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Bezahlte Claqueure ohne Hirn beklatschen Lügen

Mal dahintergeguckt, wie verlogen eigentlich die scheinheilig umjubelte „Oekowende weg von der Atomkraft“ der MerkelRösler-Junta in Berlin ist? Der „Qualitätsjournalismus“ a la Spiegel usw. klatscht pflichteifrig-bescheuert Beifall, anstatt genau zu sezieren, was da gerade in PoBerl durch-gepeitscht wird, um bis zu den nächsten Bundestagswahlen doch noch im SchwarzGelben Mäntelchen zu überleben. Hier ein Streiflicht aus der „Saarländischen online-Zeitung„. Der Inhalt gilt natürlich sinngemäß auch hier:

Die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW kritisiert den Beschluss von Union und FDP zur drastischen Kürzung der Solarförderung als “Anschlag auf den Volkswagen der Energiewende”. Medienberichten zufolge sollen die Vergütungssätze für die Photovoltaik noch stärker abgesenkt werden als von Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) ohnehin schon geplant war. Statt den Ausbau der Photovoltaik als Ersatz für Atomkraftwerke zu beschleunigen, plant die Bundesregierung ein regelrechtes Bestrafungssystem zur Entschleunigung des Zubaus: So sollen die Vergütungssätze für im Jahr 2012 gebaute Anlagen umso stärker gesenkt werden, je mehr Kapazität insgesamt neu entstehen wird.

Inge trommelt

Dr. Inge Schulze: „Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) – ein Zusammenschluss aller Stadtwerke – bewertet in seiner Stellungnahme vom 30. März 2011 einen schnelleren Atomausstieg sehr positiv. Durch eine neue Energiepolitik könnten sie ihren Marktanteil an der Stromproduktion in Deutschland (heute 10%) in den nächsten zehn Jahren von verdoppeln. Dabei wolle man vor allem in erneuerbare Energien investieren. Der Verband zitiert auch eine Studie des Ökoinstituts, die nach dem Atomunfall in Japan erstellt wurde. Die Studie belegt, dass alle 17 Atomkraftwerke in Deutschland mit einer Leistung von 20,5 Gigawatt noch in diesem Jahrzehnt vom Netz genommen werden können, ohne dass die Strompreise stärker als bisher schwanken. Der VKU erwartet im nächsten Jahrzehnt hauptsächlich zusätzliche Kosten für die Modernisierung der Verteilnetze (bis 2030 gut 25 Milliarden Euro). Die Kommunalvertreter sehen Chancen, durch Steigerung der Energieeffizienz Preiseffekten zu begegnen.“ Heißt es auf der Webseite der Grünen Bielefeld.

Nun, unsere kluige Inge hat ja auch schon den Keller ihres grün angestrichenen Hauses voll mit selbst gebastelten Lutterturbinen. Momentan spürt die Ökopartei Rückenwind in den Umfragen und sieht sich selbst schon als „Kanzlerpartei“. Renate Künast? Frau Roth? Herr Trittin? Ach ja. Wie war das noch vor gar nicht langer Zeit mit der FDP bei der Bundestagswahl? Über 14 Prozent!. So schnell das gehen. Dagegen hilft auch kein warmer Umschlag von Dr. Rösler.

So billig, wie Inge das anpreist, werden ihre Turbinchen sicher nicht. Kein Atommafiist lässt sich so schnell die Butter vom Brot in Grohnde nehmen.

Die Mitschuld von SchwarzGelb

Die Bilder aus Japan lehren die Welt das Fürchten. Die Not der Menschen ist so unermesslich, dass es einem die Sprache verschlägt. Zum tausendfachen Tod in Trümmern, zu Leid und verheerender Verwüstung kommt die ganz reale Angst vor dem Super-GAU. Ein apokalyptisches Szenario. Niemand vermag zu sagen, was in den Reaktorblöcken in Fukushima genau passiert. Die Angaben sind widersprüchlich, die Informationspolitik der japanischen Regierung ist verstörend. 25 Jahre nach der Katastrophe von Tschernobyl sieht sich die Menschheit erneut auf fürchterliche Weise mit der Tatsache konfrontiert, dass sie die Kernenergie offenkundig nicht komplett beherrschen kann. Weder im Betrieb noch im Umgang mit dem Atommüll. Nach wie vor ist die Endlagerfrage weltweit weitgehend ungelöst. »Was wäre, wenn so etwas bei uns passiert…?« Diese bange Frage stellt sich jetzt überall dort, wo die Atomkraft eine Rolle spielt. In Deutschland wird das Drama von Fukushima das Ende der Kernenergie beschleunigen. Kanzlerin Angela Merkel und ihr Umweltminister Norbert Röttgen wissen das. Beide haben keinen Zweifel daran gelassen, dass Japan eine Zäsur darstellt. Röttgen nennt die Kernenergie unverblümt ein »Auslaufmodell«. Für bloße Beschwichtigungspolitik ist das ziemlich starker Tobak. Die schwarz-gelbe Regierung, die gerade erst den Ausstieg aus dem rot-grünen Atomausstieg beschlossen und der längeren Laufzeit der Atomkraftwerke zugestimmt hat, wird sich fortan an diesen Aussagen messen lassen müssen. Und zwar auch noch nach den anstehenden Wahlen. Für das Land allerdings geht es nicht um parteipolitische Spitzfindigkeit, sondern um eine Werteentscheidung. Vordergründig lautet die Frage: Wie viel darf der Strom kosten? Tatsächlich allerdings müssen wir entscheiden, was uns eine Abkehr von der Kernkraft mit Blick auf unser Wohlstandsniveau und unsere alltäglichen Lebensgewohnheiten wert ist. Davon zuerst hängt ab, wie lange wir die Atomenergie als Brückentechnologie tatsächlich einsetzen müssen. Deutschland täte gut daran, den Ausbau regenerativer Energien noch sehr viel schneller voranzubringen. Das jedoch kostet Geld, viel Geld. Und es zieht weitere Unannehmlichkeiten nach sich. Von der Verspargelung der Landschaft und des offenen Meeres bis zu jahrelangen Bauarbeiten an einem deutlich leistungsfähigeren Stromnetz und neuen, großen Pumpspeicherkraftwerken. Das alles wird ohne massive Eingriffe in die Natur – ja, möglicherweise auch vor der eigenen Haustür – nicht möglich sein. Auch auf noch höhere Energiekosten müssten wir uns wohl zumindest zeitweilig einstellen. Und schließlich könnte es sein, dass andere Länder am billigen Strom aus der Kernkraft festhalten, so dass unserer Industrie ein relevanter Wettbewerbsnachteil entsteht. Doch wenn wir wegwollen von der Hochrisikotechnologie Atomkraft, müssen wir bereit sein, diesen Preis zu zahlen.

