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Angela in Aspik

Während oben auf der Siegesempore der Heilige Vater und Stellvertreter seine leise, sanfte „Philippika“ der Politik im Berliner Olympiastadion, alias 1936 Großauftrittsstätte eines Gröfaz (Größter Führer aller Zeiten), hielt, kippte der Verantwortliche im Himmel seine nassen Kübel über den Adabeis, Wichtigtuern und „Volksvertretern“ im Innenraum aus. Das Volk saß auf den billigen Rängen derweil im Trockenen. Was wiederum sehr selten ist, angesichts der hirnrissigen Aktionen der selbsternannten Elite im Innenraum.

Aber das Bild war schön.

Papst spricht. Rangnick „körperlich am Ende“. Und wer fragt uns?

Ein Tag draußen im Outback. Die Nabelschnur ist der online-Zugriff, die Autoradiotröte plärrt in höchsten Tönen, wo, wie und warum „Papa“ in Berlin rumrollt im neuen Mercedes-PR-Mobil, Sonderausführung „Seine Heiligkeit“. Der Reichstag ist gelbweiß geschmückt und der Betrachter fragt sich, ob wir Religion und Staat wirklich trennen. Oder ist Benedetto als Chef der Vatikanbank und Staatschef im Saal mit den blauen Bänken?

Verzeiht unsere Bissigkeit, Euro Heiligkeit, aber wir haben es nicht so mit dem Papsttum. Vor allem, wenn es um die Stellvertretung Jesu auf Erden geht. Schließlich wollen Buddha, Allah, Mohammed, Krishna und wie sie alle heißen, auch was abhaben von der menschlichen Ehrung, Demut und Kleinmachung, mit der uns nahezu alle Religionen überziehen wollen. Ein bißchen mehr Distanz könnte einem Staat wie Deutschland nicht schaden. Auch wenn Ratzi aus Deutschland, ähm Bayern stammt und eine Menge Ansichten nicht in diese Zeit passen.

Was sollen wir zu Schalke 04, dem „ARMinia BI des Ruhrgebietes“, sagen? Angetreten, dem Kotelett die höchste Ehre zu verschaffen, tritt er nun wegen „körperlichem Unwohlsein“ ab? Ob Tönnies und Scheel vom Billigkoteletthauerverband damit was zu tun haben?

Mehr Pflaumen denn je

Ein bißchen Sonne noch, dann können die Besitzer dieses Pflaumenbaumes nahe der Autobahn nach Hannover die Ernte beginnen. Es scheint, die diesjährige Pflaumenmenge richtet sich nach den politischen Pflaumen in Brüssel, Berlin und den Landtagen: Überfülle, Überreife und manche platzen schon auf, weil es ihnen einfach zu gut geht.

Berlin ist Brackwede

Wo die deutsche Hauptstadt von Brackwede lernen kann: Solch einen Boulevard hat das vielerorts siffige Berlin nicht. Aber die Brackweder Hauptstraße hat jetzt frische Blümskes da, wo der OB vom Niederwall angeblich mangels Kohle schon länger nichts mehr jäten, aufräumen oder pflanzen läßt.

Höhe Modehaus Kolck hat die Brackweder SPD schon längst erkannt, wie man einen überflüssigen Parteiaushang zu Alltagskunst macht. Hat Berlin nicht.

… und solch einen langen Blick bis in die Teutohöhen hat Berlin schon allemal nicht. Brackwede aber. Dieses Juwel an Kleinkunst.
Mit Medien, die noch mit „richtigen“ Nachrichten aufmachen…..

Bezahlte Claqueure ohne Hirn beklatschen Lügen

Mal dahintergeguckt, wie verlogen eigentlich die scheinheilig umjubelte „Oekowende weg von der Atomkraft“ der MerkelRösler-Junta in Berlin ist? Der „Qualitätsjournalismus“ a la Spiegel usw. klatscht pflichteifrig-bescheuert Beifall, anstatt genau zu sezieren, was da gerade in PoBerl durch-gepeitscht wird, um bis zu den nächsten Bundestagswahlen doch noch im SchwarzGelben Mäntelchen zu überleben. Hier ein Streiflicht aus der „Saarländischen online-Zeitung„. Der Inhalt gilt natürlich sinngemäß auch hier:

Die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW kritisiert den Beschluss von Union und FDP zur drastischen Kürzung der Solarförderung als “Anschlag auf den Volkswagen der Energiewende”. Medienberichten zufolge sollen die Vergütungssätze für die Photovoltaik noch stärker abgesenkt werden als von Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) ohnehin schon geplant war. Statt den Ausbau der Photovoltaik als Ersatz für Atomkraftwerke zu beschleunigen, plant die Bundesregierung ein regelrechtes Bestrafungssystem zur Entschleunigung des Zubaus: So sollen die Vergütungssätze für im Jahr 2012 gebaute Anlagen umso stärker gesenkt werden, je mehr Kapazität insgesamt neu entstehen wird.

