Schlagwort-Archiv: Glitzermetropole

Herrliche Glitzerkulisse

Er hätte seine stille Freude gehabt, der Maler des „Leeren“. Edward Hopper. Hier der Blick rüber in das brodelnde Weihnachtstreiben in der Altstadt. Und hier welche, die an schmückenden Girlanden aus weihnachtlichem Grün vorbeitändeln.

Sage niemand, Bielefeld sei nicht schön. Viele Hopper-Bilder werden hier entstanden sein. Motive fand er sicher überreichlich.

Freudensprünge

Nur mal so an diesem grandiosen Tag nach der „Euro-Rettung“ aufgeschnappt:

Am Jahresende 2010 erhielten in Deutschland rund 319 000 Personen Hilfe zum Lebensunterhalt (nach dem 3. Kapitel des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch – SGB XII „Sozialhilfe“). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stieg die Zahl der Hilfebezieher im Vergleich zum Vorjahr um 1,7 %. Quelle: Statistisches Bundesamt.

Die tariflichen Monatsverdienste der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland sind im Juli 2011 im Vergleich zu Juli 2010 insgesamt um 1,8 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, lag der Anstieg in der Privat-wirtschaft im Berichtszeitraum bei 2,4 % und im Bereich „Nicht marktbestimmte Dienstleistungen“, zu dem unter anderem die Wirtschaftsbereiche Öffentliche Verwaltung, Erziehung und Unterricht sowie Gesundheitswesen gehören, bei 0,6 %. Quelle: Statistisches Bundesamt.

Mit einer einfachen Mehrheitsabstimmung beschloss das Europäische Parlament in einer Resolution am Donnerstag, den 27. Oktober in Strassburg, der Ukraine aufgrund ihrer aktuellen Entwicklung eineEU-Beitrittsperspektive anzubieten. Quelle: Pressemeldungen.

Nun freut Euch aber. Der Spekulation ist eine offizielle Bresche geschlagen und da steht eine „richtige“ Demokratie vor der Tür der EU. Und am Sonntag ist verkaufsoffener Konsumtag in der Glitzermetropole.

Nachdenkliches aus der Metropole

Man sagt zwar „hinterm Horizont gehts weiter“. Aber ob das wirklich immer stimmt? Der Rütli an der Osningstraße 245 ist also mal wieder „unterm Hammer“. „Schlepper Sport“ von Henner Zimmat an der Ecke Niederwall / Rathausstraße hat Insolvenz angemeldet. 10000 Euro Miete bei monatlich 30000 Fixkosten wollen in der Sportartikelbranche erst einmal gestemmt sein. Dagegen klingen ja Meldungen, daß Autovermieter Erich Sixt am 29. Juni vor IHK-Mitgliedern über „Vom Autovermieter zum Global Player“ referiert und die so klamme Glitzermetropole über ein neues „neues Lichtkonzept für die Stadt“ nachdenken läßt wie der harmlose Knall einer Haribo-Coloradotüte.

Die Kopie des Rodinschen „Denker“ vor der Kunsthalle stützt nicht grundlos den Kopf tief in die Handfläche und sinniert. Ob es nicht in dieser Stadt am Teutoburger Wald wichtigere Dinge als ein „neues Lichtkonzept“ gibt?

Rodins Denker Kunsthalle Bielefeld

Ich mein ja nur…..

*PS: In dem Lichtkonzept geht es um die dramatisch-malerische Erleuchtung „herausragender Örtlichkeiten und Details“ der Stadt. ZB. der Steinhaufen da oben. Ich wäre eher dafür ein Marterl (bayer. Gebets- und Opferstätte) mit den Konterfeis der wunderbaren Mitglieder des Rates aufzustellen und abendliches Anbeten und Spende des Sparrenburg-Euro einzuführen (täglich)…

Demographiestempel?

Die Demographiebeauftragte der Stadt Susanne Tatje hat einen Demographiestempel für die Dezernate entwickelt, mit der bei künftigen Planungen der Verwaltung der Faktor Demographie berücksichtigt wird. Mit dieser Handreichung, die auch einen Fragebogen für die neuen Konzepte und Projekte enthält, erläutert sie, welche demographierelevanten Aspekte es für Planungskonzepte und Projekte gibt. Außerdem soll die Handreichung eine konkrete Hilfestellung bieten, um für die Aufgabenbereiche in den Ämtern und Dezernaten möglichst schnell abzuklären, ob und inwieweit die facettenreiche, sich verändernde Bevölkerungsstruktur in Bielefeld bedacht worden ist.

