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„Europa vor den Kopf gestoßen“?

Mit seiner Ankündigung, die Griechen über den unpopulären Sanierungskurs des Landes abstimmen zu lassen, hat Premierminister Giorgos Papandreou das europäische Ausland hart vor den Kopf gestoßen. Die Regierungen Deutschlands und Frankreichs zeigten sich zugleich überrascht und besorgt. FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle forderte die Europäer auf, sich gegen einen Staatsbankrott Griechenlands zu wappnen. Aus diversen Pressemeldungen.

„Vor den Kopf gestoßen“? weil die jetzt abstimmen sollen, die es betrifft? Wir hier in der „goldenen Bundesrepublik“ hält Madame Merkel ja im Gegensatz zur ihr selbst nicht für fähig, darüber abzustimmen. Honeckers personifizierte Rache an allen jenseits der ehemaligen Mauer wird dafür dereinst die Quittung kriegen.

Haben Sie mal grad 106 Mrd. für die Banken?

Der politische Berg kreiste (um sich selbst) und gebar ein fiskalisches Monster. 50% Erlass der Griechenschulden und damit die „systemrelevanten“ Banken nicht umkippen kriegen/brauchen/bekommen sie jetzt 106 Mrd. „frisches“ Kapital. Donna Lüttchen fuhr sich heute Morgen schon sehr früh mit dem Zeigefinger an die Stirn. Und das soll jetzt genügen?

Die wie immer völlig uninformierten Kreise lachen schon mal vorsichtshalber heiser…. Erst brauchte man an der Ägäis ein par schlaffe Millionen, dann ein paar mickrige Milliarden und jetzt ist man bei satten Billionen. Es heißt, zum Dank gäbe es in den greichschen Restaurant 50% Nachlaß auf die Essensrechnung.

Jamas!

Der Junge aus Piräus

Traurig sieht er aus, der griechische Händler auf dem Siegfriedplatz-Markt. Und nachdenklich. „Warum haben wir das alles zugelassen? Warum sind immer die gleichen Gauner an der Regierung? Warum haben wir nichts aus der Zeit der Diktatur gelernt?“ Vom σκορδαλιά (Knoblauchsalat) darf es diesmal ruhig mehr sein. Schaufel zu, Junge aus Piräus! Vielleicht vertreibt der Geruch die bösen Geister aus Frankfurt, Berlin, Brüssel und Paris. Klein-Angela kannte schließlich eher Konsum und Kaufhalle und Goldbroiler. Und Sakotzy mit den kurzen Beinchen hat damals beim Kärchern den letzten Verstand verloren. Man sagt ja, das sei ungefähr zu der Zeit gewesen, als er was gegen Strauss-Kahn in New York anleierte….

Die Regierung und Griechenland

Bundeskanzlerin Merkel bereitet nach Angaben des Nachrichtensenders
„Bloomberg“ Notfallpläne vor zur Stützung deutscher Banken, für den
Fall, dass Griechenland die Bedingungen für das Hilfspaket nicht
einhalten kann und aus diesem Grund fallen gelassen wird. Als Quelle für
diese Information gab „Bloomberg“ drei Abgeordnete des Bundestags an,
die anonym bleiben wollten. Der Notfallplan beinhalte Maßnahmen, Banken
und Versicherungen im Falle eines Verlusts in Höhe von 50 Prozent
griechischer Anleihen mit Steuergeldern der Bürger zu stützen.

Nur um Finanz- und Wirtschaftskonzernen keine Verluste zu bescheren. Obwohl diese noch genug auf der hohen Kante haben.

In Berlin kanzelte Angela Merkel ihren Wirtschaftsminister Philipp
Rösler ab, weil dieser am Wochenende gefordert hatte, auch eine
„geordnete Insolvenz“ Griechenlands in Erwägung zu ziehen. Daraufhin
waren internqational die Börsenkurse erneut
eingebrochen. Für Teile der Finanzlobby in Deutschland ist es
allerdings mittlerweile eine reale Option, Griechenland in die Insolvenz
zu treiben.

