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„Die verlorene Ehre der Katharina Blum“

Die ZEITUNG stellt den Verdacht gegen Götten als Tatsache hin. Tatsächlich ist der Verdacht falsch; Götten hat einen Safe der Bundeswehr ausgeplündert, Bilanzen gefälscht und Waffen gestohlen, aber keinen Mord oder Bankraub begangen.

Die ZEITUNG stellt Katharina als Göttens Mittäterin und „Flittchen“ hin. Sie behauptet, Katharina habe Götten schon seit Jahren gekannt, da andere Hausbewohner gegenüber der Polizei angeben, sie habe „Herrenbesuche“ empfangen. Tatsächlich ist dieser „Herrenbesuch“ ein bekannter Industrieller, den Katharina bei ihrem Arbeitgeber kennengelernt hatte; obwohl sie ihn stets abwies, hörte er nicht auf, sie zu bedrängen.

Die ZEITUNG verfälscht Aussagen von Personen, die Katharina kennen. So wird etwa aus dem Satz „Katharina ist eine sehr kluge und kühle Person“ in der ZEITUNG die Beschreibung „eiskalt und berechnend“. Die Charakterisierung „Wenn Katharina radikal ist, dann ist sie radikal hilfsbereit, planvoll und intelligent“ (S. 42) wird durch die ZEITUNG verdreht in „Eine in jeder Beziehung radikale Person, die uns geschickt getäuscht hat“ .

Der ZEITUNGsreporter Werner Tötges behauptet, Katharinas sterbende Mutter im Krankenhaus aufgesucht zu haben, wo er sie mit den Vorwürfen gegen ihre Tochter konfrontiert habe. Am darauffolgenden Tag stirbt die Mutter.

Infolge der Berichterstattung der ZEITUNG wird Katharina mit beleidigenden, hasserfüllten und obszönen Anrufen und Zuschriften bombardiert. Die zu Beginn gesellschaftlich voll integrierte junge Frau wird zu einer verachteten Außenseiterin. Auf den tröstenden Hinweis, dass es auch andere Zeitungen gebe, die korrekt berichteten, erwidert sie: „Alle Leute, die ich kenne, lesen die ZEITUNG!“

Nachdem Götten verhaftet ist, verabredet sich Katharina mit Tötges unter dem Vorwand, ihm ein Interview geben zu wollen, und erschießt ihn, als er ihr – wie viele andere Männer vorher – „an die Kledage“ (S. 135) (Kleid) geht: „Was guckst du mich denn so entgeistert an, mein Blümelein – ich schlage vor, daß wir jetzt erst einmal bumsen“ (ebd.). Danach streift Katharina durch die Stadt, „um Reue zu finden, habe aber keine Reue gefunden“ (S. 9), und stellt sich schließlich der Polizei.

In einer Entwurfsniederschrift der Erzählung hatte Böll einen Schluss mit einem Selbstmordversuch Katharinas konzipiert.

Nichts anderes macht aktuell die Verblödungspostille der Nation und schiebt scheibchenweise Bekanntes für die Masse des lechzenden, bereits extrem verdummten Volkes der DSDS und „Schwiegermutter gesucht“-Zuschauer nach. Vergessen Sie mal die Ungeschicktheiten eines durch eine Intrigantin und Machttaktikerin in das höchste Amt Geschobenen und völlig Überforderten ehemaligen Provinzpolitikers und braven Schweijk einer verkommenen „christlichen“ Partei und ersetzen Sie einfach „Zeitung“ durch beliebige Namen wie Diekmann, Döpfner, Springer, BILD, Spiegel usw. Würden Sie nicht auch Bölls Katharina Blum verstehen?

Deshalb würde OBPit niemals zum Bundespräsident gemacht werden wollen, selbst wenn die rote, von Madsack in Hannover gesteuerte Parteipresse das so wollte und ihn ins höchste Amt schrübe….

(Heinrich Böll: „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“. 1974)

BILD entdeckt Spermaflecken. NW druckt sie.

Erinnern Sie sich an die unappetliche ClintonLewinsky-Affäre? Als ein sich aufgeilender Idiot 40 Millionen Steuer-Dollar in die Hand nahm und vor laufenden Kameras im Ovaloffice mit der Lupe in der Hand auf dem Boden rutschend nach Spuren suchte? Damals dachten wir: US-Idiotie. Gibt es hier nicht.

Zur Zeit werden wir eines Besseren belehrt. Selbst unsere rote Dorfpostille hechelt, sabbert und schiebt Reuters-Stoff ins Blatt. Genial. Und BLÖD schiebt nach und schiebt nach. Wann hat denn Diekmann endlich seinen Orgasmus? Cui bono? Es war ein Genuß heute Morgen, das Feuerzeug an das Altpapier aus Senne zu halten und damit den Kamin zu entfachen. So werden wir zwar niemals erfahren, wie das damals beim gemeinsamen Besuch von Christian dem Blassen aus Osnabrück und Kai dem fettigen Diekmann in einem Etablissement in einem gewissen Viertel von Hannover….. und eine gewisse Margot K. sie nach Hause fuhr. Über rote Ampeln hinweg. Aber lassen wir das. Die Spinnerei und die Lächerlichkeiten überlassen wir lieber WDR 2, die heut in der Früh schon wieder via Jörg Schöneborn (das ist der Fritze, der immer am Wahlabend ganz früh weiß, welcher Schwachmat vorne liegt). Für Puddingtown hat das den Vorteil, die lokalen Ereignisse noch ungenauer als sonst beleuchten zu müssen. Sie hängen im NuhsRuhm an den Flachbildschirmen und verfolgen live wie ein gewisser Kai D. auf dem Fußboden des Schlosses Bellevue mit einer Lupe in der Hand und dem BILDeigenen Springerschen DNA-Test „Friede Springers kleine ganze Wahrheit. Bequem zurechtgebogen“ nach Spuren sucht. Damit er das flugs auf t-online stellen kann, das ja bekanntlich auch von derartigen Idiotengazetten mit Stoff und „Nuhs“ gefüttert wird.

Der Gipfel der Heuchelei

Unser ehemaliger „Nachbar“ jenseits der Höhen des Teutoburger Waldes, Christian Wulff, überdeckt natürlich auch die Nachrichten aus der wundervollen Metropole an der reißenden Lutter. Wer ihn lange kennt, weiß, daß er ein wenig hölzern daherkommt, einen unzähmbaren Wunsch nach Nähe zur „Elite“ a la Maschmeyer & Co. hat (haben Gasgerd und andere Größen auch. Vergessen wir nicht jenes köstliche NW-endlich-haben-wir-mal-Prominenz-in-der-Stadt-Bild eines rudernden IHK-Präses Goldbeck auf dem Weg in die Werkskantine zu einem Spargelessen mit Konzernerlediger Thomas Middelhoff). Erich Honeckers geistige Ziehtochter Angela M., die dem WDR sogar die Veröffentlichung eines Bildes, auf der sie mußmasslich bei der Bespitzelung des Regimegegnerhauses Havemann durch die Stasi mitgemacht haben soll, wußte sicher von Wulffchens Schwächen. Man wird nicht „einfach so“ Bundespräsident. Auch Frauchen Bettina wird ganz sicher auf dem Leuchtkasten der „Dienste“ gelegen haben.

Wenn aber des schmierigen Ölprinzen Diekmanns Blatt und der unsägliche Verlag, in dem unter anderen dieses käsige Lügenblatt BILD erscheint, sich zum Moralwächter der Nation aufschwingt und vn „Pressefreiheit“ und „journalistischer Freiheit“ faselt, dem sich in einer Art geistigem Tiefflug die „Süddeutsche“ und die „FAZ am Sonntag“ heuchlerisch zum veröffentlichenden Schreibaffen machen, dann ist allergrößte Vorsicht geboten. Dann geht es nicht mehr um Wulffs mehr oder weniger dämlichen Umgang mit diesen schreibenden Typen, dann geht es um etwas Anderes.

