Schlagwort-Archiv: Gudrun Kopp

Geguttenberg

Ein kürzlich erst aus dem Schaum einer absurdest zusammengepinselten Dissertation eines fränkischen Lügenbarons geborener Begriff wird zur Blaupause ähnlicher Handlungen in diesem unserem Lande. Jetzt scheint es die Vizepräsidentin des EU-Parlamentes und meist wortschwalligst für die Splitterpartei FDP unterwegs seiende Silvana Koch-Mehrin ja tatsächlich erwischt zu haben. Die Plagiatsvorwürfe haben sich laut Frankfurter Rundschau wohl erhärtet:

Laut den Plagiatsjägern von „Vroniplag“ soll Silvana Koch-Mehrin große Teile ihrer Dissertation abgeschrieben haben. Die zuständige Universität Heidelberg spricht von einem „absoluten Ausnahmefall“.

Ach Silvana, die Du uns doch so oft erfreutest mit ungesteuertem Geplapper, nachhaltigst tiefer Präsenz im Parlament und Babybauchtitelbilder: Jetzt wo ein Röslein Euch grandiose Truppe steuert und sogar unsere Gudrun Kopp die Brocken hingeworfen hat: Gebt Euch selbst eine Auszeit. Verschwindet einfach mal eine Weile aus den Gesichtsfeldern der Wähler.

Zumindest kann sich Silvana einem brüsten: Sie ist jetzt Mitglied derer, die „Geguttenbergt“ haben.

Gudrun Kopp will kein „Kamikaze“ sein und wirft hin

Die FDP-Staatssekretärin im Entwicklungsministerium Gudrun Kopp aus Lippe hat ihr Amt als Bezirksvorsitzende in Ostwestfalen-Lippe vorzeitig niedergelegt. Das bestätigte sie am Sonntag dem in Bielefeld erscheinenden WESTFALEN-BLATT. Hintergrund ist massive Kritik der Basis an Guido Westerwelle, der beim Bundesparteitag in Rostock aufgefordert werden soll, sein Amt als Außenminister zur Verfügung zu stellen. Gegen das Votum von Frau Kopp hatten zwei Drittel der Mitglieder eines Bezirksparteitags am späten Freitagabend einen Antrag mit massiver Kritik an der FDP-Spitze durchgesetzt. Darin wird gefordert, die Partei solle alle Minister- und Staatssekretärsämter zurückgeben. In neuen Verhandlungen mit der Union solle erreicht werden, künftig den Finanzminister zu stellen. Nur so könne die Kernkompetenz der Liberalen deutlicher werden, heißt es in dem Antrag aus dem Kreisverband Paderborn. Frau Kopp zum WESTFALEN-BLATT: »Das ist Kamikaze«. Der designierte neue Bundesvorsitzende, Philipp Rösler dürfe auf keinen Fall nicht mit einem »solchen Mühlstein um den Hals« belastet werden. Unterstützt wurde der radikale Vorstoß gegen die Parteilinie beim Bezirksparteitag in der Lipperlandhalle Lemgo auch von Bundestagsmitglied Frank Schäffler. Der Herforder leitet jetzt den Bezirksverband OWL gemeinsam mit Thomas Seidenberg (Bielefeld) geschäftsführend. Beide müssen auf einem Sonderparteitag des Bezirks, die Nachfolgefrage klären. Eine Debatte über Kopps Rücktritt war am Freitag noch nicht möglich, weil die seit 16 Jahren amtierende Bezirkschefin ihren Rückzug erst im Schlusswort präsentierte.

Och der seidige Berg wird schon die Gudrun machen, ne?

Unsere Gudrun mag den Rösler-Philipp

Da hatte ja die NW dann doch unsere Gudrun, Oberhäuptlingin der hiesigen gelben Resttruppe FDP, gefragt, was sie von Rösler-Philipp als möglichem neuem Partiebösschen der sich selbst zerlegenden Splitterpartei hält. Sie schätzt den Rösler-Philipp fachlich und menschlich sehr. Soso. Interessanter ist aber, daß unsere Gudrun dem Herrn Brüderle eine „sehr gute Wirtschaftspolitik“ bescheinigt. Da haben wir wohl eine Menge versäumt. Zu blöd, wenn man schläft während Brüderle ein Viertele nach dem anderen leert und „Wirtschafts“politik macht. Aber Gudruns Rösler kann es – der Beweis ist bereits in Niedersachen erbracht, wo er mal für Wirtschaft veranwortlich war – sicher nicht besser. Aber er kichert zugegeben niedlicher als Brüderle Reiner.

Das wäre doch jetzt die Stunde von Silvana. Jener blonden FPD-Walküre, die in Brüssel hockt und meist durch ziemlich verwirrend doofe Sprüche auffällt. Was sie ja eigentlich hervorragend für die Politik qualifiziert. Jetzt noch schnell eine knackige Doktorarbeit plagiieren (eine gewisse fränkische Adels-Steffi hat da sicher noch Reserven und was im Schrank) und dann HolladieWaldfee. Quotenfrau als Vorzeigeliberale. Das hätte doch was. Da würde die spröde Frau Homburger aber gucken wie Schweinegrippe-Rösler aus vietnamesischen Flußrehaugen.

Gudrun sagt man dürfe nicht „kopflos werden“

Dreimonatige Denkpause, Expertenanhörung und dann eine plausible Begründung für oder gegen den Atomausstieg – das war der Atomfahrplan der Bundesregierung. Bis gestern. Beim Thema Atomausstieg legt FDP-Generalsekretär Christian Linder solch ein Tempo vor, dass es einigen seiner Parteifreunde ganz schwindlig wird. Lindner will die acht vom Netz genommenen Meiler nie wieder anschalten. Vielen gleicht das einer Flucht aus der Kernkraft, die
viel zu schnell passiert. Was fehlt, ist die ausführliche Begründung für den schnellen Sinneswandel. Die Wahlniederlagen vom Wochenende können nicht der alleinige Grund sein. Denn schon lange will die Mehrheit der Deutschen einen Atomausstieg. Gekümmert hatte das bisher weder die Union noch die FDP. Um so wichtiger ist es, die Parteianhänger, die bisher die Kernkraft verteidigt haben, zu überzeugen. Wer so schnell und so fundamental seine Meinung zur
Atompolitik ändert, muss besonders gute Argumente für den Sinneswandel liefern. Die Halbwertzeit bisheriger Energiekonzepte nimmt immer mehr ab. Mit Glaubwürdigkeit hat das wenig zu tun.

Richtig, liebes Westfalen-Blatt. Das Tempo der Wendehälse von CDU und FDP ist so beängstigend, daß es unglaubwürdig wird. So meint auch unsere hiesige FDP-OWL-Fürstin Gudrun Kopp, man dürfe „nicht kopflos werden“. Was heißt kopflos? Das ist die gelbe Partei doch längst 🙂