Tatsächlich hat die rasante Vertiefung der Wirtschaftskrise in
Griechenland alle bisher ausgezahlten „Rettungsschirme“ obsolet
gemacht. Ohne Überweisung der nächsten „Rate“ wäre der griechische
Staat bis Anfang Oktober zahlungsunfähig. Der griechische
Ministerpräsident Giorgos Papandreou versprach zwar vollmundig einen „Titanenkampf“ gegen
den drohenden Staatsbankrott, stößt aber an allen Ecken und Enden auf
wachsende Massenproteste. Am Samstag demonstrierten mehr als 25.000
Menschen in Thessaloniki anlässlich seines Messebesuchs und forderten
die Annullierung der Vereinbarungen mit EU und IWF.

Deren Unterhändler fordern mittlerweile unter anderem, dass rund 150
staatliche Betriebe
Griechenlands binnen eines Jahres zehn Prozent der Arbeitsplätze
vernichten. 20.000 Beschäftigte bei der U-Bahn, Eisenbahn, Fernsehen und
einer Nachrichtenagentur wären davon betroffen. Die Drohung mit dem
offenen Staatsbankrott hat deshalb auch den Hintergrund, das griechische
Volk damit zu erpressen und der griechischen Regierung drastische
Rechtfertigungen dafür an die Hand zu geben. Für das internationale
Finanzkapital ist dies auch eine Probe aufs Exempel, wie und ob sich
solche Krisenprogramme gegen den wachsenden Widerstand durchsetzen
lassen.

Daß unter anderem auch im Berliner Finanzministerium die Folgen
eines griechischen Staatsbankrotts durchkalkuliert werden, ist Ausdruck
der wachsenden Unsicherheit der führenden Kreise des internationalen
Finanzkapitals. Ein „geordneter Staatsbankrott“ ist allerdings eine
Illusion. Bundeskanzlerin Merkel warnt vor den drohenden Domino-Effekten.
Schon jetzt ist absehbar, daß etliche Gläubigerbanken ebenfalls vor
der Pleite stünden, ganz abgesehen von unvorhersehbaren Kursstürzen an
den Aktienbörsen und einer weiteren Abwertung der Staatsanleihen
Spaniens, Italiens, aber auch der zentralen Euroländer. Das
Auseinanderbrechen des gesamten Euro-Raums und eine internationale
Bankenkrise stehen auf dem Spiel.

Ist da was schlechtes dran? Eigentlich nicht, aber noch herrschen die Finanz- und Wirtschaftslobby, welche mit der Politik Hand in Hand arbeiten. Alles durch das Volk, jedoch wenig oder nur halbherzig für dieses tun. Es bedarf einer politischen und gesellschaftlichen Alternative, um weitere Auswüchse der etablierten Avangarde zu verhindern. Also: Aufgepaßt!

Eurohilfen angeblich Grundgesetzkonform

Das Bundesverfassungsgericht hat über die Klagen von Euro-Skeptikern gegen die Euro-Hilfen und den Rettungsschirm entschieden. Nach Auffassung der Karlsruher Richter verstoßen die Milliardenhilfen für hoch verschuldete Euro-Staaten nicht gegen die Vorgaben des Grundgesetzes. Der Bundestag hat die Tagesordnung seiner Haushaltsdebatte geändert, damit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in ihrer Rede auf das Urteil reagieren kann.

Schreiben die Pressedienste. Nun, die roten Karlsruher Roben sind ja für so manchen Gag gut. Wie wäre es mal mit einer Betrachtung der Passagen des EU-Vertrages? Oder der realistischen Beantwortung der Frage, was uns Steuerzahler griechische Schulden und griechische Falschangaben in den Beitrittserklärungen angehen, die Brüsseler Schwachmaten „prüften“?

