Schlagwort-Archiv: Gütersloh

Justizposse geht in nächste Runde

Diese Metropole, die ja sonst keinerlei Sorgen, Themen und Probleme hat, außer gegen das schröckliche Gütersloh mit seiner Genehmigung des Porta-Möbelhausbaues in „gigantischer Größe“ zu klagen hat sich die – nach eigenem Selbstverständnis – beste Kanzlei der Metropole (Streitbörger am Adenauerplatz) genommen und legt los.- Da kommt jede Erbse, die man zählen kann grade recht. 720 Parkplätze seien „schwarz gebaut“ worden. Macht natürlich eine solche Superverwaltung wie die am Niederwall niemals. Ein „Verträglich-keitsgutachten“ sei „fehlerhaft“. Usw., usw.

Da sei doch mal die Frage gestattet, wer letztlich die Baugenehmigungen erteilt. Und das ist die Bezirksregierung in Detmold. Wird die jetzt auch von Bielefeld und Rheda-Wiedenbrück verklagt?

Wie Liz die „Reise nach Jerusalem“ verlor und doch gewann

„Ich hatte die feste Absicht, aus meinem Leben etwas zu machen“, schreibt sie in ihrer Autobiografie „Liebe öffnet Herzen“. Die Chance dazu bot sich der 17-jährigen Auszubildenden 1958 bei einem Bertelsmann-Betriebsfest. Man spielte die „Reise nach Jerusalem“. Reinhard Mohn, Chef des aufstrebenden Unternehmens, und seine junge Angestellte waren die Letzten bei dem Spiel. Mohn gewann. Ein schicksalhafter Tag für die junge Elisabeth, die schon damals auf den Namen Liz hörte.

Bernhard Hänel hat auf NW.online ein zu Tränen rührendes und zu Spenden animierendes Porträt jener Frau aus der langen kleinen Stadt nebenan mit Medienkonzern und gemein nütziger Stiftung geschrieben, die morgen 70 Jahre alt wird. Wer ein Tempo zur Hand hat und sich seiner bitteren Tränen nicht schämt, kann laufen lassen und hier bei der NW schon mal nachlesen, wie das geht. Mit der „Liebe, die Herzen öffnet“. Protegé Klein-Angela ist doch sicher zu Kaffee und Kuchen eingeladen und Friede Springer kommt auch. Oder?

„Von Bielefeld wech“

Momentan spielt „Das perfekte Dinner“ des TV-Senders VOX auf der Insel Sylt. Erinnern Sie sich an die steile Beliebtheitskarriere, die ein dicker Mann aus der Metropole danach hinlegte, als er an dieser Vergnügung teilnahm? Ok. Diesmal ist es Jörg, der teilnimmt und den Start der Woche bestritt. Jörg ist „von Bielefeld wech“, hat als Koch im Gütersloher Parkhotel gearbeitet und nach weiteren Stationen entdeckte er seine Liebe nebst Frau und Kindern zu einem Currywurst-Imbiß auf der Insel. Jörg bekam gestern Abend zwar nur mickrige 29 Punkte für seine Speisenfolge. Aber für einen „von Bielefeld wech und in Chütersloh gewesen“ ist das ja schon ein Sprung. So nach Sylt, ne? Jetzt fühlt er sich zwischen Sand, Dünen, Schickimicki in der Sansibar, Strandgras und Nordsee offensichtlich wohl Obwohl das bei enem Ostwestfalen nicht so ganz rüberkommt, weil sie die Zähne meist nie weiter auseinander kriegen als im Moment absolut notwendig.

Mal sehn, was weiter wird. Mit Jörg. Mit dem Dinner. Mit VOX. Wir haben ihn im Auge und den dicken Mann mit dem Drang, die Leute am Telefon zu belästigen bescherzen, natütrlich auch. So tolle Arbeitgeber wie der dicke Mann und seine Friends sind eher rar.

Geht jetzt ein Ratslicht auf?

Ein weltberühmter Bielefelder Lichtdesigner, dessen Entwürfe bereits zur Kolossalaufführung des „Jüngsten Gericht“ demnächst oben auf dem Metropolensteinhaufen Sparrenburg unter der Regie von Inge „Lutterturbine“ Schulze auf grünem Kunstrasen uraufgeführt werden sollen, hatte eine Idee, die Epoche machen wird.