Bei der Etablierung der demographieorientierten Sichtweise geht es nicht um eine konkurrierende, sondern um eine ergänzende Steuerung. Notwendig sei jedoch auch, so Oberbürgermeister Pit Clausen, ein „demographischer Blick“ auf Themen, um passgenaue Konzepte und Projekte zu entwickeln. Pit Clausen: „Eine stärkere Verknüpfung einzelner fachpolitischer Handlungsfelder ist auch unter diesem Gesichtspunkt geboten. Bei der Priorisierung von Projekten ist der demographische Aspekt zu bedenken“. Der Fragebogen ist als Instrument gedacht, diesen Prozess zu unterstützen. Ziel ist, bei Abstimmungen und Mitzeichnungen möglichst einheitliche demographieorientierte Kriterien anzulegen und Transparenz für Einschätzungen und Entscheidungen herzustellen. Susanne Tatje: „Mit Hilfe des Fragebogens möchte ich den Dezernaten eine Richtschnur zur Verfügung stellen, so dass demographiepolitische Erfordernisse frühzeitig bei Planungsvorhaben berücksichtigt werden können.“

Dem Fragebogen sind die Demographie-Aspekte des „Weniger-, Älter- und Bunter-Werdens“ zu Grunde gelegt. Es geht um zentrale demographische Aspekte, die bei Planungsvorhaben und neuen Projekten der Dezernate im Kontext der demographischen Entwicklung bedacht werden sollen. Wichtige Grundlage für die demographische Entwicklungsplanung in Bielefeld ist das strategische Demographiekonzept „Demographischer Wandel als Chance?“ mit den sechs Handlungsschwerpunkten Integration, Stadtentwicklung, Bildung, Familie, Gesundheit und Wirtschaft. Dieses Konzept hat der Rat der Stadt im August 2006 fraktionsübergreifend und einstimmig beschlossen. Es ist damit eine Richtschnur für zukünftige Schwerpunkte der Stadt und dient als Leitfaden, um den demographischen Wandel in Bielefeld aktiv zu gestalten.

Wie die Pressemeldung der Glitzermetropole berichtet, kümmert man sich also um den „demographischen Wandel“. Ok. Aber was, wer, wann, wie, wo wird da „gestempelt“? Oder ist das nur dem Behördenjargon geschuldet, der alles irgenhdwie „stempelt“?

Die verdummte Republik

Noch findet ja die wundersamste aller großen Städte zwischen Hamm und Hannover und umgekehrt relativ selten im öffentlich-rechtlich oder privat-werbebezahlten Fernsehen statt. Noch. Und zum Glück. Wer über das reflektiert, was da allabendlich auf der Mattscheibe geboten wird, kann sich eines gewissen Brechreizes nicht entziehen. Dennoch erwischt man sich dabei, nahezu „automatisch“ einzuschalten. Bis man sich dabei erwischt, nicht einmal hinzugucken, was da an Abstrusitäten ablaufen.

Auf „Nachdenkseiten“ hat Klaus Ulrich Spiegel dieses Kommerzmonster, seine Einflüsse und die Absurditäten des GEZ-zwangsfinanzierten Öffentlich-Rechtlichen seziert:

Beispiele: Die Selbstpreisgabe und Selbstauslieferung an den Kirch-Sender PRO7 im “Neukonzept” des (ohnehin sinnfreien) Song-Contest “Grand-Prix de la Chanson” mit der Schöpfung einer deutschen Tralala-Biene, vor allem aber der Integration des dümmlich-frechen Kommerz-Moderators und Privatsender-Machthabers Stefan Raab als Programm-Macher der ARD. Oder, noch skandalöser, das Engagement des Quizmasters Jauch als angeblicher “Doyen des deutschen TV-Politikjournalismus” ins Prime-Program der ARD. Dies für unverantwortlich schamlose Gebührenmillionen und dazu noch Produktionsverträge mit dessen privat-eigenen Sub-Unternehmen – und dies bei weiterdauernder Top-Position des (in seiner drögen Provinzialität m.E. ohnehin unerklärlich hochgejubelten) Moderators als Star-Quizer bei Bertelsmanns RTL. Und das bedeutet: Ein langfristig substanzzerstörendes Go-In des Bertelsmann-Konzerns übers “Erste” in den Verbund der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten.

