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Ein besonderer Tag

Morgen jährt sich der Mauerfall zum zweiundzwanzigsten Mal. Was viele nicht wissen, auch vor dem Mauerfall war der 09. November nicht irgend ein Tag, sondern ein Tag, welcher untrennbar mit der deutschen Geschichte verbunden ist.

Als da wären:

09. November 1848

Die Erschießung des republikanischen Parlamentsabgeordneten der Frankfurter Nationalversammlung im Rahmen des Oktoberaufstandes in Wien. Die Niederschlagung des Wiener Oktoberaufstands und die Hinrichtung Blums gilt als offene Kampfansage der herrschenden Vertreter einer reaktionären politischen Ordnung, getreu dem Motto: „Gegen Demokraten helfen nur Soldaten“. Die Demokratie siegte langfristig trotzdem.

09. November 1918

Der wenige Wochen zuvor berufene Reichskanzler Prinz Max von Baden verkündet angesichts der bevorstehenden Niederlage des Deutschen Reiches im Ersten Weltkrieg eigenmächtig die Abdankung von Kaiser Wilhelm II und betraut den Sozialdemokraten Ebert mit den Amtsgeschäften. Eberts Parteigenosse Scheidemann, der ihn im Februar 1919 als Regierungschef ablösen wird, ruft von einem Fenster des Reichstagsgebäudes die „Deutsche Republik“ aus. Am selben Tag, jedoch einige Stunden später, verkündetKarl Liebknecht, KPD, vom Berliner Stadtschloss die „freie sozialistische Republik Deutschland“. Die bürgerliche Demokratie siegt erneut.

09. November 1923

Der Hitler-Ludendorff-Putsch. Die NSDAP erlangt erstmals bundes-, will sagen reichsweite Bekanntheit. Marsch auf die Feldherrnhalle, Feuer der Münchener Polizei, Gefängnis oder besser „Kur“ in Landsberg, usw.

09. Novemver 1938

Reichskristallnacht. Der braune Mob, teilweise auch in Zivil getarnt um das Volk zu mobilisieren spielt den Feuerteufel und geht mit der Pistole bei Juden einkaufen. Protestnoten des Auslands bleiben unbeachtet. Erst sind alle Nazigrößen FÜR die Aktion, nach den Resonanzen des Auslands (es gab auch ausländische Todesopfer) hat Dr. Goebbels alleine die Schuld, muß vom Führer geschützt werden.

09. November 1967

Bei der feierlichen Amtseinführung des neuen Rektors der Hamburger Universität entfalten protestierende Studenten ein Transparent mit der Aufschrift „Unter den Talaren – Muff von tausend Jahren“. Dieser Slogan, eine kritische Anspielung auf die ausgebliebene Aufarbeitung der Verbrechen des NS-Regimes bei den gesellschaftlichen Eliten Westdeutschlands, wird zu einem symbolträchtigen Motto der sogenannten (Würg) „68er-Bewegung“ und markiert einen der Höhepunkte in der „heißen Phase“ der Außerparlamentarischen Opposition (APO, auch als Protest gegen das damalige 3er-Parlament mit Großer Koalition) der Jahre 1967/68 in der Bundesrepublik und Westberlin.

Und last not least:

09. November 1989

Der Mauerfall

Zeitweise wurde überlegt, ob man den 09.11. als neuen Nationalfeiertag einführt. Man ließ es sein, aufgrund der Datumsgleichheit mit dem 23er-Putsch und der Pogromnacht. Meines Erachtens hätte man diesen Tag schon nehmen können, aufgrund der Ereignisse von 1848 und 1918. Naja, sei`s drum.