Nichts los auf der Gass´

Schwere Zeiten für gedruckte Blätter. Da muß man schon den Heiligen Vater ganz nach vorne hieven. Mario Ermisch will bei ARMinia nicht, Glimmstengel Mario Basler will lieber Trainer bleiben. Paderborn muß sich auf seinem Airport auf weniger Air-Berlin-Flüge der jetzt von Hartmut „The Weiche“ Mehdorn administrierten Fluglinie einstellen. Um Gottschalk und sein angeblich vervierfachtes Gehalt (ca. 6 Mio. aus zwangsaquirierten GEZ-Geldern für einen Showopa?) gibts leichten Unmut und die Börsen rutschen tiefer. War noch was?

Ach ja. In der Metropole an der reißenden Lutter suchen sie „den schnellsten Tramper nach Griechenland“.

Und wir? Suchen den schnellstfallenden Reissack hoch oben im Norden, In Jöllenbeck.

… und ARMinia spielt am Samstag vor 6000 – 7000 gegen den SV Wehen.

Bankenabgabe

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Nicolas Sarkozy haben bei ihrem Treffen im Vorfeld des EU-Sondergipfels von Forderungen nach einer Abgabe der Banken für das so genannte zweite “Hilfspaket” für Griechenland Abstand genommen. Das wird aus Kreisen der Europäischen Union berichtet. “Sie sollten davon ausgehen, daß es keine Bankensteuer geben wird”, erklärte ein Insider.

Sicher doch, nachdem die Banken Staatshilfen erhielten und nur die wenigsten diese auch zurückzahlten, sollen die armen Banken, welche genug stille Reserven haben, nicht noch weiterhin belastet werden. Es war schon ein Verstoß gegen die europäischen Verträge, daß man dem Ausland hilft, nur damit es keinen Bankencrash gibt. Doch ist der Preis, der massiven Senkung des Lebensstandards der Griechen und unserem sowie der exzessiven (indirekten) Ausplünderung des Guthabens des einfachen Mannes von der Straße dadurch gerechtfertigt? Nein, also, Schuldenerlaß und Bankenabgabe. Griechenland muß natürlich sparen und sich verändern, aber nicht so dramatisch, daß es Tote gibt und die Verbrechensrate ansteigt.

EU vor neuem Krisengipfel

Die internationale Verschuldungskrise greift dramatisch um sich und erreicht in Europa einen neuen Höhepunkt. Anfang der Woche drohte auch das nach Wirtschaftsleistung an achter Stelle der Welt liegende Italien in den Krisenstrudel zu stürzen. Italienische Staatsanleihen fielen in freiem Fall wie nie zuvor. Ein Treffen der Vertreter der 17 EU-Länder am Dienstag geriet bereits zum Krisengipfel. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble beschwichtigte, das sei ein ganz “gewöhnliches reguläres Treffen” und die Warnungen vor einem Staatsbankrott Italiens seien “übliche Gerüchte”. Solche Antworten stehen bei den Herrschenden stereotyp vor jedem Schub nach unten in der internationalen Finanzkrise. Im Oktober 2009 stand erstmals Griechenland vor dem Offenbarungseid, Kredite nicht mehr zurückzahlen zu können. Kanzlerin Merkel mahnte damals, „man solle das Problem nicht überbewerten“, erinnert heute die “Frankfurter Rundschau”. Am Freitag soll der nächste Sondergipfel folgen. Hektik ist angesagt.