Claus Heinrich vom SWR hat für die „ARD Tagesschau“ einen Kommentar geschrieben, der aufhorchen läßt und den Kern des vom aufgebauschten Provinzler, wunderbar von Springer- und BUNTE-Fotografen nebst der zweitklassigen Aktrice Ferres und ihrem Drückerkönig aufgebauschten Schwiegermutterliebling Wulff dank Diekmannschen Befehlerfüllung gefallenen „Hassperson Nr. 1“:

Die noblen Retter der Pressefreiheit

Die Geschichte vom Aufstieg und Abstieg des Christian Wulff ist noch nicht zu Ende erzählt, aber sie ist aufs engste mit dem Boulevard verbunden. Bild Dir einen Wulff – das gilt im Guten wie im Bösen. Mehr noch als die – man muss es so deutlich sagen – selten dämliche Besprechung der Diekmannschen Mailbox muss uns aber befremden, wie kühl dessen Vorgesetzte Matthias Döpfner und Friede Springer den Präsidenten haben abblitzen lassen. „Wir mischen uns in die Entscheidungen unseres Chefredakteurs nicht ein“, soll es unisono beim Verlagschef und der Mehrheitseignerin geheißen haben. Das klingt nobel. Das Haus Springer als Retter der inneren und äußeren Pressefreiheit.“

Die Nase, an die sich Friede Springer, Matthias Döpfner und vor allem der Ex-Bielefelder Ölprinz Diekmann fassen müßten, kann gar nicht so lang sein, wie sie sein müßte. Das Affentheater bis zum letzten Tintentropfen nebst gefakter Facebook-Sympathien um Betrüger und Politnull Guttenberg sei an dieser Stelle erinnert.

BILD ist der Gipfel der Heuchelei.

Glaskugel? Brauchen wir nicht

Gutes Neues! Haben Sie etwa noch mal in ihre olle Glaskugel geschaut? Oder sind zu jemand gepilgert, die/der darin die Zukunft 2012 gelesen hat? Hätten Sie sich sparen können. Hat unsere größe Altpapiergazette getan und neben ihrer eigenen – immer schmaler werdenden Leserzukunft (die Fans der Schützenverein-News sterben weg) – mangels aufregender Qualität darin gelesen, was uns erwartet. Kesselbrink, Pit-Ideen, Amerikahaus, vielleicht noch mehr Blitzer, A33-Anbindung, viele Hände, die sich waschen, in Unschuld baden oder gegenseitig, usw.

Es wird wie all die Jahre wieder nicht wesentlich überraschen, was der Boulevard an BILDern produziert. Wie gehabt.

BILD. Sinnfrei

Pressemeldung von BILD´s Diekmann:

„Am Samstag, 27. August 2011, erscheint BILD einmalig im XXL-Format. Die gesamte Auflage von Europas größter Tageszeitung wird komplett in der doppelten Größe (52,8 x 77,7 cm) gedruckt, was einer Fläche von acht DinA 4-Blättern entspricht. Mit dieser einzigartigen Aktion will die BILD XXL-Ausgabe einen Weltrekord aufstellen und so den Sprung ins legendäre Guinness-Buch der Rekorde schaffen.

Kai Diekmann, BILD-Chefredakteur: „BILD ist die größte Zeitung Europas. Das stellen wir mit der XXL-Ausgabe jetzt auch einmal in physischen Dimensionen unter Beweis. BILD erfindet sich jeden Tag neu. Diese einzigartige Experimentierfreudigkeit wird nun sogar mit einem Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde gekrönt.“ Der Andruck der „größten BILD aller Zeiten“ erfolgt am Freitag um 20 Uhr im Berliner Druckhaus Spandau. Nach der Rekordabnhame wird ein Vertreter von Guinness World Records Deutschland zwei BILD-Ver- antwortlichen eine Urkunde überreichen und damit den Eintrag ins Guinness World Records-Buch besiegeln.

Bereits 2010 veröffentlichte BILD eine besondere Ausgabe: Als erste deutsche Tageszeitung erschien BILD komplett in 3D. Im September 2011 produziert BILD die Ausgabe anlässlich des 10. Jahrestages der Terroranschläge vom 11. September 2001 direkt aus New York“.

Donna Lüttchen meint: „Sowat Sinnfreiet können unsere Blättken schon lange. Beweist es!“ Wie wäre es mit einer XXXXXLHTMLXL-Ausgabe auf langsam vorgebissenem Maispapier?

Die Guttis drohen schon mit Rückkehr

Auf t-online (powered by BILD) drohen die Guttis schon:

Der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) zieht in den nächsten Wochen mit seiner Familie in die USA. Das bestätigte seine Frau Stephanie zu Guttenberg der „Bild“-Zeitung (Dienstag). „Wir verlegen unsere Basis für einen begrenzten Zeitraum. Wir wandern nicht aus. Wir bleiben Deutsche, mit ganzem Herzen. Und wir kommen zurück. Das ist schon mal klar“, sagte sie.

Vielleicht macht sie ja jetzt in den USA den „Doctor“ 🙂

Umsturzversuch?

Umsturzversuch?

Die Kunsthalle Bielefeld hat ja ein paar Fahradständer. Manchmal aber kommt ein Wutbürger vorbei und wirft sein Rad einfach dazwischen. Ein Umsturzversuch? Vielleicht hat er sich aber auch nur über gewisse Beknacktheiten geärgert. Z.B. eine BILD, die heute titelt „Nächste Frau zeigt Strauss-Kahn an“. Darunter eine sich nahezu nackt räkelnde Tante. Das ganze Angebliche ist über neun Jahre her. Nie sah die Frau einen Anlaß, den Mann anzuzeigen. Oder eine BILD, die keinen Versuch ausließ, Jörg Kachelmann mit Dreck zu bewerfen, sollte vielleicht einmal die unsäglich doofen Zeilen lesen, die sie da verfasst.

Oder wenn immer dieselben verdächtigen Pfannenrührer von der NW gerufen werden, um eine X-seitige Anzeigenstrecke zum 140 Jährigen eines Pumpernickelbäckers abzufeiern und Elisabeth Mohn zu zeigen, die da was „festredete“….

Oder darf man über Inhalte von Zeitungen nichts sagen, wie einmal ein Anzeigenvertreter verlauten ließ, obwohl man per Abonnement dafür bezahlt?

Immer diese Umsturzversuche. Aber alles einfach hinnehmen, was gewisse Leute so verzapfen, tut auch nicht gut.

Heute schon Ge-EHECT?

Lang haben sie nicht gehalten, die „Sprossen“ als Verursacher der schrecklich-schönen Nahrungsseuche. Mal sehen, welche Sau heute durchs Dorf getrieben wird…wir haben ja wieder die Hightime derer, die mit ständig neuen News-Spekulationen ihre Anzeigengeschäfte machen und jener Selbstdarsteller, die den künstlichen Medien-Hype nutzen, um sich öffentlich ins Gespräch zu bringen. Offenbar leben wir nun im Zeitalter der „Annahmen und Vermutungen“, die von debil vor sich hin sabbernden „Experten“ von RTL bis Robert-Koch-Institut ins Volksbewusstsein entsorgt werden. Irgendwann haben Sie es geschafft, die hauptberuflich Vermutenden von „BILD-BLÖD“ bis „Spiegel-wichtig-wichtigtu“: Dann sind wir alle tatsächlich so geistig verarmt, wie sie uns gerne hätten…oder retten uns noch die Bielefeld- und andere-Blogs dieser Welt?!

Fall Kachelmann: NW schräg vorbei

Die Weisheit der NW

Was für ein Glück, daß es Jörg Kachelmann und die sensationelle Prozeßführung in Mannheim gibt. Da konnte unser Fastlieblingsblatt mit dem übergroßen Hang zum Boulevard doch noch mal schwelgen, ausbreiten, verurteilen und Leute in Stadtmitte befragen, was sie davon halten. Grandios. Die Bielefelder Juraprofessorin Ulrike Mönig wurde sogar gefragt, ob sich denn „Frauen nun noch trauten, Vergewaltiger anzuzeigen“. Schräg. Sehr schräg. Da folgt man der haltlos hirnlosen Begründung der ziemlich chaotisch operierenden Landgerichtskammer ja glatt in der Schelte, die es ausbrachte. Kein Wort von den bezahlten „Zeuginnen“, die sich nicht scheuten, im Vorfeld zehntausende bei BUNTE und BILD abzukassieren, um dann von einer extrem verwirrten Staatsanwaltschaft in der „Zeugenstand“ gerufen zu werden.