Gewiß, liebes Westfalen-Blatt, es fällt schwer angesichts der furchbaren Ereignisse und Bilder aus Japan einigermaßen seinen Grips zusammenzuhalten und das Tagesgeschäft zu erledigen. Nur eine Bemerkung dazu. Eine klitzekleine. Schließlich war es die von Ihrem Blatt präferierte Regierung in Hornissen-schwarz-gelb, die vor den Energiemonopolisten den Kniefall machte und Atomkraft niedlich verharrmlosend als „Brückentechnologie“ bezeichnete und damit verlängerte Laufzeiten alter Meiler zugestand, die ziemlich klar Fortschritte bei regenerativen Energien ausbremste. Jetzt heißt es, „wir brauchen Zeit für stärkere Stromleitungen“, usw. Ach, für den Atomstrom reichten die Leitungen bisher aus?

In der NW liest sich der Kommentar schon schärfer: Schon sind sie zu hören, die Schönredner der Störfälle, die uns weismachen wollen, deutsche Reaktoren hätten bessere Sicherheitssysteme, stabilere Kühlsysteme, eine weniger anfällige Notstromversorgung. Für die Trauer um die Opfer der japanischen Katastrophe bleibt keine Zeit, auch wenn SPD-Chef Sigmar Gabriel zunächst anmahnte, es sei noch Gelegenheit, über die Konsequenzen aus der Katastrophe nachzudenken.

Es fällt sehr schwer, dieser Regieruingskonstallation auch nur ein einziges Wort noch zu glauben. Dabei ist der ominöse Euro-Rettungsschirm, zu dem Deutschland allein 200 Milliarden beitragen soll, angesichts der japanischen Tragödie weitgehend „under cover“ durchgewinkt worden. Aber auch das, verehrte Frau Bundeskanzlerin, wird Ihnen in Kürze ebenso auf die Füße fallen wie das Thema „Atomkraft“. Sie haben einen Amtseid geleistet, „Schaden vom Deutschen Volke abzuwenden“. Und ihn wiederholt und aktuell gebrochen. Es sei auf die zynisch erhobenen Champagnergläser von Frau Merkel und den Chefs des Atom/Energiemonopols erinnert, als die Lizenz zum Gelddrucken in „trockenen Tüchern“ war.

So lange sicher, wie nichts Unerwartetes passiert

Der Gründer der Gesellschaft für Strahlenschutz, Prof. Edmund Lengfelder, gibt hier ein interessantes Interview zu der Atom-Katastrophe in Japan. Am besten ließt man sich das komplette Interview durch, dennoch sollen ein paar Zitate seine Ansichten deutlich machen:

„Jede Regierung wird versuchen, die Wahrheit nur scheibchenweise an die Öffentlichkeit zu geben. Ich würde mich nicht wundern, wenn mehr Reaktoren betroffen wären.“

„Ich gehe davon aus, dass es schlimmer wird als in Tschernobyl.“

„Unsere Kraftwerke sind nur so lange sicher, wie nichts passiert, was wir nicht erwartet haben.“

„Die Politik nimmt ihre Verantwortung aber nicht ernst, sondern verlängert sogar die Laufzeiten.“

„Alle Staaten, die ich kenne, bagatellisieren die Folgen und sagen, bei uns ist alles sicher.“

Atomkraft-Fans. Schaut genau hin!

Angesichts der dramatischen Bilder ersparen wir uns Kommentare. Die Meldungen sprechen – leider – für sich. „Atomkraft ist eine der sichersten Möglichkeiten, mit höchster Rendite Strom zu erzeugen. Deshalb können die Meiler auch ruhig weiterlaufen“. (Könnte der superdämliche Lobbyist Röttgen gesagt haben, der auch der nicht E10 tankenden Masse unterstellt, Diktator Gaddafi zu unterstützen).