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Die Deutschen und die Demokratie

Der Schrecken ist mir in die Glieder gefahren, Schrecken und Angst. Hatte ich doch immer geglaubt in einer halbwegs funktionierenden demokratischen Gesellschaft zu leben. Warnungen, die Demokratie in Deutschland sei nicht wirklich angekommen im Volk der Hacken-zusammen-Schlager, hielt ich zumindest für übertrieben. „Warte nur, da muss nur der Richtige kommen und die Massen laufen wieder grölend und Fahnen schwenkend hinter dem Rattenfänger her, bis hinein, in ihren eigenen Untergang.“ Den Deutschen ist die Demokratie von den Alliierten nach dem zweiten Weltkrieg übergestülpt worden wie ein altes, gebrauchtes Hemd, das nicht passt, viel zu groß ist. „Werden schon reinwachsen mit der Zeit!“
Sah ja auch danach aus eine ganze Weile. Die Deutschen rackerten, um ihr zerstörtes Land wieder aufzubauen und sich ein wenig Wohlstand zu erarbeiten. Sie waren brav, riefen nicht mehr „heil“, gingen in ihrer überragenden Mehrheit alle vier Jahre zur Wahl, ihre Soldaten nannten sie jetzt Staatsbürger in Uniform und fanden sich sogar immer mehr mit der Teilung ihres Landes ab.
Dann kam die Wiedervereinigung, oder besser der Zwangsanschluss der DDR an die BRD und der Deutsche entdeckte plötzlich wieder die eigene Stärke. In der verquasten Sprache der Politiker hiess es, man müsse nun seiner internationalen Verantwortung gerecht werden. Sollte heißen, ab jetzt sind wir wieder dabei, wenn es darum geht ein bisschen Krieg zu spielen. Wobei wir natürlich immer auf der Seite der Guten sind, auch wenn die Guten gar nicht so gut sind. Motto: „Und möchtest du mein Freund nicht sein, dann schlag ich dir den Schädel ein!“ Ausgerechnet die zwei Parteien, mit zumindest pazifistische Wurzeln, SPD und Grüne, brachen unter fadenscheinigen Gründen den Krieg um das Kosovo vom Zaun.
Auch ließ mich das Bild das sich die Deutschen offenbar von ihrer Führung machten am politischen Verstand meiner Mitbürger immer öfter zweifeln. Wenn die überwiegende Mehrheit der Deutschen auf die Frage, wer denn die beste Besetzung für das Amt des Bundespräsidenten sei, mit Günter Jauch antworteten, dann konnte das doch nur durch kollektiven Schwachsinn erklärt werden.
Immer öfter hörte man jetzt auch wieder, und nicht nur von dem unverbesserlichen braunen Bodensatz von Rechtsaussen, nun müsse aber endlich mal wieder einer richtig durchgreifen.
Aber das alles schienen nur kleine Fehler in einem ansonsten durchaus funktionierendem demokratischen System zu sein.
Dann kam der Tag, an dem herauskam, das der deutsche Verteidigungsminister Karl Theodor von und zu Guttenberg sich seinen Doktortitel ergaunert hatte. Das Volk wird sich entrüsten und den Hochstapler, Lügner und Betrüger mit Schimpf und Schande aus dem Amt jagen, so dachte ich. Aber genau das Gegenteil trat ein. Die breite Masse jubelte ihrem Idol weiter uneingeschränkt zu. Alles sei ja nicht so schlimm, der Mann ein guter Verteidigungsminister und schliesslich auch nur ein Mensch und Menschen machen nun mal Fehler. Dagegen wurde Presse, Opposition und Wissenschaftler, die den Rücktritt des Heilsbringers forderten auf das unflätigste beschimpft, als weltfremde Intellektuelle, Schmierenjournalisten, und vaterlandslose Sozialisten und Kommunisten. Ich war erschrocken welcher Hass aus vielen Beiträgen in Internetforen und Leserbriefen sprach. Wie viele Menschen ihre demokratische Maske fallen liessen und offen zur Jagd auf anderes Denkende bliesen. Argumente wurden als Diffamierungen des neuen „Führers“ gegeisselt und es schien als habe kollektiver Schwachsinn das gesamte Volk erfasst.
Die Führer der Regierungsparteien befeuerten Volkes Zorn aus opportunistischen Gründen. Glaubten sie doch ein klein wenig vom Glanz des fränkischen Barons würde auch sie erstrahlen lassen.
Mir fuhr, wie gesagt, der Schrecken in die Knochen. Plötzlich sah ich mich zurückversetzt in die letzten Jahre der Weimarer Republik. Die Massen waren geradezu hysterisch, hielten diesem Lügner, Betrüger und Hochstapler ohne Fragen zu stellen, die Treue. Ich fragte mich, was wäre, wenn Guttenberg, jetzt nicht nur Verteidigungsminister, sondern Bundeskanzler wäre und die Machtfrage stellen würde? Was würde dann passieren, wenn er die Leute auf die Straße triebe, wenn er sie gegen die Institution unseres Staates marschieren liesse, die Notstandsgesetze als Ermächtigungsgesetz nutzen würde? Intellektuelle, Opposition und gegnerische Presse als vaterlandslose Gesellen brandmarken und sie in Schutzhaft nehmen würde. Würden die Massen ihm folgen?
Ich habe diese Frage für mich beantwortet. Ja sie würden ihm folgen,. Sie würden Bücher verbrennen, Redaktionen anzünden und anders denkende ins Exil treiben. Sie würden das Internet zensieren, Telefone überwachen und Briefe öffnen, alles mit der Begründung, Terroristen zu jagen. Und Terroristen sind dann alle, die es wagen eine eigene Meinung zu haben und diese auch zu äußern.
Ein Gedanke lässt mich nicht mehr los: Was ist, wenn der Freiherr sich eines Tages gerufen fühlt? Wenn er zurück kommt, getragen auf einer Welle der Sympathie. Schon hört man ja Stimmen, Guttenberg müsse, nach einer gewissen Zeit zurückkehren in die Politik, man könne auf ein solches Talent nicht verzichten.

Angela lächelt weise

So viele Seiten zu einem Thema bedruckt das „linke Kampfblatt“ NW sonst nur, wenn es ein schweres Erdbeben, Krieg, einen ARMinen-Aufstieg oder einen Sieg im „Grand Prix Eurovision“ gegeben hat. Jetzt also Abtritt der lügenden Lichtgestalt. Wobei die Frage bleibt, ob das zynisch oder ernst gemeint ist. Schließlich geht das fränkische Männlein ja eher die Treppe hinauf und ins Licht. Das erinnert an Mozarts „Zauberflöte“ oder ABBAS´s „I have a dream“. Schon formieren sich die, die an der neuen Dolchstroßlegende arbeiten. Fleißig wird die Mär „von linken Medien wie FAZ, Süddeutsche und überhaupt den linken Truppen, die den Kommunismius anstreben“ gebastelt. „Spätestens in drei Jahren ist ER wieder da“, heisst es schon im Chor. Na gut, auch ein Seehofer ist nicht unsterblich und so´ne Plagiatsaffäre sitzt ein Gutti auf einer Arschbacke ab. Hoffentlich fällt er zwischenzeitlich nicht in den Burggraben auf Guttenberg beim Tollen mit Steffi.

In diese Phalanx der „Heil und Hoch“-Rufer reiht sich natürlich auch unser Emnid-Schöppi ein, der in Stieghorst flott wieder die passende Umfrage gebastelt hat und seine seit ewigen Zeiten schwarz getränkte Meinung kund tut:

„Frau Merkel könnte gestärkt aus den vergangenen Wochen hervorgehen“. Nun ja. Ein bißchen Spaß muss sein, Emnids Umfragen, wahre Kracher, sorgen immer wieder für Lacher.

Schöppner kennt offensichtlich nicht den Spruch „Bilder lügen nicht“. Betrachtet man sich Angela Merkels Beschäftigung in der NW mit dem Handy und ihr höchst entspanntes Lächelgesicht auf der hannoverschen CeBIT, weiß man: „Gut ist, dass Gutti weg ist“. Da sind wir tatsächlich mal einer Meinung mit der begnadeten Rouladenbraterin. Köhler weg, von Beust weg, Wulff hochgelobt, und, und, und. Bald kann sie alle einschlägigen Jobs in Deutschland nach ihrem Gusto besetzen. Wenn da nicht die kommenden Wahlen im Ländle wären, die den wohlgenährten Herrn Mappus mitsamt seinen Spätzle hinwegfegen werden.

Und auch das ist gut so. Da sind die angeblich über 175000 „Gefällt mir“-Kreischer auf Facebook eher eine Randnotiz.

Nachtrag:
Angeblich soll Angelas „Vielzweckwaffe“ ikm Kabinett, Innnenminister Thoms „de M. („Nickname Misere“) nun die Republik am Hindukusch verteidigen. Blöd nur: Der nimmt Kerner und eine Barbie nicht mit.

