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Was sind wir doch erbarmungslos „glücklich“

Zunächst noch zum ZDF: 8’10“ für ein solches Stück und als erste Meldung. Das ist unglaublich. Und wenn es im ZDF keinen Aufstand gibt, dann zeigt das nur, wer dort die Macht hat, und wie rücksichtslos man den Charakter als öffentlich-rechtlichen Medium parteipolitischen Überlegungen opfert. Ein erster Überblick über die verschiedenen Meldung ergab, dass es kaum kritische Stimmen gibt. Viele Journalisten sind offensichtlich an der langen Leine von PR Agenturen. Andere freuen sich vielleicht nur darüber, dass sie etwas positives melden können. Sie verdrängen dabei die Realität, sie verdrängen die Stagnation bzw. den Rückgang der Masseneinkommen, die hohe Arbeitslosigkeit und die Unzufriedenheit mit der Politik, die sich in massivem Rückgang der politischen Beteiligung zeigt, usw. Die „Nachdenkseiten“ beschäftigen sich heute mit der erbarmungslkos bescheuerten gestern lancierten unters Volk gestreuten „Glücksstudie“, wonach „die Deutschen“ und besonders die Hamburger (Quickborn? Wilhelmsburg? Schanzenviertel? Billstedt?) gaaaanz besonders glücklich sind.

In Auftrag gegeben hatte die Deutsche Post diesen „Glücksatlas“. Federführend war das gnadenlose Mietmaul Raffelhüschen. Und alle journalistisch gleichgeschalteten Schwachmaten stürzten sich drauf. Kost ja nichts. Muß man ja nicht recherchieren, ob der Herr Professor (auf Sylt gibt es eine Bäckerei, die so heißt und ihre Brötchen in diesen Knalltüten verkauft) da was wirklich Fundiertes geschrieben hat oder nur, wie meist, „Stimmung gegen Kohle“ verbreitet. Nein. Muß man nicht. Die nächsten Wahlen stehen an und da fälscht man eben bei Staatspropagandas die Stimmung ein bißchen hoch. Wenn schon sonst nichts vor dem Hintergrund EU-Pleiten, EU-Schirm usw. geht.

Informationspolitik a la Tschernobyl

Damals, als im April 1986 in Tschernobyl der Block 4 explodierte und eine riesige Wolke Radioaktivität freisetzte, regte sich die ganze „freie Welt“ über die Informationspolitik der Sowjets auf. Jetzt, wo wir im Hightech-Land Japan eine wahrscheinlich noch größere Katastrophe per ständig wiederholter TV-Bilder „miterleben“ ist die Informationspolitik kein Deut besser. Scheibchenweise erzählt Japan der Welt immer neue Ungeheuerlichkeiten. Hierzulande geht Angela M. – Darstellerin im Kanzlerjob – vor die Presse und erzählt, man werde nun „die deutschen Reaktoren überprüfen“. Ach ja?

Eine Pressemeldung aus Hamburg besagt, daß ein Stromanbieter kurzen Prozeß gemacht hat und Atomstrom nicht mehr in sein Netz einspeist:

Ihr Netzbetrieb GmbH & Co. KG, nimmt den aktuellen atomaren Störfall als auch die in der Vergangenheit vorliegenden Störfälle zum Anlass und untersagt bis auf Weiteres unter Berufung auf den Schutz der öffentlichen Sicherheit den Netzzugang für Strom aus Atomkraftwerken. Während man in Japan zum jetzigen Zeitpunkt zum Abwarten verdammt ist, sieht sich das Hamburger Netzbetriebsunternehmen zum Handeln gezwungen. Obwohl die japanischen AKW’s zu den modernsten der Welt zählen, kann und konnte man absolute Sicherheit zu keinem Zeitpunkt garantieren, wie auch die in der nahen Vergangenheit zurückliegenden Störfälle an deutschen AKW’s beweisen. Auch wenn Atomkraft zwar ein „umweltfreundlicher“ Energieträger ist, da dieser bei Produktion von elektrischer Energie keine Abgase oder CO2 Emissionen freisetzt, bleibt die Auswirkung im Störfall nachhaltig tödlich. Der Auswirkungsradius, die generationsübergreifenden Folgen und das damit verbundene Risiko für die Bevölkerung können dabei nicht definiert werden. Trotz der gesetzlichen Verpflichtung der Elektrizitätsnetzbetreiber, jedem Energieversorger einen diskriminierungsfreien Zugang zum Netz zu gewährleisten, kann sich nach Auffassung des Geschäftsführers der mk-grid – Ihr Netzbetrieb GmbH & Co. KG, Senator h.c., Assoz. Prof. Martin Richard Kristek, dieser Diskriminierungsfreie Zugang jedoch nur auf die wirtschaftliche Diskriminierungsfreiheit beschränken. Somit bleibt es einem verantwortungsbewussten Elektrizitätsnetzbetrieb unbenommen, im Sinne der öffentlichen Sicherheit den Netzzugang zu untersagen. Die Politik hat in jüngster Vergangenheit die Verlängerung der Restlaufzeiten von Atomkraftwerken bestätigt. Ungeachtet dessen, hat jeder Kunde, aber auch Versorgungsdienstleister die freie Wahl eine marktwirtschaftliche Lösung zu finden. Dementsprechend war es für die Entscheidung nicht nötig, auf entsprechende Durchführungsverordnungen und Erlässe seitens des Gesetzgebers zu warten, sondern mit ureigenem Verantwortungsbewusstsein diese zu treffen. Wünschenswert wäre, wenn dieser Überzeugung Beispielwirkung in der Weise zuteil wird, als dass sich auch andere Netzbetreiber dazu entschließen, die Durchleitung vom Atomstrom zu untersagen.
Quelle: www.mk-group.ag