Das Ganz ist, was es ist: Eine traurige Provinzposse mit einer völlig überforderten Staatsanwaltschaft, die absolut nichts in der Hand hatte aber auf Teufel komm raus den Strohhalm suchte, an dem man Schuld festmachen könnte und einem wunderlichen Gericht, das diese Posse über 40 Verhandlungstage mitspielte. Schade nur, daß diese Schmierenkomödie nicht in Bielefeld stattfand. Was hätten die wunderliche Stadt am Teuto und ihre Blättchen für einen grandiosen Auftritt mit Sendeminuten ohne Ende haben können. Schwarzer vor dem Landgericht, Uli Zwetz als Reporter, der Niederwall voll von Menschen.

Da hat uns Jörg Kachelmann wirklich einen Bärendienst erwiesen. Den nächsten Promiprozeß bitte im Prozeßzentrum Ecke Detmolder/ Niederwall. Es gibt auch Götterspeise kostenlos. In rot von den Promotionzwergen der NW. Das Westfalen-Blatt wird wohl „Ofenfrische“ beisteuern.

Kein Wort auch über die Lächerlichkeit, den Namen der Anzeigerin (Claudia Simone Dinkel) zu nennen, obwohl er schon am erste Tag in einer Schweizer Zeitung nebst Bild stand und die Frau zu verpixeln was das Zeug hielt, während Kachelmann regelrecht „vorgeführt“ wurde und den Schreiberlingen des Boulevards der Geifer aus den Mäulern tropfte. Dazu hätten wir gerne noch mehr in der NW gelesen als den Kommentar links oben auf Seite 2. Wir steuern mehr und mehr auf amerikanische Verhältnisse zu, wo Menschen in Handschellen vorgeführt werden, obwohl nicht einmal eine Anklageschrift besteht.

Klare Kante bezieht das Westfalen-Blatt in einem Kommentar, der sich mit der Rolle der unsäglichen Schwätzerin Alice Schwarzer beschäftigt:

Ach, Frau Schwarzer… Bei Bild.de lamentierte die zur Gerichtskolumnistin avancierte Frauenrechtlerin gestern: »Ein männlicher Angeklagter ist gesellschaftlich, medial, ja sogar juristisch viel stärker als so eine weibliche Nebenklägerin.« Das ist natürlich Humbug. Für jene, die die 43 Verhandlungstage im Fall Kachelmann einigermaßen unvoreingenommen verfolgt haben, war der Freispruch des Wettermoderators nur folgerichtig. Nicht, weil der Prozess die Unschuld des 52-Jährigen erwiesen hätte, was er definitiv nicht hat. Sondern weil es viel zu viele Ungereimtheiten gibt – auch im Verhalten des angeblichen Opfers. In den meisten Vergewaltigungsanzeigen tauchen nur zwei Zeugen auf: Der mutmaßliche Täter und sein mutmaßliches Opfer. Und wenn die beiden dann auch noch eine Beziehung haben, wie im Fall Kachelmann, wird es noch schwieriger für die Ermittler, weil Spuren wie Sperma und blaue Flecken eben nicht zwingend auf ein Verbrechen schließen lassen. Trotzdem stellt sich die Justiz dieser schwierigen Aufgabe. Seit 1997 können Frauen ihren Ehemann wegen Vergewaltigung anzeigen, seit 2004 muss die Staatsanwaltschaft sogar ohne Anzeige ermitteln, wenn sie von einem solchen Verdacht erfährt. Naturgemäß steht in vielen dieser Prozesse Aussage gegen Aussage. Das allein führt aber nicht dazu, dass im Zweifelsfall für den Angeklagten entschieden wird. Entscheidend ist, wie das Gericht die Aussagen beider Seiten wertet und gewichtet. Und da kann der Glaubwürdigkeit eine alles entscheidende Rolle zukommen. Kachelmanns Ex-Geliebte hatte ihre Glaubwürdigkeit bereits vor Prozessbeginn bei vielen verspielt, als sie behauptet hatte, im Briefkasten Flugtickets für Kachelmann und eine fremde Frau sowie einen Zettel mit dem Text »Er schläft mit ihr« gefunden zu haben. Denn anschließend musste sie zugeben, den Satz selbst geschrieben zu haben. Später kamen weitere Punkte hinzu, die die Aussage der Frau in Frage stellten: Ein vom Gericht bestellter Psychiater bezweifelte die angeblichen Erinnerungslücken der Zeugin, und eine Aussagepsychologin kam zu dem Schluss, eine Lüge könne nicht ausgeschlossen werden. Bei dieser Beweislage konnten die Richter den Wettermoderator nicht verurteilen. Die Klage von Opferverbänden, der Freispruch sei »ein falsches Signal«, ist eine populistische Äußerung im Affekt, mehr nicht. Denn der Fall Kachelmann hat ganz klar gezeigt, dass das System funktioniert: Anders, als es derzeit in Frankreich den Anschein hat, wird Vergewaltigung in Deutschland nicht heruntergespielt. Wer unter dringendem Tatverdacht steht, kommt vor Gericht – ohne Ansehen der Person. Und wenn ein Opfer glaubhaft ist, wird der Täter in der Regel auch verurteilt. So ist es im vergangenen Jahr bundesweit etwa 1700 Mal geschehen – allen Unkenrufen Alice Schwarzers zum Trotz.

Freispruch für Kachelmann

Da haben BILD, „Scheisserles“ BUNTE und die sonstige Medienmischpoke ähnlicher Couleur mitsamt ASchwa (Alice Schwarzer), dem häßlichsten, durchtriebensten, unsympathischsten „Journalistchen“ mit dem unsäglichen Drang, jeden Mann zu verfolgen, noch so sehr hetzen und Details, die lediglich Kachelmann und die Beteiligten etwas angehen, offenlegen können. Das Mannheimer Gericht hat doch grad die Kurve gekriegt und den Wettermann „aus Mangel an Beweisen“ freigesprochen.

Mal sehen, was jetzt mit der Frau wird, die diese anscheinend unsägliche Lüge in die Welt gesetzt hat. Geht diese völlig beknackte Staatsanwaltschaft, die ja „über 4 Jahre“ gefordert hatte, gegen sie los?

Wer den staatsanwaltlichen Verbalamoklauf bezahlt, beschreibt das Westfalen-Blattt in einem Kommentar:

Wenn der Freispruch im Fall Kachelmann rechtskräftig wird, muss der Staat den Wettermoderator für die mehr als vier Monate Untersuchungs- haft entschädigen. Das sagte Mirko Roßkamp, der Vorsitzender des Vereins „Deutsche Strafverteidiger“, dem WESTFALEN-BLATT (Online). Roßkamp erklärte, Kachelmann stehe nicht nur die gesetzliche Pauschale von 25 Euro pro Tag zu, sondern er könne auch seinen Verdienst- ausfall als Unternehmer geltend machen. Auch die Anwaltskosten, die für die Berechnung und das Geltendmachen dieses Verdienstausfalls anfielen, habe der Staat zu übernehmen. Das ergebe sich aus dem Gesetz über die Entschädigung für Strafver-folgungsmaßnahmen. „Herr Kachelmann hat sechs Monate Zeit, dieses Geld jetzt vom Staat zu fordern.“ Über den Antrag habe zunächst die Staatsanwaltschaft Mannheim zu entscheiden, die sich aber möglicherweise erst einmal querstellen werden: „Nachdem im Prozess zunehmend klar wurde, dass es keine Beweise gegen Herrn Kachelmann gibt, hat es von wenig Größe gezeugt, dass die Staatsanwaltschaft stur geblieben ist und eine Verurteilung gefordert hat“, sagte der Strafrechtsexperte. Deshalb sei zu erwarten, dass Kachelmanns Anwälte die Schadens-ersatzansprüche einklagen müssten.

