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NW-Kritik an Güterslohs Gutmenschen?

Müssen wir Angst um NW-Redaktor Marius Giessmann haben? Immerhin hat er ja einen Tag nach diesem Blog jetzt in der größten Gazette der größten Stadt zwischen Hannover und Hamm eben jenes unschöne Thema aufgegriffen, das die B.mann-Gutmenschen aus der langen, langweiligen Stadt nebenan mit G. davor derzeit im Teltow-Berlinischen 02-Callcenter inszenieren. Ausgerechnet die NW wagt es, die Kritik am Verhalten der Bertelsmann-Tochter arvato aufzugreifen? Sollte sich Marius G. dennoch in das bürgerlich-piefig-provinzielle Stadtkleinod nebenan wagen, er sollte sich gut tarnen. So wie Elisabeth Mohn damals zielsicher Thommy M. aussortierte, wird sie auch auf der elend langen Gütersloher Marius Giessmann erkennen und polizeilich rauswinken lassen. Es geht einfach nicht, ein Unternehmen zu kritisieren, dem die NW schon so viele Jubelarien gewidmet hat. Sicher wird er das demnächst mit einer knackigen Reportage aus dem „Thinkcenter“, der gemein nützigen Stiftung wieder wettmachen. Wenn sie eine weitere verlogene und verbogene Studie vorlegen, wonach die Umwidmung von Callcenter auf noch billiger Lohn hilft, Arbeitsplätze in Bangladesh zu erhalten. Oder so.

Neues in Sachen Callcenter

„Callcenter“. Kaum ein Thema wird in diesem Blog so oft und so intensiv betrachtet. Der Weltkonzern aus der langen Stadt mit G. vornedran hat sich jetzt per Tochter Arvato mal wieder in die Nesseln gesetzt. Die „Märkische Zeitung“ berichtet darüber:

Das dürfte sich in absehbarer Zeit ändern. Seit gestern gehört das Callcenter zum Medienkonzern Bertelsmann – ein klassischer Fall von Outsourcing. Und Arvato hat bereits angekündigt, dass nach einem Jahr die Gehälter um mindestens 20 Prozent sinken werden. Die Teltower Belegschaft hat die Ankündigung als Kampfansage aufgefasst. Jetzt probt sie den Aufstand.

Arvato hat gestern um Punkt 12 Uhr ein weitgehend leeres Callcenter übernommen. Von 193 O2-Angestellten haben rund 175 Widerspruch gegen die Betriebsübernahme eingelegt und sind daher nicht zu Arvato gewechselt. Nur ein Dutzend Wechselwilliger und rund 50 Zeitarbeiter meldeten sich gestern bei Arvato. Die 175 Rebellen wurden von O2 bis auf Weiteres freigestellt – sie beziehen ihr Gehalt bis zur Klärung der Angelegenheit.

Ob Lizchen schon mit einer Fuhre Mohnkuchen im Kofferraum des schweren Benz „menschlich“ unterwegs ist?

Private Knöllchenschreiber?

Die Kassen der Kommunen sind leer. Da ist es durchaus verständlich über zusätzliche Einnahmequellen nachzudenken. Dass Städte und Gemeinden dabei aber zu Mitteln der Wegelagerei greifen wollen, ist unsittlich. Natürlich müssen sich Verkehrsteilnehmer an Regeln halten. Das gilt fürs Rasen ebenso wie
fürs Falschparken. Und natürlich müssen Verstöße geahndet werden. Doch dafür sind die Ordnungsbehörden zuständig und niemand sonst. Werden Privatfirmen mit diesen Aufgaben betraut und erfolgt die Entlohnung dann möglicherweise nach einer Erfolgsquote, sind dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet. Private Knöllchenschreiber wollen und müssen Gewinne machen, damit sich das Geschäft lohnt. Und sollte sich ein solcher Weg auch für die Kommunen lohnen, wer weiß, vielleicht werden dann demnächst auch Verkehrskontrollen von privaten Sicherheitsdiensten vorgenommen. Die kassieren dann immer gleich, ohne groß zu diskutieren. Auf welcher Rechtsgrundlage? Auf keiner! Verkehrsüberwachung ist eine staatliche Aufgabe. Und die hat es auch zu bleiben.

Liebes Westfalen-Blatt. Ihr hättet nur in die lange Stadt mit G. gucken und die Tätigkeiten eines Konzerns mit B. zu beleuchten brauchen. Da wird ganz sicher schon lange diskutiert, ob Konzerntochter arvato nicht auch in diesem Bereich den Staat zugunsten der eigenen Kasse „entlasten“ kann. So ganz nebenbei könnte man die parallel gleich mal gespeicherten Adressen der „Sünder“ in den riesigen Adressenpool einfließen lassen, mit facebook, twitter und Co. vernetzen, Vodafone betreut man ohnehin schon und daraus ergeben sich interessante Profile, mit denen man wunderbare Geschäfte treiben kann.