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Kuchen versüßt in der Metropole alles

Jetzt, wo die SALE-Ströme durch die wundersame Metropole zwischen den Teutohügeln ziehen und die grandiose Architektur der Bahnhofstraße die Kulisse bildet zur Jagd auf Billiges, ist es an der Zeit, die Metropole zu loben. Wo sonst wurden so viele Randzeichen der Weltgeschichte gesetzt. Wo sonst entstanden so viele nicht gesetzte Kommata der Großen, Mächtigen dieser Welt auf ihrer rasenden Fahrt den Bielefelder Berg hoch. Wo sonst kann man sich rühmen die Blitzerkönige der Nation zu sein? Hermann hatte damals bei seinem Schlag gegen die Römer eher Detmold oder das Niedersächsische im Blick. Das Gemeinwesen an der reißenden Lutter hatte auf seiner Agenda der germanischen Hauptstädte noch keinen Platz. Zumal die Herren von der Borgholzhausener Ravensburg eher von oberhalb der B 68 dieses Städtchen regierten. Heute pilgern Heerscharen von Architekten aus aller Welt hier her, um das letzte gut erhaltene Denkmal flachen Baues mit Reminiszenzen an den Baustil der vergangenen DDR zu bewundern.

Wäre der Zauber dieser einmaligen Stadt nicht schon gebaut, man müßte es als Uneso-Weltkulturerbe in Disneyland neu erstehen lassen. Mit Kuchen vom Kraume.

Baggerplätze

Immer wieder kommt es in letzter Zeit vor, dass Bagger und andere „Straßenwerkzeuge“ ihre eigenen Stellplätze bekommen. Nicht etwa am Straßenrand, sondern mitten auf der Fahrbahn.

Auf der Eckendorfer wird dann großräumig ein Tempo 30 Schild hingesetzt, der Reißverschlussverkehr angeordnet und der Bagger wird rundherum mit rot-weißen Warnbaken (ostwestfl.: Pömpeln) eingezäunt. Wahrscheinlich, um den Bagger- und Traktorendiebstählen entgegenzuwirken.

Gleiches Spiel auf der Osningstraße / Lipper Hellweg. Wohl behütete Bagger. Genauso auf der Detmolder Straße stadtauswärts. Man muss ganz dringend den Bereich zwischen Fahrbahnkante und Bordsteinkantenanfang auffräsen und einfach mal aus Prinzip (oder war es doch nur reine Willkür?) neu asphaltieren. Auf der B68 direkt an der OWD-Ausfahrt parkt seit dieser Woche im Übrigen kein Bagger mehr. Hat wohl den Mietvertrag mit der Fahrbahn gekündigt, man weiß es nicht. Oder er genießt jetzt anderswo die Aussicht auf das pulsierende Bielefelder (Nacht-)Leben.

 

Neu hinzugekommen ist dafür diese Asphaltschneidemaschine an der Turner-/Hermannstraße. Scheint allerdings kein sonderlich begehrtes Diebesgut zu sein, immerhin wurde sie nur mit ein paar Kegeln abgeschirmt. Was an Letzterem so verwunderlich ist, dass ich es sogar fotografiert habe? Ausnahmsweise gab es weit und breit KEINE einzige Baustelle, die das Ding da gerechtfertigt hätte. Nichtmal Verkehrszeichen mit dem fleißig schaufelnden Männeken. Nix. Hauptsache mal was abgestellt.

Wer am heutigen Vatertag statt mit Bollerwagen (das sind dann die sogenannten „Alleinziehenden Väter„) lieber mal mit Bagger durch die Lande streifen möchte, wird bestimmt an der Jahrhundertbaustelle an der Engerschen Straße fündig. Bei dem Megaparkplatz und den über die Jahre angesammelten Schätzchen, ist bestimmt für jeden das Passende dabei.

Wie lange existiert dieses Kriegsgebiet da oben eigentlich schon? Und wie lange wird es wohl noch dauern?

(Gregor) Moss das denn sein?