Das gibt es nicht nur in den USA

Der Vorfall ist unstrittig – die DNS-Analyse beweist den Sexualkontakt zwischen Dominique Strauss-Kahn und dem New Yorker Zimmer-mädchen. Hat aber die Frau aus freien Stücken gehandelt, oder wurde sie gezwungen? Diese einzige wirklich wichtige Frage muss nun von der US-Justiz geklärt werden. Wer jedoch die amerikanischen Strafverfolgungsbehörden kennt, darf bezweifeln, dass Polizei, Staatsanwaltschaft und Richtern eine belastbare Antwort einfällt. »Belastbar« heißt: im Einklang stehend mit europäischen Rechtsvorstellungen. Es mag diese eurozentrische Sicht für anmaßend halten, wer das amerikanische Rechtssystem dem europäischen für überlegen hält – allein: es ist genau umgekehrt. Der Prüfstein, an dem sich Recht von Fehlurteil scheidet, die Gretchenfrage also lautet: Wie hältst du’s mit der Unschulds- vermutung? Hüben wie drüben stehen sich zwei Strafrechtskulturen diametral gegenüber. In der europäischen Tradition ist der Angeklagte mit demselben Respekt und derselben Fairness zu behandeln, wie sie einem Unbescholtenen gebührt. Das heißt, dass die Justiz auch Fakten zu ermitteln hat, die zu seinen Gunsten sprechen. In den USA hingegen nimmt man die Schuld des Angeklagten vorweg. Polizist und Staatsanwalt bleiben untätig, und so verdampft die hohe Maxime in dubio pro reo, im Zweifel für den Angeklagten, zu einer hohlen Phrase. Wo der Apparat schlicht keine Zweifel hegt, weil er eben nichts Entlastendes recherchiert, ist eine erfolgversprechende Verteidigung Glückssache. Die dem amerikanischen Strafrecht innewohnende Menschenverachtung erhebt bereits im Perp-Walk (von perpetrator = Straftäter) ihre hässliche Fratze: Bevor auch nur ein einziges Wort vor Gericht gesprochen ist, führt die Polizei den Angeklagten öffentlich vor. Seht her, wir haben den Übeltäter, signalisiert diese unwürdige Zurschaustellung. New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg sagte ganz ohne Arg: »Wenn du den Perp-Walk nicht willst, begeh kein Verbrechen!« Wenn das keine juristische Vorverurteilung, kein staatlich legitimiertes Vorurteil ist – was dann? In den USA wird vor Gericht gekämpft. Die Vorstellung vom Kampf ist Amerikas Bürgern seit der gewaltsamen Landnahme im 18. und 19. Jahrhundert zur identitätsstiftenden Denkfigur geworden. US-Strafverfahren sind ritualisierte Aggression, in deren Verlauf dem Inhaftierten die Last aufgebürdet wird, trotz eingeschränkter Bewegungsfreiheit (und trotz des meistens arg begrenzten Finanzspielraums) gegen die Staatsmacht zu kämpfen. Wer sich angesichts der ungleichen Chancen an das archaische Gottesurteil erinnert fühlt, zielt nicht weit daneben. Atavismen jedoch beschädigen die Umgangsformen der Moderne. Es wird kolportiert, Strauss-Kahn versuche jetzt sein Glück mit Bestechung. Wenn dem so wäre: Das ist Kampf. Typisch USA.

Liebes Westfalen-Blatt. Dürfen wir Euren Kommentar zum amerikanischen „Rechts“system ein wenig ergänzen? Nicht mal so weit weg vor der Haustür wird Morgen in Mannheim im Fall Kachelmann „Im Namen der Volkes“ ein Urteil verkündet. Wer den unsäglichen Prozeß und die unsägliche Kampagne einer Alice Schwarzer, der BUNTE und der BILD nebst einem sich lächerlich machenden Verleger im Badischen verfolgt hat, fühlt sich durchaus in amerikanische Verhältnisse versetzt. Auch in Mannheim hatte man den Eindruck, eine hirnrissige Staatsanwaltschaft (nicht zum ersten Mal) drehe Lügen, fehlende und unpassende Indizien exakt in das Gegenteil um. Nur weil ein paar abgehalfterten Ermittlern der Lebenswandel eines Beschuldigten nicht passt. Der aber steht nicht zur Aburteilung an.

Ist schon „Anstarren“ Vergewaltigung?

Heide Witzka konnte am frühen Morgen kaum die Muckefuck-Tasse halten. Sie, die sie ihr Leben mit Hilfe der „BUNTEN“, BILD und von BILD-befeuertem T-online gestaltet, muß lesen, daß es am Kragen des besagten Zimmermädchens eines Luxushotels in NY Spermaspuren von Dominique Strauss-Kahn gibt. Na sowas auch. Und Jens Reichenbach, jener begnadete Altstadt-Brandberichterstatter der NW thematisiert das sogleich im Boulevard, Lokal Seite 1. „Es beginnt schon mit Anstarren“.

Tja Jens. Held der Brandnester. Sensationsmache beginnt auch mit Bildern von Menschen in Gasmasken und Ohnmächtigen auf Tragen. Die muß man unbedingt zeigen. Sperma die Augen auf, wieviele Männer tagsüber Sperma auf den Kragen von Zimmermädchen in Luxushotels hinterlassen. Lauter Vergewaltiger. Stündlich mehr, sagt die unsäglich-hässlich argumentierende Oberkampfemanze Alice Schwanz Schwarzer…..

Heute plädiert übrigens in Mannheim („Mannheimer Dreck“) der Anwalt von Wetterfrosch Kachelmann, dem eine offensichtliche Lügnerin so ziemlich das Leben versaut hat und beknackte Staatsanwälte ohne Indizien und Beweise und angesichts massiver Lügen des angeblichen Opfers immer noch behaupten, das sei aber „4 Jahre und drei Monate Gefängnis“ wert. „Oberstaatsanwalt Gattner rettete zuguterletzt die Ehre der Frauen. Er schilderte eindrücklich, mit welchen menschenverachtenden Manipulationen Kachelmann es geschafft haben soll, mehreren Frauen auf einmal glaubhaft zu versichern, dass sie die jeweils Einzige seien und er sie demnächst heiraten wolle“. Heißt es auf der Homepage der Männerhasserin par excellence und BILD-Kolumnistin. Und vergißt, welch haarsträubende Fehler diese Plädoyers hatten. Kann ja mal vorkommen, wenn man sich mit beschränktem Wortschatz und so gut wie keiner kriminaltechnischen Ahnung wie immer wichtig tut.

Klar. Über irgendwas muß man ja schreiben. Sonst wäre man ja nicht im BILD oder sähe die Welt wie „Scheisserle“ Burda samt haarrissiger Truppe BUNTE(R).

Aber was hat das Thema im Lokalteil zu suchen?

Und das alles unter pieselndem Himmel

Ist das die überraschende Wende im Sex-Skandal um Dominique Strauss-Kahn? Der in New York festgenommene IWF-Chef verfügt nach Informationen des französischen Radiosenders RMC über ein Alibi für den Zeitpunkt des mutmaßlichen Vergewaltigungsversuchs. Jetzt soll ein DNA-Test die Wahrheit ans Licht bringen. Derweil behauptet eine weitere Frau, der Spitzenpolitiker habe sie sexuell bedrängt.

… schreibt T-online (und jetzt auch andere Medien). Das Problem ist nur: Das „andere“ Damenproblem ist satte 9 Jahre her und die – angeblich – bedrängte hatte damals darauf verzichtet, den Geldmann anzuzeigen. Grandios, wie die immer etwas windige US-Staatsmacht gleich wieder den Molly machte und den Mann in Handschellen abführte. (Warum keine Fußfesseln?) Ob jetzt wie bei der durch diverse Lügen und dem überaus großen Interesse einer BILD-Bunte-Mischpoke entstandenen Hatz auf Kachelmann nebst einem extrem kläglichen Gericht plus grandios unfähiger Staatsanwaltschaft auch ganze Heerschaften an „Damen“ aus dem Leben des Strauss-Kahn auftauchen. Es scheint ja lukrativ zu sein, seine miese Story nebst Konterfei in gierig wartetenden Schundmedien auszubreiten. Mal sehen, was der ziemlich unsympathische Elysee-Schrumpfnapoleon Sakotzy noch impetto hat….