Da noch „Schönen Sonntag“ zu wünschen, ist sicher ein wenig makaber.

Enttäuschtes Westfalen-Blatt

Ein wenig Wehmut klingt da schon im sonntäglichen Anzeigen-und Beilagenableger des Westfalen-Blattes mit, wenn sie die „gewaltigen“ Zahlen der Teilnehmer an der „Pro Guttenberg“-Demo auflisten. 150 in Hamburg, 80 in der Bankenhochburg Frankfurt (wunderts?), 50 in Köln. Null in Bremen, Hannover, Leipzig und selbstverständlich auch in Bielefeld. Offensichtlich ist ja der angebliche Wunsch, den so dynamischen Junggauner zurück zu bekommen, sehr gering. Facebook-Fakes, BILD-Hypes und Forsa/Emnids vorgeblich „repräsentative Umfragen“ sind eben doch nicht Volkes Meinung.

Schließen wir also dieses unappetitliche Thema erst einmal ab mit der dringenden Bitte an die Staatsanwaltschaften des Freistaates Bayern, auch die seltsame Rolle der Uni Bayreuth und der „summa-cum-laude-Kommission“ nebst Spendenempfang zu untersuchen und nicht unter den berühmten Teppich des Vergessens zu kehren.

Schönen Sonntag noch! Und nicht vergessen. ARMinia spielt zur besten Mittagszeit beim Kentschclub, dem Pokalfinalisten MSV Duisburg. Noch-Chefübungsleiter Ewald Lienens sehnlichster und wahrscheinlich einziger Wunsch ist, „nicht mit einer Packung heimkehren“. Ob die Duisburger da Rücksicht drauf nehmen? Tippen wir mal ein 4:1 für den MSV.

„Bürgerjournalisten“ fürs „Qualitätsblatt“

Billig und willig: Chefredakteur Claus Strunz will mit einem ungewöhnlichen Projekt die lokale Kompetenz des „Hamburger Abendblatts“ steigern – er schickt 18 Bürgerjournalisten für wenig Geld auf die Straße, sie sollen gemeinsam sieben verschiedene Stadtteil-Blogs füllen. Das besondere an der Aktion des „Abendblatts“, die sich „Mein Quartier“ nennt, ist, dass für die Stadtteile nicht etwa professionelle Journalisten zuständig sind, sondern engagierte Normal-Bürger. Die sollen multimedial berichten – inklusive Fotos und Videos. Das Equipment sponsort Vodafone. Ausgewählte Beiträge erscheinen mittwochs in der gedruckten Zeitung. Und nur für die gibt’s Geld. Quelle: turi2

Soso. Da geht es wohl vor allem darum., wie das von „Qualitätsjournalisten“ gemachte „Qualitätsblatt“ aus einem ganz bestimmten Verlag nochmal so richtig spart. Kann aber auch sein, dass den Pressemeldungen ins Blatt stellenden „Qualitätsjournalisten“ mal ein bisschen aufgezeigt wird, wozu „Bürgerjournalisten“ in ihren Quartieren fähig wären, würde man sie anständig bezahlen. Schliesslich sonnt sich das „Qualitätsblatt“ aus bestimmtem Verlag in der „Bürgernähe“.

Mit Rouven R. schickt die NW wenigstens noch einen gestandenen Schreiber mit schwerem Notebook im Westen herum….