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Ob Plagiate erblich sind?

Der nächste Plagiatsskandal steht vor der Tür. Nachdem die Universität Bayreuth Karl-Theodor zu Guttenberg den Doktortitel aberkannt hatte, verliert nun auch die Tochter von Edmund Stoiber (CSU) ihren Doktortitel.

Laut dem „VroniPlag Wiki“ soll die Tochter des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten in ihrer Dissertation „fast durchgängiges, wortwörtliches Plagiat von knapp 40 Seiten“, beinhalten.

Das ist ja wirklich noch schlimmer als bei „Gutti“ oder Koch-Mehrin.

Interessant ist, daß bisher nur Konservative und Liberale unter den Sündern sind. Niemand von Rot-Rot-Grün.

http://www.gmx.net/themen/nachrichten/deutschland/367lmkg-stoiber-tochter-doktortitel-weg

Koch-Mehrin bald keine Dottora mehr?

Also Freunde des akademischen Lichtes. So geht das einfach nicht. Ihr könnt doch nicht allen Ernstes der Vizepräsidentin des überflüssigsten Europäischen Parlamentes, der FDP-„Vorzeigefrau“, ihre Heidelberger Dissertation als „Teilplagiat“ an die Karzerwand nageln. Oder? Früher hättet Ihr 100 Schläge auf den Poppes, 33 Tage bei Wassersuppe und „Wohnung außerhalb des Heidelberger Stadtmauern“ verhängt. Habt Mitleid mit dem Pupperl. Die Hellste ist sie ohnehin nicht 🙂

Avanti dillettanti der Politik!

Ende einer Schmu*-Fahrt


Sceenshot Titel NW

Nun hauen sie alle noch mal final auf den schnellen Untergebenentlasser und Doktorarbeitsfälscher (darf man ja jetzt sagen) ein. Aber wartet ab, er sammelt jetzt Krafdt. Und dann……

Auch unser allerliebstes Westfalen-Blatt kommt im Kommentar nicht umhin, die letzte Träne zu vergießen:

Mit dem Vorwurf der »vorsätzlichen Täuschung« beim Zusammenschustern seiner Doktorarbeit aus zahlreichen ungenannten Quellen wird es jetzt auch juristisch eng für Karl-Theodor zu Guttenberg. Bislang drehte sich die Plagiatsaffäre »nur« um Ruf, Ehre und politische Konsequenzen. Jetzt geht es um Noten im polizeilichen Führungszeugnis – mindestens. Denn: Die Staatsanwaltschaft Hof ermittelt längst wegen möglicher Verstöße gegen das Urheberrecht. Die Behörde wurde bislang noch nicht sonderlich aktiv, musste aber erste Schritte einleiten, weil zahlreiche Strafanzeigen gegen den Ex-Minister vorliegen. Die Ankläger hatten ihre leichte Zurückhaltung ausdrücklich damit
begründet, dass sie das Ergebnis der Universitätskommission in die Ermittlungen einfließen lassen wollen. Spätestens am kommenden
Mittwoch wird die Strafakte Guttenberg um eine unmissverständliche Expertise umfassender sein. Dann nimmt das Verfahren seinen Lauf. Der
Ausgang bleibt ungewiss. Klar ist, dass das Trauerspiel um einen gefallenen Hoffnungsträger deutscher Politik noch lange anhält.

Ob er sich nun mit Stefferl auf der Burg verschanzt und Papa Enoch ihm zu Ehren „Lohengrin“ neu einspielt und Bayreuth zeigt, wie man Dissonanzen geschickt überspielt?

* Schmu = beschissen, betrügen, tricksen

Nennt man das nicht „Betrug“?

Der Sprachgebrauch und das Rechtsempfinden derer, die keinen Politik-, Partei- oder Regierungssessel plattsitzen und nicht irgend etwas „Wichtiges“ managen ist ja meist ziemlich pragmatisch. Und wenn denn die Uni Bayreuth, die mal einen Doktortitel an den „Überflieger“ aus Franken verliehen hat, nun zu der Feststellung kommt, der ehemalige Wirtschafts- und Verteidigungsminister mit der rollenden BILD-Beratung im Ministerauto habe „die Standards guter wissenschaftlicher Praxis evident grob verletzt“, kann man es wohl „Betrug“ nennen.

Aber ist ja auch egal. Falls er irgendwann aus der Kiste wieder auftaucht, werden seine Jünger schon noch was Positives finden….

