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Stadtleitung: Zu tief ins Glas geblickt?

Es muß zu jener Zeit gewesen sein, als die Detmolder Bezirksregierung noch nicht die Hand auf dem Etatdeckel der Metropole hatte und die kleinen Gütersloher noch nicht gewagt hätten, Bielefeld mit einem angeblich gigantischen Möbelhaus alle Möbelkäufer der Republik abspenstig zu machen. Sie sassen beisammen. Die Gläser klangen. Ein ehemaliger Oberbürgermeister hatte die tragende Idee: „Lasst uns alle Straßen aufreissen. Die Bozi, den Ostwestfalendamm. Lasst uns Plätze umgraben wie den Kesselbrink. Lasst uns die Autofahrer auf Autobahnen und Dämmen anblitzen, bis sie die Stadt meiden“.

Sie blickten nochmals. Der Prosecco, den sie nun aus Solidarität mit Italiens Pleitiers kippten, benebelte den Blick. Da setzten sie noch eins drauf. Das „Konzept Sparrenburg“ für den Steinhaufen da oben war geboren. Groß, gewaltig, weltbedeutend. Dagegen waren Schlösser wie Versailles unbedeutender Fliegenschiß der Geschichte. Der einzige Slogan, der die Jahrhunderte überdauert hat, ist endlich wahr geworden: „Bielefeld. Die freundliche Baustelle am Teutoburger Wald“.

Jetzt ist die Zeit gekommen, die größte Stadt zwischen Hannover und Hamm ganz großflächig zu umfahren. Die Oberen der Metropole haben wahr gemacht, was sie damals erträumt hatten: Der großflächigste Aufriß, der geht. Autofahrer dieser Republik, sucht Euch eine andere Stadt, wenn Ihr Autofahren wollt 🙂

(Wir haben die Geschehnisse damals und neulich extra mal nachgestellt und abgelichtet)