Der Ersatzkaiser geht – und was kommt dann?

Eine Karriere wie im Zeitraffer hat er hinterlegt. Bloß wenige Jahren brauchte er, um vom einfachen Abgeordneten zum Politstar aufzusteigen. Und er hinterläßt einen Schockzustand. Erst nun wird man merken, was man an ihm hatte, vor allem, da die CSU es schwer haben wird, um einen geeigneten Nachfolger zu finden. Was die Aussagen von irgend welchen arroganten und weltfremden Intellektuellen, wie gestern den Typen von der Uni Bayreuth im Heutejournal angeht, mit seinen Beispielen oder die Aussage von Kurt Biedenkopf, ein Mensch ist nicht teilbar, wer gibt schon etwas darauf? Es kommt nicht auf die Visitenkarte an, sondern auf Herz und Hirn und was man kann. Und können tut Herr zu Guttenberg viel.

Es ist in der Tat als Anstand zu bezeichnen, denn so versucht er von seiner eigenen Partei Schaden abzuwenden. Aber musste es denn so weit kommen? Es wurde in Zweifel gezogen, dass Guttenberg 7 Jahre lang nicht gemerkt hat, das was schief gelaufen ist. Aber ist die Uni Bayreuth denn besser? Erst nach 3 Jahren auf den Trichter kommen, da ist was im Busch? Man hat auch noch andere Sachen zu tun, gerade als Familienvater. Von daher ist es nichts weiter als eine Schmutzkampagne, von wem auch immer gewesen, welcher der Uni den entscheidenden Tip gab.

Naja, mit ziemlicher Sicherheit wird er wiederkommen. Es wäre nicht das erste Mal in der Geschichte, daß jemand gestolpert und wiederauferstanden ist. Man denke an Franz-Josef-Strauß und die Spiegelaffäre, auch als Verteidigungsminister. Dann kam er als Finanzminister wieder und ist heute einer der bekanntesten und relativ beliebtesten. Schuldzuweisungen an die Medien ist m.E. jedoch falsch. Was hätten sie anderes tun sollen? Selbst die Bild, welche ich nur zur Unterhaltung lese, mußte „berufszwangmäßig“ drüber berichten. Deren positive Haltung zu Guttenberg hat ihn nicht gerettet. Wenn man den Medien etwas vorwerfen kann, dann nur, daß immer nur Guttenberg als der vermeintliche Täter dargestellt wurde. Keine Silbe jedoch, wer da den Judas Ischariot gespielt hat.

Was lernen wir nun daraus? Wird Guttenbergs Plan umgesetzt werden, in Sachen Wehrreform? Wer ist sein Nachfolger und ist dieser genauso kompetent?

Erste Gerüchte kursieren bereits.

1.) BA-Boß Hans-Jürgen Weise, Reserveoffizier, hat die Grundlagen für die laufende Reform mit erarbeitet. Für Guttenberg bereits in den letzten Tagen die Nr. 1 für die Nachfolge „für den Ernstfall“, wie man hört und ließt.

2.) Einfachste Lösung: Christian Schmidt, seit November 2005 Parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsressort.

3.) Peter Ramsauer, aber der hat nach eigener Aussage aus familiären Gründen keinen Bock. Fällt also schon mal flach.

Sucht Euch einen aus. Meiner Meinung nach wirds der Weise. Und wer wird Chef vom Arbeitsamt? Hoffentlich nicht wieder Florian Gerster. Der hat schon einmal in Nürnberg Unsinn genug gemacht.

Gutti geht. Für immer?

Er ziehe sich von seinen politischen Ämtern zurück, erklärte der 39-Jährige. Er wolle damit „politischen Schaden“ abwenden. „Es ist der schmerzlichste Schritt meines Lebens.“ So rauscht es über die Pressedienste.

Nun, ein wirkliches Wunder ist es nach dem sehr doof angesetzten Versuch, eine Hängepartie „auszusitzen“ und der phantastischen „Unterstützung“ durch Kanzlerin Merkel ja nun wirklich nicht. Aber keine Angst. Jetzt wird sein Chef, der BILD-Redaktor K. Diekmann als Dank für gesteigerte Auflagen seine „Einnerungen eines Lügenbarons“ promoten, was das Zeug hält. Im garstigen Ingolstadt hört Seehofer, Horst auf den Kasematten stehend gar nicht mehr auf, sich die Schenkel zu klopfen und Gutti-Weibchen „Barbie“ Stefferl kann nun endlich durchstarten.

Aber jede Wette. In zwei Jahren steht der wieder auf und lässt sich zum boarischen Minipräses wählen. Bis dahin ist das ganze zu einer Marginale politischen Marginale verkommen und das Gedächtnis der Menschen kurz. In Bierzelten oder fränkischen Äbbelwoikneipen hohle Reden zu schwingen kann er fürwahr.

Auch auf den „Nachdenkseiten“ beschäftigt sich Jörg Berger mit dem Rücktritt und bezeichnet ihn als „unaufrichtig“. Ach was, er instrumentalisiert in seiner unnachahmlich verschwurbelten Sprechweise (Wie verstehen das BILD-Leser übehaupt?) die Soldaten in Afghanistan für sein Fehlverhalten:

„Ich war immer bereit zu kämpfen, aber ich habe die Grenzen meiner Kräfte erreicht“, so zu Guttenberg in seiner Rücktrittsrede. Guttenberg setzte alles auf die Karte „Aussitzen“ und verlor. Da er aber nur noch alleine mit der BILD-Zeitung im Bunker saß und die kritischen Einschläge immer näher kamen, blieb ihm nur noch die Kapitulation. Wer so wenig Einsicht in sein persönliches Fehlverhalten zeigt, hat sich auch eine „zweite Chance“ verbaut.

Auch hiesige Blätter hypten Gutti hoch

Es knirscht in diesen Tagen in Deutschland zwischen der öffentlichen Meinung und der veröffentlichten. Je nach Umfrage fordern bis zu 87 Prozent der Menschen, Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg solle im Amt bleiben – auch ohne Doktortitel. Damit steht Volkes Stimme im Gegensatz zu der Position, die nahezu alle Zeitungen, Fernsehsender und Magazine einnehmen. Abgesehen von der Bild-Zeitung, die »KT« lange vor der Plagiatsaffäre zu ihrem Liebling erklärt hat und nun nichts auf ihn kommen lässt. Hat die Presse ihr Ohr nicht am Puls der Menschen? Hat sie die Bodenhaftung verloren? Will sie sich nur mit der Trophäe schmücken, einen weiteren Politiker zur Strecke gebracht zu haben? Mitnichten. Nichts wäre für Kommentatoren einfacher, als auf den Zug der Pro-Guttenberg-Bewegung aufzuspringen. Den Baron zu loben, weil er als erster vom Krieg in Afghanistan gesprochen hat. Ihn zu preisen, weil er die Bundeswehr neu aufstellt. Ihm zu danken, weil er frischen Wind ins Kabinett gebracht hat. Wirklich, nichts wäre einfacher. Aber das ist eben nicht die vordringliche Aufgabe von Journalisten. Wenn das Bundesverfassungsgericht die Pressefreiheit als »konstituierend für die Demokratie« bezeichnet, dann ist damit auch die Wächterfunktion angesprochen, die Zeitungen, Radio und Fernsehen zufällt. Es ist einer der wichtigsten Aufträge der Presse, Betrug, Korruption, Steuerverschwendung, Mauscheleien und Amtsmissbrauch an die Öffentlichkeit zu bringen. So wird die Demokratie gestärkt, so wird das Zutrauen in den Rechtsstaat erhalten. Es ist keine Hetzjagd auf Guttenberg, die Deutschlands Medien im Moment umtreibt, sondern der Versuch, die Affäre so transparent wie möglich zu machen. Erst die detaillierte Offenlegung der Abläufe und Verantwortlichkeiten ermöglicht es jedem von uns, sich eine fundierte Meinung zu bilden. Der eine kommt dabei zu dem Schluss, der Makel des Plagiats trete weit hinter die Verdienste Guttenbergs zurück. Der nächste will den Minister abtreten sehen, weil er ihm grundsätzliche charakterliche Mängel unterstellt und in seinem Festhalten am Amt eine Bagatellisierung des Vergehens sieht. In diesem Spannungsfeld drückt sich die Presse nicht davor, das Vergehen Guttenbergs einzuordnen. Ist es vertretbar, eine Kassiererin, die einen Leergutbon unterschlagen hat, zu entlassen, wenn ein Regierungsmitglied, das über Jahre mit verbotenen Methoden an seiner Promotion herumgedoktert hat, bleiben darf? Wohl in der Sorge, Demokratie und Rechtsstaat könnten Kratzer bekommen, wenn man einem Bundesminister erst einmal so etwas durchgehen lässt, gelangen selbst konservative Kommentatoren zu dem zugegeben unpopulären Schluss, Guttenberg müsse gehen. Aber: Jeder darf ganz anderer Meinung sein. Das ist gut, und die Presse wacht darüber, dass es so bleibt.

