Schlagwort-Archiv: Billigstramsch

Doppelte Hirnrissigkeit

Festival der Hirnrissigkeiten. Jener Billigstramschhändler, deren in Bangladesh zu Ultraniedrigstlohn zusammengezimmerten Klamotten und sonstigen Waren die Innenstädte zu einer einzigen Orgie der Rundständer machen, ist „Händler des Jahres 2011“. Hurra. Da werden in Bönen aber die Sektkorken knallen. Hier die Pressemeldung des Händlers dazu:

Der Textil-Discounter KiK wurde zum besten Anbieter von Damen- und Herrenmode in Deutschland gekürt. Zu diesem Ergebnis kommt das Marktforschungsinstitut Q&A Research & Consultancy, das rund 49.000 Verbraucher zu 24 Handelssegmenten und jeweils neun Einkaufs-aspekten befragt hat. Das herausragende Resultat wird mit einem Preis honoriert: Der Handelsverband Deutschland (HDE) und die Wirtschafts- und Finanzzeitung Handelsblatt übergaben KiK die Auszeichnung zum Händler des Jahres 2011 in der Kategorie Damen- und Herrenmode am Dienstag, 21. Juni, in Bonn.

KiK erhält den Titel zum ersten Mal. Der Textil-Discounter punktete vor allem in den Bereichen Preisniveau und Preis-/Leistungsverhältnis. Die Marktforscher von Q&A hatten neun Einkaufsaspekte abgefragt: Sortiment, Kundenfreundlichkeit/Personal, Preis-Leistungsverhältnis, Service, Angebote, Preisniveau, Atmosphäre, Innovation sowie Fachkundigkeit des Personals. Die Konsumenten gaben in den vergangenen Monaten rund 200.000 Händlerbeurteilungen ab. „Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung und den damit verbundenen Zuspruch der Verbraucher – wir danken all unseren Kunden für das entgegengebrachte Vertrauen und die Wertschätzung. Wir verstehen diesen Preis als Bestätigung unserer Philosophie, Textilien von guter Qualität zum vergleichbar günstigen Preis anzubieten“, sagt Dr. Michael Arretz, Geschäftsführer für
Nachhaltigkeit, Qualität und Kommunikation bei KiK.

Der zum vierten Mal in Deutschland vergebene Verbraucherpreis wurde von der HDE-Geschäftsführerin Monika Dürrer überreicht. Der Preis zählt zu wichtigsten Auszeichnungen in der deutschen Handelsbranche, da er die Meinung der Konsumenten widerspiegelt. Seit 2010 wird das Unternehmen Q&A bei den Studien vom HDE und dem Handelsblatt unter-stützt. In den Niederlanden gibt es die Auszeichnung bereits seit 2003.

Jetzt noch den Nobelpreis für Kartonverkauf zu gleichen Teilen an Lidl und Aldi und „da werden Sie endgültig geholfen“.

Die zweite Hirnrissigkeit kommt von der im finalen Überlebenskampf stehenden Regierungsjunta. Angesichts „exorbitanter Steuereinnahmen“ will man „in zweistelliger Millardenhöhe die Bürger steuerlich entlasten“. Ein einziger Anruf beim Steuerberater genügt und man weiß, wer „entlastet“ wird. Jedenfalls nicht die, die es bitter nötig hätten. Denn deren „Steuerlast“ ist ohnhehin schon niedrig. Von nichts kann man bekanntlich nichts an Steuern zahlen. „Edle Einfalt. Stille Größe“ hätte da ein bekannter Schriftsteller der Goethe-Zeit (J.J. Winckelmann) deklamiert. Anstatt angesichts des bevorstehenden Eurocrash mal was an die Seite zu tun und 2 Billionen Staatsschulden nicht noch weiter auszuweiten, sollen Milliarden verschenkt werden. Aber wer es schafft, innerhalb von Wochen als gelernte Physikerin von der glühenden Verteidigerin der Atomkraft zum „Vorreiter des Atomausstiegs“ zu werden, der schafft noch ganz andere Dinge.

Z.B. die „Quadratur des Kreises“ mit Dr. Angela Dorothea „IM Erika“ Merkel. Märchenonkel und Pressesprecher Seibert, ehemals ZDF, hat darumherum schon eine ganze Show basteln lassen-