Wie schon vor drei oder vier Wochen geahnt, scheint es jetzt Realität zu werden.

Erst wird Finke verboten nach Bielefeld zu „expandieren“ um ein „Kompetenzzentrum“ aufzubauen, jetzt weint Bielefeld, weil Porta und auch Brockmeyer (in der NW Version noch mit i, siehe Screen) sich Gütersloh als neue Residenz ausgesucht haben.

Warum solche Klagen immer erst NACH dem ersten offiziellen Spatenstich erfolgen, muss man anscheinend nicht verstehen. Kam ja auch alles ganz spontan und plötzlich. Auch wenn die NW es vorher schon bildlich festgehalten hat. Bis Neuigkeiten in Bielefeld ankommen, dauert es ja bekanntlich immer etwas länger (Bildungspaket, konjunktureller Aufschwung, Starbucks…). Wahrscheinlich hat textexter den Newsbollerwagen auf der B68 angehalten. Rausgewunken, wie es sonst nur die fleißigen Jungs vom Zoll immer machen. Anders kann man sich dieses Kaspertheater nicht erklären.

Jetzt Aprilscherzt die Berliner Junta aber

Durchschnittlich 25 Euro Steuernachlass für ungefilterte Diesel-Pkw pro Jahr trotz gegenteiliger Beteuerungen aus dem Bundesumweltministerium – Norbert Röttgen zieht gegen Betonfraktion aus CDU/CSU und Autolobby den Kürzeren – Deutsche Umwelthilfe fordert neue Malussteuer für alle ungefilterten Dieselfahrzeuge – Einnahmen vollständig für die Förderung der Partikelfilternachrüstung verwenden. Es klingt wie ein schlechter Aprilscherz: Zum 1. April senkt die Bundesregierung die Kfz-Steuer ausgerechnet und ausschließlich für gesundheitsgefährdende Diesel-Pkw ohne Partikelfilter. Die Bundesregierung wickelt trotz zunehmender Proteste der Bürger gegen ihre falsche Energie- und Klimaschutzpolitik damit nun auch die Luftreinhaltepolitik der letzten zwanzig Jahre ab: Eine seit 2006 geltende Malussteuer in Höhe von 1,20 Euro pro 100 cm³ Hubraum für Dieselstinker läuft ersatzlos aus – trotz gegenteiliger Beteuerungen von Bundesumweltminister Norbert Röttgen, der mehrfach angekündigt hatte, sich für eine Verlängerung der Malusregelung über den 1. April 2011 hinaus einzusetzen. Damit konnte sich Röttgen einmal mehr nicht gegen seinen Parteifreund, Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sowie Teilen der CDU/CSU Fraktion durchsetzen. Mit der aktuellen Entscheidung verabschiedet sich die schwarz-gelbe Koalition komplett von ihrem Anspruch das schwerwiegendste Luftreinhalteproblem in Deutschland einzudämmen.

Denn schon zum Jahreswechsel hatte die Bundesregierung die finanzielle Förderung der Nachrüstung von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen mit Dieselpartikelminderungssystemen eingestellt. Mit dem doppelten Wegfall von Nachrüstförderung und Strafsteuer für Dieselstinker entzieht die Bundesregierung den von Feinstaub und NOx geplagten Ländern und Kommunen das wichtigste Instrument zur Einhaltung der EU-Luftreinhalterichtlinie. Stattdessen setzt die Koalition absurderweise finanzielle Anreize für den Kauf ungefilterter Diesel-Pkw. Quelle: Pressemeldung Deutsche Umwelthilfe e.V., Berlin.

Caramba. Da freuen sich die letzten Anlieger der B68 von Dissen nach Bielefeld aber besonders. Das Kasperle-Kabinett der Komödiantin aus der östlichen Provinz haut jeden Tag einen neuen Hammer raus. Dieser oben kommt pünktlich zum ersten April. Eigentlich kann man die gesamte Politik dieses SchwatzGelb-Kabinetts als Daueraprilscherz verkaufen.