Herr Obama, rufen Sie Frau Merkel an!

Jetzt wird’s ernst im Parteienstreit um den Staatshaushalt der USA: Der Krisengipfel im Weißen Haus ist gescheitert, ab Mitternacht geht der Regierung das Geld aus – mit potentiell dramatischen Folgen. Präsident Barack Obama warnt vor einer Rezession und hofft auf den Last-Minute-Kompromiss. Quelle.

Oh, hat die Geldruckmaschine FED kein Papier mehr? Ach, Mr. Obama, da gibt es doch eine ganz schnelle, ganz einfache und bereits durch einen Ackermann erprobte Lösung: Einfach Angela Merkel anrufen und sagen, Sie hätten Geburtstag und wollen ein paar nette Leute zwecks Spendenerbettelung ins Berliner Kanzleramt einladen.

Achten Sie aber bitte darauf, daß die Liste der Teilnehmer diesmal nicht geschwärzt ist, wenn Sie eine Restahnung haben, wie Demokratie funktioniert. Angela Merkel mußte nämlich erst per Gerichtsurteil dazu gezwungen werden, eine ihrer vielen Kungeleien (Gelernt beim Politbüro und der FDJ und Birne Kohl) offen zu legen. Aber die Angela aus Templin, die macht das schon. Das ist sie ja gewohnt, das macht sie wie in ihrer Templiner Datsche. Rouladen anbraten kann sie auch. Schön schwarz mit leicht sozialistischem Hauch: „Gewinne wenigen, Verluste den meisten“.

Ansonsten, good luck Mr. President! Deutschland geht es derzeit so Superdupiumwerfendphantastisch gut, die Leute – allesamt dank Niederigstlohn Großverdiener – sind „zufrieden wie nie“, wählen aber komischerweise nicht die, die ihnen dieses Gück und Seligkeit per Umfragen „bescheren“. Aber das macht ja nichts, da sind wir halt alle Brüdeles und Rösleins.

Aber das wird schon, Barack!

Was den Herrn Rösler zum Bundeswimini befähigt

Tiefdunkle Wolken am OWL-Himmel. Atomstrom in den oberirdischen Leitungen, die einsam stehende Outback-Höfe versorgen und in Berlin werden wir wieder einmal Zeuge jener wundersamen Wandlung, die nur Politiker vollbringen können. Philipp Rösler (FDP), jener immer etwas verstört wirkende ehemalige abgebrochene Augenfacharzt soll/will/möchte nun Bundeswirtschaftsminister werden und den weinseligen Herrn Brüderle beerben. Was ihn dazu befähigt? Wie kann man bei Politikern bloß eine solche Frage stellen. Die können alles.

Die Antwort ist doch klar: 2009 erhielt er den Karnevalsorden humoris causa der Döhrener Funkenartillerie Blau-Weiß! Dagegen sind Inge Schulzes Lutter-Turbinen gradezu Pillepalle.

Auch bei Heise macht man sich Gedanken über die gelbe Mini-Splitterpartei und kommt zu dem Schluß, daß mit Westerwelle gleich auch eine Reihe anderer FDP-Mitglieder mit reichlich Dreck am Stecken abtreten sollte. Mit dem Rösler, Philipp als Parteichefchen wäre dann der endgültige Abstieg besiegelt.

Jetzt Aprilscherzt die Berliner Junta aber

Durchschnittlich 25 Euro Steuernachlass für ungefilterte Diesel-Pkw pro Jahr trotz gegenteiliger Beteuerungen aus dem Bundesumweltministerium – Norbert Röttgen zieht gegen Betonfraktion aus CDU/CSU und Autolobby den Kürzeren – Deutsche Umwelthilfe fordert neue Malussteuer für alle ungefilterten Dieselfahrzeuge – Einnahmen vollständig für die Förderung der Partikelfilternachrüstung verwenden. Es klingt wie ein schlechter Aprilscherz: Zum 1. April senkt die Bundesregierung die Kfz-Steuer ausgerechnet und ausschließlich für gesundheitsgefährdende Diesel-Pkw ohne Partikelfilter. Die Bundesregierung wickelt trotz zunehmender Proteste der Bürger gegen ihre falsche Energie- und Klimaschutzpolitik damit nun auch die Luftreinhaltepolitik der letzten zwanzig Jahre ab: Eine seit 2006 geltende Malussteuer in Höhe von 1,20 Euro pro 100 cm³ Hubraum für Dieselstinker läuft ersatzlos aus – trotz gegenteiliger Beteuerungen von Bundesumweltminister Norbert Röttgen, der mehrfach angekündigt hatte, sich für eine Verlängerung der Malusregelung über den 1. April 2011 hinaus einzusetzen. Damit konnte sich Röttgen einmal mehr nicht gegen seinen Parteifreund, Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sowie Teilen der CDU/CSU Fraktion durchsetzen. Mit der aktuellen Entscheidung verabschiedet sich die schwarz-gelbe Koalition komplett von ihrem Anspruch das schwerwiegendste Luftreinhalteproblem in Deutschland einzudämmen.