Liebes Westfalen-Blatt. Das ist schon alles richtig, was Ihr da in Eurem Leitartikel schreibt. Aber werft bitte nicht nur Diekmanns BILD auf den medialen Müllhaufen mit der restlichen Presse. Leider habt auch Ihr seinerzeit an dem gewaltigen Hype mitgeschrieben, der dem jungen Freiherrn aus Bayern wohl die Sinne vernebelte und ihn abheben ließ. Auch Ihr habt selten eine Chance ausgelassen, Freiherrliche Bilder von „Gutti und Steffie“ zu zeigen und zu beschreiben. Also fasst Euch an die Nase und fragt mal, wem Ihr nun welchen völlig unkritischen Gefallen zusammen mit einer großen Herde von Journalisten – allen voran „Deutschlands Meinungsmacher Nr. 1 – Diekmanns Käseblatt BILD“ – getan habt.

Fragen muss sich das auch der greise Doktorvater Guttenbergs, der nun von „unvorstellbaren Mängeln in der Doktorarbeit“ spricht. Hat der Name des Mannes von der Burg überm Dorf so sehr geblendet, dass die Hirne „der anerkanntesten juristischen Koryphäen“ zeitweise aussetzten? Das wäre fast ebenso fatal wie die Betrugsaffäre selbst.

Ergänzung 1.03.2011:
http://www.sueddeutsche.de/politik/guttenberg-biographie-auf-dem-sonnendeck-der-titanic-1.1066174

…und das hier war auch bereits im Mai 2009 zu lesen und im Web jedermann zugänglich: http://www.zeitgeist-online.de/exklusivonline/dossiers-und-analysen/632-das-guttenberg-dossier-teil-2.html Auch „Hurra-Journalisten“.

Näheres über Guttis Stefferl

Ja, wir sind schon gemein. Gucken nach. Lesen nach. Fragen Leute, die bestimmte Leute kennen. Gestern fragte eine ziemlich intelligente Person, warum man eigentlich so wenig „Inoffizielles“ weiß über den Plagiator und seine RTL2-Moderatorgattin, das halbschwedische Barbie-Stefferl.

Näheres nachlesen kann man beim – nach eigener Aussage „auf Bewährung vorbestrafte“n – Herrn Tauss, ehemals MdB SPD auf seiner Webseite „tauss-Gezwitscher“. Die Risse in der Freiherrlichen Scheinfassade sind wohl kaum zu kitten:

Und noch ein Problem wird im Buch klar benannt: Steffi versteht nicht, dass das nach Erkenntnis aller Fachleute sinnlose und wirkungslose Zugangserschwerungsgesetz des Gatten zu Guttenberg nicht umgesetzt wurde. An diesem Gesetz soll sie Gerüchten zufolge sogar mitgearbeitet haben! Da wird alles klar. Genau so liest sich das als “Zensursula” bekanntgewordene Gesetzeswerk Guttenberg / von der Leyen auch! So etwas passiert halt, wenn Leute Gesetze schreiben, die zuvor in Mama Charlottes Inneneinrichtungsfirma vorwiegend nur Zugang zu Farben und Stoffen hatte. Nichts für ungut, Steffi. Man kann nicht alles können!

Doch, doch. Wir nennen die Quelle und verlinken sogar! Ist doch immer lustig, was „feine Burgherren und -damen“ so von sich spucken.

Welche Luftnummer ihr Gatte über das Bekannte Erschwafelte hinaus ist, enthüllt Heise hier. Allerdings ist das fränkische Pärchen wohl der Gipfel des grandiosen Merkelschen Kabinettsgeschmacks:

Im Kabinett der Angela Merkel aber sind derartige Details nebensächlich. Kritik am Minister mit dem schönen Lebenslauf wird als [extern] Unverschämtheit abgetan. Allerdings könnte die Angelegenheit für zu Guttenberg doch noch ein Nachspiel haben. Ein ehemaliger Bundeswehroffizier [extern] kündigte bereits an, gegen ihn Strafanzeige wegen Titelmissbrauchs zu stellen. Denn der Minister schrieb das Vorwort zu seiner Dissertation erst 2008. Er nannte sich jedoch schon 2007 auf seiner Internetseite [extern] Doktor.

Volksverdummung auf Klopapier

Gestern hatten wir Kontakt mit ungefähr 50 Menschen, mit denen wir über das Thema Guttenberg diskutierten. Nicht ein einziger hatte Verständnis für Aktion, Haltung und Attitüde des flotten Lügners aus der fränkischen Provinz. Der seit über 20 Jahren in Deutschland lebende niederländische Geschäftsführer eines weltweit agierenden Yachtausrüsters meinte lakonisch: „Mein gutes Bild von Deutschland hat Risse bekommen. Damals die Dolchstoßlegende der Nazis, jetzt die angebliche Medienkampagne gegen einen Hochstapler. Wenn wir jetzt Mitarbeiter beim Lügen ertappen, haben wir schlechte Karten. Ab sofort sind das alles nur noch Kavaliersdelikte. Die Bild wurde in Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat für unsere 600 Mitarbeiter aus den Firmenräumen verbannt“. Lassen wir mal das Elaborat von Guttis Bruder im Geiste, dem Bielefeld-affinen Herrn Diekmann, einfach so stehen als das was es ist:

Auf den Gipfel getriebene Beknacktheit und Persilschein für zukünftige Gauner dieser Art in der Bananenrepublik Deutschland

Da die Universität Bayreuth jedoch auf eine nähere Prüfung der Plagiatsvorwürfe verzichtet, hat sie sich als akademische Lehrstätte sehr wohl unmöglich gemacht. Und da soll es „keinerlei politischen Einfluss“ (Unipräses Bormann) gegeben haben? Ob das jetzt so lauthals für ihren Hero plärrende geistige Prekariat wirklich weiß, worum es geht? Es ist sehr zu bezweifeln. Die tumbe Masse erregt sich über angebliche „Jagd in den Medien“ und feiert gleichzeitig das Diekmannsche Brechelaborat auf Klopapier. Das ist der Boden, auf dem schwarze Dummheit prächtig gedeiht. Jetzt noch eine „Promi-im-Dschungel“- Sonderserie auf RTL mit Gutti, Stefferl und dem feisten CSU-Generalsekretärsgrinser, und die Krönung zum Kaiser im Bamberger Dom ist nicht mehr aufzuhalten. Sammelt schon mal Bananen für die Röckchen und übt „Bunga-Bunga beim Weißbier“.

Blogger „Don Alphonso“ zieht auf „Rebellen ohne Markt“ eine nicht einmal weit hergeholte Parallele zum „phantastischen“ TV-Auftritt eines Herrn Mubarrak zum Auftritt des Lügenbarons aus Franken. Die Kommentare dazu – insbesondere zur BLÖD – sind entsprechend.

Narrahallamarsch!

PS: Eine Frage an die Universität Bielefeld, so sie denn einen ähnliche gelagerten prominenten Fall hätte. Würde sie sich öffentlich von Frau Bundeskanzlerin i. G. (im Niedergang) bescheinigen lassen, der „Empfehlung von Herrn Guttenberg gefolgt“ zu sein?

Strahlend vorbei

Der gestrige Gutti-beherrschte Tag führte zu einem Termin im weitläufigen Emsland. Vorbei am AKW Lingen, dessen hoher Schornstein kilometerweit die grüne Landschaft beherrscht. Unwillkürlich denkt man an das Kernkraftwerk Grohnde, von dem die Metropole und das Umland auch Strom beziehen. Zufällig war beim Termin oben im Norden auch ein ehemaliger Kraftwerkmeister dabei, der „schöne“ Geschichten aus einer für ihn überhaupt nicht „strahlenden“ Vergangenheit erzählen konnte. Sparen wir uns hier die negativen Details. Angesichts der gestrigen Gutterie meinte er aber abschließend: „AKW-Betreiber sind wie Guttenberg. Sie können alle negativen Seiten aufgezählt haben, um die Tricksereien wissen und dennoch glauben jede Menge Menschen, es sei immer noch eine tolle Sache“.

Guttis Doktor-Hut ist weg

Die Uni Bayreuth hat schnell und schmerzlos entschieden und dem sauberen Herrn Minister Karl-Theodor Guttenberg-Münchhausen den Doktortitel aberkannt. Dennoch gibt es immer noch genügend glühende Verehrer, die eine „Hetzkampagne“ und eine „Lapalie“ sehen. Schlaft weiter, Freunde. Aber geigt Euch zukünftig nicht mehr über wirkliche Geringfügigkeiten von Menschen auf, die nicht „zu Guttenberg“ heißen.

Wie sagte eben der frühere Stern-Journalisit Heiner Bremer auf n-tv? „Dieser Mann ist nicht mehr minestrabel“. Eben. (Aber in einer Banananrepublik mit Mutti aus der Walachei an der Spitze schon, Heiner!)

