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„Angst vor dem Internet“?

Die Gegensätze könnten größer nicht sein: Nach dem Doppelanschlag des Fanatikers Anders Breivik in Norwegen sprach sich Ministerpräsident Jens Stoltenberg in einer bewegenden Ansprache für mehr Offenheit, mehr Demokratie und mehr Menschlichkeit aus. In Deutschland hingegen nutzen manche Politiker und Funktionäre die Tragödie aus, um ihre Ideen zur Internet-Überwachung wieder auf die Agenda zu setzen. Quelle: Spiegel.online

Weiter schreibt der liebe Spiegel: …weil sie Angst vor dem Internet haben.

Angst vor dem Internet? Klar: Wat den Buer nich kennt, fret er nich. Dabei ist das Internet natürlich der Feind jeden „systemimmanenten“ Medienprodukts. Nur wer konservativ, stramm ziemlich rechts und „nichts zu Verbergendes“ hat, kann so denken. Da ist das Internet natürlich im Weg. Man vermißt meistens die – bezahlten – Anzeigen 🙂 Ducken, Beifall klatschen, die „Obrigkeit anhimmeln“, usw. Ist es das?

Cyberattacken und die Folgen

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) eröffnete am Donnerstag das “Nationale Cyber-Abwehrzentrum” (NCAZ) in Bonn. “Mit dem heutigen Tag setzen wir unsere präventive IT-Sicherheitspolitik fort”, sagte er bei seiner Eröffnungsrede. Das Zentrum, welches seine Arbeit bereits am 1. April aufgenommen hat, hebt die nach den Erfahrungen des dritten Reiches verbotene, aber schleichend wieder eingeführte Zusammenarbeit von Geheimdiensten, Polizei und Armee auf eine neue Stufe. Der IT-Geheimdienst “Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik” (BSI) kooperiert hier mit dem Inlandsgeheimdienst “Verfassungsschutz”, dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK), dem Bundeskriminalamt, der Bundespolizei, dem Zollkriminalamt, der Bundeswehr und dem Auslandsgeheimdienst BND.

Hinter Friedrichs “präventiver IT-Sicherheitspolitik” steckt unter anderem die gewachsene Rivalität zwischen den weltanführenden Staaten, die sich auch in verstärkten gegenseitigen Internet-Angriffen zeigt. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen erklärte in einem internen Papier “Nato-Planung für Cyber-Verteidigung”, vom Spiegel am 22. Mai veröffentlicht, die größte Gefahr im Internet gehe nicht von Kriminellen oder Terroristen aus, sondern von anderen Staaten (wo ist da mitunter der Unterschied? Man erinnere sich an George W. Bush geprägten Begriff “rogue states” = Schurkenstaat). Mit “robusten” Methoden sollten die Nato-Staaten bereits im Vorfeld einer möglichen Attacke aktiv werden, also selbst angreifen. Dafür wurde die neue Nato-Hackerabteilung “Emerging Security Challenges Division” geschaffen.

Es ist zwar absolut nachvollziehbar und auch in Ordnung, daß Geheimdienst, Polizei und Armee zusammenarbeiten, zum Wohle des Staates und seines Volkes, nicht jedoch wenn es zum Nachteil des zweiteren geht. Es geht ja wie gesagt nicht bloß um Abwehr von Internetattacken, welche zukünftig als Casus Belli dienen soll, selbst wenn sie “privater” Natur sind, sondern konkret um Spionage in der Bevölkerung. Welchen Nutzen hat das bloß, Informationen über friedliche Bürger herauszufinden, welche weder politisch bedenklich aktiv, noch durch verfassungswidriges Verhalten aufgefallen sind? Prävention muß sein, aber nicht gegen die eigene Nation, oder?

Ist Diekmann nicht auch bei facebook?

Es ist unglaublich., was das infantil-gefährliche Volksverkündigungsblatt unter der SpringerMohnschen Ägide täglich so ablässt. Wie es eine grandiose Redaktion schafft, mit zentimeterhohen Buchstaben gefährlich einfache Querverbindungen herzustellen und stumpf-dumm herauszuschreien. Man könnte ja darüber großzügig hinweglächeln, wenn man nicht am frühen Morgen schon den Kommentar eines Windbejackten im Ohr hätte, der empört das soeben erstandene Doofblatt faltet und Beifall heischend in die Runde kommentiert: „Ne, ne, ne.. Zu unsere Zeiten hat dat das Innernet noch nich gegegebe, da kommt alles Schlechtem von wech“. Sprach es und tatterte von dannen.

Ach Kai Diekmann, wenn es Sie nicht gäbe. Wat wär der Kiosk so leer. Fast nur „normale“ Zeitungen von „richtigen“ Journalisten.