Schlagwort-Archiv: Gauner

Italien ab sofort eine Filiale der Casino-Betreiber

Da kann man den Italienern ja nur herzlich gratulieren. Eine Regierung ausschliesslich aus Fachleuten. Eingesetzt vom IWF, der EU, der EZB und der deutschen Regierungschefin, die sich in Persona Josef Ackermann im Besitz der absoluten volkswirtschaftlichen Wahrheit wähnt. An der Spitze der ober-neoliberale Mario Monti, Vorstandsmitglied der Bilderberg-Konferenz und führendes Mitglied der Trilateralen Kommission. Ausserdem berät der feine Herr Fachmann Goldman Sachs, also die Bank, die den Griechen bei ihren Schummeleien zum Eurobeitritt hilfreich zur Seite stand und, die für die schamlose Ausbeutung der Arbeiter,  besonders in der dritten Welt, bekannten Firma Coca Cola.

Haben die Banken bisher immer noch den diskreten Umweg über den Lobbyismus genommen um die Welt nach ihren Vorstellungen und zu ihrem Vorteil zu gestalten, fühlen sie sich mittlerweile so sicher und unangreifbar, dass sie ganz offen die Regierungsgeschäfte übernehmen. Das Parlament darf, besser muss, dann dieser „Regierung“ noch zustimmen, um einen letzten Anschein von Demokratie zu wahren. Wir nähern uns einem neuen Zeitalter des Feudalismus. Ein paar hohe Herren, wegen mir auch ein paar Quotendamen, sind im Besitz des Steins der Weisen und das dämliche Volk hat zu buckeln, sich im Angesicht dieser Gesalbten in den Staub zu werfen und ansonsten die Fresse zu halten.

Wer meint, er könnte sich dieser neuen Ordnung des Big Brothers, Money, widersetzen, der möchte sich bitte einmal das Schicksal des Iraks, der Elfenbeinküste, Afghanistans und Libyens ansehen (die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit).

Was Ackermann, Blatter, BI und spanische Gurken gemeinsam haben

Alle, die sich mit Gurken, die unter spanischen Plastezelten einen gewissen Grad der Reife erlangt hatten, sich aber nicht mehr eindecken konnten können wieder daran denken, ihre Gurkenmaske mit spanischer Auflage zu bereiten. Wissenschaftler sagen, das EHEC käme nicht von spanischen Gurken. Da guck mal an. Warum haben sie dann vorher gebrüllt, „Halte den spanischen Gurkendieb“. Jetzt ist die spanische Gurke nebst der Tomate und dem Salat, wenn nicht schon untergepflügt, aus den Köpfen der deutschen Rohost-Salatesser verbannt. Bis das nächste Unheil die Teller und Pfannen erreicht. Geflügelpest. Tausende gefiederte Mästchen mussten schon dran glauben.

Wenn wir dann die Geflügelpest durch haben, wird die schwarze Blatter kommen. Das ist nämlich der amtierende FIFA-Mafioso. Dem man nicht auf die Schliche kommt. Denn in seinem Schweizersein ist er wie Ackermann, Josef. Der gaunert sich auch durch die Welt und erzählt uns Geschichten vom Pferd, dem flüchtigen. Die meisten Leute glauben ihnen. Der Akzent der Vermögensverwalter, das harte „Chäsli“, verströmt so eine Art Ehrlichkeit. Wie man sie nur am Schweizer Narrenseil kennt.

Der Blatter, Josef und der Ackermann, Josef, die haben diesen Akzent. Diese schrecklich aufgesetzte Ehrlichkeit. Der eine hat ja schon mal vor Gericht den „V“-Mann gemacht. Der andere wird wohl am morgigen Mittwoch noch mal als FIFA-Präses wieder gewählt. Noch hält sein System. Die Schmutzigkeit interessiert ihn nicht. Das „Gerüchle“ daran stört ihn nicht. Da ist er wie der Ackermann, Josef.

Wie komme ich jetzt darauf, daß in dieser kleinen, geduckten Metropole unter dem ehemaligen Gefängnis Sparrenburg, der größen Stadt zwischen Hannover und Hamm, auf ähnliche Weise Politik gemacht wird? Mit grünem, rotem. gelbem oder sonstwie Parteibuch. Vielleicht ist das der Grund für den Flickenteppich ohne großen Sinn und Verstand, der da, dort und ganz wo anders zu Bauten führt, die so recht in diesem Städtchen keinen Sinn ergeben. Es war halt einfach eine Lücke zu füllen nach einem Abriß. Bauen wir sie zu.

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Wo Hopper seinen China-Nudelwhopper kaufte: Abends am Jahnplatz

11 Jahre

11 Jahre wurden für die Energielobby herausgeschlagen. 11 Jahre Zeit, um sich auf die neuen Energiegewinnungsmethoden einzustellen. Man wird sehen ob es reicht.