Leute aus der Plebejer-Befürworter-Riege, die sich gradezu danach sehen, vom „elitären Adel“ mal wieder so richtig rangenommen zu werden, schreiben so:

ist ja lustig…
….dieses superschlaue Völkchen aus Doks und Profs hat ihm jetzt den Titel aberkannt.
Diese selbsternannte Schlaumeiersippe war zu doof das vorher zu erkennen und müssen das erst aus der Zeitung erfahren das was nicht stimmt, oder wie?
Ich lach mich krümelig. Und die wollen mir was von Wissenschaft verklickern? Ein Haufen von Wichtigtuern, die meistens früher in der Schuler vermöbelt wurden. Arme Würstchen…..dieses superschlaue Völkchen aus Doks und Profs hat ihm jetzt den Titel aberkannt. Diese selbsternannte Schlaumeiersippe war zu doof das vorher zu erkennen und müssen das erst aus der Zeitung erfahren das was nicht stimmt, oder wie? Ich lach mich krümelig. Und die wollen mir was von Wissenschaft verklickern? Ein Haufen von Wichtigtuern, die meistens früher in der Schuler vermöbelt wurden. Arme Würstchen.“
Quelle: hier.

Schattenkanzler Diekmann läßt abstimmen

Das bei dem Ex-Bielefelder Kai Diekmann im Oberstübchen nicht alles so ganz fest verschraubt ist wie notwendig, wissen wir ja. Aber nachdem neulich in der „Gorch-Fock-Affäre“ ein Redaktionsmitglied bei Herrn Lügenbaron mitfuhr und er daraufhin per BLÖD den Kapitän des Segelschulschiffes suspendierte, das hat neue Qualitäten. Von Herrn Diekmann möchten wir uns nun wirklich nicht „regieren lassen“. Wer Freunde wie dieses Plebejer-Blatt hat, der braucht keine Feinde mehr.

Ach so, bevor wir es vergessen: 12 Stimmen von hier für „Rücktritt“. Die 12 x 14 Cent für die Anrufe waren es uns wert.

Es tut mir ja auch leid, wenn wir Bielefelder und Ostwestfalen noch ein wenig Karl-Theodor Barn von zu Guttenberg-Münchhausen etragen müssen. Aber wer ihn nicht als näcjhsten Kanzler einer CSU-geführten Banananrepublik haben will, muss ihn eben sezieren und seine Hohlheit entlarven. So wie das Hans Hütt auf „Carta“ mit der Kelkheimer Rede vor bedingungslos Huldigenden getan hat. Da kommt dann schön zu Tage, wes hohlen Geistes Kind der junge Herr aus der fränkischen Provinz wirklich ist:

Hier inszeniert sich der Narziss in einem Naturbild, das ihn als Solitär, als standhaft, in uralter Tradition von Schutz und Gehorsam stehend, überhöht. Das Bild versetzt zugleich die durch Geschäftsordnung der Bundesregierung und geltende Gesetze definierte Funktion seines Amtes in eine post-zivile Höhenluft, die ihm, wie die folgende Passage belegt, nicht gut bekommt. Er hyperventiliert. Kommt vom Weg ab. Vergreift sich in der Metapher. Begeht Bergfrevel. Kann also nicht einmal in der familialen rhetorischen Domäne reüssieren, ohne Spuren zu hinterlassen, die den Täuschungsversuch – oder sollte ich besser sagen: den Selbsttäuschungsversuch? – offenbaren.

Wie weiland bei Adolf

Die Stilisierung als Opfer: Seit der Opel-Krise vor zwei Jahren hat sich Guttenberg immer wieder als Anti-Politiker in Szene gesetzt, als der Unabhängige unter den Angepassten. Es ist seine Art des Populismus. Am Montagabend in Kelkheim ein ähnliches Muster, diesmal bezogen auf die Medien: Hier das Volk, dort die böse „Hauptstadtpresse“. Man müsse aufpassen, dass sich im Land nicht einige „Maßstäbe“ verschöben, sagt Guttenberg: „Dass am vergangenen Freitag das Hauptaugenmerk mit Sondersendungen und allem Pipapo auf die Fußnoten in einer ministeriellen Doktorarbeit gelegt wurde, gleichzeitig aber der Umstand, dass in Afghanistan drei Soldaten gefallen sind, zur Randnotiz verkommen ist, das ist kein Beispiel exzellenten Journalismus.“ Jubel im Saal. Am Ende sagt Guttenberg, dass er an diesem Abend in Kelkheim „Kraft getankt“ habe – für den „Zinnober“, der ihn nun wieder erwarte. Wir gegen die. Jetzt applaudieren die Leute stehend. Spiegel.online 23.02.2011

Danke, Karl-Theodor. Tiefsten Dank. Endlich ist Deutschland auch offiziell da angekommen, wo wir schon lange die Vermutung hatten: Provinzielle Bananenrepublik, wo verblendete Idioten (war gestern Abend auf hr3 im TV zu besichtigen) einem offensichtlichen Lügner, Betrüger und Lebenslaufanpasser zujubeln. Zwar geschah das im hessischen Heimatort eines gewissen Roland Koch, der das ja alles auch nicht genau nahm, aber es lässt tief blicken. Muttchen wurden mit Tränen in den Augen gezeigt, die verzückt den Ärmel des feschen Lügenbarons streichelten, verklärte Rentner im seidenen KiK-Blouson warfen IHM Kußhändchen zu, Trampeln, ekstatische Schreie. Schon mal gesehen? Klar. Anfang der dreißiger Jahre, als ein gewisser Anstreicher mit Braunhemdbewährten Schlägern um sich herum ähnlich idiotische Gesten auslöste. Schwarzweiß, Wochenschau. Statt AC/DC „Horst-Wessel-Lied“. Unterschied: Jetzt kann man das in Farbe sehen und in bestem Ton erleben und sie spielen AC/DC und den „Bayerischen Defiliermarsch“.

Geschichte wiederholt sich. Betrug ist jetzt ministrabel und befähigt zu höchsten Ämtern. Hört also auf, Ihr Pharisäer, Euch über Italien, den Kongo oder Tunesien oder Libyens Schwachmat zu echauffieren. Hier ist das sogar – gedeckt von der Regierungschefin – ganz „demokratisch“ möglich.

Und noch einmal Spiegel: Das ist die Gefahr für Guttenberg. Sollte sich herausstellen, dass er nicht nur schlampig gearbeitet hat, sondern seine Dissertation in Teilen vorsätzlich zusammengeklaut hat, dann wäre das ganze nicht mehr einfach nur unendlich peinlich für den politischen Überflieger. Dann wäre nicht mehr nur die Glaubwürdigkeit des Ministers beschädigt. Dann wäre Guttenberg ein Betrüger und müsste zurücktreten.

Zurücktreten? Der „beliebteste deutsche Politiker?“. Der „Konzernherr“? Liebe Freunde aus jenem Magazin, das ein bayerischer „Herrscher“ schon einmal Knall auf Fall „ausräuchern“ ließ. Das würde der Lügenbaron aus der tiefsten Provinz auch locker bringen. Vorher muß er aber noch Rektor, Dekan und seinen emeritierten Doktorvater von „Buyreuth“ entlassen. Zackzack, damit Muttchen und Vati was zu klatschen haben in ihrer besoffenen Blödheit. „So ein fescher Mensch. Und so ehrlich. Er verzichtet freiwillig auf seinen mühevollst erarbeiteten Doktortitel. Er benutzt nur noch goldenes Klopapier, was Stefferl-Barbie ihm bestickt hat mit AC/DC-Reimen“. Wie es eigentlich gehen muss, dokumentiert die Lippische Landeszeitung.

Gut, das ich noch nicht gefrühstückt habe.

Gutti haut schon wieder auf die Kacke

Der beginnt mit einem Paukenschlag. Denn der Freiherr verzichtet auf seinen Doktortitel, die Prüfung der Universität Bayreuth wartet er gar nicht mehr ab. Zu erdrückend offenbar findet er nun selbst die Plagiatsvorwürfe. „Ich habe mich am Wochenende noch mal mit meiner Doktorarbeit beschäftigt und feststellen müssen, dass ich gravierende Fehler gemacht habe“, gesteht Guttenberg ein. Das seien Fehler, die den wissenschaftlichen Kodex nicht erfüllten. Er habe aber nicht bewusst getäuscht, versichert er. Quelle: Spiegel.online von heute

So, jetzt kommt „der neue Guttenberg“. Der angesichts der erdrückenden Belege seiner Plagiatorentums – unter den Abgeschriebenen auch der Bielefelder Juraprofessor Franz C. Mayer – sich hinstellt, den „Reumütigen“ spielt und dann auf die verbale Pauke haut. „Kampfansage an die Medien“. Muster: Franz Josef Strauß, Roland Koch, und ähnliche „Größen“. Wer sich immer noch wundert, warum das Image von Berufspoilitikern noch unterhalb von Zuhältern und Mafiosi rangiert, bekommt hier den neuesten Beweis. Und wie regiert die breite, doofe Masse des Wahlvolkes? Stellt sich hin, breitet die DOOF aus und steckt den leeren Kopf dahinter: „Ha. Ein Aufrechter. Ein Ehrlicher. Verzichtet sogar auf den Doktortitel. Den kann ich wählen“. Vor allem sein beginnender Rechtsdrall („Ich habe Sarrazins Buch gelesen und finde die Ansätze sehr interessant“. Eine neue „Deutsche Tea-Party“ mit tosendem Beifall?) gibt zu denken.