Auch hiesige Blätter hypten Gutti hoch

Es knirscht in diesen Tagen in Deutschland zwischen der öffentlichen Meinung und der veröffentlichten. Je nach Umfrage fordern bis zu 87 Prozent der Menschen, Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg solle im Amt bleiben – auch ohne Doktortitel. Damit steht Volkes Stimme im Gegensatz zu der Position, die nahezu alle Zeitungen, Fernsehsender und Magazine einnehmen. Abgesehen von der Bild-Zeitung, die »KT« lange vor der Plagiatsaffäre zu ihrem Liebling erklärt hat und nun nichts auf ihn kommen lässt. Hat die Presse ihr Ohr nicht am Puls der Menschen? Hat sie die Bodenhaftung verloren? Will sie sich nur mit der Trophäe schmücken, einen weiteren Politiker zur Strecke gebracht zu haben? Mitnichten. Nichts wäre für Kommentatoren einfacher, als auf den Zug der Pro-Guttenberg-Bewegung aufzuspringen. Den Baron zu loben, weil er als erster vom Krieg in Afghanistan gesprochen hat. Ihn zu preisen, weil er die Bundeswehr neu aufstellt. Ihm zu danken, weil er frischen Wind ins Kabinett gebracht hat. Wirklich, nichts wäre einfacher. Aber das ist eben nicht die vordringliche Aufgabe von Journalisten. Wenn das Bundesverfassungsgericht die Pressefreiheit als »konstituierend für die Demokratie« bezeichnet, dann ist damit auch die Wächterfunktion angesprochen, die Zeitungen, Radio und Fernsehen zufällt. Es ist einer der wichtigsten Aufträge der Presse, Betrug, Korruption, Steuerverschwendung, Mauscheleien und Amtsmissbrauch an die Öffentlichkeit zu bringen. So wird die Demokratie gestärkt, so wird das Zutrauen in den Rechtsstaat erhalten. Es ist keine Hetzjagd auf Guttenberg, die Deutschlands Medien im Moment umtreibt, sondern der Versuch, die Affäre so transparent wie möglich zu machen. Erst die detaillierte Offenlegung der Abläufe und Verantwortlichkeiten ermöglicht es jedem von uns, sich eine fundierte Meinung zu bilden. Der eine kommt dabei zu dem Schluss, der Makel des Plagiats trete weit hinter die Verdienste Guttenbergs zurück. Der nächste will den Minister abtreten sehen, weil er ihm grundsätzliche charakterliche Mängel unterstellt und in seinem Festhalten am Amt eine Bagatellisierung des Vergehens sieht. In diesem Spannungsfeld drückt sich die Presse nicht davor, das Vergehen Guttenbergs einzuordnen. Ist es vertretbar, eine Kassiererin, die einen Leergutbon unterschlagen hat, zu entlassen, wenn ein Regierungsmitglied, das über Jahre mit verbotenen Methoden an seiner Promotion herumgedoktert hat, bleiben darf? Wohl in der Sorge, Demokratie und Rechtsstaat könnten Kratzer bekommen, wenn man einem Bundesminister erst einmal so etwas durchgehen lässt, gelangen selbst konservative Kommentatoren zu dem zugegeben unpopulären Schluss, Guttenberg müsse gehen. Aber: Jeder darf ganz anderer Meinung sein. Das ist gut, und die Presse wacht darüber, dass es so bleibt.

Liebes Westfalen-Blatt. Das ist schon alles richtig, was Ihr da in Eurem Leitartikel schreibt. Aber werft bitte nicht nur Diekmanns BILD auf den medialen Müllhaufen mit der restlichen Presse. Leider habt auch Ihr seinerzeit an dem gewaltigen Hype mitgeschrieben, der dem jungen Freiherrn aus Bayern wohl die Sinne vernebelte und ihn abheben ließ. Auch Ihr habt selten eine Chance ausgelassen, Freiherrliche Bilder von „Gutti und Steffie“ zu zeigen und zu beschreiben. Also fasst Euch an die Nase und fragt mal, wem Ihr nun welchen völlig unkritischen Gefallen zusammen mit einer großen Herde von Journalisten – allen voran „Deutschlands Meinungsmacher Nr. 1 – Diekmanns Käseblatt BILD“ – getan habt.

Fragen muss sich das auch der greise Doktorvater Guttenbergs, der nun von „unvorstellbaren Mängeln in der Doktorarbeit“ spricht. Hat der Name des Mannes von der Burg überm Dorf so sehr geblendet, dass die Hirne „der anerkanntesten juristischen Koryphäen“ zeitweise aussetzten? Das wäre fast ebenso fatal wie die Betrugsaffäre selbst.