Denn schon zum Jahreswechsel hatte die Bundesregierung die finanzielle Förderung der Nachrüstung von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen mit Dieselpartikelminderungssystemen eingestellt. Mit dem doppelten Wegfall von Nachrüstförderung und Strafsteuer für Dieselstinker entzieht die Bundesregierung den von Feinstaub und NOx geplagten Ländern und Kommunen das wichtigste Instrument zur Einhaltung der EU-Luftreinhalterichtlinie. Stattdessen setzt die Koalition absurderweise finanzielle Anreize für den Kauf ungefilterter Diesel-Pkw. Quelle: Pressemeldung Deutsche Umwelthilfe e.V., Berlin.

Caramba. Da freuen sich die letzten Anlieger der B68 von Dissen nach Bielefeld aber besonders. Das Kasperle-Kabinett der Komödiantin aus der östlichen Provinz haut jeden Tag einen neuen Hammer raus. Dieser oben kommt pünktlich zum ersten April. Eigentlich kann man die gesamte Politik dieses SchwatzGelb-Kabinetts als Daueraprilscherz verkaufen.

Der Eisbär ist tot.

Er war als Kind knuddelig und der Liebling der Kinder. Er wurde zum Teeniestar, es gab zig Sondersendungen über ihn und sogar Merchandisingartikel. Nun ist Knut tot. Ich wünsche ihm alles Gute und ruhe er in Frieden.

http://www.rbb-online.de/nachrichten/vermischtes/2011_03/eisbaer_knut_ist_gestorben.html

Fischers Birgit fischt im Trüben

Im Dunkeln ist gut munkeln. Das hat sich auch Birgit Fischer gesagt und hat die Gunst der Stunde (Erdbeben, Tsunami und Kernschmelze in japanischen Kernkraftwerk, Bürgerkrieg in Lybien und nicht zuletzt Kernkraftdiskussion in Deutschland) genutzt um vom Vorstandsvorsitz der Barmer GEK zum Verband forschender Arzneimittelhersteller zu wechseln. 200.000 Euro Jahresgehalt waren nicht genug.

Der Verband der Arzneimittelindustrie gilt als einer der erfolgreichsten und aggresivsten Lobbyisten in Berlin und Brüssel. So schreiben Vertreter der Organisation auch schon mal an Gesetzen mit, wenn es darum geht die immensen Ausgaben der Krankenkassen für Arzneimittel einzuschränken und verhindern so Not und Elend bei den deutschen Pillendrehern.  Die Dame wird den Pharmamanagern sicher wertvolle Tips geben könne, wenn es darum geht, auf Kosten der Allgemeinheit, den Kassen und der Politik ein paar Schweinereien unterzuschieben. War sie doch vor ihrem gut dotierten Job bei der Barmer GEK von 1998 bis 2005 Gesundheitsministerin in NRW.

Ansonsten hat die Dame eigentlich wenig aufzuweisen. Dipl.-Pädagogin, pädagogische Leitung des Evangelischen Bildungswerks Frankenforum, Fachbereichsleiterin der Volkshochschule Lennetal und wie jede Sozen-Quotenfrau Gleichstellungsbeauftragte, in diesem Fall in Bochum. Immer gut vernetzt bei den rechten Sozialdemokraten, den Kanalarbeitern und im Jahr 2007 ihren Wählern in Bochum, die sie 2005 direkt in den Landtag gewählt hatten, für den Job bei der Barmer vor den Koffer gesch….

Enttäuschtes Westfalen-Blatt

Ein wenig Wehmut klingt da schon im sonntäglichen Anzeigen-und Beilagenableger des Westfalen-Blattes mit, wenn sie die „gewaltigen“ Zahlen der Teilnehmer an der „Pro Guttenberg“-Demo auflisten. 150 in Hamburg, 80 in der Bankenhochburg Frankfurt (wunderts?), 50 in Köln. Null in Bremen, Hannover, Leipzig und selbstverständlich auch in Bielefeld. Offensichtlich ist ja der angebliche Wunsch, den so dynamischen Junggauner zurück zu bekommen, sehr gering. Facebook-Fakes, BILD-Hypes und Forsa/Emnids vorgeblich „repräsentative Umfragen“ sind eben doch nicht Volkes Meinung.

