deutschlands sind es mit 1,6 Mio. Deutschen überproportional viele. Auf Gesamt-Deutschland hochgerechnet, tragen besonders Menschen der Altersgruppe 50+ deutlich häufiger Stiefel oder ähnliches in der Wohnung – 3,9 Mio. Personen. 16 Mio. Deutsche schützen ihre Knochen in den weniger oder ungeheizten privaten Räumen mit zusätzlichen dicken Decken. Das betrifft nicht nur ältere Verbraucher, sondern auch 4,1 Mio. Deutsche zwischen 14 und 29 Jahren, darunter also beispielsweise sparende Studenten, Auszubildende oder junge Berufseinsteiger. Ähnlich hoch ist die Anzahl jener, die mit dicken Strickjacken oder langen Unterhosen in der eigenen kühleren Wohnung sitzen – 18,1 Mio. Auf hochgerechnet weitere 2,8 Mio. Bürger trifft der Umfrage nach zu, dass sie öfters Lampen und andere Elektrogeräte als Wärmequellen einschalten. 1,8 Mio. wärmen ihre Wohnungen und Häuser wie in alten Zeiten mit günstigen Kerzen. Auch das spart das teure Gas oder Öl.

Schockierend: Schon 1,3 Mio. Deutsche geben zu, öfters mit öffentlichen gewärmten Verkehrsmitteln, wie Bussen, U- oder S-Bahnen, länger herumzufahren, um den kalten privaten Räumen zu entkommen. Darunter sind rund 650.000 Personen älter als 50 Jahre. In Cafés oder Kneipen sitzen mittlerweile 770.000 Deutsche länger als üblich, um dort beim stundenlangen Latte-Macchiato- oder Bier-Trinken ebenfalls der kühlen privaten Spar-Wohnung zu entgehen. Etwas höher ist die Anzahl jener Deutschen, nämlich 1 Mio., die sich in sonstigen beheizten öffentlichen Räumlichkeiten aufhalten – wie Kaufhäusern, Banken oder Ämtern, obwohl es dort eigentlich für sie nichts zu tun gibt.

Technischer Dienstleister für die bevölkerungsrepräsentative Umfrage war tns emnid in München. Befragt wurden 1.000 Bürger.

Na, kommt Ihnen TNS Emnid bekannt vor? Tja, die fragen nicht nur in der Glitzermetropole um. Aber mal abgeschwiffen. Das wär doch ein grandioses Geschäftsmodell für moBiel: Warmfahrzüge. Von Senne nach Jöllenbeck bei 21 Grad. Ohne Stiefel könnten die dann sogar Seniorensamba tanzen. Kurse könnten gegeben werden. „Coffee to warm“ mit einem kleinen Vanillehörnchen von Meister Lamm, Pickert überm offenen Lagerfeuer. Dabei fällt sicher nebenbei noch ein Partner ab. Zahlen können sie an der nächsten Haltestelle mit „Payback“. Dabei kann sich die Glitzermetropole abgrenzen von schnöden Kleingrossstädten. Nur damit.