Ergänzung 1.03.2011:
http://www.sueddeutsche.de/politik/guttenberg-biographie-auf-dem-sonnendeck-der-titanic-1.1066174

…und das hier war auch bereits im Mai 2009 zu lesen und im Web jedermann zugänglich: http://www.zeitgeist-online.de/exklusivonline/dossiers-und-analysen/632-das-guttenberg-dossier-teil-2.html Auch „Hurra-Journalisten“.

Nicht den Kasper vergessen!

Die brisanteste Nachricht sucht man bislang aber vergebens. Sie betrifft einen Strafbefehl über 9.000 Euro (90 Tagessätze), den das Amtsgericht Göttingen jetzt auf Antrag der Staatsanwaltschaft wegen Verstoßes gegen das Urhebergesetz gegen Andreas Kasper erlassen hat. Deshalb muss der lippische Landesverbandsvorsteher nicht nur um seine Reputation, sondern auch um seinen Posten bangen. Die lippische SPD hat gestern klipp und klar Kaspers Rücktritt verlangt. Dieser habe die Landesverbandsversammlung, das sogenannte „Lippe-Parlament“, bei seiner Bewerbung „getäuscht“, deshalb sei „die Vertrauensbasis zerstört“, sagte der Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der lippischen SPD, Dirk Becker.

Kasper wird, wie berichtet, vorgeworfen, in seiner im Jahr 2004 vorgelegten Doktorarbeit zum Thema „Sozialsponsoring“ in erheblichem Umfang geistigen Diebstahl begangen zu haben. Die Dissertation stelle sich „auf etlichen Seiten als Flickenteppich aus den Texten anderer Autoren dar“, die nicht kenntlich gemacht worden seien, sagte gestern der Göttinger Oberstaatsanwalt Hans-Hugo Heimgärtner. Quelle: NW vom 20.01.2010

Siehste. Ist ja wirklich noch nicht lange her, unser OWL-eigener Dottore-Plagiatus-Fall. Jetzt ist er in die allgemeinen Annalen und Fußzeilen auf den Internetseiten rund um den fränkischen „weltgewandten, eloquenten, charmanten, gut aussehenden“ Täuscher und Abschreiber im (Noch)Ministeramt eingegangen. Kasper musste damals nach elendunwürdigem Hickhack gehen. Von Gutti rückt „die Elite“ langsam aber sicher ab, was der seltsam-verkicherte Auftritt der Monika Hohlmeier (Europaabgeordnete, Tochter vom ollen Gauner F.-J. Strauß und selbst wegen Unsauberkeiten zurückgetreten) gestern Abend bei Anne Will in der ARD deutlich zeigt. Da hätte man auch den Kasper einladen können, OWL hätte wenigstens was zu lachen gehabt. Ob Kasper Vorbild für KTzuG war? Ach ne, der brauchte ja „7 Jahre mühevollster Kleinarbeit zwischen verkackten Kinderwindeln, ACDC-hören und Stefferls Drängen nach Karriere“, um das Elaborat zu „summe cum laude“ zu bringen. Immer weder fragte wohl auch sein Ghostwriter auf der Burg nach.

„Wirkliche Besserung ist kaum absehbar“

Nun kommt also auch der selbst ernannte publizistische „Meinungsführer“ der Metropole aus der Deckung und zeichnet die (wenigen) Stationen der fränkischen Lichtgestalt aus der Provinz nach:

– Jesus am Times Square NY
– In besonderer Tradition des 3. Reiches: Bayreuth (Deren Uni ihn „summa cum laudete“)
– Feldherr in der Transall in Pose
– Talkshow vom Kriegsschauplatz mit TV-Dummi Kerner und umtriebiger Mediengattin Stefferl

Das ist alles? Komm, komm. Da gibt es noch Gorch Fock, Geschenke in x-facher Millionenhöhe an EADS (vor seiner bayerischen Haustür), vorschnell gefeuerte Militärs und, und, und…. Alles war bisher auch bei der NW eher eine Marginalie, Kritik fand – wenn überhaupt – eher in Blogs statt. Distanz? Warum, wenn man den politischen Papst doch praktisch greifbar vor sich hat. „Der Mann, der durchgreift“. Auch wenn es hirnrissiger Unfug war, den er da in sperriger hölzerner Sprache verbreitete.