Auf der Kuppel einer jener Leuchtmittel aus den zwanziger Jahren, die den Weg in das museale Innere eines Industriedenkmals der größten Stadt zwischen Hannover und Hamm weist (nein, nicht der Container-Bahnhof mit umgebender Kaninchen-Brache Mossschen Ausmasses) hat er einziseliert:

Herr, wirf Hirn herab

Inspiriert hat ihn der freundliche Hinweis des OWL-Einzelhandelsverbandes an den wie Kleinkinder plärrenden Schildaer Bielefelder Rat (Erst nehmen Sie uns die ARMinia weg, dann gibt es keinen Untersee, schließlich baut Gütersloh was und wir nicht……..Bääääääääääääääääää) , die Größe des kommenden Porta-Baues in Gütersloh sei „nicht unbedenklich“. Gütersloh habe „um 16% reduziert“, während zuvor eine Reduktion um „20 bis 40%“ empfohlen worden sei.

Unsere Empfehlung; Pissoirs weglassen. Dixis aufstellen.

Fertig.

Anschließend wirft der Herr Hirn auf diese Städte im Niemandsland der Intelligenzia. Kann aber sein, daß es zu hart in Gadderbaum aufplatscht und ein Pudding draus wird. Wenn es so weit ist, wird die Feuerwehr Sprungtücher aufhalten müssen. Sie haben bereits ellenlange Arme, warten sie doch schon lange.

Biele-Rat ratlos


Neues Theater und alte Stadthalle Gütersloh

Ich gebe zu, ich lasse nicht allzu viele gute Haare an der langen Nachbarstadt mit dem gemein nützigen Konzern mit B. in der Stadt. Aber wenn man NRW-weit auf WDR 2 hört, daß der „Rat der Stadt Bielefeld erwägt, die Stadt Gütersloh wegen Verstoßes gegen die Einzelhandelsregionalplanung“ (siehe Beitrag von kath in Sachen Moss) verklagen will, ist man doch zunächst mal ziemlich erstaunt. Der Rat der Stadt Schilda Bielefeld verklagt, weil Nachbarstädte cleverer, mit (wahrscheinlich) geringerem Gewerbsteuerhebesatz ausgestattet sind und schlicht und einfach ihre Stadtentwicklungsplanung so im Griff haben, daß Gartencenter Brockmeyer und das Möbelhaus Porta Lust haben, da Millionen auf einer Brache zu investieren? Kann man eigene Transusigkeit und ungeheure Lahmaschigkeit in eine Klage einbringen?

Vielleicht sollte der Haar-Dopehersteller Wolff statt Alpecin und kostenlosen Karten für den Pleiteclub ARMinia (Das Aushängeschild der Stadt) mal auf „Hallo wach“-Produktion umsteigen. Übrigens: Es gab da mal einen Fußballclub, der auch den Namen „Gütersloh“ trug. Man hat ihn in die Insolvenz geschickt seitens der Stadt und möglicher Geldgeber…..

Es läuft eine Menge schief in der größten Stadt zwischen Hannover und Hamm. Zu viel.

Aktuell hat die kleinbürgerliche Junta im Rathaus dazu eine Pressemeldung rausgeschossen:

