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So macht man „moderne“ Politik nach Herrenmenschenart

Wie sehr wir hier an der Blitzerschlagbaumbewachten A2 im geistigen und politischen Rückstand leben wird deutlich, wenn man auf „Nachdenkseiten“ liest, wie der Herr Kriegsminister seine „Politik für die Menschen da draußen gestaltet“. Bitteschön. Einfach lesenswert. Immerhin hat der Chefredakteur des Springerschen Kampfblattes mal diese wunderschöne Metropole unsicher gemacht, bevor er zu Höherem berufen wurde:

Denn nach Medienberichten war der Kapitän der „Gorch Fock”, Schatz, am späten Freitagabend während einer gemeinsamen Auto fahrt des Ministers mit einem Reporter der Zeitung „Bild am Sonntag” abberufen worden. Ein Bericht des Blattes erweckt den Eindruck, als habe der Minister während der Fahrt („der gepanzerte Audi A8 schießt mit knapp 200 Kilometer pro Stunde durch die Freitagnacht… als Guttenberg der Kragen platzt.”) seine Entscheidung getroffen, nachdem „immer neue Einzelheiten über seltsame Rituale und Quälereien” auf der „Gorch Fock” bekannt geworden waren.

Jetzt wünsche ich mir einen Kommentar von Urban Priol oder Volker Pispers.

Der Lack bröckelt

Klopsmeister Guttenberg

Noch ein Klops und der „im Universum beliebteste“ Politiker (Laut BILD-Werbekampagne und Kernerscher Kundus-Show) zuGuttenberg ist endgültig als politischer Schaumschläger erster Güte enttarnt. Wie hier die NW distanzieren sich nach der kläglichen Eigendarstellung in Sachen „Gorch Fock“ selbst dem Heiligen aus der fränkischen Provinz sonst kritiklos zu Füßen Liegende Journaillen von den einsamen unkontrollierten Entscheidungen des Herrenmenschen mit Betonfrisur. Da nützt alles wortreiche, gedrechselte Geschwafel nichts, da hilft auch kein billiges Kundusballett mit Truppen als Staffage. Da zeigt sich einfach: Der Bub kann es nicht. Und wer nimmt Kanzlerin Merkel wirklich noch ernst?

Und auch das geistert durch die Presse:

In der Bundesregierung droht ein neuer Konflikt um die Haushaltssanierung. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) verlangt von Finanzminister Schäuble (CDU) bis 2014 zusätzlich 1,2 Milliarden Euro für den Umbau der Bundeswehr. Das erfuhr die in Düsseldorf erscheinende „Rheinische Post“ (Montagausgabe) aus Regierungskreisen. Das Geld sei für „attraktivitätssteigernde Maßnahmen“ wie etwa Prämien für Freiwillige vorgesehen sowie zur Abdeckung von Kosten der Verkleinerung der Bundeswehr wie beispielsweise Vorruhestandsregelungen. Guttenberg muss laut Sparkonzept der Bundesregierung eigentlich in den kommenden vier Jahren 8,3 Milliarden Euro bei der Bundeswehr einsparen.

Jaja, man muss erst mal ordentlich was ausgeben und danach dann ordentlich sparen. Oder so.

Neues von Burg Guttenberg

Karl-Theodor zu Guttenberg redet nicht lange um den heißen Brei herum, er handelt. Das macht in so beliebt. Stunden, nachdem er Ermittlungen über mögliche Vorfälle auf dem Segelschulschiff »Gorch Fock« angekündigt hat, feuert er den Kapitän. Das geht nun doch zu schnell. Die Gerüchte sollten doch zunächst auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft werden, bevor Konsequenzen gezogen werden. Oder der Verteidigungsminister verfügt über so glaubwürdige Aussagen, dass eine sofortiges Handeln erforderlich ist. Dazu könnte die Furcht gehören, die Untersuchungskommission könnte auf dem Schiff nicht ungehindert ermitteln. Oder der bisherige Kommandeur wollte versuchten Einfluss auf die Zeugenbefragung zu nehmen. Beides wären schwerwiegende Vorwürfe, die bisher aber nicht bewiesen sind. Ebenso ist es nur ein Gerücht, dass die Zeitung mit den großen Buchstaben den Minister über weitere Vorfälle informiert hat, der daraufhin gehandelt hat. Wenn Guttenberg allerdings so einfach zu beeinflussen ist, sollten die Untersuchungen auf den Minister ausgeweitet werden.

Liebes Westfalen-Blatt, vergesst nicht, wo Mister Betonfrisur herkommt. Abends, wenn die Junker das Nünbercher Roschtbroatwürschtle vom einzigen Grille der Burg geholt und verspeist hatten und die Freifrau ihre ausführliche Korrespondenz in Sachen Kinderpo— mit Unterstützung des BILD-Chefzeilisten Dieckmann und seiner großklappigen Angetrauten erledigt hatte, mussten ja schnelle Entscheidungen getroffen werden. „Welchen Knecht verhauen wir heute, Stepherl?“ , hieß es dann von Ihro Hochwohlgeboren, während Vattern Enno den „Großen Zapfenstreich“ für den Gorch-Fock-Käptn blasen ließ. Voreilig natürlich, wie es dieser Familie zu eigen ist. Schließlich wohnen sie Gott näher als gewöhnliche Sterbliche. Da ist manchmal schon ein bisschen Schwund drin. Kollateralschaden eben.

„Stepherl“, ohnehin nicht mit dem größten Weit -, Aus -, und Klarblick gesegnet, entschitt das dann immer so: „Mach Du, Karl-Theodorus, das, was uns ins Kanzleramt bringt“. Dann ging sie mit der BILD-Zeitung noch ein bisschen aufs Plumpsklo. Spülung hatten sie da ja noch nicht auf Guttenberg. Die kam erst, als BILD da zehn Stück am Tag im Dorf verteilen durfte. Als Amtsblatt sozusagen. In handliche Quadrate geschnitten, war damit am nächsten Tag gut sch…….

So oft wie da wurde der Diekmann noch nie runtergespült.