Schließen wir dieses unsägliche Kapitel, in dem er momentan – da ähnelt er stark einem gewissen Sarrazin und dessen Gattin – von glühenden, distanzlosen und unkritischen Anhängern schon mal zum „Eigentlich Märtyrer“ hochstilisiert wird, mit den letzten Sätzen aus unserer NW-Alexandra Abrechnung mit KTzuG:

„Wirkliche Besserung ist kaum absehbar“, endet seine plagatiöse Doktorarbeit, die ausgerechnet von einem der linken Politseite eher näher stehenden Professor (Ach was, wie schäumt die Schwarze Front in der ihr eigenen konservativ-dämlichen Diktion? „Vaterlandsloser Geselle“, „Wichtigtuer“, „Mamasöhnchen“) rezensiert wurde. Es stünde den Medien, die nicht im Umkreis SpringerMohnBurdaDuMont schwimmen, gut zu Gesicht, sich zukünftig jener kritischen Distanziertheit zu bedienen, die hinterfragt, was der junge Mann mit seinen hohlen Attitüden, Plattitüden und Großkotzgesten denn da eigentlich sagen will. Die Kanzleuse – vorerst eines Konkurrenten ledig – sagt wie immer: „Det müssen wa ma abwarten“. Det ham wa och nich anders erwartet.

Halleluja. Das sind sie, unsere Politiker.

„Den hatte ich mal an der Uni Bielefeld“

Gutti und kein Ende. Jeden Tag ein neuer Joke um oder aus dem Umfeld des Mannes aus der fränkischen Provinz. Ein Bremer Juraprofessor hat in der Doktorarbeit des „Helden von Kundus“, „ehrlichen Politikers“, „Anwaltes der Armen und ungerecht Behandelten“ Stellen entdeckt, die abgeschrieben sein sollen. Ist ja hier in der Gegend nichts Neues, gucken wir mal Richtung Lippe, Richtung Vorsteher Landschaftsverband selig. Passiert sicher öfter „als wie man denkt“ (O-Ton Poth, Verona).

Es steht also auf Spiegel.online. Was damit losgetreten wurde, ist schon einer Betrachtung wert, werden doch jetzt die zu Guttenbergschen Verteidigungsheerscharen auch hier in der Metropole am Teuto wach. Zitieren wir einen Kommentar aus Hunderten, die entweder in Bayern getürkt oder rasant aus dem schwarzen Lager gepostet werden. Schließlich ist der „Held“ in Gefahr, der so „tolle“ Politik macht:

SA schrieb: am 16. Februar 2011 um 08:22:30
Fischer-Lescano
Ich hatte diesen grandiosen Professor mal an der Uni-Bielefeld
– genauuuuu so – genau so sieht der auch aus als würde der hinterm Rücken von anderen nach Mami rufen!

Was genau der Mann/die Frau da in seinem/ihrem Kommentar angeblich aus unserer Metropoluni sagen will, entgeht uns zwar, aber immerhin: „Einen Freiherrn kritisiert man nicht. Das ist Bääääää“. Fische inne Butter. Hat der Mann nun Passagen abgeschrieben und wortwörtlich verwandt. Oder nicht? Wenn nicht, Schwamm drüber. Wenn ja, mal kurz die verblendeten Augen auf und fragen, wie das so nahtlos an die Pressekonferenz anknüpft, als die Lichtgestalt aus Bayern der Öffentlichkeit als „Lenker eines börsennotierten Konzerns“ vorgestellt wurde, der sich als kleines 3-Mann-Familienunternehmen entpuppte. Usw., usw. Majestät scheinen zur Flunkerei zu neigen. Doch verwandt mit Baron zu Münchhausen? Wir werden uns noch viel am bayerischen Trachtenjanker des „Politstars“ zu reiben haben. Gibt es ziemliche Parallelen zur damaligen Verblendungsorgie um einen kleinen Gummistiefel-Napoleon hier aus der Gegend, der heute in GAZ macht und sein Weibchen die Karstadt Aufsichtsratet. Und da hat Gutti-Frauchen Stefferl noch nichts Neues geliefert. Kommt aber ganz sicher. Man muss die Kanzlersuppe kochen, so lange es solche Foristen wie auf Spiegel-online gibt, die auch einen schwarzen Popanz bedingungs- und kritiklos anbeten würden.

Wer von den glühenden Verteidigern der kleinen Lapsi des Gottähnlichen, dem bei völlig verwirrten Geistern und Konservativen „besten Politikers, den Deutschland je hatte“ noch intensiver in seiner Diss nachlesen und vor allem die Stellen sehen will, um die es geht, tut das in der „Süddeutschen Zeitung“. Seite für Seite.

Das eigentlich blöde ist jetzt nur: Da ist kein Kapitän der Gorch Fock., da sind keine hochrangigen Militärs, die man jetzt ministerlich feuern könnte. Ob der „Showman von Kundus“ nun mal selbst ran muss? Oder hatte ihn gar Stefferl zu sehr mit ihren Reizen von der Disse abgelenkt?