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Westfalen-Blatt lobt Nichtveröffentlichung von Bin Laden-Bildern

Der republikanische Senator Lindsey Graham hat die Entscheidung des US-Präsidenten Barack Obama, keine Fotos des toten Osama Bin Laden zu veröffentlichen, scharf kritisiert. Die Welt warte auf diesen Beweis. Dass dieser bislang ausgeblieben sei, schüre Verschwörungs-theorien. Doch kann die Veröffentlichung eines Bildes des Getöteten wirklich so ein Beweis sein? Nein! Der Anblick des leblosen Körpers Bin Ladens hilft niemandem weiter. Kein Laie kann beurteilen, ob es sich tatsächlich um ihn handelt. Er wäre auf Experten angewiesen und vor Manipulation nicht gefeit. Er müsste Fachleuten vertrauen, wie er nun Obamas Worten glauben muss. Für den Einzelnen wäre es nur eine pervertierte Form der Genugtuung. Und am Ende liefe es wie bei der Mondlandung: Bis heute zweifeln einige, dass die Bilder echt sind. Es gibt weitere Gründe, kein Foto zu zeigen. Die Veröffentlichung könnte Racheakte befeuern. Außerdem ächtet es das Völkerrecht, einen Gegner in seiner Versehrtheit zu zeigen. Da ist es auch kein Gegenargument, dass man sich bisher allzu oft darüber hinweg gesetzt hat.

Och, liebes Westfalen-Blatt, was habt Ihr denn für ein Problem? „Steht doch in der Zeitung“ 🙂 Folglich ist es wahr. Beweise? Herr Obama hat es doch gesagt. Folglich ist es wahr. Überlegt mal lieber, ob Ihr – wie auch Eure Kollegen – unbedingt ständig Bilder von zerquetschten Unfallautos zeigen müsst. Denn die sagen letztlich absolut nichts aus, obwohl sie wohl „wahr“ sind.

Wie (verkappte) rechtskonservative Mischpoke a la Angela Merkel, BILD etc. denkt, analysiert Roberto De Lapuente unter dem Titel „Dedicto“ auf seinem Blog „Ad sinistram“.