Schlagwort-Archiv: Margot Käßmann

Superstar mit Beffchen?

Während unsere schönste, größte, intelligenteste, weitreichendste, Meinungsführendste (meint sie) Tagesgazette nebendran schon NRW- Ministerpräsident-Versager-Steinbrück-Hochjubler Schöppner von tns-emnid („Die Botschaft hörn wir wohl. Allein es fehlt noch der Grund“) lesen (müssen, denn er liebt die Groko), bleibt beim Bild nebendran die Luft weg. Wir ringen nach Atem wie die Tenniscracks nach einem anstrengenden Volley-Ballwechsel am Haller Gerry-Weber-Netz. Margot Käßmann wird von diesem Meinungsbildner der grünen Teuto-Heimat zum „Superstar“ ausgerufen. Superstar? Ob Schreiberin „faa“ (Annika Falk) da wohl noch ganz bei sich war? Oder hatte der Segen der Frau mit Beffchen die Schreiberin so verwirrt? Jetzt noch eine Gardinenpredigt unter Begleitung von Geigenteufel David Garrett im Tennis-Hochaltar („Wir müssen mit Gott den Aufschlag üben“) mit anschließender Wallfahrt nach „GlückundSeligkeit“ und wir können mit Peter Schilling, dem ehemaligen Star der „Neuen Deutschen Welle“, in der Niedernstraße vor der Redaktion singen:

„Dann hebt sie ab und völlig losgelöst,
schwebt die NW…….“

Margot, die Käßmännin mit Beffchen, würde sagen: „Siehe, der Herr gibt und der Herr nimmt. Manchmal fehlt ihm das rechte Maß“. Da sind wir im Falle NW gewiß.

War da nicht was mit „Partyeinladung“?

Eine hiesige facebook-Nutzerin glaubt sich an einen Satz auf der anscheinend unverzichtbaren Selbstdarstellungs- und „Freunde“-Plattform facebook zu erinnern, der sinngemäß lautete: „Du hast Geburtstag. Lade Deine Freunde zu Deiner Party ein“. Nun gut. Manche haben ja schwupsdiwupps tausende von „Freunden“. Wer mag, gerne. Heute befasst sich die größte Gazette der Stadt mit dem Internet-Phänomen und beweist, warum letztlich Zeitungen, facebook und das Internet nie wirkliche Freunde werden können. Deshalb hört einfach auf, wie die Hysteriker auf jede aus dem Ruder gelaufene Ansammlung von Polizei zu dramatisieren.

Letztlich steckt dahinter nichts anderes als die Verteufelung des letzten einigermassen demokratischen Mediums. Das mag jetzt ziemlich überrissen klingen, aber diskutieren sie mal mit den tradierten „Bewahrern von Anstand, Sitte und Moral“. Oder gar mit der wortgewaltigen Margot Käßmann. Die hält nämlich „Zeitungen für unersetzlich und eröffneten im Gegensatz zu virtuellen Communities Zugang zur wirklichen Gemeinschaft“. Klar. Die tausendfachen Abbildungen von zerquetschten Autos, hysterische Aufmacher mit Tendenz und die Bilder jubelnder Schützenumzüge neben Todesanzeigen, Gemüsewerbung und seitenlange Tabellenstände unterer Spielklassen sind nun mal die „Wirklichkeit“. BILD Dir Deine Meinung, Margot.

Da ist mir die Einstellung „Jedem Tierchen sein Pläsierchen“ schon lieber. Im Gegensatz zu gleichgeschalteten Zeitungen ist da facebook doch wohl eher neben Twitter ein Medium, das Menschen gegen Despoten aufbegehren lässt. Aber vielleicht ist das ja in einer Kirche, der die Menschen weglaufen gar nicht so gern gesehen? Mit neuen Medien haben es die Glaubensvertreter schon immer recht schwer gehabt.