Schließen wir also dieses unappetitliche Thema erst einmal ab mit der dringenden Bitte an die Staatsanwaltschaften des Freistaates Bayern, auch die seltsame Rolle der Uni Bayreuth und der „summa-cum-laude-Kommission“ nebst Spendenempfang zu untersuchen und nicht unter den berühmten Teppich des Vergessens zu kehren.

Schönen Sonntag noch! Und nicht vergessen. ARMinia spielt zur besten Mittagszeit beim Kentschclub, dem Pokalfinalisten MSV Duisburg. Noch-Chefübungsleiter Ewald Lienens sehnlichster und wahrscheinlich einziger Wunsch ist, „nicht mit einer Packung heimkehren“. Ob die Duisburger da Rücksicht drauf nehmen? Tippen wir mal ein 4:1 für den MSV.

NW promoted SPD-Steinmeier

Ein schönes Bild von Eule (Frank-Walter Steinmeier) ist es ja schon. Mehr kann ein Fotograf aus diesem Gesicht nicht machen. Fehlt eigentlich nur noch die persönliche Unterschrift.
Die offizielle Postille des F-W Steinmeier- Fanclubs (Vorsitzende und einziges Mitglied Alexandra Jacobson), die Neue Westfälische, macht wieder einmal durch ein die Grenzen des Qualitätsjournalismus sprengendes, Interview mit dem Meister der Sprechblasen auf sich aufmerksam.

Fragen die keine Ausflüchte, kein drumherum-Reden zulassen. Fragen, die dem Intellekt des Interviewten alles abverlangen. Fragen die in ihrer präzisen, ja geradezu provozierenden Klarheit auf den Punkt führen, lassen den Leser vor Spannung auf die Antwort, innerlich erzittern.

Es sind Fragen wie diese: „In den Umfragen sind sie mit Abstand der beliebteste SPD-Politiker. Freut sie das?“ Eine Frage wie ein Peitschenhieb, auch ein Kind im Vorschulalter hätte nicht besser  formulieren können.

Oder: „Herr Steinmeier, morgen ist die Abstimmung im Bundestag zur Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes. Was empfehlen sie ihrer Fraktion?“

Da die werte Leserschaft die letzten Jahre und Monate auf dem Mars oder noch weiter weg gelebt hat, ist das natürlich eine spannende Frage. Zunächst einmal möchte man wissen, was ist das für ein Einsatz der sich im Besitz Afghanistans befindet, wofür wird er benötigt  und warum soll die SPD-Fraktion seiner Verlängerung zustimmen.? So eine Verlängerung verlangt doch bestimmt nach handwerklichem Geschick.Es ist doch aber bekannt das für die Sozen nur Lehrer und Gewerkschaftsbonzen im Bundestag sitzen.
So hat denn auch Eule Steinmeier seine liebe Not mit einer Antwort. 113 Worte später hat der Leser erfahren, dass man einen weiten Weg gegangen ist und das die Fraktion nun zustimmen wird. Nun ja, ob einfaches Zustimmen wirklich dabei hilfreich ist, einen Einsatz, der irgendwo in den afghanischen Gebirgen herumliegt, zu verlängern? Frau Jacobson weiß da anscheinend mehr als wir. Sie fragt jedenfalls nicht nach.

Stattdessen hält sie ihrem Meister das nächste Stöckchen hin über das er wortreich springen kann. (Oder sollte man im Fall einer Eule besser fliegen sagen? ) So erfährt der vom Mars Gefallene und so hart Aufgeschlagene, dass „die FDP in Hamburg an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern wird, Frau Merkel eine Koalition anführt, die im Kern handlungsunfähig ist, Hannelore Kraft in NRW regiert und die Opposition im Landtag keine Neuwahlen herbeiführen wird, die Linkspartei auf einer Rutschbahn nach unten ist (Rutschbahn noch oben wär‘ jetzt auch blöd), die Menschen die Nase voll haben vom schwarz-gelben Chaos, blah, blah, blah…“ Zum Schluss sind uns drei Dinge klar:

1. Frau Jacobson hat mit diesem Interview sicherlich keine neuen Mitglieder für den Steinmeier-Fanclub gewonnen.

2. Die SPD und ihr Fraktionsvorsitzender haben keinerlei Antworten auf die Probleme und Herausforderungen des neuen Jahrzehnts, und

3. die Vergeudung von Papier und Druckerschwärze ist immer noch straffrei auf der Erde.

Komm, hat keinen Sinn hier, zünd‘ die Raketentriebwerke und lass abhauen, wieder zurück zum Mars.

(Aber das Bild ist gut.)