Westfalen-Blatt lobt Nichtveröffentlichung von Bin Laden-Bildern

Der republikanische Senator Lindsey Graham hat die Entscheidung des US-Präsidenten Barack Obama, keine Fotos des toten Osama Bin Laden zu veröffentlichen, scharf kritisiert. Die Welt warte auf diesen Beweis. Dass dieser bislang ausgeblieben sei, schüre Verschwörungs-theorien. Doch kann die Veröffentlichung eines Bildes des Getöteten wirklich so ein Beweis sein? Nein! Der Anblick des leblosen Körpers Bin Ladens hilft niemandem weiter. Kein Laie kann beurteilen, ob es sich tatsächlich um ihn handelt. Er wäre auf Experten angewiesen und vor Manipulation nicht gefeit. Er müsste Fachleuten vertrauen, wie er nun Obamas Worten glauben muss. Für den Einzelnen wäre es nur eine pervertierte Form der Genugtuung. Und am Ende liefe es wie bei der Mondlandung: Bis heute zweifeln einige, dass die Bilder echt sind. Es gibt weitere Gründe, kein Foto zu zeigen. Die Veröffentlichung könnte Racheakte befeuern. Außerdem ächtet es das Völkerrecht, einen Gegner in seiner Versehrtheit zu zeigen. Da ist es auch kein Gegenargument, dass man sich bisher allzu oft darüber hinweg gesetzt hat.

Och, liebes Westfalen-Blatt, was habt Ihr denn für ein Problem? „Steht doch in der Zeitung“ 🙂 Folglich ist es wahr. Beweise? Herr Obama hat es doch gesagt. Folglich ist es wahr. Überlegt mal lieber, ob Ihr – wie auch Eure Kollegen – unbedingt ständig Bilder von zerquetschten Unfallautos zeigen müsst. Denn die sagen letztlich absolut nichts aus, obwohl sie wohl „wahr“ sind.

Wie (verkappte) rechtskonservative Mischpoke a la Angela Merkel, BILD etc. denkt, analysiert Roberto De Lapuente unter dem Titel „Dedicto“ auf seinem Blog „Ad sinistram“.

Der tiefe Hang der NW zum Boulevard

Wir haben das Thema ja hier schon häufiger angerissen, aber es muß was Manisches in der Niedernstraße vor sich gehen. Immer wenn sich vom Volks- und Regierungshetzmitteilungsblatt BILD was rührt oder Karl-Theodor die neuesten ministeriellen Entscheidungen per im ministeriellen Auto beifahrender Chefredaktion eingetrichtert bekam („Fregattenkommandant beurlauben….) , ist die NW mit Heidi Hagen-P. ganz vorne mit dran und widmet dem ehemaligen Bielefelder Herrn über max. 500 Worte BILD und seiner „bezaubernd“ aufdringlichen vielschreibenden Gattin Katja Kessler reichlich viel Zeitungsplatz. Der selbst zur Cheflockerschreiberin ernannten gebürtigen Kielerin ist ihr Bielefelder Gatte „Bruder im Geiste des Gel mit Loddar und Karl-Theodor“ das meistgeliebte Objekt ihrer Romanschreibwut. „Schatzi“ nennt sie den Typ, der immer noch überdimensional eine Wand der Berliner „taz“ ziert.

Ach Kesslerin, ach Heidi H.-P. Eben ist ein Sack Reis in Beijing umgefallen und BILD hat die Schlagzeile des Tages: „Wumm. Hat es Katja, Kai und Heidi H-P erwischt?“

Vielleicht sollte man aber mal angesichts des neuesten „journalistischen“ Ergusses von Kesslers „Schatzi“ darüber nachdenken, wo Volksverhetzung beginnt?

Welche Formen die „Hetze von oben“ mittlerweile mal wieder annimmt, zeigt die Startseite des Providers Telekom, dessen „T-online“ bekanntlich von BILD befeuert wird:

Die Zahl der Strafen gegen Hartz-IV-Empfänger ist im vergangenen Jahr laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung auf ein Rekordniveau gestiegen. Insgesamt wurden 828.708 Sanktionen verhängt, das waren rund 14 Prozent mehr als 2009, wie die „Bild“ unter Berufung auf eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit berichtete. Der Trend hatte sich bereits im vergangenen Jahr abgezeichnet.

Na, immer noch der Meinung, „Völkischer Beobachter“, „Der Stürmer“ und selig-DDR´s „Neues Deutschland“ könnten sich journalistisch nicht wiederholen? BILD lancierte es, dpa pinselte ab und alle, alle pinselten hinterher…. Jetzt wird es aber so kurz vor Ostern wirklich wieder Zeit, so einen Hartz 4-Schmarotzer auf Malle aufzutun und den auf Bertelsmann-RTL´s „Stille Treppe“ der Frau Saalfrank zu setzen, gell? Wenn Volk das dann in der 500-Buchstaben-Postille in schönstem Diekmann-Deutsch liest, regt es sich nicht über das auf, was wirklich aufregenswert wäre. Und davon gibt es jede Menge.

Ist Diekmann nicht auch bei facebook?

Es ist unglaublich., was das infantil-gefährliche Volksverkündigungsblatt unter der SpringerMohnschen Ägide täglich so ablässt. Wie es eine grandiose Redaktion schafft, mit zentimeterhohen Buchstaben gefährlich einfache Querverbindungen herzustellen und stumpf-dumm herauszuschreien. Man könnte ja darüber großzügig hinweglächeln, wenn man nicht am frühen Morgen schon den Kommentar eines Windbejackten im Ohr hätte, der empört das soeben erstandene Doofblatt faltet und Beifall heischend in die Runde kommentiert: „Ne, ne, ne.. Zu unsere Zeiten hat dat das Innernet noch nich gegegebe, da kommt alles Schlechtem von wech“. Sprach es und tatterte von dannen.

Ach Kai Diekmann, wenn es Sie nicht gäbe. Wat wär der Kiosk so leer. Fast nur „normale“ Zeitungen von „richtigen“ Journalisten.

388 Gramm, ein toter kleiner Wald und Espresso mit Bettina

Da liegt es nun, das Elaborat über 200 Jahre NW und 350 Jahre Küsterdruck in Senne. 388 Gramm schwer, 96 Seiten, min. 50% verkaufter Anzeigenraum. Ok, macht man halt so, wenn man feiert, überlebt zu haben. Kippen wir das Blatt einmal ein wenig um die Querachse und lassen Inhalte herauslaufen….

Glaubwürdigkeit

Im Interesse der Leser. Immer

Tageszeitungen „glaubwürdige Marken“

Die Anhäufung von moralinsauren Begriffen wie „Glaubwürdigkeit“, „Ehrlichkeit“, „Qualitätsjournalisdmus“ usw. fällt auf, lässt stutzen und stösst zugleich auf. Kommt doch nicht nur das „große“ journalistische Vorbild mit Metropolenvergangenheit und sehr gespaltenem Verhältnis zu „journalistischer Wahrheit, Ehrlichkeit und Recherche“ zu Worte:

Boulevard mit Schlammspritzern

und eine doppelseitige Anzeige jenes Konzern aus dem Nachbarstädtchen, dem wir so Wunderbares wie „Bauer sucht Frau“, „Kamopf gegen Kinderpo im Netz“ oder auch „Stille Treppe“ und „Herr Zwegat“ nebst öffentlicher Vorführung von „Hartz 4-Schmarotzern auf Malle“ und der Demontage von „Wetterfrosch Kachelmann“ durch das konstruierteste Lügengebäude und gekaufte „Zeugen“, was man sich denken kann, verdanken. Nicht zu vergessen die Elogen auf Plagiator zGuttenberg.

Klappen wir heute Abend das Werk zu, lassen „Glaubwürdigkeit“ und „Qualitätsjournalismus“ und „Ehrlichkeit“ nebst der heimlichen NW-Hoffnung, eines Tages vielleicht die BILD als komplette Tagesbeilage vermarkten zu dürfen, beiseite und wickeln Fisch und Gartenabfälle darin ein. Schließlich ist es ja von gestern, das Küstergedruckte. Die Blattmacher von der Axel-Springer-Journalistenschule (Welch Prädikat!) sagen ja selbst:

Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern.


Wie heimelig: Bundespräsidentenpaar „inkognito“ mit den flotten Hartings

Erfreuen wir uns am „hasigen“ Bericht im Lokalen über Bundespräsident nebst Gattin „nahezu unerkannt“ beim Stahlberg und Espresso auf dem Alten Markt. Der Kotau des Schreibers ist förmlich spürbar. Ob er im Staube des Marktes liegend, ein Autogramm erbat?

BILD warnt vor „Eiszeit“

Klimaforscher warnen vor einem riesigen Süßwasser-Pool im Arktischen Ozean. Die Wissenschaftler glauben: Die gewaltige Wassermenge (zweimal so groß wie die des Viktoriasees!) könnte weiter anwachsen und schließlich in den Nordatlantik gelangen! Quelle: hier bei BLÖD.