Aus aktuellem Anlass hat sich der Stadtentwicklungsausschuss der Stadt Bielefeld in seiner gestrigen Sitzung (17. Mai) nochmals mit den Absichten der Stadt Gütersloh zum Neubau eines großflächigen Porta-Möbelfachmarktes nebst einem weiterem Möbelfachmarkt und dem größten Gartencenter in Ostwestfalen in Gütersloh beschäftigt. Die aktuell von der Stadt Gütersloh vorgelegte Bebauungsplanung für das Pfleiderer-Gelände zeigt, dass die Vorbehalte der Stadt Bielefeld gegen die Ansiedlung nicht berücksichtigt wurden. So würde die Porta-Ansiedlung dem von der Stadt Gütersloh selbst beauftragten Einzelhandelsgutachten widersprechen, das eine deutliche Reduzierung der Verkaufsfläche fordert. Gutachterlich begründet wurde die erforderliche Reduzierung des Vorhabens mit zu erwartenden Kaufkraftabflüssen in der Region – so auch im Bielefelder Einzelhandel – sowie einer unverhältnismäßigen Zunahme der Zentralität des Mittelzentrums Gütersloh in der Region. Mit der Ansiedlung widerspricht die Stadt Gütersloh zudem dem Regionalen Einzelhandelskonzept, das die Städte und Kreise in Ostwestfalen-Lippe unterschrieben haben. Darin verpflichten sich die Beteiligten, Entwicklungen im Möbeleinzelhandel nur noch im regionalen Konsens zu realisieren. Die Stadt Bielefeld hat entsprechend der Vereinbarungen in den vergangenen Jahren nur maßvolle und regional verträgliche Entwicklungen im Möbeleinzelhandel unterstützt. Die Stadt Gütersloh beabsichtigt nun, aus diesem Konsens auszuscheren und sich über die von vielen Kommunen in der Region bereits vorgebrachten Bedenken hinwegzusetzen. Die Stadt Bielefeld appelliert daher eindringlich an der Rat der Stadt Gütersloh, den Bebauungsplan in der kommenden Sitzung am 20. Mai nicht zu beschließen. Der Stadtentwicklungsausschuss empfiehlt dem Rat der Stadt Bielefeld, notfalls gegen die Stadt Gütersloh zu klagen.

„Bäh, jetzt vermasseln wir Euch die Ansiedlungen, wir Metropole der Blitzer“. Ob sie schon ihre kleinkarierten Karohemdchen im rotgrüngelben Design angezogen haben?

(Gregor) Moss das denn sein?

Wie schon vor drei oder vier Wochen geahnt, scheint es jetzt Realität zu werden.

Erst wird Finke verboten nach Bielefeld zu „expandieren“ um ein „Kompetenzzentrum“ aufzubauen, jetzt weint Bielefeld, weil Porta und auch Brockmeyer (in der NW Version noch mit i, siehe Screen) sich Gütersloh als neue Residenz ausgesucht haben.

Warum solche Klagen immer erst NACH dem ersten offiziellen Spatenstich erfolgen, muss man anscheinend nicht verstehen. Kam ja auch alles ganz spontan und plötzlich. Auch wenn die NW es vorher schon bildlich festgehalten hat. Bis Neuigkeiten in Bielefeld ankommen, dauert es ja bekanntlich immer etwas länger (Bildungspaket, konjunktureller Aufschwung, Starbucks…). Wahrscheinlich hat textexter den Newsbollerwagen auf der B68 angehalten. Rausgewunken, wie es sonst nur die fleißigen Jungs vom Zoll immer machen. Anders kann man sich dieses Kaspertheater nicht erklären.

Tony, der Kadavergehorsame

„Manche Leute fragen mich auch heute noch: ‚Warum haben Sie damals diese Entscheidung getroffen, von der Sie wussten, dass sie so unpopulär ist‘ Meine Antwort lautet: Weil ich nach wie vor fest daran glaube, dass man bei bestimmten politischen Entscheidungen ganz einfach kein Risiko eingehen darf. Aus diesem Grund würde ich heute in der Frage des Iran exakt genauso handeln wie damals im Irak. Ich würde diesem Land unter gar keinen Umständen erlauben, Atomwaffen zu entwickeln.“

Das ist eine der markigen Aussagen des Herrn Blair, dem ehemaligen Schoßhündchen eines gewissen Hern Georg W, Bush. Bei jenem Konzern in der kleinen Nachbarstadt, der so gar keine Hemmungen hat, hat er seine Biografie herausgebracht und war jetzt da, um seine sabbligen Thesen abzusondern. Und alle, alle kamen. Die Gazetten, ob groß oder klein schauten und hörtehn dabei zu, wie er dort „Tee trank“.

Tony hat nichts gelernt. Bertelsmann & Co.wollen und werden nichts lernen, was weniger Show und Remmidemmi bedeuten würde und über unsere leutseligen Medien hier brauchen wir ohnehin nicht sehr viele Worte zu verlieren. Schließlich war der Tee im Random-House sicher kostenlos. Da wird so ein kruder Typ wie Blair immer als „Vorbild“ hingestellt, auch wenn viele seiner Landsleute ihn als hunderttausendfachen „Mörder und Arschkriecher“ sehen, der Großbritanninen Unsägliches eingebrockt hat.