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Das hat sich wohl kaum gelohnt oder? Lena nur 10.

http://www.eurovision.de/news/international/finalemeldung101.html

Der „Eurovision-SongContext 2011“ ist zu Ende gegangen. Mit 221 Punkten gewann erstmals mit Aserbaidschan ein osteuropäisches Land den Wettbewerb. Die viel umjubelte und umworbene Lena Meyer-Landrut hatte mit ihrem Teenieohrwurm „Taken by a stranger“ nur 107 Punkte und somit Platz 10 erreicht. War es das nun mit ihrer Karriere und läßt Stefan Raab sie nun fallen?

Es darf bezweifelt werden. Fans hat sie hierzuland und im Ausland noch zur Genüge, und so wird sie sich wohl nun anderen Aufgaben widmen.

Wer den Contest seit Jahren kennt und verfolgt, der weiß eh, daß die Chancen zum Sieg selten gut stehen und da man ja nicht für seinen Landsmann stimmen darf, aus Gründen der Fairneß, und der Contest meist mehr Publicity für Produzenten im besten DSDS-Sinne, braucht man darüber keine weiteren Worte mehr zu verlieren.

Deutsche Krankheit: „Taken by a stranger“

Da huscht so eine Pressemeldung der privaten Macromedia Hochschule auf den Tisch. Schlagartig wird einem bewußt, was die „deutsche Krankheit“ ist. Lena hat ihren Song noch nicht einmal in Düsseldorf im Wettbewerb Samstagabend präsentiert, da kriechen sie schon vorauseilend wissend hervor, die Unken, die Experten, die Wasserstandsverkünder. Typisch deutsch eben:

„Noch vor einem Jahr war Lena Meyer-Landrut der unverhoffte Star am deutschen Pophimmel. Die als Außenseiterin ins Rennen gegangene Schülerin eroberte 2010 durch ihre natürliche und ungekünstelte Art die Herzen der Zuschauer in ganz Europa. Ein Jahr später hat sich das Bild radikal gewandelt: Zumindest die Deutschen haben sich an Lena satt gesehen und rechnen nicht mit einem Sieg der Sängerin aus Hannover. 75 Prozent halten einen Sieg für unmöglich, knapp 50 Prozent der Befragten rechnen damit, dass Lenas Karriere einen Knick erleidet, weil das Publikum ihrer überdrüssig wird. Knapp 65 Prozent glauben nicht daran, dass Lena dauerhaft als Künstlerin erfolg haben wird. Das geht aus einer laufenden Studie der MHMK, Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation hervor, die heute in Auszügen bei einer Fachtagung zum Eurovision Song Contest (ESC) an der Fachhochschule Düsseldorf vorgestellt wurde. Zur Teilnahme wurden mehr als 2.000 Deutsche aller Altersklassen aufgefordert, die Rücklaufquote liegt aktuell bei knapp 25 Prozent.

Für 28 Prozent der Befragten wirkt die einst als natürlich und authentisch gefeierte Sängerin „gekünstelt“, immerhin 21 Prozent finden sie nach wie vor „erfrischend“, weiter 18 Prozent meinen, sie wirke „natürlich“. Lena steht als Marke für einen mädchenhaften Stil (24 Prozent), sie strahlt Selbstbewusstsein aus, 12 Prozent der Befragten finden sie sogar charismatisch. Die Musik wird als „leicht und flippig“ empfunden, meint rund ein Viertel der Befragten, doch über 37 Prozent halten ihre Musik für gewöhnlichen Mainstream-Pop, knapp 17 Prozent finden sie „eintönig“.

Sollten die Zeiten des Musizierens dann früher vorüber sein als geplant, können sich über 40 Prozent der Deutschen Lena gut als Moderatorin vorstellen, 30 Prozent sehen Lena als Schauspielerin – aber 23 Prozent identifizieren die Sängerin mit keiner der genannten Rollen. Ein Wechsel in ein anderes künstlerisches Fach halten sie für unwahrscheinlich. Zum Erfolg von Lena Meyer-Landrut hat vor allem die Markenfamilie von Stefan Raab beigetragen. Doch auch Lena selbst hat ihre anerkannten Qualitäten. 45 Prozent trauen Raab nicht zu, aus einer anderen talentierten Sängerin eine „zweite Lena“ zu kreieren. Dennoch: 83 Prozent der Befragten glauben, Lenas Erfolg steht und fällt mit Stefan Raab. Entsprechend stellt er auch ein Risiko für Lenas Karriere dar. Rund 20 Prozent glauben, dass Lena nur als Anhängsel von Stefan Raab wahrgenommen wird und ihre Karriere vorbei sein kann, wenn Raab sie fallen lässt. „Der Markenaufbau der Künstlermarke Lena verlief rasant, scheint aber sehr früh zu erlahmen. Das Konzept schein nicht aufzugehen: Eine Künstlerin mit deutlich mehr Potenzial wird viel zu früh verheizt“, kommentiert Prof. Dr. Lars Rademacher, der das Projekt „Boulevardtheorie“ an der MHMK leitet, die Zwischenergebnisse der Studie.

Kann es sein, daß sich die deutschen Piefkes in Mehrheit lieber Nicole mit Löckchen, Gitarre, Händchen haltendem Ralph Siegel und „Een beetje vrede“ herbeisehnen.

Erst Hosianna, dann „kreuziget sie“. Da ist viel deutsche Verstörungssehnsicht drin. Wir werden sehen, was dat Spässken Samstagabend bei Altbier, Käsespiessen und Weintrauben bringt.

Bleibt cool, Piefkes! Sonst holt Euch Hans-Rudi H. im Bielefelder Eigenrauch.

Niederlage auch in der Lena-Kiste

Die kleine ARMinia ist derzeit auf Abschiedstournee auf den Zweitligaplätzen der Republik. Auch in der als Ersatz für die Grand Prix – Arena mit Lena gebrauchte normale Spielstätte der Fortuna Düsseldorf gebauten Blechkiste schmierte man ihnen Senf drauf und schickte sie mit 2:0 heim an den Teutoburger Wald auf die grüne Alm. Hoffentlich haben sie wenigstens ein paar Kästen Düsseldorfer Altbier in den Mannschaftsbus bekommen.

„Lenasteniker“

Noch am Samstag hatte die Gazette NW ihr „Magazin“ mit Deutschlands „Grand Prix-Wunder“ Lena aus Hannover aufgemacht. Heute – am Abend werden die ersten Titel vorgestellt, aus denen die Zuschauer wählen „dürfen“ – macht sich angeblich Verdruss breit. Lena habe „ihre Unbefangenheit verloren“ heißt es aus der ARD. Hätten sie nicht „Nein“ sagen können, als das Thema „Titelverteidigung“ von TV-Hans-Dampf Raab in den Äther geworfen wurde? Oder haben sie Angst um die Quote, die von Prekariatssender RTL dank „geschickter“ Regie und Kameraführung im Dschungel in ungeahnte Höhen gehoben wurde?

Dabei gilt wie immer: TV-Fernbedienungen haben einen „AUS“-Knopf. Zahlen müsst Ihr aber dank GEZ ohnehin zwangsweise. Fehlt nur noch eine „wissenschaftliche Untersuchung“ aus der gemein nützigen Stiftung in der langen Nachbarstadt mit G. Kann man eigentlich wirklich „Lenastheniker“ werden?