Ja was denn nun? Frau Merkel und die Atomfürsten haben doch stets gemeinsame Sache auch deshalb für das saubere, sichere, (ich betone absolut sichere) Atom gemacht, weil es helfe, die Erwärmung Europs zu mildern. Und jetzt „droht eine Eiszeit“. Ich will jetzt sofort die Aufhebung der städtischen Klimazonen.

Und überhaupt: Was sagt Lutterturbinen-Inge dazu?

Macht Gutti den Gotti?

Jetzt am 1. April hauen die Aprilisten die Dinger serienweise raus. So nimmt sich das Portal „turi2 den havarierten Plagiator nebst Ehegespons Stefferl zur Brust und präsentiert eine Schote zum 1. April. (Möge ein gütiger Gott das verhindern). Das Tandem Gottschalk-Hunziker war ja schon schlimm, Gutti-Stefferl wäre – bitte verzeihen Sie mir den Fauxpas – sozusagen der „mediale Supergau“. Wird aber nicht passieren. Denn: Wie aus dem Vatikan verlautet, hat Papa Benedetto – Vorzeigebayer – seinen fränkisch-bayerischen Landsmann nebst Ehefrau eingeladen, mit Johannes Baptist Kerner in der Peterskirche eine „Heilige Weihrauch-Show“ an Ostern zu zelebrieren. Die Schweizergarde habe extra neue Tutus bekommen (superkurz mit weißem Schweizer Kreuz auf rotem Hintern) für die Tanzeinlage „Großer Gott, wir loben Dich“. Aus Deutschlands südlichstem Grenzort, Hindukusch, wird der ehemaligen Kriegsminister Peter Struick seine Kunststück auf der olive-lackierten Harley vorführen. und Ex-Aussenminister Fischer wird trotz Leibesfülle umfangreichem Körper zeigen, wie Grüne heutzutage mit der Heckler & Koch Brunnen bohren.

Eher der Wahrheit – und um Einiges schlimmer – dürfte dann wohl diese Meldung auf den Nachdenkseiten entsprechen:

Interne Dokumente, die den NachDenkSeiten vorliegen, bestätigen, was die Spatzen bereits seit längerem von den Dächern pfiffen: Der ehemalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg wird in den Vorstand der Axel Springer AG wechseln. Er wird dort Nachfolger von Andreas Wiele, der seinerseits in den Vorstand der RTL-Group wechselt. Zum Verantwortungsbereich Guttenbergs wird dabei neben der BILD-Gruppe auch das neugeschaffene Ressort Social-Media-Relations gehören. Der Axel Springer Verlag sieht hier vor allem auf Facebook ein großes PR-Potential, das bislang noch weitestgehend brachliegt.

Es fügt sich eben meist zusammen, was charakterlich zusammenpasst 🙂

Stell Dir vor, „Beton“ gäbe es noch

So hätte er Politik gemacht. Schneidig, mutig, verantwortungsvollst. Vor seinem Volk und vor der Geschichte. Nichts hätte ihn dann noch aufhalten können. Und viel cooler als das Generve in Afghanistan und der Bundeswehrreform wäre es auch gewesen. Übrigens, dafür hätte er nach dem Krieg sicher noch mehr Geld bekommen. Er, oder sein Nachfolger. Denn nach der Schlacht um Tripolis wäre der Handstreich in Berlin dran gekommen.

„Don Alphons“ sinniert hier allerliebst über die Situation, die wäre, wenn „Beton“ noch wäre….. Also „Beton“ ist Karl-Theoor zuG, ehemaliger Wirtschaftsminister, ehemaliger Verteidigungsminister, anerkannter Plagiator. Der Autor hat recht und irrt zugleich: Die Bilder aus dem vom bayerisch-fränkischen Feldmarschall im UffZderReserve-Rang würden nicht nur IHN im eroberten Tripolis zeigen sondern am Arm hinge „La Innocence“, Stefferl zuG. Was BUNTE, BILD und anderen einschlägigen Schmierblättern da verloren geht….. Aber sie haben ja noch die ehemaligen Kachelmann-„Geliebten“, die für 50.000 Euro (bar? Scheck?) Geschichten aus dem Märchenland erzählen und ein überaus dümmliches Mannheimer Gericht nebst Staatswaltschaft hört begierig zu. So ist das, wenn Spiessbürger sich BILDen oder Gericht halten. Schade nur, dass sie ihren Helden Karl-Theodor zuG so früh verloren haben.

Und wer dachten, der Röttgen zahlt…

Bislang übernehmen die Hersteller keine Gewährleistung. Sie geben lediglich an, ob ein bestimmtes Fahrzeugmodell den neuen Biosprit verträgt oder nicht. Verträgt ein Auto diesen Angaben zufolge E10 und hat trotzdem einen Motorschaden, dann liegt die Beweislast beim Autohalter, sagte ein ADAC-Sprecher. Aus einer Pressemeldung des ADAC.

Ja Donnerlüttchen, wie kommen wir da auf die Idee, der Röttgen zahle, wenn was aufgrund E10 kaputt geht? Wo der doch so selbstherrlich und vehement auf dem von Brüssel von den EUrokraten verordneten und in Berlin wie so vieles hirnlos übernommenen Lebensmittelangereicherten Sprit besteht? Schwarzes Freundchen, die Wahlen stehen an. Die roten Karten „Abwahl“ sind schon gedruckt. Klappt sogar bei Ministerchen, die von BILD trotz erwiesenen Betruges gesponsert werden.

Und nun haben sie heute Nachmittag festgelegt, das die Autofahrer „an den Tankstellen besser informiert“ werden sollen. Wahnsinn. Welch grandiose Entscheidung. Politik mit dem sturen Schädel gegen die Wand. Ihr in schwarzgelb werdet Euch demnächst sehr wundern.

Über facebooks Merkwürdigkeiten

Rosenmontag. Da sehen sicher jede Menge Leute „blau“. Oder sie glauben Schmonzes auf BILD und „facebook“. Gut, das da immer mal Leute nachgucken und einfach nicht glauben, was so an Stories ausgebreitet wird. Der „Internet-Aktivist“ Sascha Lobo und ein paar andere haben mal genauer hingeschaut, was es denn nun mit dem angeblichen Zuspruch „Pro Guttenberg“ auf „facebook“ so auf sich hat.

Da ist zum Beispiel das Profil „Anna-Lena Breitenberger“. Gebt mir einen Besen, ich fress. Das ist doch ein Junge-Union-Profil. Deren gibt es Tausende. Beliebig austauschbar, beliebig mit politischem Mist belegbar. Mark Zuckerberg weiß eben, wie man Tamtam macht.

Aber man muss das ja nicht mitmachen. Denkste. Irgendwo habe ich heute gelesen, „facebook“ erfasse auch Nichtmitglieder. Schön. Sehr schön. Jetzt noch die Millionen BILD-Gläubigen erfassen und dat Dingens läuft…..

Oder nicht?

Auch die Frankfurter Rundschau befasst sich mit den Merkwürdigkeiten und „facebook“ und vermutet massive Fälschungen. „Und schließlich besteht noch eine dritte Möglichkeit, die eigene Facebook-Kampagne aufzuhübschen: der Stimmenkauf. Es gibt mittlerweile PR-Agenturen, die Zuneigung bei Facebook in 1000er-Paketen feilbieten„, heißt es da.

Na dann: „Daumen hoch!“.

Diekmann, es reicht!

…und so leidet die Uni, den der saubere, ehrliche, verantwortungsvolle, anständige, großmäulige Plagiator mit in den Sumpf kleiner Gauner gerissen hat:

http://www.youtube.com/watch?v=6cDZuQBtpVA

Dank für den Link, madamef!

Übrigens, die „Belohnung“ für die massive PR-Arbeit für Gutti bekommt BLÖD ja dann: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,747581,00.html Das blaufingrige Kindermädchen und ihre Freundinnen Angela und Elisabeth rocken eben die Republik.

Wie in diesem unsäglichen Blatt die Meinung von Hein Durchschnittsdoof im Stile des „Der Stürmer“ oder ehemaliges „Neues Deutschland“ manipiuliert wird, zeigt diese Tabelle aus Spiegel.online.