Quelle: Auszüge aus Wikipedia

Vorsehung

Sie reden, reden, reden. Über die Morde von Norwegen, die „Schockstarre“ und das Unglück von Duisburg vor einem Jahr. Sie schreiben, schreiben, schreiben darüber. Immer wieder die gleichen Bilder. Irgendwie stumpft es ab. Ist man deshalb pietätlos, wenn man lieber still trauert? Wenn man nicht wie damals beim Freitod Robert Enkes ein ganzes Stadion gefüllt sehen will? Die Medien haben keinerlei Hemmungen, in Cinemascope auf die Gesichter von trauernden Mensch zu halten und immer wieder die gleichen, abgeschmackten Fragen zu stellen. Derweil die Staatsanwaltschaft es auch nach einem Jahr nicht geschafft hat, die letztlich Verantwortlichen zu nennen. Was der eigentliche Skandal ist.

Man wird den schlechten Geschmack nicht los, wenn die Medien Sendezeit, Webspace und Altpapier mit immer den gleichen Worten, Mutmassungen und Statements „wichtiger“ Personen füllen. Vor allem, wenn die Chefin der Berliner Junta jetzt in einem Atemzug als „auserkorenes Ziel“ zusammen mit Linken, SPDlern und „Islamfreunden“ genannt wird. Da rollen sich die Zehnägel auf. Hatten wir auch schon mal, als ein gewisser Herr H. von „Vorsehung „faselte, die ihn bei einem Attentat gerettet hätte. Die Vorsehung ist hoffentlich so charakterstark, nicht rechte Idioten für die Abdankung der Dame zu bemühen, sondern den demokratischen Vorgang der Abwahl abzuwarten.

Na siehste. Klappt doch

Klar, daß unsere Gazetten (hier die größere NW) boulevardesk mit dem aufmachen, was der schwarze US-Scheinheilige und die liebe CIA uns Unwissenden per TV-Bild als „Beweis“ liefern. Es beweist – ebenso wie die ganze ziemlich bekloppte Aktion im Vorfeld des nun allein schon aus Kostengründen (USA sind pleite) notwendigen schnellen und wegen der „erfüllten Mission“ Abzuges aus Afghanistan – nichts. Keine Leiche. Keine bewegten Bilder. Kein belastbarer DNA-Beweis. Keine Begutachtung durch Nichtamerikanische Pathologen und Forensiker. Nichts. Nur der Schleier des Märchens. Wie immer bei Obama. Aber wie man den „Freudentänzen“ aus den USA (und wohl auch hier) entnehmen kann, klappts. Hat aber auch schon im „Tausendjährigen Reich“ geklappt, als ein gewisser Goebbels dem Volk Stories von der „Vorsehung“ erzählte.

Zurück bleibt das absolut mulmige Gefühl, wie leicht sich die breite Masse letztlich manipulieren lässt. „Der Präsident hat es gesagt. Hier sind die Beweise“. Basta. Arme Welt. Kann aber demnächst sein, daß „Wikileaks“ ein paar andere HIntergründe anderen Zungenschlages veröffentlicht. Was dann? Ordnet Obama dann auch eine „Mission overkill“ auf Nicht-US-Gebiet an? „Frieden schaffen mit Waffen“ hatte der „Friedensnobelpreisträger“ ja schon vom Prompter abgelesen. Solange er nicht da ansetzt, wo es wirklich angebracht wäre (Bankster, Lebenmittelzocker, Ölpestler), glauben wir ihm mal lieber nur mit extremen Vorbehalten.

Nur glauben kann man dem schwarzen Wortzauberer weniger denn je. Man darf aber durchaus befürchten, bei nicht so glühender US-Verehrung durchaus per „schnellem US-Eliteeinsatz“ abgestraft zu werden. Das kann auch durchaus in der Senne passieren 🙂 Schließlich haben wir nach „erfüllter Mission“ wahrscheinlich erst wirkliche Terrorgefahr. So hält man den Militärladen chic am Köcheln.

