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Zumutungen für Zwangsgebühren

Es ist schon grandios, was das Staatsfernsehen da veranstaltet. Erst wird Zwangsgebührenfinanziert der Reformunfähige Papst auf einem ehemaligen Militärflughafen präsentiert (Bettina W. durfte dann wohl im „Vier-Augen-Gespräch“ am Rande des Flugfeldes „das“ Tattoo vorführen) und danach gibt es bei „Jauch“ das „Solo einer unfähigen Regierungschefin“ in der Woche der Eurozumutungen. Da rege sich noch einer auf über die Verglorifizierung der DDR-Größen. Was hier im Staatsfernsehen abging übertraf das um Lichtjahre. Abgesehen von der schwachen Vorstellung und Argumentation der Amateurökonomin. Jetzt sollten wir aber endlich die wunderschönen Aufmärsche von Heer, Luftwaffe und Marine unter kollektivem Niederknien des Volkes vor der Herrscherin am Jahrestag ihrer Machtergreifung bekommen.

Dumm gelaufen

Wiesenhof legt vor Ausstrahlung eines Beitrags ARD-Programmbeschwerde ein

Dem Geflügelproduzenten Wiesenhof gefällt überhaupt nicht, was der SWR am kommenden Mittwoch unter dem Namen „Das System Wiesenhof. Wie ein Geflügelkonzern Tiere, Menschen und Umwelt ausbeutet“ in der Sendung „ARD-exklusiv“ ausstrahlen will. Wiesenhof hatte schon Ende Juli erfolglos versucht, den Titel verbieten zu lassen. Nun legte man bei der ARD eine Programmbeschwerde ein. Laut Wiesenhof wäre die Reportage nicht richtig recherchiert, unausgewogen, unwahr und unsachlich.

Außerdem ließe man sich laut Wiesenhof-Chef Paul-Heinz Wesjohann von radikalen Tierschützern leiten. Der SWR-Redakteur sagte: „Dass es bereits vor der Ausstrahlung des Films Programmbeschwerden gegeben hat, ist meines Wissens nach noch nie vorgekommen.“ Die Vorwürfe seinen durch die vielen vorliegenden Informationen ziemlich abwegig.“

Quelle: klamm.de

Hatten wir das Thema nicht letztens erst bei ARD exklusiv mit der „KiK Reportage“?

30 Jahre „Dallas“

Viele BielefelderInnen schwammen noch nichtsahnend im Lutter-Kolk. Angela Merkel war hinter der Mauer noch ahnungslose Physikerin. Die heutige EU war noch EWG. Mit Ronald Reagan gab es einen ausgesprochenen Hardliner als US-Präsidenten. Der „NATO-Doppelbeschluß“ als Machtdemonstration im Kalten Krieg war geboren. Wolfgang Kneib stand im Tor der damals durch das „Wunder Eilenfeldt“ doch erstklassig gebliebenen ARMinia und dann kam der absolute Knüller:

Die ARD startete am 30. Juni 1981 „Dallas“.

Heute heißen die Fieslinge anders. Aber sie sind würdige Nachfolger.

Nicht nur wir maulen über Royals Shit in Öffentlich-rechtlichen

Das „Bunte“- und „Bild“-Prekariat weiß schon gar nicht mehr, wo die Öffentlich-Rechtlichen auf der Fernbedienung zu finden sind. Trotzdem übertragen beide – und das auch noch parallel. Zu wünschen ist ihnen ein Quotendesaster. Quelle: FTD

Ach, guck mal an. Nicht nur wir mokieren uns über den royalen Mist, der dem Volks so richtig Sand in die Augen streuen und heftigst sedieren soll, wenn Herr Mountbatten und Fräulein Middleton heiraten. Auch die Financial Times Deutschland merkt launig an, warum die Öffentlich-rechtlichen, GEbührenerpressenden und demnächst zwangsfinanzierten Sender ARD und ZDF beide übertragen und stundenlang den Londoner Sums ablichten.

Blechorden für KTzG

Einfaches kann jeder, Unmögliches offensichtlich nur einer: Karl-Theodor zu Guttenberg. Smart und stark sorgt er für Glanz im grauen Politikeralltag. Als Antityp des staatstragenden Politikers sagt er, was er denkt – nachdem er vorher nachgedacht hat. Die Fähigkeit, dabei über sich selbst zu lachen, macht ihn zum Überflieger, der das Kunststück vollbringt, nicht abzuheben. Klarer Fall für höhere Weihen, munkeln die Medien und sehen in ihm bereits den künftigen Kanzler. Die Zeichen dafür stehen gut, denn der Aachener Karnevalsverein (AKV) macht schon mal den Weg frei: Mit der Verleihung des 61. Ordens Wider den Tierischen Ernst rückt er den unkonventionellen Freiherrn an die Seite von Konrad Adenauer und Helmut Schmidt.