Nur mal so zu Stefan Raab. Wer die letzten „Schlag-den-Raab“-Sendungen auf Pro 7 in ihrer unendlichen, langweiligen, von bescheuerten Werbespots unterbrochenen Monotonie zumindest quergesehen hat, der hat „die Zukunft“ gesehen. Aktuell wird so grade umgesetzt mit der Lenaschen Allpräsenz, mit der Stefan Raab und die ARD „Grand Prix Eurovision“ zu einem Megahampelevent in Düsseldorf aufputschen. Früher musste man noch Morphium, Schlaftabletten oder viel Alk schlucken, um sich „in Stimmung“ zu bringen. Heute schafft das Commerz-TV das auf ständig sinkendem Niveau.

Deshalb: Glitzermetropolen-TV jetzt! Der Konzern B. aus der langen langweiligen Nachbarstadt G. hat sicher schon was Fertiges in der Schublade.

SALE in der Glitzermetropole

Stufe 3 im Cinestar

Unten in der Cinestar-Parke putzten sie heute die Ebenen. Also fand das Fahrzeug nach einem kurzen Trip ins Herz der wunderbaren Metropole an der reissenden Lutter Platz unten auf Ebene 5.

Schattspiel an Kaufhof-Tür

Am Ausgang des Kaufhofes warfen die Leute Schattenrisse gegen den grauen Himmel über der Bahnhofstraße. Leichter Nieselregen empfing die Menschen am Rande der träge dahinplätschernden SALE, die nun sogar schon zweifach ausgerufen wurde.

SALE

Textilien reduziert

Gefunden war relativ schnell, was zu besorgen war. Da blieb noch Zeit, den Amerikaner auf der Niedernstraße zu besuchen, dessen großer Anhänger ich nicht bin. Kaffe ist für mich nicht „To go“ sondern „To gemütlich sit“. Die allermeisten aber nahmen ihm im Becher mit. Geschüttelt. Nicht gerührt. Die Begleitung war – obwohl der US-Kaffeetrinksitte nicht abgeneigt – am Ende nicht angetan. Vielleicht lag es aber auch an der schlechten Datenverbindung fürs EiPhone, die ein Hochladen des Bildes der Innenansicht nicht funktionieren ließ. „In Frankfurt ging das einwandfrei“. Kind, die größte Stadt zwischen Hannover und Hamm ist nicht Frankfurt. Auch wenn sie ab und an diesem Irrtum unterliegt.

Starbucks Innenansicht

Starbucks

Hätte der Rückweg nicht über jenen herrlichen Platz der Glitzermetropole geführt, den man nur aus Versehen „Jahnplatz“ statt „Piazza del Popolo“ vergessen hat zu benamsen, der Vergleich mit Frankfurt wäre negativ geblieben. Aber so leuchtete „Piazza del Jahn“ wie Wellblechschweinchen beim ARMinia-Aufstieg.

Der Glasnotstand

Die wunderbare, verträumte, romantische, herrliche glitzernde Metropole parallel zur Autobahn A 2von Hamm nach Hannover und umgekehrt hat da wohl ihr nächstes Problem. Wir ließen unsere Bürgerreporter ausschwärmen und siehe da, sie kamen mit erschütternden Nachrichten zurück. Aus einer repräsentativ befragten Menge Einwohner hatte jeder 1,26758te Zweifel daran, dass der neue Glasabfahrer „Sita“ (früher Tönsmeier und Reiling) es nun endlich schaffe, dieses herrliche Gemeinwesen vom Altglas zu befreien. Wie die Container-Polizei (erkenntlich an metallicsilbernen Anzügen mit drei Sparren rückwärts) immer wieder beobachtete, sollen Fahrer die vollen Container aufgenommen haben, einmal rund Südring transportiert und dann in Deppendorf woieder abgesetzt haben. Das geht natürlich nicht. Jetzt ist OBPit gefragt, aber der kämpft ja grade noch an der Promenaden-Hundefront.