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Stehen wir Christian bei

Ach Christian, Du Osnabrücker Eiche der deutschen Moral. Du „höchste Instanz im Staat“. Freunden gibt man eigentlich ein Küßchen, sagt die Werbung. Wir haben grad nur ein Snickers bei der Hand. Nun geht Küsschen nicht bei Sitzenden auf dem deutschen Präsidententhron. Auch wenn sie „wech kommen“ aus der Nachbarstadt hinter dem Teuto, Lila Osnabrück. Und die holde Gattin des Gesalbten modisch geTattooted ist. Da hatte der Christian, als er noch nicht von Ostdeutschlands Stolz, der phantastisch-einfältigen Angela M. ins Präsidialhäuschen Bellevue abgeschoben worden war, Liquiditätsprobleme und es fehlte Kohle. Wegen Scheidung von seiner Ex-Holden. Komisch. So ein Minipräses eines Bundeslandes wie Niedersachsen wird doch recht gut entlohnt. War der Gute aus Osnabrück damals etwa unbonibel? Flugs bot die Gattin eines als „windig“ bezeichneten Millionärsfreundes aus der „Szene“ eine halbe Mio. an, die angelegt sein sollten. Da sie nicht wußten, wohin damit gaben sie Christian die Kohle und bekamen eher unübliche Zinsen dafür. Damit baute dann der Präsidentensoftie seiner Bettina ein Nestchen und erzählte nichts davon vor dem wißbegierigen Landtag. Der haute dem ins höchste Amt Abgeschobenen nämlich grad eine Lustreise mit Air Berlin ins Häuschen eben jenes windigen Paares um die Ohren. Purer Neid. Nichts als purer Neid.

Christian, die „oberste moralische Instanz“, lernte daraus aber nichts. Aber ehemaligen Nachbarn und jetzt Höchstinstanzlern muß man helfen. Auch wenn sie der Partei mit dem hohlen „Hohen C“ im Namen angehören. Sammeln wir für Christian W. und Bettina. Und das mit dem windig, das probierte ja auch ein Typ aus kleinsten lippischen Verhältnissen aus. Der mit dem „lupenreinen Demokraten“ als Freund, dem der Knüppel arg locker sitzt. Der mit der Nähe zum Oberdrücker der Nation, einem gewissen Maschi vom hannöverschen Maschsee.

Misereor fürs Bundespräsidialamt. „Neues aus der Anstalt“ ZDF hatte des Thema übrigens auch. Neben dem gesalbten Stoffräuber aus dem Fränkischen, einem gewissen Gutti. Der Herr müßte tonnenweise Hirn auf diese Mischpoke abwerfen, aber die Lager sind ziemlich leer.

Ziemlich desinteressiert

Und wieder ist eine Landtagswahl. Dieses Mal in Bremen, an sich uninteressant oder doch nicht?

Ein Grund der ständigen relativ niedriegen Wahlbeteiligung ist, daß Wahlen in Deutschland traditionell auf einem Sonntag oder einem Feiertag stattfinden. Klar daß die meisten im Volk sich erholen und jedenfalls was anderes im Kopfe haben als die schnöde Politik. Erst Recht, wenn es keine Wahl zu Hause ist oder keine Bundestagswahl. Von Europa brauchen wir gar nicht erst reden.

Das Desinteresse war aufgrund der Kleinstaaterei, welche in Deutschland auch heute noch vorherrscht immer ein Problem. Doch auch in anderen Ländern. Wer möchte in Dijon wissen, wie in Brest der Bürgermeister heißt? Hauptsache die Politik zu Hause funktioniert so, daß das Individuum vor Ort zufrieden ist. Interessant wird es auch heute für außenstehende wohl nur in Bezug auf den Bundesrat. Wenn Bremen auch weniger Stimmen hat als Baden-Württemberg oder Sachsen-Anhalt, so ist es doch wichtig zu wissen, wie leicht oder schwer es für die Kanzlerin werden wird, Initiativen in der Länderkammer durchzuboxen.

Nach der Schließung der Lokale, also jetzt, interessiert man sich nur noch zusätzlich dafür, ob die Union eine weitere historische Niederlage erleidet, ob die unternehmerfreundlichen Liberalen drinbleiben oder nicht und was es eventuell mit den Ultrarechten wird. Manch einer fragt noch, wie viele in die Parteienfinanzierung gelangen (mindestens 1 % der Zweitstimmen).

Was will man auch anderes erwarten? Gut, man könnte Rückschlüsse ziehen, wie in Bremen an die “Probleme” Arbeitslosigkeit, Sicherheit, Investitionen, Wirtschaftsförderung usw. herangegangen wird und was für Kandidaten sich wie schlagen. Von der etwaiigen parteiinternen Postenverschiebung einmal abgesehen. Sich (Denk-)Anstöße für das eigene Land oder Region holen, doch mehr will man dann eigentlich auch nicht wissen. Sehr verständlich. Ändern tut sich auf den ersten Blick nichts. Wieder mal alles indirekt, wie der Rest in diesem unserem deutschen politischen System.

Ob mit Politikverdrossenheit oder ohne – jedes Wählervolk ist sich selbst das nächste.