Der Grad seiner politischen und menschlichen Verkommenheit lässt sich aber bereits ablesen, wenn er laut Spiegel.online selbst den Tod dreier Bundeswehrsoldaten in Afghanistan instrumentalisiert für seine perversen Spielchen:

Es sei in der letzten Woche „mit Sondersendungen und allem Pipapo“ über seine Dissertation berichtet worden, gleichzeitig aber der Tod dreier Soldaten in Afghanistan zur „Randnotiz verkommen“.

Nein, dieser Mann mit dem Gelhelm hat wahrlich nicht mehr alle Tassen im Schrank.

Das war so. Das ist so. Das wird immer so sein. Weil „die Medien“ vom Schlage BUNTE. BILD, Focus, RTL, SAT-Gruppe aus bestimmten Häusern leider die Lufthoheit in Sachen Volksdummheit haben, wird der Vogel bald wieder als „Hoffnungsträger und Lichtgestalt“ dastehen. Mal sehen, was er als Nächstes plagiiert. Seine Geburtsurkunde? Der Lebenlauf ist ja schon angepasst. Da wird aus einem läppischen kleinen Praktikum bei der „Welt“ eben flott ein „Freier Journalist“ und aus Praktika in Frankfurt und NY werden „Berufsstationen“.

Vielleicht möchte die Masse aber auch nur getäuscht und geblendet werden. Die daraus entstehende gärende Suppe solcher zwielichtigen Gestalten müssen wir aber leider mit auslöffeln. Siehe die bereits jetzt völlig verkorkste „Bundeswehrreform“.

Max Steinbeis analysiert auf seinem „Verfassungsblog“, warum sich bestimmte Schichten mit dem plagiierenden Freiherrn solidarisch erklären und nennt das den „Sarah-Palin-Effekt“. Ich glaube, der Bub aus dem Fränkischen ist zwar bauernschlau, aber wie der Umgang mit seiner eigenen Doktorarbeit und seine überaus schlappe Verteidigungsstrategie zeigt, letztlich nicht intelligent genug, diese Scharade durchzuziehen. Mutti Merkel wird ihn dann fallen lassen, wenn die Felle endgültig davon geschwommen sind. Was sich momentan ja schon klar abzeichnet. Es gab bekanntlich auch bei der letzten Bundestagswahl über 14%, die ihr Kreuz bei den hohlen Nieten der FDP gemacht haben und den zum Gespött degradierte Guido Westerwelle „Klasse“ fanden. Meist dauert es nicht lange, bis das Volk seine Fähnchen wieder woanders hin schwenkt.

Mehrheit? Da lachen ja die Hühner

Ob es der allerletzte Versuch ist, dem arroganten „Heilsbringer“ noch einmal den Rücken zu stärken oder einfach die Dummheit, aus dapd-Material abzupinseln, erschließt sich bei der Titelseite der Sonntagsanzeigengazette des Westfalen-Blattes nicht. Wer simpel das Wochenende nutzte und Menschen, die mit universitärem Betrieb, Prüfungsordnungen und Voraussetzungen für „summa cum laude“ nicht vertraut sind (zwangsläufig die Mehrheit) erklärt, um was es letztlich überhaupt geht, erntet keinerlei Zustimmung für den Herrn ehemals Dr. Das wird „bei der Mehrheit“ ebenso sein, auch wenn die Umfragehengste das so hinbiegen wollten. Überhaupt: Hört einfach mal auf mit der dämlichen – bestellten – Umfragerei.

Der Kundusauftritt des Blenders und der Blenderin mit Kerner war wohl das i-Tüpfelchen auf der so sorgsam eingestielten Inszenierung, die wohl doch nicht sorgsam genug war. Was nützen die schönen Bayereuth-Bildchen einer Burda-Clique? Was nutzt Friede Springers dümmliches BILD-Getue? Wer möchte jemand als Kanzler haben, dem Fassade über alles geht, flottes Gehampel und Egomanie an der Tagesordung sind und Hirn ersetzen? Auch Elisabeth Mohns Liebling langer Jahre, „Überflieger“ und Erzgauner Thommy M., musste letztlich gehen, als die letzte Fassade abgebröckelt war und ein armseliges Würtstchen mit Größenwahn und gestörtem Verhältnis zur Wahrheit übrig blieb.

Schönen Sonntag noch!

PS. Wer die Homepage dieser „Lichtgestalt“ sucht, die momentan auf Facebook „die Massen mobilisiert“, findet sie hier: http://www.zuguttenberg.de/index.php

Wie hieß noch jener jugendliche Berufspolitiker fernab dem Alltag von Arbeit, Menschen und Realität? Ach ja. „Philip Mißfelder“. Da hatte der liebe Gott schon dafür gesorgt, dass der Name Programm wurde und jetzt Junggauner dieses Schlages (Motto: „Ich bin zwar nicht intelligent, nicht beliebt, aber ich habe Ellenbogen und mache Parteikarriere“) und alte, kernige „Recken“ den Facebook-Daumen für „Gefällt mir“ heben können.

„Zwei Drittel der Deutschen“ angeblich hinter KT

So, so. Ein Politologe versteigt sich zu der Behauptung, die Schummelei (und das Gutsherrengehabe) „stählen“ zu Guttenberg. Angeblich stünden „zwei Drittel der Deutschen“ hinter dem Minister*. Nur? Hinter Honecker standen 112%, hinter Hitler „die ganze Welt“ 🙂

Gucken wir mal, was in hiesigen Gefilden so verbreitet wird. Die NW macht vornehm und im Blatt reduziert mit einem zeitlich versetzten Homepagevergleich des Freiherren auf, an dem man das Verschwinden des Dr.-Titels ablesen kann. Das Westfalen-Blatt kommentiert mit Sorge um den seit Jesus beliebtesten Mann der Öffentlichkeit so:

Typisch zu Guttenberg: Es war zu erwarten, dass der Minister in seinem eigenen Verteidigungsfall zum Angriff übergeht. Deutschlands noch immer beliebtester Politiker hat aber auch Fehler eingestanden und sich entschuldigt. Er will seinen Doktortitel zumindest zwei Wochen lang ruhen lassen – welche Bedeutung das auch immer in der Praxis hat. Aber die entscheidende Frage in der Affäre um die Plagiatsvorwürfe lautet: Wie glaubwürdig ist Karl-Theodor zu Guttenberg noch? Und: Kann er Vertrauen zurückgewinnen? So beliebt der Bundesverteidigungsminister auch ist: Sein Image hat Kratzer erhalten. Auch deshalb, weil es sich in seiner Dissertation nicht nur um ein, zwei oder drei fehlende Fußnoten handelt, sondern dutzendfach Textpassagen fremder Autoren komplett übernommen worden sind, inklusive eines Teils der Einleitung. Das geht über Schummelei weit hinaus. Betrug im strafrechtlichen Sinne ist das Fehlverhalten aber nicht. Die Forderungen nach dem sofortigen Rücktritt sind genauso übertrieben, wie etwa Aussagen, hier werde eine Mücke zum Elefanten gemacht. Die Wahrheit liegt dazwischen. Fachleute der Universität Bayreuth werden die Doktorarbeit Guttenbergs genauestens kontrollieren und dann eine Entscheidung treffen. Diese Prüfung gilt es abzuwarten. Wenn zu Guttenberg tatsächlich eine Täuschungsabsicht nach Paragraph 16 der Promotionsordnung nachgewiesen wird, muss die Doktorprüfung nachträglich für nicht bestanden erklärt werden, mit allen Konsequenzen, die damit verbunden wären. Aber auch dieser für zu Guttenberg schlimmste Fall muss nicht zwangsläufig seinen Rücktritt bedeuten. »Jeder Mensch macht Fehler.« Den Worten von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, der nicht gerade als ein Unterstützer des Freiherrn gilt, möchte man hinzufügen: »Und jeder Mensch sollte die Chance haben, aus seinen Fehlern zu lernen.« Ausgerechnet an diesem Samstag bekommt Karl-Theodor zu Guttenberg den Orden wider dem tierischen Ernst – in seiner Abwesenheit. Der Minister wird vom Aachener Karnevalsverein als »Überflieger mit Bodenhaftung« ausgezeichnet. Er habe Mut zum Widerspruch und »akrobatischem Querdenken«. Spätestens nach Bekanntwerden der Plagiatsvorwürfe steht fest, dass der »Überflieger« hart gelandet ist. Guttenberg muss Vertrauen und Glaubwürdigkeit zurückgewinnen. Da spielt es keine Rolle, ob er einen Doktortitel trägt oder nicht. Die Menschen erwarten, dass er seine Arbeit gut macht – nicht zuletzt wegen der aktuellen, sehr traurigen Geschehnisse in Afghanistan mit zwei toten und acht verletzten Soldaten. Karl-Theodor zu Guttenberg kommt als Bundesverteidigungsminister eine besondere Verantwortung zu. Er steht 350 000 Männern und Frauen der Bundeswehr vor. Zuletzt hat sich zu Guttenberg nicht immer glücklich verhalten. Noch mehr Fehler darf er sich nicht erlauben. Sonst ist er nicht mehr zu retten.

