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11 Jahre

11 Jahre wurden für die Energielobby herausgeschlagen. 11 Jahre Zeit, um sich auf die neuen Energiegewinnungsmethoden einzustellen. Man wird sehen ob es reicht.

Daß der Umweltminister dahergeradelt kommt wie ein Grüner und Peter Ramsauer Streit im Kanzleramt verneint und dies in einen “Witz” packt ist nicht weiter verwunderlich. Daß die Kanzlerin keine Fehler zu gibt tut man als Politiker erst dann, wenn ein Skandal da ist, leider.

Die Umfragezeichen stehen auf Sturm. Man hat noch 2 Jahre und 3 Monate Zeit ins plus zu gelangen. Der Kanzlerin geht es wie Kohl `98 und Schröder 2005. Kohl war zu blind um entsprechend zu handeln, vielleicht auch zu bequem und über Schröder braucht man nicht weiter zu reden.

Es stellt sich die Frage, ob die Kabinettsparteien sich beim Volke noch beliebt machen können, oder ob man bis 2013 alles aussitzt. Durch die noch vorhandene bequeme Parlamentsmehrheit kann man noch ohne weiteres manches durchbringen, was nicht zustimmungspflichtig ist (Bundesrat). Zu wessen Gunsten bloß…?

Wie weiland bei Adolf

Die Stilisierung als Opfer: Seit der Opel-Krise vor zwei Jahren hat sich Guttenberg immer wieder als Anti-Politiker in Szene gesetzt, als der Unabhängige unter den Angepassten. Es ist seine Art des Populismus. Am Montagabend in Kelkheim ein ähnliches Muster, diesmal bezogen auf die Medien: Hier das Volk, dort die böse „Hauptstadtpresse“. Man müsse aufpassen, dass sich im Land nicht einige „Maßstäbe“ verschöben, sagt Guttenberg: „Dass am vergangenen Freitag das Hauptaugenmerk mit Sondersendungen und allem Pipapo auf die Fußnoten in einer ministeriellen Doktorarbeit gelegt wurde, gleichzeitig aber der Umstand, dass in Afghanistan drei Soldaten gefallen sind, zur Randnotiz verkommen ist, das ist kein Beispiel exzellenten Journalismus.“ Jubel im Saal. Am Ende sagt Guttenberg, dass er an diesem Abend in Kelkheim „Kraft getankt“ habe – für den „Zinnober“, der ihn nun wieder erwarte. Wir gegen die. Jetzt applaudieren die Leute stehend. Spiegel.online 23.02.2011

Danke, Karl-Theodor. Tiefsten Dank. Endlich ist Deutschland auch offiziell da angekommen, wo wir schon lange die Vermutung hatten: Provinzielle Bananenrepublik, wo verblendete Idioten (war gestern Abend auf hr3 im TV zu besichtigen) einem offensichtlichen Lügner, Betrüger und Lebenslaufanpasser zujubeln. Zwar geschah das im hessischen Heimatort eines gewissen Roland Koch, der das ja alles auch nicht genau nahm, aber es lässt tief blicken. Muttchen wurden mit Tränen in den Augen gezeigt, die verzückt den Ärmel des feschen Lügenbarons streichelten, verklärte Rentner im seidenen KiK-Blouson warfen IHM Kußhändchen zu, Trampeln, ekstatische Schreie. Schon mal gesehen? Klar. Anfang der dreißiger Jahre, als ein gewisser Anstreicher mit Braunhemdbewährten Schlägern um sich herum ähnlich idiotische Gesten auslöste. Schwarzweiß, Wochenschau. Statt AC/DC „Horst-Wessel-Lied“. Unterschied: Jetzt kann man das in Farbe sehen und in bestem Ton erleben und sie spielen AC/DC und den „Bayerischen Defiliermarsch“.

Geschichte wiederholt sich. Betrug ist jetzt ministrabel und befähigt zu höchsten Ämtern. Hört also auf, Ihr Pharisäer, Euch über Italien, den Kongo oder Tunesien oder Libyens Schwachmat zu echauffieren. Hier ist das sogar – gedeckt von der Regierungschefin – ganz „demokratisch“ möglich.

Und noch einmal Spiegel: Das ist die Gefahr für Guttenberg. Sollte sich herausstellen, dass er nicht nur schlampig gearbeitet hat, sondern seine Dissertation in Teilen vorsätzlich zusammengeklaut hat, dann wäre das ganze nicht mehr einfach nur unendlich peinlich für den politischen Überflieger. Dann wäre nicht mehr nur die Glaubwürdigkeit des Ministers beschädigt. Dann wäre Guttenberg ein Betrüger und müsste zurücktreten.

Zurücktreten? Der „beliebteste deutsche Politiker?“. Der „Konzernherr“? Liebe Freunde aus jenem Magazin, das ein bayerischer „Herrscher“ schon einmal Knall auf Fall „ausräuchern“ ließ. Das würde der Lügenbaron aus der tiefsten Provinz auch locker bringen. Vorher muß er aber noch Rektor, Dekan und seinen emeritierten Doktorvater von „Buyreuth“ entlassen. Zackzack, damit Muttchen und Vati was zu klatschen haben in ihrer besoffenen Blödheit. „So ein fescher Mensch. Und so ehrlich. Er verzichtet freiwillig auf seinen mühevollst erarbeiteten Doktortitel. Er benutzt nur noch goldenes Klopapier, was Stefferl-Barbie ihm bestickt hat mit AC/DC-Reimen“. Wie es eigentlich gehen muss, dokumentiert die Lippische Landeszeitung.

Gut, das ich noch nicht gefrühstückt habe.