Free Kachelmann 🙂

Des Ausgleichs wegen wollen wir dem Kommentar unseres lieben „Westfalen-Blattes“ auch Raum geben:

Über den Tod eines Menschen sollte man sich normalerweise nicht freuen. Wenn aber der meistgesuchte Terrorist der Welt, der für den Tod tausender unschuldiger Frauen, Kinder und Männer Verantwortung trägt, nicht mehr am Leben ist und von ihm persönlich kein Blutvergießen mehr ausgehen kann, darf das durchaus als eine sehr gute Nachricht bezeichnet werden. Man muss ja nicht gerade vor Begeisterung jubeln, wie es die Amerikaner aus ihren ganz eigenen Gründen aber verständlicherweise tun, doch wir dürfen uns freuen und erleichtert sein, dass der Massenmörder Osama Bin Laden weltweit kein Unheil mehr anrichten kann. Zwei Tage nach der glamourösen Traumhochzeit von Kate und William ist am frühen Morgen dieses historischen 2. Mai 2011 erneut eine Nachricht um die Welt gegangen, die uns bewegt hat, obwohl sie in ihrer Bedeutung nicht zu vergleichen ist. Und auch das aktuelle Ereignis wird in die Geschichte eingehen. Zehn Jahre nach den verheerenden Anschlägen vom 11. September hatten wohl nur die Wenigsten damit gerechnet, dass Osama Bin Laden jemals gefasst oder getötet werden könnte. Vielleicht nicht einmal die Amerikaner selbst. Bin Laden ist weg, der Terror wird aber vermutlich weitergehen. Die Tötung ist ein Schlag gegen El-Kaida und ein Erfolg im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. El-Kaida ist an ihrer empfindlichsten Stelle getroffen worden. Das macht die Organsisation zwar schwächer, aber auch unberechenbarer. Dieser 2. Mai 2011 ist der bislang größte Erfolg für US-Präsident Barack Obama in seiner Amtszeit. Der Friedensnobelpreisträger hatte die Suche nach Osama Bin Laden bei seiner Amtsübernahme zur Chefsache erklärt. Das, was sich George W. Bush immer erträumt hatte und einmal sogar fälschlicherweise bekanntgab, ist nun dem Demokraten gelungen. Der geschwächte US-Präsident wird einen Platz in den Geschichtsbüchern sicher haben. Und sein Sieg bei der nächsten Präsidentschaftswahl im Herbst 2012 ist seit gestern wohl auch beschlossene Sache. Obama hat gut daran getan, DIE Sensationsnachricht des Tages mit großer Zurückhaltung bekannt zu geben. »Justice has been done« – der Gerechtigkeit wurde genüge getan – diese Worte werden ebenfalls in die Geschichte eingehen. Die USA haben diesen Tag verdient. Die ganze Welt hat diesen Tag verdient. Bin Laden ist Vergangenheit. Aber andere Terroristen, die nicht so sehr im weltweiten Fokus der Öffentlichkeit stehen, sind noch immer auf freiem Fuß. Dass die USA selbst zur Ikonisierung Bin Ladens beigetragen haben, weil sie viel zu lange ihren Kampf gegen den Terrorismus auf ein Duell mit dem El-Kaida-Anführer reduzierten, ist heute zweitrangig. Nun, da der Mann tot ist, schließt sich symbolhaft ein gewalttätiges Kapitel der Weltgeschichte. Wirklich enden wird die Geschichte aber auch diesmal nicht. Nach der Erleichterung folgt die Sorge. Die Sorge vor Vergeltungsschlägen. Am 11. September 2001, als die Flugzeuge unter anderem ins World Trade Center flogen, war die Welt plötzlich eine andere. Mit dem Tod Osama Bin Ladens könnte sich die Welt erneut ändern – hoffentlich hin zu einer friedlicheren Welt.

Kein Wort also davon, daß ein gewisser Merkel-Freund George W. Bush die Welt grinsend per „Beweisen vor der UN“ in den Irak-Krieg stürzte und nichts davon übrig blieb, was zuvor an „unumstößlichen Beweisen“ gezeigt wurde. Hunderttausende Tote stehen allerdings auf dem Konto dieses Mannes und seiner häßlichen Truppe. Obama macht da nahtlos weiter.