Nun ja. Lassen wir den Spruch des ehemaligen Geldkofferträgers mal so stehen Den Gipfel schießt ohnehin Friede Springers Volksverdummungsblatt Nr. 1 ab:

Da Karl-Theo in seiner ganzen Großkotzigkeit nicht anders kann wird sich das Thema so oder so in absehbarer Zeit erledigen. Darauf einen westfälischen Korn. Reiht er sich doch überaus würdig und mit hoher B-Note für die „künstlerische Leistung“ in die Phalanx der Strauß, Kohl, Barschel, Koch´s ein.

*…sagt unser immer stramm auf CDU/CSU-Kurs segelnder Emnid-Menschenbefrager Klaus-Peter Schöppner in BLÖD: Der Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstituts Emnid, Klaus-Peter Schöppner, sieht keinen politischen Schaden für Guttenberg. „Selbst wenn er am Ende auf den Doktortitel verzichten sollte, würde ihn das nur menschlicher machen“, sagte Schöppner der Online-Ausgabe der „Bild“-Zeitung. Ein Doktortitel mache noch keinen guten Politiker. „Die Deutschen vergeben gerne demjenigen, der Schwächen zugibt, Fehler bereut.“

Also Klaus-Peter, hättest Du jetzt was anderes herumgefragt, wir wären vom Glauben an die völlige Wahrheit der Umfrageinstitute vollends abgefallen. Aber so. Alles paletti. Passt zur politischen Verhaltensweise. Stell doch mal demnächst die Frage, ob die Erde sich wirklich noch um die Sonne dreht….

Ich bin gespannt, was da noch kommt. Aber wahrscheinlich kommt gar nichts, wahrscheinlich versickert alles irgendwie langsam, bleibt nicht kleben, und in ein paar Monaten kommt wieder so eine Dressboy-Fotostrecke in der Bild und das Volk findet ihn super, weil er sogar den arroganten Akademikern ein Schnippchen geschlagen hat, der tolle Hund, der tolle. Schreibt die Frankfurter FAZ-Journalistin Andrea Diener. Ich befürchte so etwas auch, obwohl wir hier ganz sicher Seiner Gegeltheit und Ghostriderin (is scho richtig gschriebe 🙂 Ihro Mediengeilheit Stephanie keine Ruhe geben werden.

Und die Idiotensammlung auf „Facebook“: http://www.facebook.com/ProGuttenberg

Rechtsempfinden „a la Stoiber“

Der CSU-Ehrenvorsitzende Edmund Stoiber stellte sich hinter Guttenberg. Die gegenwärtige Diskussion sei „völlig überzogen“, sagte Stoiber. Es werde versucht, „einen außerordentlich populären und tatkräftigen und mutigen Politiker im Grunde genommen am Lack zu kratzen, ihm am Zeug zu flicken“. Die Bevölkerung werde das „mit Sicherheit“ nicht akzeptieren, betonte der frühere bayerische Ministerpräsident. Denn es werde klar, das hinter den Angriffen auf Guttenberg der Wunsch stehe, „ein Mittel zu finden, wie man diesen populären Mann ein Stück ankratzen kann“.

… sagt „Eddy“ Stoiber, der in Brüssel für Deutschland stümpernde ehemalige bayerische Minipräses auf Welt.online. Hat mal jemand grade „Eddys“ Superstück von der Schwebebahnverbindung in Minga parat? Oder die „HypoAlpeAdria-Posse“? Passt ungefähr auch in diese Schiene. Komm „Eddy“, gib uns grad mal Dein Ehrenwort und dann fahr nach Genf.

12:02 auf WDR 2/Nachrichten. Zitat: Wie sagte Hochwohlgeboren doch soeben vor „ausgewählten“ Journalisten? „“Ich werde gerne bis zum Ergebnis dieser Prüfung vorübergehend, ich betone vorübergehend, auf die Führung des Titels verzichten.“

Wie sagte sinngemäß jener schleswig-holsteinische Minipräses ebenfalls vor „ausgewählten“ Journalisten damals?“ Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, ich betone, mein Ehrenwort“. Oder so. Näheres in den Kommentaren hier.

Würden Politiker weniger betonen und mit Ehrenwörtern arbeiten, sie hätten schon ein wenig Glaubwürdigkeit gewonnen.

Zu Karl-Theodors Ausraster-Pressekonferenz vor „handverlesenen Journalisten“ gibt es auch Stellungnahmen. Hier stellvertretend für alle:

DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. „Von einem Mitglied der Bundesregierung erwarten die Journalistinnen und Journalisten Transparenz und nicht eine Informationspolitik nach Gutsherrenart.“ Quelle: djv

So pragmatisch lösen Ostwestfalen Guttis Problem

Die Menschen ziemlich hoch oben im Norden von NRW gelten ja als „stur“, „wortkarg“, „pragmatisch“, „verwurzelt“. Deshalb berichten auch die hiesigen Gazetten nicht einfach nur über den „Weg von Gutti, der kein leichter sein wird“ sondern legen bereits Lösungsansätze vor. Die NW präsentiert heute auf Seite 2 mit der Karikatur von Horst Haitzinger den sozusagen „Königsweg“, auch wenn es hier nur um einen Freiherrn oder Baron oder wohl eher Raubritter (Wer weiß das so genau?) geht:

Doktorvater sofort feuern

Der Verfasser dieser Zeilen, der das Wort „Gutti“ in den eigenen vier Wänden in Anwesenheit der schöneren und besseren Hälfte nicht mehr in den Mund nehmen darf und sich mit „Baronsbrücken“ wie „Der den Betonhelm trägt“ oder „Gutti. Innocence in Danger“ („Unschuld in Gefahr“) bei der Erwähnung des ministeriellen Plagiators behilft, findet diesen NWlichen Vorchlag einfach Supi für Gutti. Das ist die Lösung und absolut in der Tradition der bisherigen politischen „Leistungen“ dieses Lieblings der Stammtische und der „Volkszeitung Nr. 1“ mit dem schmalen Hirn.

Also. Was wartet er noch 14 Tage. Wie hieß gleich noch der Doktorvater in Bayreuth? Guttis Kundus-Laudator, Johannes Baptist Kerner, soll ja schon eine große Samstagabendshow mit dem Titel „Return of a Superstar. The Durchgreifer“ in Vorbereitung haben. Die Kulisse ist diesmal südamerikanisch. Im Bildhintergrund dümpelt die Gorch Fock. Der suspendierte Käptn wird in einer breiter angelegten Showpassage mit den reaktivierten Rosi-Singers und der Bigband der Bundeswehr unter Günther Noris „geteert, gefedert und kielgeholt“. Bertelsmann-Tochter arvata, in Würzburg grade mit so ner Public Dingsbumsgeschichte grandios gescheitert – hat einen TED geschaltet. Für 1 Euro die Minute – davon 50 Cent für „Rehabilitierung gescheiterter Minister“ kan jeder anrufen und die Performance des Ministers bewerten. Dem Sieger winkt ein 14 tägiger Aufenthalt auf der Raubritterburg Guttenberg mit fränkischer Brotsuppe und Roschtbroatwürsteln unter persönlicher Kümmerung von Guttigattin Stefferl.

Grade liest man, Gutti sei heute bei Mutti. Wo war noch grade die Stasiakte der Dame? Aus der Opposition (Wozu gibt es die überhaupt noch?) sollen schon „erste Rücktrittsforderunbgen“ kommen. Ja sakra, wo kommen wir den n da hin, wenn ein MNinister wegen so einen „Lappalia“ zurücktritt? Andere sitzen heute noch ein Undeklarierten Geldkoffern, gell, Herr Schäuble? Nein, einen Rücktritt ist das nicht wert. Eher einen Vortritt. Wie sagen die Bayern doch: „A Sauhund issa ja. A kroatziger. Aber guat“ 🙁 Ein gewisser Franz-Josef Strauß hat damit ein ganzes politisches Leben überlebt.