Die um sich greifende internationale Verschuldungskrise ist die zwangsläufige Folge des internationalen Krisenmanagements nach dem Ausbruch der Finanz- und Weltwirtschaftskrise im Herbst 2008. Rund die Hälfte des Weltsozialprodukts wurde in die Banken gepumpt, um das internationale Finanzkapital nach dem Platzen der Spekulationsblase vor einem Zusammenbruch zu retten. Die Staatsverschuldung explodierte und steigert sich wie eine Bugwelle. Mit ein Grund für die Beschleunigung der Verschuldung ist, daß heute sämtliche Maßnahmen unmittelbar der Spekulation unterworfen sind, die sich chaotisch im Auf und Ab der Kurse entfaltet: Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte intern einen europaweiten Rettungsschirm von 1,5 Billionen Euro erwogen. Die Erwartung des daraus resultierenden Geldregens ließ die Kurse der Finanzunternehmen klettern. Vorgestern hat die italienische Regierung ein sogenanntes “Sparpaket” von 47 Milliarden Euro gegen die Massen angekündigt. Prompt stiegen heute die zuvor rasend gefallenen Börsenkurse wieder.

Wenn große Volkswirtschaften wie Italien oder Spanien Rettungsschirme brauchen, dann würde das rückwirkend die “Retter” selbst in den Schuldenstrudel hinein reißen. Damit würde schlagartig auch der Schuldenstand der drei führenden EU-Länder ihre jährliche Wirtschaftsleistung übersteigen. In vielen Ländern hat die Verschuldung bereits negativ auf die Wirtschaftsentwicklung zurück geschlagen. Die meisten EU-Länder haben sogar den Vorkrisenstand vor 2008 nicht oder gerade mal erreicht. In Spanien ist die Konjunktur seit einem Jahr wieder deutlich rückläufig. In Belgien hat die lang anhaltende Depression zu einer politischen Dauerkrise geführt. Die abgewählte Regierung führt das Land provisorisch nunmehr seit einem Jahr.

Jetzt macht das Wort “Ansteckungsgefahr” die Runde. Sie wollen sich nicht von den offenen politischen Krisen gegenseitig infizieren. Der tiefere Grund der Panik der Herrschenden sind die rebellierenden Menschen im Mittelmeerraum. In Griechenland entwickelt sich eine revolutionäre Krise. Ministerpräsident Papandreou ist nur knapp an einem schmählichen Abgang vorbei geschrammt. Und der in seinem eigenen Land Italien nicht minder unbeliebte italienische Ministerpräsident Berlusconi? Wenn er den “harten Kurs” gegen das Volk nicht überlebt, wäre das möglicherweise ein Signal für europaweite Massenkämpfe in weiteren Ländern. Das ist “die Ansteckungsgefahr”! Nämlich wenn sich das Volk die kämpfenden griechischen Massen zum Vorbild nehmen sollten. Einen verlässlichen Impfstoff dagegen wird aber kein Krisengipfel finden. Da nützen auch Streßtests nicht, welche ohnedies zu spät kommen und schon viel früher hätten stattfinden müssen.

Bei Zeus. Sind die Banken „großzügig“

Mit „sagenhaften“ 3,2 Mrd. beteiligen sich die Banken generös am „Rettungspaket“ für Griechenland. Das ist nicht einmal ein Bruchteil dessen, was die Steuerzahler erzwungenermaßen dank der „alternativlosen“ Politik unserer Berliner Junta aufzubringen haben…. Da wird doch jetzt wohl mal auf unsere Kosten ein kleines Sommerfest in der Residenz der Kanzlerin für Ackermännchen & Co. auf unsere Kosten drin sein. Oder?

Einziger Wermutstropfen: Margot Käßmann schleicht sich mit Beffchen durch die Hintertür rein und hält eine vierstündige Phlippika mit anschließender Auspeitschung der Bankeria vor laufenden Kameras. Die vier Stunden vorm Schirm würden wir locker aussitzen ob der zu erwartetenden schönen Bilder blanker Ärsche der Leutebescheisser. Von der Spasskasse Bielefeld können sie ruhig ein paar dabeigeben als Dank für die phantastische „Leistung“ in Sachen WestLB. Es sind genau die gleichen Leute, die mittelständischen Unternehmern bar jeglicher Ahnung im weichen Arschstreichelsessel erzählen, wie das Geschäft zu laufen hat. Hatte da nicht ein früherer Oberspassler mit einem Mundwerk über Deppendorf hinaus ein marodes Kino „Skala“ nahe Jahnplatz als „Hobby“ zwangsersteigert und läßt es jetzt ein bißchen gammeln?