Diesen Platz nimmt er jedoch nur aus der Ferne wahr. Denn der Verteidigungsminister kommt nicht selber zur Ordensverleihung, sondern schickt seinen Bruder Philipp. In der Rolle des Knappen, der ihn im Narrenkäfig vertritt, revanchiert sich der ehrenamtliche Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzer getreu dem Motto „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es zurück“. Ein Schelm, wer unter Brüdern Böses dabei denkt. Die ARD überträgt die Ordensverleihung am 21. Februar ab 20.15 Uhr. Mit einem furiosen Feuerwerk aus Musik, Humor und so vielen Rittern wie lange nicht mehr feiert der AKV den närrischen Staatsakt. Vor ausverkauftem Saal geben sich Spitzenkünstler des regionalen Karnevals und bundesweit bekannte Kabarettisten ein spritzig-witziges Stelldichein. An erster Stelle Jürgen Rüttgers, der als wortgewaltiger Laudator die Gunst der Stunde nutzen wird. Fürstin
Gloria brilliert in einem heiter-hoheitlichen Zwiegespräch mit Kabarettist Jürgen Beckers. Als bundesweit beliebte Botschafter mit Oecher Herz begeistern Josef, Jupp und Jüppchen, Dirk von Pezold als Lennet Kann sowie die 4 Amigos.

Nein, nein, das ist nicht die große Prunksitzung aus dem Gürzenich zu Kölle mit dem Papst als Heiligsprecher. Das ist die Pressemeldung der Aachener Jecken zur Verleihung des komischen Ordens „Wider den tierischen Ernst“ an KTzG, die Lichtgestalt aus der fränkischen Provinz. Jener Mann, der in Begleitung seiner zu Höherem strebenden Gattin Kundus mit Kerner im deutschen TV rockte. Seltsam nur, das er nicht selbst in den Karnevalskäfig zu Ooche steigt. Da würde er nämliche eine glänzende Figur als bunter Geck abgeben. Wie weiland unsern Guido. Ach ja. Die Gloria TT wird auch da sein. Hoffentlich „schnakselt“ sie nicht zu heftig mit einem „Schwarzen“.

„Lenasteniker“

Noch am Samstag hatte die Gazette NW ihr „Magazin“ mit Deutschlands „Grand Prix-Wunder“ Lena aus Hannover aufgemacht. Heute – am Abend werden die ersten Titel vorgestellt, aus denen die Zuschauer wählen „dürfen“ – macht sich angeblich Verdruss breit. Lena habe „ihre Unbefangenheit verloren“ heißt es aus der ARD. Hätten sie nicht „Nein“ sagen können, als das Thema „Titelverteidigung“ von TV-Hans-Dampf Raab in den Äther geworfen wurde? Oder haben sie Angst um die Quote, die von Prekariatssender RTL dank „geschickter“ Regie und Kameraführung im Dschungel in ungeahnte Höhen gehoben wurde?

Dabei gilt wie immer: TV-Fernbedienungen haben einen „AUS“-Knopf. Zahlen müsst Ihr aber dank GEZ ohnehin zwangsweise. Fehlt nur noch eine „wissenschaftliche Untersuchung“ aus der gemein nützigen Stiftung in der langen Nachbarstadt mit G. Kann man eigentlich wirklich „Lenastheniker“ werden?

Die verdummte Republik

Noch findet ja die wundersamste aller großen Städte zwischen Hamm und Hannover und umgekehrt relativ selten im öffentlich-rechtlich oder privat-werbebezahlten Fernsehen statt. Noch. Und zum Glück. Wer über das reflektiert, was da allabendlich auf der Mattscheibe geboten wird, kann sich eines gewissen Brechreizes nicht entziehen. Dennoch erwischt man sich dabei, nahezu „automatisch“ einzuschalten. Bis man sich dabei erwischt, nicht einmal hinzugucken, was da an Abstrusitäten ablaufen.

Auf „Nachdenkseiten“ hat Klaus Ulrich Spiegel dieses Kommerzmonster, seine Einflüsse und die Absurditäten des GEZ-zwangsfinanzierten Öffentlich-Rechtlichen seziert:

Beispiele: Die Selbstpreisgabe und Selbstauslieferung an den Kirch-Sender PRO7 im “Neukonzept” des (ohnehin sinnfreien) Song-Contest “Grand-Prix de la Chanson” mit der Schöpfung einer deutschen Tralala-Biene, vor allem aber der Integration des dümmlich-frechen Kommerz-Moderators und Privatsender-Machthabers Stefan Raab als Programm-Macher der ARD. Oder, noch skandalöser, das Engagement des Quizmasters Jauch als angeblicher “Doyen des deutschen TV-Politikjournalismus” ins Prime-Program der ARD. Dies für unverantwortlich schamlose Gebührenmillionen und dazu noch Produktionsverträge mit dessen privat-eigenen Sub-Unternehmen – und dies bei weiterdauernder Top-Position des (in seiner drögen Provinzialität m.E. ohnehin unerklärlich hochgejubelten) Moderators als Star-Quizer bei Bertelsmanns RTL. Und das bedeutet: Ein langfristig substanzzerstörendes Go-In des Bertelsmann-Konzerns übers “Erste” in den Verbund der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten.

Nur mal so zu Stefan Raab. Wer die letzten „Schlag-den-Raab“-Sendungen auf Pro 7 in ihrer unendlichen, langweiligen, von bescheuerten Werbespots unterbrochenen Monotonie zumindest quergesehen hat, der hat „die Zukunft“ gesehen. Aktuell wird so grade umgesetzt mit der Lenaschen Allpräsenz, mit der Stefan Raab und die ARD „Grand Prix Eurovision“ zu einem Megahampelevent in Düsseldorf aufputschen. Früher musste man noch Morphium, Schlaftabletten oder viel Alk schlucken, um sich „in Stimmung“ zu bringen. Heute schafft das Commerz-TV das auf ständig sinkendem Niveau.

Deshalb: Glitzermetropolen-TV jetzt! Der Konzern B. aus der langen langweiligen Nachbarstadt G. hat sicher schon was Fertiges in der Schublade.