„Wirkliche Besserung ist kaum absehbar“

Nun kommt also auch der selbst ernannte publizistische „Meinungsführer“ der Metropole aus der Deckung und zeichnet die (wenigen) Stationen der fränkischen Lichtgestalt aus der Provinz nach:

– Jesus am Times Square NY
– In besonderer Tradition des 3. Reiches: Bayreuth (Deren Uni ihn „summa cum laudete“)
– Feldherr in der Transall in Pose
– Talkshow vom Kriegsschauplatz mit TV-Dummi Kerner und umtriebiger Mediengattin Stefferl

Das ist alles? Komm, komm. Da gibt es noch Gorch Fock, Geschenke in x-facher Millionenhöhe an EADS (vor seiner bayerischen Haustür), vorschnell gefeuerte Militärs und, und, und…. Alles war bisher auch bei der NW eher eine Marginalie, Kritik fand – wenn überhaupt – eher in Blogs statt. Distanz? Warum, wenn man den politischen Papst doch praktisch greifbar vor sich hat. „Der Mann, der durchgreift“. Auch wenn es hirnrissiger Unfug war, den er da in sperriger hölzerner Sprache verbreitete.

Schließen wir dieses unsägliche Kapitel, in dem er momentan – da ähnelt er stark einem gewissen Sarrazin und dessen Gattin – von glühenden, distanzlosen und unkritischen Anhängern schon mal zum „Eigentlich Märtyrer“ hochstilisiert wird, mit den letzten Sätzen aus unserer NW-Alexandra Abrechnung mit KTzuG:

„Wirkliche Besserung ist kaum absehbar“, endet seine plagatiöse Doktorarbeit, die ausgerechnet von einem der linken Politseite eher näher stehenden Professor (Ach was, wie schäumt die Schwarze Front in der ihr eigenen konservativ-dämlichen Diktion? „Vaterlandsloser Geselle“, „Wichtigtuer“, „Mamasöhnchen“) rezensiert wurde. Es stünde den Medien, die nicht im Umkreis SpringerMohnBurdaDuMont schwimmen, gut zu Gesicht, sich zukünftig jener kritischen Distanziertheit zu bedienen, die hinterfragt, was der junge Mann mit seinen hohlen Attitüden, Plattitüden und Großkotzgesten denn da eigentlich sagen will. Die Kanzleuse – vorerst eines Konkurrenten ledig – sagt wie immer: „Det müssen wa ma abwarten“. Det ham wa och nich anders erwartet.

Halleluja. Das sind sie, unsere Politiker.

„Den hatte ich mal an der Uni Bielefeld“

Gutti und kein Ende. Jeden Tag ein neuer Joke um oder aus dem Umfeld des Mannes aus der fränkischen Provinz. Ein Bremer Juraprofessor hat in der Doktorarbeit des „Helden von Kundus“, „ehrlichen Politikers“, „Anwaltes der Armen und ungerecht Behandelten“ Stellen entdeckt, die abgeschrieben sein sollen. Ist ja hier in der Gegend nichts Neues, gucken wir mal Richtung Lippe, Richtung Vorsteher Landschaftsverband selig. Passiert sicher öfter „als wie man denkt“ (O-Ton Poth, Verona).

Es steht also auf Spiegel.online. Was damit losgetreten wurde, ist schon einer Betrachtung wert, werden doch jetzt die zu Guttenbergschen Verteidigungsheerscharen auch hier in der Metropole am Teuto wach. Zitieren wir einen Kommentar aus Hunderten, die entweder in Bayern getürkt oder rasant aus dem schwarzen Lager gepostet werden. Schließlich ist der „Held“ in Gefahr, der so „tolle“ Politik macht:

SA schrieb: am 16. Februar 2011 um 08:22:30
Fischer-Lescano
Ich hatte diesen grandiosen Professor mal an der Uni-Bielefeld
– genauuuuu so – genau so sieht der auch aus als würde der hinterm Rücken von anderen nach Mami rufen!

Was genau der Mann/die Frau da in seinem/ihrem Kommentar angeblich aus unserer Metropoluni sagen will, entgeht uns zwar, aber immerhin: „Einen Freiherrn kritisiert man nicht. Das ist Bääääää“. Fische inne Butter. Hat der Mann nun Passagen abgeschrieben und wortwörtlich verwandt. Oder nicht? Wenn nicht, Schwamm drüber. Wenn ja, mal kurz die verblendeten Augen auf und fragen, wie das so nahtlos an die Pressekonferenz anknüpft, als die Lichtgestalt aus Bayern der Öffentlichkeit als „Lenker eines börsennotierten Konzerns“ vorgestellt wurde, der sich als kleines 3-Mann-Familienunternehmen entpuppte. Usw., usw. Majestät scheinen zur Flunkerei zu neigen. Doch verwandt mit Baron zu Münchhausen? Wir werden uns noch viel am bayerischen Trachtenjanker des „Politstars“ zu reiben haben. Gibt es ziemliche Parallelen zur damaligen Verblendungsorgie um einen kleinen Gummistiefel-Napoleon hier aus der Gegend, der heute in GAZ macht und sein Weibchen die Karstadt Aufsichtsratet. Und da hat Gutti-Frauchen Stefferl noch nichts Neues geliefert. Kommt aber ganz sicher. Man muss die Kanzlersuppe kochen, so lange es solche Foristen wie auf Spiegel-online gibt, die auch einen schwarzen Popanz bedingungs- und kritiklos anbeten würden.

Wer von den glühenden Verteidigern der kleinen Lapsi des Gottähnlichen, dem bei völlig verwirrten Geistern und Konservativen „besten Politikers, den Deutschland je hatte“ noch intensiver in seiner Diss nachlesen und vor allem die Stellen sehen will, um die es geht, tut das in der „Süddeutschen Zeitung“. Seite für Seite.

Das eigentlich blöde ist jetzt nur: Da ist kein Kapitän der Gorch Fock., da sind keine hochrangigen Militärs, die man jetzt ministerlich feuern könnte. Ob der „Showman von Kundus“ nun mal selbst ran muss? Oder hatte ihn gar Stefferl zu sehr mit ihren Reizen von der Disse abgelenkt?

GfdGFe

GfdGFe? Neue Show von Heidi Klum mit hochbegabten Fastmodels aus einer abgeschirmten Ein-Kind-Familien? Nein. Viel, viel schöner:

G(utti)f(liegt)d(er)G(orch)F(ock) e(ntgegen)!

Der Gutste will nicht warte, bis das Segelschulschiff wieder in seinem Heimathafen ist. Angeblich hat sich SAT 1 mit Gallionslaberer Kerner schon die Erstvermarktungsrechte an der Show gesichert. Der Verteidmin soll aus einem der neuen – eigenhändig von ihm hoch rabattierten – Airbusmilitärtransporter im Kampftauchergewand (Stromlinienförmiger Helm mit bayerischer Schnorchelbrille – Merkmal verklebte Augen – und überdimensionalen Schwimmflossen ikn weissblau mit BMW-Propeller) abspringen, dann eine Weile mit dem befragenden Kerner um die Wette bis zur GR schnorcheln und dann an der Leiter in einer Eurovisionssonderschaltung zur Abendstunde das Deck betreten. Christian Rach hat derweil das Bordrestaurant getestet, Lafer ein Ministersüppchen a la Ozean gekocht und die Balletttruppe des Berliner Friedrichstadtpalastes eine Polonaise eingeübt.

Schrecklich, wenn einer ständig den Aktivisten und „Macher“ herauskehrt und nur heiße Luft hinterlässt.

Gutti unter Beschuß

Offener Brief der Stammbesatzung der Gorch Fock

Sehr geehrter Herr Minister,
mit diesem Brief möchten wir uns als Stammbesatzung zu den Behauptungen, die in der Presse kursieren, äußern. Des Weiteren soll dieser Brief Ausdruck und Zeichen sein, wie sehr die Stammbesatzung hinter ihrem Kommandanten steht. […

Das Feuer auf den so hochgejazzten „Politstar“ ist freigegeben. Ein hinter der Fassade doch ziemlich inhaltsleerer Politeleve wird enttarnt. Auf den TV-Kanälen: „Gutti“. In den Printmedien „Gutti“. Auf den „Nachdenkseiten„: Gutti. In einem Brief hat die Stammbesatzung jetzt dem Superforschen („Ich? Ich mache keine Fehler. Die machen nur die Anderen“) ihre Stellungnahme übermittelt. Was war er noch mal in der skandalumwitterten Mittenwalder Gebirgsjägerkaserne? Was war er da noch gleich?

Die Merkel-Springer-Mohn Kaffeerunde

Nein, so lief das natürlich nicht ab. Das könnte ja nur der wirren Phantasie eines Verschwörungstheoretikers entsprungen sein. Aber eines ist jedenfalls sicher, das Triumfeminat hält – jedenfalls noch – zusammen. Und Angela Merkel kann sich auf Friede Springer und Liz Mohn verlassen, solange die Kanzlerin das „Werdende“ im Sinne des „Gewordenen“ (im Sinne der Springer-Zeitungen) und des „Werdensollenden“ (im Sinne der Bertelsmann-Stiftung) weiterspinnt.
Wenn nicht, dann drohte der Kanzlerin allerdings die Götterdämmerung.