Griechischer Löffel

Wenn wir schon ungefragt das Thema Griechenland als Steuerzahler mit auslöffeln „dürfen“, dann doch bitte schmackhaft. Mit Nüssen, Honig und griechischem Joghurt. Alexis, sag was!

PS aus gegebenem Anlaß: Zum wiederholten Male finden sich in den Kommentaren beleidigende Sätze eines Kommentators gegen Autoren hier. Da sich aus der IP-Nummer herauslesen läßt, von welchem Server dieser Schwachkopf sendet, sollte derjenige mal nachdenken, ob es wirklich so klug ist…..

Schuldenkaiser reißt die Klappe auf

Deutschland hat über 2 Billionen Euro Staatsschulden. Beim Fingerzeigen auf Griechenland steht das Merkel-Land ganz vorne am Zaun und hetzt, was das Zeug hergibt. Natürlich machen die Medien ebenso fröhlich wie hirnlos mit. Ausgerechnet das Land, das im vergangenen Jahrhundert gleich 3 Staatspleiten hinlegte, zeigt mit dem Finger auf andere Länder und gibt sich mal wieder als Oberlehrer. Warum die Situation eigentlich eine ganz andere ist, erläutert der Wirtschaftshistoriker Albrecht Ritschl auf Spiegel.online:

Ritschl: Gemessen jeweils an der Wirtschaftsleistung der USA war allein der deutsche Schuldenausfall in den dreißiger Jahren so bedeutsam wie die Kosten der Finanzkrise von 2008. Im Vergleich dazu ist das griechische Zahlungsproblem eigentlich unbedeutend.

Fingerspitzengefühl war allerdings noch nie das herausstechende Merkmal des weiblichen Rambos und Wendehalses aus Templin.

DGB = Dougans Gedanken-Blog

Nach einer repräsentativen Umfrage der Bertelsmann Stiftung will die Mehrheit der Bevölkerung mehr Mitsprache bei wichtigen politischen Entscheidungen. 78 Prozent wünschten sich, über Volksbegehren oder Bürgerentscheide mit entscheiden zu können. Wenn die Herrschenden den Willen des Volkes (endlich) einmal berücksichtigen würden, würde die Zufriedenheit im Staate erheblich zunehmen. Allerdings wird so etwas nicht geschehen, da wir dann “Gefahr” laufen, den Euro abzuschaffen und aus der EU auszutreten. Allerdings würden dann regenerative Energien im Grundgesetz verankert, die SGB-Bücher würden verbrannt und vielleicht hätte mancher Filius auch wieder Hitzefrei. Und das nicht bloß die letzten beiden Stunden… ;-)

Bürgerentscheide in Zeiten wie diesen wären auch ungemein wichtig, um das noch wichtigere Ziel, der Politikverdrossenheit entgegenzuwirken, denn nach einer Untersuchung des Parteienforschers Oskar Niedermayer von der Freien Uni Berlin haben die Union und FDP im letzten Jahr überdurchschnittlich viele Mitglieder verloren. Die CDU verlor 3 Prozent, die CSU 3,3 Prozent, die FDP 5 Prozent ihrer Mitglieder. Aber auch die SPD verlor zwei Prozent. Klingt nach wenig, doch weniger Mitglieder bedeutet auch weniger Einnahmen aus den Mitgliedsbeiträgen, welche trotz aller Spenden immer noch die wichtigste Einnahmequelle einer Partei ist.

Gestern ging das Atommoratorium zu Ende. Der beschlossene “Atomausstieg” tritt ja erst Mitte Juli in Kraft. Eon hat verkündet, Isar I und Unterweser nicht mehr ans Netz zu nehmen. RWE dagegen und EnBW haben sich dagegen noch nicht festgelegt, ob sie ihre alten Reaktoren bis Mitte Juli noch einmal hochfahren wollen. Vor Ende der Woche wollen sie sich dazu erklären. Was erkennen wir aus diesen bekannten Meldungen? Weiterhin ein Hü und Hott, die einen spielen auf Zeit, andere beschwichtigen, das Volk wartet auf den Herbst, will sagen Sommer der Entscheidungen und passieren tut gar nichts.