Volksverdummung auf Klopapier

Gestern hatten wir Kontakt mit ungefähr 50 Menschen, mit denen wir über das Thema Guttenberg diskutierten. Nicht ein einziger hatte Verständnis für Aktion, Haltung und Attitüde des flotten Lügners aus der fränkischen Provinz. Der seit über 20 Jahren in Deutschland lebende niederländische Geschäftsführer eines weltweit agierenden Yachtausrüsters meinte lakonisch: „Mein gutes Bild von Deutschland hat Risse bekommen. Damals die Dolchstoßlegende der Nazis, jetzt die angebliche Medienkampagne gegen einen Hochstapler. Wenn wir jetzt Mitarbeiter beim Lügen ertappen, haben wir schlechte Karten. Ab sofort sind das alles nur noch Kavaliersdelikte. Die Bild wurde in Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat für unsere 600 Mitarbeiter aus den Firmenräumen verbannt“. Lassen wir mal das Elaborat von Guttis Bruder im Geiste, dem Bielefeld-affinen Herrn Diekmann, einfach so stehen als das was es ist:

Auf den Gipfel getriebene Beknacktheit und Persilschein für zukünftige Gauner dieser Art in der Bananenrepublik Deutschland

Da die Universität Bayreuth jedoch auf eine nähere Prüfung der Plagiatsvorwürfe verzichtet, hat sie sich als akademische Lehrstätte sehr wohl unmöglich gemacht. Und da soll es „keinerlei politischen Einfluss“ (Unipräses Bormann) gegeben haben? Ob das jetzt so lauthals für ihren Hero plärrende geistige Prekariat wirklich weiß, worum es geht? Es ist sehr zu bezweifeln. Die tumbe Masse erregt sich über angebliche „Jagd in den Medien“ und feiert gleichzeitig das Diekmannsche Brechelaborat auf Klopapier. Das ist der Boden, auf dem schwarze Dummheit prächtig gedeiht. Jetzt noch eine „Promi-im-Dschungel“- Sonderserie auf RTL mit Gutti, Stefferl und dem feisten CSU-Generalsekretärsgrinser, und die Krönung zum Kaiser im Bamberger Dom ist nicht mehr aufzuhalten. Sammelt schon mal Bananen für die Röckchen und übt „Bunga-Bunga beim Weißbier“.

Blogger „Don Alphonso“ zieht auf „Rebellen ohne Markt“ eine nicht einmal weit hergeholte Parallele zum „phantastischen“ TV-Auftritt eines Herrn Mubarrak zum Auftritt des Lügenbarons aus Franken. Die Kommentare dazu – insbesondere zur BLÖD – sind entsprechend.

Narrahallamarsch!

PS: Eine Frage an die Universität Bielefeld, so sie denn einen ähnliche gelagerten prominenten Fall hätte. Würde sie sich öffentlich von Frau Bundeskanzlerin i. G. (im Niedergang) bescheinigen lassen, der „Empfehlung von Herrn Guttenberg gefolgt“ zu sein?

Schattenkanzler Diekmann läßt abstimmen

Das bei dem Ex-Bielefelder Kai Diekmann im Oberstübchen nicht alles so ganz fest verschraubt ist wie notwendig, wissen wir ja. Aber nachdem neulich in der „Gorch-Fock-Affäre“ ein Redaktionsmitglied bei Herrn Lügenbaron mitfuhr und er daraufhin per BLÖD den Kapitän des Segelschulschiffes suspendierte, das hat neue Qualitäten. Von Herrn Diekmann möchten wir uns nun wirklich nicht „regieren lassen“. Wer Freunde wie dieses Plebejer-Blatt hat, der braucht keine Feinde mehr.

Ach so, bevor wir es vergessen: 12 Stimmen von hier für „Rücktritt“. Die 12 x 14 Cent für die Anrufe waren es uns wert.

Es tut mir ja auch leid, wenn wir Bielefelder und Ostwestfalen noch ein wenig Karl-Theodor Barn von zu Guttenberg-Münchhausen etragen müssen. Aber wer ihn nicht als näcjhsten Kanzler einer CSU-geführten Banananrepublik haben will, muss ihn eben sezieren und seine Hohlheit entlarven. So wie das Hans Hütt auf „Carta“ mit der Kelkheimer Rede vor bedingungslos Huldigenden getan hat. Da kommt dann schön zu Tage, wes hohlen Geistes Kind der junge Herr aus der fränkischen Provinz wirklich ist:

Hier inszeniert sich der Narziss in einem Naturbild, das ihn als Solitär, als standhaft, in uralter Tradition von Schutz und Gehorsam stehend, überhöht. Das Bild versetzt zugleich die durch Geschäftsordnung der Bundesregierung und geltende Gesetze definierte Funktion seines Amtes in eine post-zivile Höhenluft, die ihm, wie die folgende Passage belegt, nicht gut bekommt. Er hyperventiliert. Kommt vom Weg ab. Vergreift sich in der Metapher. Begeht Bergfrevel. Kann also nicht einmal in der familialen rhetorischen Domäne reüssieren, ohne Spuren zu hinterlassen, die den Täuschungsversuch – oder sollte ich besser sagen: den Selbsttäuschungsversuch? – offenbaren.

„Zwei Drittel der Deutschen“ angeblich hinter KT

So, so. Ein Politologe versteigt sich zu der Behauptung, die Schummelei (und das Gutsherrengehabe) „stählen“ zu Guttenberg. Angeblich stünden „zwei Drittel der Deutschen“ hinter dem Minister*. Nur? Hinter Honecker standen 112%, hinter Hitler „die ganze Welt“ 🙂

Gucken wir mal, was in hiesigen Gefilden so verbreitet wird. Die NW macht vornehm und im Blatt reduziert mit einem zeitlich versetzten Homepagevergleich des Freiherren auf, an dem man das Verschwinden des Dr.-Titels ablesen kann. Das Westfalen-Blatt kommentiert mit Sorge um den seit Jesus beliebtesten Mann der Öffentlichkeit so:

Typisch zu Guttenberg: Es war zu erwarten, dass der Minister in seinem eigenen Verteidigungsfall zum Angriff übergeht. Deutschlands noch immer beliebtester Politiker hat aber auch Fehler eingestanden und sich entschuldigt. Er will seinen Doktortitel zumindest zwei Wochen lang ruhen lassen – welche Bedeutung das auch immer in der Praxis hat. Aber die entscheidende Frage in der Affäre um die Plagiatsvorwürfe lautet: Wie glaubwürdig ist Karl-Theodor zu Guttenberg noch? Und: Kann er Vertrauen zurückgewinnen? So beliebt der Bundesverteidigungsminister auch ist: Sein Image hat Kratzer erhalten. Auch deshalb, weil es sich in seiner Dissertation nicht nur um ein, zwei oder drei fehlende Fußnoten handelt, sondern dutzendfach Textpassagen fremder Autoren komplett übernommen worden sind, inklusive eines Teils der Einleitung. Das geht über Schummelei weit hinaus. Betrug im strafrechtlichen Sinne ist das Fehlverhalten aber nicht. Die Forderungen nach dem sofortigen Rücktritt sind genauso übertrieben, wie etwa Aussagen, hier werde eine Mücke zum Elefanten gemacht. Die Wahrheit liegt dazwischen. Fachleute der Universität Bayreuth werden die Doktorarbeit Guttenbergs genauestens kontrollieren und dann eine Entscheidung treffen. Diese Prüfung gilt es abzuwarten. Wenn zu Guttenberg tatsächlich eine Täuschungsabsicht nach Paragraph 16 der Promotionsordnung nachgewiesen wird, muss die Doktorprüfung nachträglich für nicht bestanden erklärt werden, mit allen Konsequenzen, die damit verbunden wären. Aber auch dieser für zu Guttenberg schlimmste Fall muss nicht zwangsläufig seinen Rücktritt bedeuten. »Jeder Mensch macht Fehler.« Den Worten von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, der nicht gerade als ein Unterstützer des Freiherrn gilt, möchte man hinzufügen: »Und jeder Mensch sollte die Chance haben, aus seinen Fehlern zu lernen.« Ausgerechnet an diesem Samstag bekommt Karl-Theodor zu Guttenberg den Orden wider dem tierischen Ernst – in seiner Abwesenheit. Der Minister wird vom Aachener Karnevalsverein als »Überflieger mit Bodenhaftung« ausgezeichnet. Er habe Mut zum Widerspruch und »akrobatischem Querdenken«. Spätestens nach Bekanntwerden der Plagiatsvorwürfe steht fest, dass der »Überflieger« hart gelandet ist. Guttenberg muss Vertrauen und Glaubwürdigkeit zurückgewinnen. Da spielt es keine Rolle, ob er einen Doktortitel trägt oder nicht. Die Menschen erwarten, dass er seine Arbeit gut macht – nicht zuletzt wegen der aktuellen, sehr traurigen Geschehnisse in Afghanistan mit zwei toten und acht verletzten Soldaten. Karl-Theodor zu Guttenberg kommt als Bundesverteidigungsminister eine besondere Verantwortung zu. Er steht 350 000 Männern und Frauen der Bundeswehr vor. Zuletzt hat sich zu Guttenberg nicht immer glücklich verhalten. Noch mehr Fehler darf er sich nicht erlauben. Sonst ist er nicht mehr zu retten.