Daß der Umweltminister dahergeradelt kommt wie ein Grüner und Peter Ramsauer Streit im Kanzleramt verneint und dies in einen “Witz” packt ist nicht weiter verwunderlich. Daß die Kanzlerin keine Fehler zu gibt tut man als Politiker erst dann, wenn ein Skandal da ist, leider.

Die Umfragezeichen stehen auf Sturm. Man hat noch 2 Jahre und 3 Monate Zeit ins plus zu gelangen. Der Kanzlerin geht es wie Kohl `98 und Schröder 2005. Kohl war zu blind um entsprechend zu handeln, vielleicht auch zu bequem und über Schröder braucht man nicht weiter zu reden.

Es stellt sich die Frage, ob die Kabinettsparteien sich beim Volke noch beliebt machen können, oder ob man bis 2013 alles aussitzt. Durch die noch vorhandene bequeme Parlamentsmehrheit kann man noch ohne weiteres manches durchbringen, was nicht zustimmungspflichtig ist (Bundesrat). Zu wessen Gunsten bloß…?

Zapfenstreich für einen Spitzbuben

Smoke on the Water; Keine Spur von Scham, Guttenberg feixt.

Gespenstige Bilder hat uns die ARD geliefert. Im Hof des Bendler Blocks in Berlin. Männer in Uniformen sind angetreten in Reih und Glied. Sie tragen Fackeln, die die Szenerie in ein gespenstiges, unstet flackerndes Licht tauchen. Am 7. Mai werden es 66 Jahre, dass das dritte Reich, mit der bedingungslosen Kapitulation gegenüber den Alliierten, zusammenbrach. Gute neun Monate zuvor wurden an gleicher Stelle die Widerständler des 20. Juli hingerichtet. Sicher war das Szenarium nicht das gleiche, aber in meiner Vorstellung vermischt sich beides. Ich weiß nicht, ob es an diesem Tag schon dunkel war. Ich weiß nicht, ob Fackeln brannten, wahrscheinlich eher nicht. Aber diese dunklen, düsteren Bilder von Soldaten mit versteinerten Mienen produzieren in meinem Hirn Assoziationen zu jenem Tag im Juli 1944. Für mich könnte es so ausgesehen haben.

Im Geiste höre ich Stiefel auf dem Pflaster, Trommelwirbel, ich sehe in ein Gesicht unter einem Helm, sehe wie der Soldat den Mund öffnet: „Feuer!“ Eine Gewehrsalve, – Stille.

„Helm ab zum Gebet!“ Das absurde Treiben, dieses archaische Ritual von Ehre Blut und Tod , erreicht seinen Höhepunkt. Die Soldaten nehmen ihre Helme ab und halten sie vor der Brust.

Guttenberg der eitle Geck in seinem albernen, kurzen Mäntelchen faltet locker die Hände, aber irgendwie sieht das nicht nach Gebet, nach Demut aus. Auch diese letzte große Geste misslingt dem Ministerdarsteller. Eher erinnert mich die Haltung seiner Hände an das alte Kinderspiel, das wir immer spielten, wenn uns langweilig war. Wobei man bei verschränkten Fingern die Daumen umeinander dreht und dazu reimt: „Lieber Gott, ich bin nicht dumm, ich kann es auch noch anders ‚rum!“ Darauf dreht man die Daumen entgegengesetzt umeinander.

Zum Abschluss die Nationalhymne, mir liegt nichts an diesen Ritualen, Hymne, Fahne, ausschliesslich dazu gedacht, den Menschen nationalistischen Sand in die Augen zu streuen. Hier aber? Die Nationalhymne für einen Spitzbuben? Ein Hohn für alle Menschen, denen diese Hymne etwas bedeutet.

Die Soldaten marschieren ab. Es beginnt die Zeit der Hofschranzen. Das Ehepaar Guttenberg hält Hof. Soldaten mit hohen Dienstgraden beugen das Haupt  und machen den Kratzfuß vor einem Lügner und Betrüger und seiner aufgekratzt wirkenden Frau Steffanie, die das alles zutiefst zu geniessen scheint. Selbst die Kanzlerin wirkt nicht wie eine Vorgesetzte die einem unfähigen Mitarbeiter entlässt. Eher macht es den Anschein, als empfehle sie sich für einen späteren Zeitpunkt. Mir ist, als würde hier eine alte venezianische Komödie gegeben. Alle Darsteller versteckt hinter Masken mit hässlichen, verzerrten Gesichtszügen. Oder, Alemannische Fastnacht vielleicht.

Endlich,- Guttenberg rauscht vom Hof, in gepanzerter Limousine mit großer Polizeieskorte. Auf dem Bildschirm erscheint Mietmaul Deppendorf (hier ist der Name aber so was von Programm).

Ich bin restlos bedient und  wechsele zu SAT 1: Fußball, Bayer Leverkusen gegen Villarreal. Der zweite Reinfall des Abends. Die Zeit für den großen, roten Knopf auf der Fernbedienung ist gekommen.

(Alle Bilder Screenshots aus der ARD-Sendung: Karl-Theodor zu Guttenberg geht – Großer Zapfenstreich für den Ex-Verteidigungsminister)