Was ist die beste Lösung? Sämtliche Häuser- und Hüttendächer mit Photovoltaikanlagen zupflastern, auf Kosten des Bundes und der 4 Energieriesen, kein Stromimport mehr, sondern reiner Export. Ein paar Arbeitslose weniger, der Staat spart langfristig Geld und Griechenland bekommt von uns nichts mehr, sondern wird, nach temporärer Staatsauflösung unter UN-Mandat gestellt. Dazu Plesbizide nach Schweizer Vorbild und alle sind happy.

Sind „der Zukunft Beraubte“ nur Chaoten?

NW, die Teuto-Prawda, größte Tageszeitung der Metropole macht heute mit Bildern der Proteste in Griechenland auf. „Polizei schützt Parlament vor wütenden Griechen“. Brechen wir das mal auf den „Durchschnittsgriechen“ herunter. Hat der dafür gesorgt, daß die Beitrittsunterlagen zur EU ein positives Bild zeichneten?

Nein.

Hat er die deutschen und europäischen Großbanken mit ihrem Geldverleihwahn und Spekulation in Griechenland etabliert?

Nein.

Hat er die ausbordenden Waffenkäufe einer kleinen Clique weniger Familien – finanziert von europäischen Großbanken – auf Pump getätigt?

Nein.

Hatte er Einfluss auf die Gestaltung des Staatshaushaltes und die ständige Steuer- und Kapitalflucht weniger griechischer Multimilliiardäre?

Nein.

So zeichnet sich ein ähnliches Bild ab wie zuvor schon in Island, Irland, Portugal. Wenige häufen einen großen Haufen Mist auf und ausbaden darf es der ganz normale Durchschnittsbürger. Und der hat jetzt einfach die Nase voll. Vor allem, wenn er noch jünger ist und als Zukunft nur „sparen bis zum Umfallen“ vorgebetet bekommt. Die NW bemängelt zu recht die undurchsichtigen Rollen einer tramplig-unsensiblen deutschen Bundeskanzlerin und eines deutschen Finanzministers. Die von uns Steuerzahlern zu tragenden EU-Milliarden als Ergebnis einer hirnrissigen Politik in Brüssel und Berlin dienen fast ausschließlich dazu, Joe Ackermann & Konsorten den Bankenarsch zu retten.

Aber es ist erst der Anfang in Europa. Der Tag wird kommen, an dem der deutsche Michel aufwacht und kapiert, wie tief ihm bereits das Fell über die Ohren gezogen worden ist. Dann dürfte es auch hier laut werden. Aber als Schutzwall hat das Parlament ja immer noch die Terrorkeule. Die ist schnell und einfach gezückt und der Reichstag von Polizistenkohorten „geschützt“.

Menschen, die sich wehren, grundsätzlich als „vermummte Chaoten“ zu bezeichnen, ist nicht hilfreich. Zum Glück schwächt zB. die NW das im Innenteil ab.

„Jammas“! Das Wunder von Panathinaikos

Also schenken wir uns erst mal einen Ouzo ein. Jammas! Laut BLÖD holen die Griechen Milliarden von ihren Konten und gleichzeitig soll das „Wunder von Panathinaikos“ schon voll im Gange sein. Angeblich sparen die Griechen wie die Verrückten. Wohlgemerkt, die „normalen“ Griechen. Nicht die Reeder, die Spekulanten, die Waldanzünder, die Schmiergeldempfänger. Weil die genauso wie hierzulande wissen, wie man das ganz schlank macht. Jammas. Noch einen Schluck.