Nun ja. Lassen wir den Spruch des ehemaligen Geldkofferträgers mal so stehen Den Gipfel schießt ohnehin Friede Springers Volksverdummungsblatt Nr. 1 ab:

Da Karl-Theo in seiner ganzen Großkotzigkeit nicht anders kann wird sich das Thema so oder so in absehbarer Zeit erledigen. Darauf einen westfälischen Korn. Reiht er sich doch überaus würdig und mit hoher B-Note für die „künstlerische Leistung“ in die Phalanx der Strauß, Kohl, Barschel, Koch´s ein.

*…sagt unser immer stramm auf CDU/CSU-Kurs segelnder Emnid-Menschenbefrager Klaus-Peter Schöppner in BLÖD: Der Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstituts Emnid, Klaus-Peter Schöppner, sieht keinen politischen Schaden für Guttenberg. „Selbst wenn er am Ende auf den Doktortitel verzichten sollte, würde ihn das nur menschlicher machen“, sagte Schöppner der Online-Ausgabe der „Bild“-Zeitung. Ein Doktortitel mache noch keinen guten Politiker. „Die Deutschen vergeben gerne demjenigen, der Schwächen zugibt, Fehler bereut.“

Also Klaus-Peter, hättest Du jetzt was anderes herumgefragt, wir wären vom Glauben an die völlige Wahrheit der Umfrageinstitute vollends abgefallen. Aber so. Alles paletti. Passt zur politischen Verhaltensweise. Stell doch mal demnächst die Frage, ob die Erde sich wirklich noch um die Sonne dreht….

Ich bin gespannt, was da noch kommt. Aber wahrscheinlich kommt gar nichts, wahrscheinlich versickert alles irgendwie langsam, bleibt nicht kleben, und in ein paar Monaten kommt wieder so eine Dressboy-Fotostrecke in der Bild und das Volk findet ihn super, weil er sogar den arroganten Akademikern ein Schnippchen geschlagen hat, der tolle Hund, der tolle. Schreibt die Frankfurter FAZ-Journalistin Andrea Diener. Ich befürchte so etwas auch, obwohl wir hier ganz sicher Seiner Gegeltheit und Ghostriderin (is scho richtig gschriebe 🙂 Ihro Mediengeilheit Stephanie keine Ruhe geben werden.

Und die Idiotensammlung auf „Facebook“: http://www.facebook.com/ProGuttenberg

Ein „Scherz der Verteidigung“

Heute an den Verkaufsstellen der BILDer in der Glitzermetropole und drumherum:

Heute in der BILD:

Alice Schwarzer (gestern Aussage vor dem LG Mannheim im Kachelmann-Prozess verweigert):

„Ich war ein Scherz der Verteidigung“.
Vor Gericht schwieg sie, jetzt redet sie

Dazu eine Sammlung der Themen und des Umfeldes der „glühenden Feministin“ auf bild.de:

Kennen wir uns?
Ein Wiedersehen mit vielen sexy Girls

Der Bildband „Erotic“ ist Sex für die Augen

So wirken Sie beim Netz-Flirt erotisch

Gesa ist das Bild-Girl 2011

Liebe, Sex, Singles und die BILD-Girls

Darf ich eine Frau „sextesten“?

So sexy setzt Russell James Frauen in Szene

Ich bin nicht schwul – fragen Sie Sarah!

Frauengruppe „Femen“
Wer sind die nackten Aktivistinnen?

Mit nackten Brüsten gegen Mubarak

Super Alice. Du kommst noch größer raus denn je. In Kai D´s feuchten Träumen kommst Du sicher auch vor. Gattin Katja bereitet da sicher schon ein Buch vor.

Wenn der Adrenalinspiegel „schießt“

Immer wenn NW-Volontärin „Blondschopf“ Ariane Mönikes im Blättchen über ihre dramatischen Einsätze bei Freunden und Helfern im öffentlichem Dienst schreibt, wird es gefährlich. Da „schießen“ Wagen dahin, steigt der Adrenalinspiegel. Diesmal „Autobahnpolizei“. Leider, so stellt sie am Ende der Reportage fest, habe es diesmal nur zu „Cobra 5“ gereicht. Da isser, der Link zum Privatfernsehen. Kein Prophet, wer ihr eine Karriere bei BILD vorhersagt. Die schießen auch. Verbal. Und erfinden gleich Täter, Tote und Taten mit. Aber das lernt Ariane bei der immer boulevardesker werdenden Gazette auch noch.

Die Merkel-Springer-Mohn Kaffeerunde

Nein, so lief das natürlich nicht ab. Das könnte ja nur der wirren Phantasie eines Verschwörungstheoretikers entsprungen sein. Aber eines ist jedenfalls sicher, das Triumfeminat hält – jedenfalls noch – zusammen. Und Angela Merkel kann sich auf Friede Springer und Liz Mohn verlassen, solange die Kanzlerin das „Werdende“ im Sinne des „Gewordenen“ (im Sinne der Springer-Zeitungen) und des „Werdensollenden“ (im Sinne der Bertelsmann-Stiftung) weiterspinnt.
Wenn nicht, dann drohte der Kanzlerin allerdings die Götterdämmerung.

Die „Nachdenkseiten“ sinnieren über die unselige Verbindung zwischen den drei schrecklichen Amazonen Merkel, Springer und Mohn und überlegen, warum jetzt der Liebling der drei Kaffeeklatschweiber ein wenig von BILD vor den Bug bekommen hat. Zu lesen hier. Unsere Provinzgazetten haben offensichtlich nicht den Mut, einmal über diese Verflechtung von Politik, privater Interessen, Häme und Steuersparmodellen offen nachzudenken.

Heimliche Liebe?

Unsere Alexandra, das „Gesicht der NW in Berlin“, hat wieder eines von den großen Dingern rausgehauen. Immer, wenn sie die Welt durch die Brille der Metropole am Teuro betrachtet reibt man sich hernach die Augen und fragt verblüfft: „Häh?“. In bester Qualtätsjournalismusattitüde beschleimt sie den hochgeschriebenen schnöseligen Gutsherren im Ministersessel, formt bei BILD abgeschriebene Sätze wie „…wegen seiner großen Beliebtheit“, schreibt ihm „Mut“ zu, den „Krieg“ in Afghanistan angeblich auch so zu nennen (Seine Umschreibung der Ereignisse am Hindukusch waren weitaus diffizieler. Einfach „Krieg“ sagt ein Wortdrechsler wie Gutti nicht). Mütterlich milde rät sie dem Politichaoten final, er solle sich selbst etwas weniger wichtig und Kritik ernster nehmen. Dann klappe das auch mit dem Kanzler.

Sehr einfach, diese Sicht auf die Welt. Aber das sind wir ja von „unserer“ Alexandra gewöhnt. Sie wird ihm wohl täglich mit viel heimlicher Liebe in der Hauptstadt der gequirlten Politidiotie die vielen hohlen Worte von den arroganten Lippen ablesen. Heimliche Liebe ist da wohl im Spiel. Vielleicht haben Ihre Gnaden schon den Posten der Pressesprecherin des weit bis in die USA vernetzten „Gutti-Konzerns“ auf der heimischen Burg in der fränkischen Provinz angeboten?