Die „Nachdenkseiten“ sinnieren über die unselige Verbindung zwischen den drei schrecklichen Amazonen Merkel, Springer und Mohn und überlegen, warum jetzt der Liebling der drei Kaffeeklatschweiber ein wenig von BILD vor den Bug bekommen hat. Zu lesen hier. Unsere Provinzgazetten haben offensichtlich nicht den Mut, einmal über diese Verflechtung von Politik, privater Interessen, Häme und Steuersparmodellen offen nachzudenken.

Heimliche Liebe?

Unsere Alexandra, das „Gesicht der NW in Berlin“, hat wieder eines von den großen Dingern rausgehauen. Immer, wenn sie die Welt durch die Brille der Metropole am Teuro betrachtet reibt man sich hernach die Augen und fragt verblüfft: „Häh?“. In bester Qualtätsjournalismusattitüde beschleimt sie den hochgeschriebenen schnöseligen Gutsherren im Ministersessel, formt bei BILD abgeschriebene Sätze wie „…wegen seiner großen Beliebtheit“, schreibt ihm „Mut“ zu, den „Krieg“ in Afghanistan angeblich auch so zu nennen (Seine Umschreibung der Ereignisse am Hindukusch waren weitaus diffizieler. Einfach „Krieg“ sagt ein Wortdrechsler wie Gutti nicht). Mütterlich milde rät sie dem Politichaoten final, er solle sich selbst etwas weniger wichtig und Kritik ernster nehmen. Dann klappe das auch mit dem Kanzler.

Sehr einfach, diese Sicht auf die Welt. Aber das sind wir ja von „unserer“ Alexandra gewöhnt. Sie wird ihm wohl täglich mit viel heimlicher Liebe in der Hauptstadt der gequirlten Politidiotie die vielen hohlen Worte von den arroganten Lippen ablesen. Heimliche Liebe ist da wohl im Spiel. Vielleicht haben Ihre Gnaden schon den Posten der Pressesprecherin des weit bis in die USA vernetzten „Gutti-Konzerns“ auf der heimischen Burg in der fränkischen Provinz angeboten?

So macht man „moderne“ Politik nach Herrenmenschenart

Wie sehr wir hier an der Blitzerschlagbaumbewachten A2 im geistigen und politischen Rückstand leben wird deutlich, wenn man auf „Nachdenkseiten“ liest, wie der Herr Kriegsminister seine „Politik für die Menschen da draußen gestaltet“. Bitteschön. Einfach lesenswert. Immerhin hat der Chefredakteur des Springerschen Kampfblattes mal diese wunderschöne Metropole unsicher gemacht, bevor er zu Höherem berufen wurde:

Denn nach Medienberichten war der Kapitän der „Gorch Fock”, Schatz, am späten Freitagabend während einer gemeinsamen Auto fahrt des Ministers mit einem Reporter der Zeitung „Bild am Sonntag” abberufen worden. Ein Bericht des Blattes erweckt den Eindruck, als habe der Minister während der Fahrt („der gepanzerte Audi A8 schießt mit knapp 200 Kilometer pro Stunde durch die Freitagnacht… als Guttenberg der Kragen platzt.”) seine Entscheidung getroffen, nachdem „immer neue Einzelheiten über seltsame Rituale und Quälereien” auf der „Gorch Fock” bekannt geworden waren.

Jetzt wünsche ich mir einen Kommentar von Urban Priol oder Volker Pispers.

Der Lack bröckelt

Klopsmeister Guttenberg

Noch ein Klops und der „im Universum beliebteste“ Politiker (Laut BILD-Werbekampagne und Kernerscher Kundus-Show) zuGuttenberg ist endgültig als politischer Schaumschläger erster Güte enttarnt. Wie hier die NW distanzieren sich nach der kläglichen Eigendarstellung in Sachen „Gorch Fock“ selbst dem Heiligen aus der fränkischen Provinz sonst kritiklos zu Füßen Liegende Journaillen von den einsamen unkontrollierten Entscheidungen des Herrenmenschen mit Betonfrisur. Da nützt alles wortreiche, gedrechselte Geschwafel nichts, da hilft auch kein billiges Kundusballett mit Truppen als Staffage. Da zeigt sich einfach: Der Bub kann es nicht. Und wer nimmt Kanzlerin Merkel wirklich noch ernst?

Und auch das geistert durch die Presse:

In der Bundesregierung droht ein neuer Konflikt um die Haushaltssanierung. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) verlangt von Finanzminister Schäuble (CDU) bis 2014 zusätzlich 1,2 Milliarden Euro für den Umbau der Bundeswehr. Das erfuhr die in Düsseldorf erscheinende „Rheinische Post“ (Montagausgabe) aus Regierungskreisen. Das Geld sei für „attraktivitätssteigernde Maßnahmen“ wie etwa Prämien für Freiwillige vorgesehen sowie zur Abdeckung von Kosten der Verkleinerung der Bundeswehr wie beispielsweise Vorruhestandsregelungen. Guttenberg muss laut Sparkonzept der Bundesregierung eigentlich in den kommenden vier Jahren 8,3 Milliarden Euro bei der Bundeswehr einsparen.

Jaja, man muss erst mal ordentlich was ausgeben und danach dann ordentlich sparen. Oder so.

Mutti hinter Gutti

Der Verteidigungsminister geht zum Angriff über. Soso. Und Mutti stellt sich hinter Gutti. Versteckt sie sich? Oder bringt die Masse der Journaille in der Aufregung um den seit Jesus beliebtesten „öffentlichen Menschen“ nur etwas durcheinander? Sie macht ja auch mehrheitlich aus der „Suspendierung“ des Käptns der Gorch Fock schon ein „Gefeuert“. Macht ja nichts, wo man in der BILD-Zentrale ohnehin schon die Politik der Bundesrepublik bestimmt.

Nächster Kanzler Kai D. mit Katja statt Gutti mit Stephi?

Eine spitzzüngig „feynsinnige“ Betrachtung unter dem Titel „Der Boulevard regiert“ gibt es auch hier.

Neues von Burg Guttenberg

Karl-Theodor zu Guttenberg redet nicht lange um den heißen Brei herum, er handelt. Das macht in so beliebt. Stunden, nachdem er Ermittlungen über mögliche Vorfälle auf dem Segelschulschiff »Gorch Fock« angekündigt hat, feuert er den Kapitän. Das geht nun doch zu schnell. Die Gerüchte sollten doch zunächst auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft werden, bevor Konsequenzen gezogen werden. Oder der Verteidigungsminister verfügt über so glaubwürdige Aussagen, dass eine sofortiges Handeln erforderlich ist. Dazu könnte die Furcht gehören, die Untersuchungskommission könnte auf dem Schiff nicht ungehindert ermitteln. Oder der bisherige Kommandeur wollte versuchten Einfluss auf die Zeugenbefragung zu nehmen. Beides wären schwerwiegende Vorwürfe, die bisher aber nicht bewiesen sind. Ebenso ist es nur ein Gerücht, dass die Zeitung mit den großen Buchstaben den Minister über weitere Vorfälle informiert hat, der daraufhin gehandelt hat. Wenn Guttenberg allerdings so einfach zu beeinflussen ist, sollten die Untersuchungen auf den Minister ausgeweitet werden.

Liebes Westfalen-Blatt, vergesst nicht, wo Mister Betonfrisur herkommt. Abends, wenn die Junker das Nünbercher Roschtbroatwürschtle vom einzigen Grille der Burg geholt und verspeist hatten und die Freifrau ihre ausführliche Korrespondenz in Sachen Kinderpo— mit Unterstützung des BILD-Chefzeilisten Dieckmann und seiner großklappigen Angetrauten erledigt hatte, mussten ja schnelle Entscheidungen getroffen werden. „Welchen Knecht verhauen wir heute, Stepherl?“ , hieß es dann von Ihro Hochwohlgeboren, während Vattern Enno den „Großen Zapfenstreich“ für den Gorch-Fock-Käptn blasen ließ. Voreilig natürlich, wie es dieser Familie zu eigen ist. Schließlich wohnen sie Gott näher als gewöhnliche Sterbliche. Da ist manchmal schon ein bisschen Schwund drin. Kollateralschaden eben.

„Stepherl“, ohnehin nicht mit dem größten Weit -, Aus -, und Klarblick gesegnet, entschitt das dann immer so: „Mach Du, Karl-Theodorus, das, was uns ins Kanzleramt bringt“. Dann ging sie mit der BILD-Zeitung noch ein bisschen aufs Plumpsklo. Spülung hatten sie da ja noch nicht auf Guttenberg. Die kam erst, als BILD da zehn Stück am Tag im Dorf verteilen durfte. Als Amtsblatt sozusagen. In handliche Quadrate geschnitten, war damit am nächsten Tag gut sch…….

So oft wie da wurde der Diekmann noch nie runtergespült.