Die OECD sagt, Griechenland spare „so konsequent wie kein anderes Industrieland in den vergangenen 25 Jahren“. Schon für das kommende Jahr könnten die Griechen zudem wieder auf Wachstum hoffen.

So kann man dann die Spekulantenkonten involvierter deutscher Banken wirklich ganz kocler wieder aufpäppeln. Mit beschissenen Bürger-geldern natürlich. Damit der Rubel wieder rollt. Bleibt die Frage: Warum kriegen wir trotz Lohndumping ohne Ende incl. Bürgerbetrug die deutschen 2 Billionen nicht kleiner? Weil es eben wie immer ist: Glaub keinem Politiker, der Dich fröhlich sicher über den nichtvorhandenen Zebrastreifen bringen wiill. Er hat von Natur aus vor, Dich zu leimen. Deshalbn brauxchen wir den Athener Stuß auch nicht einen Seklunde zu glauben. Es sei denn, Niarchos & Co. hätte i der Lotterie 9 Richtige und wären bereit, das Geld dem grechischen Staat zu geben. Damit der tonnenweise Ouzo kaufen kann. Jammas und Sirtaki!

Beliebtes Spiel: Griechen bashen

Europäische Gewerkschaften rufen zum Kampf gegen Niedriglohnstrategie auf. Sie wollen nicht am deutschen Wesen genesen. Denn: 2008 arbeiteten in Deutschland mit 6,5 Millionen Menschen bereits mehr als ein Fünftel aller Beschäftigten zu Niedriglöhnen. Vom „deutschen Wunder“ spricht Angela Merkel häufig auf der EU-Bühne. Damit meint sie das wieder starke deutsche Wirtschaftswachstum. Die Kanzlerin will dabei so verstanden werden: Macht es so wie wir!

In den sicher nicht mit den Ansichten des lieben Westfalen-Blattes korrelierenden „Nachdenkseiten“ läßt sich zu dem Thema einiges mehr nachlesen. Z.B. die Forderung der blutleeren Machzentrale in Brüssel nach „Noch mehr sparen, Griechenland“ analog dem ,leuchtenden Vorbild der Berliner Junta.

Aber das liebe Westfalen-Blatt bleibt seiner einmal eingeschlagenen Linie „Schlagt drauf auf die Griechen“ treu und schreibt:

Die Portugiesen bekommen Unterstützung, die Griechen müssen sie sich erarbeiten. Für das Land wird es eng: Spart es so viel, wie es nach Ansicht der EU sparen sollte? EU-Währungskommissar Oli Rehn kritisiert die griechischen Reformbemühungen als unzureichend. Allein dass er dies öffentlich und deutlich tut, ist bemerkenswert. Bislang war der Ton eher vornehm zurückhaltend, ja typisch diplomatisch. Die EU versicherte, natürlich werde Griechenland seinen Finanzen in den Griff bekommen. Sie beschwichtigte, um die Märkte zu beruhigen. Nun erhöht der Staatenverbund hörbar den Druck auf Griechenland – und das ist gut so. Er ist nicht gegründet worden, um nur zu verteilen. Damit sich in
Griechenland einiges zum Besseren wendet, muss das Land seine Wirtschaftsreformen beschleunigen. Die nächste Kredittranche über zwölf Milliarden Euro soll im Juni ausgezahlt werden. Die Griechen haben es in der Hand, sie ausgehändigt zu bekommen. Sollten sie sich nicht reformwillig zeigen, steht ihnen eine Umschuldung bevor. Deren Tragweite kann niemand abschätzen.

Was bitte tut Lissabon denn anders als Athen, liebes Westfalen-Blatt? Und was tut Deutschland gegen sein Staatsdefizit von 2 Billionen Euro? Löhne so niedrig wie möglich halten und über prekäre Beschäftigungszhunahme lauthals jubeln. Frau Merkels hohles Geschwätz spricht leider eine deutliche Sprache. Die Sprache derer an deren Marionettenfäden sie hängt.