Schlagwort-Archiv: Arbeitslose

„Vollbeschäftigungsturm“ der Schwätzervereinigung

Die Zahl der Arbeitslosen wird im Mai voraussichtlich unter die Schwelle von drei Millionen sinken. Das wäre der beste Mai seit 19 Jahren. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen wird am kommenden Dienstagvormittag, 31. Mai die aktuellen Arbeitsmarktzahlen in einer Pressekonferenz erläutern. Aber so gut sich der Arbeitsmarkt derzeit auch entwickelt, verschärft sich doch ein Problem, das einen nachhaltigen Rückgang der Arbeitslosenzahl massiv behindert: der Fachkräftemangel. Wo Fachkräfte fehlen, bleiben Investitionen aus. Ausbleibende Investitionen kosten wiederum Jobs – gerade auch die von weniger gut qualifizierten Arbeitskräften.

Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) wird diesem zentralen Arbeitsmarktproblem ein Gesicht geben und einen Vollbeschäftigungsturm vor dem Bundesarbeitsministerium in Berlin errichten.

Soweit eine Pressemeldung der häßlichsten Speerspitze der Neoliberalen, die INSM. Mit ihren bezahlten Schwätzmäulern und dem wohl- wollendsten Freund, der gemein nützigen Stiftung in Gütersloh, werden jetztr alle PR-Propagandarohre in Stellung gebracht. „Der nachhaltige Rückgang der Arbeitslosenzahlen wird durch fehlende Fachkräfte verursacht“. Das muß man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. Nur weil noch nicht genügend Polen, Bulgaren, Rumänen etc. im Anmarsch sind, kann man nicht investieren? Halleluja. Die nahezu 6 Millionen Arbeitslosen, Aufstocker und geringfügig für Hungerlohn Beschäftigten werden sich ob dieser Drohkulisse doppelt freuen.

Eine Analyse dieser gefährlichsten Vereinigung in der Zeit aus 2005 ist so aktuell wie damals.

Nicht vergessen sei auch die grandios-verkommene Rolle der „Ratingagenturen“. Jenen Selbstbedienungsclubs, die sich die Bonität von Staaten und Unternehmen so „angucken“, daß sie nach Belieben rauf oder runterraten. Beispiel gefällig? Japan. Da wird jetzt grade das Rating heruntergesetzt. Ergo: Geld wird für das gebeutelte Land teurer und ein paar. die nicht wissen, wohin mit der Kohle verdienen automatisch nur durch das Verleihen von Kohle (noch) mehr. Womit sie sich wiederum an Ratingagenturen beteiligen können, um … Ach Sie wissen schon. Es sind die dreckigen Zecken des Raubtierkapitalismus.

Der superschlaue Herr Weise von der Bundesagentur

morog schrieb: am 25. Mai 2011 um 10:29:20
Weise
Der Name kann nicht Programm sein! Erst wenn die Unternehmen gut ausgebildete, erfahrene Mitarbeiter nicht mehr zu Lasten der Allgemeinheit früh „verrenten“, hat Herr W. als gut besoldeter Bonner Befehlsempfänger eien Grund, sich so weit aus dem Fenster zu lehnen. Zum 2. sollte er „Meinungsbildner/-Macher wie z.B. die Bertelsmann-Stiftung zu mehr Initiative in dieser Richtung auffordern. Man könnte ja im eigenen Konzern damit beginnen, dann sind die Wege nicht so lang.

So kommentiert heute auf T-online ein Forist den Superdupisatz des irgendwie nicht ganz so hellen Herrn Weise. Seines Zeichens Chef der Bundesagentur für Nichtarbeit und Herr über die regelmßig der regierungsoffiziellen Denkweise angepassten Zahlen. Wo schon mal ganze Gruppen einfach „ausradiert“ werden, um die Statistik ein wenig aufzuhübschen. Der Herr Weise ist der Ansicht, älteren Erwerbslosen müsse man das verlängerte Arbeitslosengeld streichen. Wahrscheinlich hat der so überaus kluge Daherschwätzer Weise in seinem klimatisierten Büro der Bundesagentur Millionen von Arbeitsplätzen liegen, die er dann ersatzweise aus dem Hut zaubert. 61 jährige Maurer und Zementsack-schlepper werden ja ständig „gesucht“. Ist die Situation um ältere Arbeitslose schon alles andere als erfreulich, müssen sie sich von Stuhltheoretikerm mit geregelten Kantinenessensgang noch sagen lassen, was ihnen „nicht“ zusteht.

Schafft von dieser seltsamen Organisation mit den riesengroßen Mundwerken mal gut die Hälfte Mitarbeiter ab, dann muss der Rest mal zeigen, ob und wie er was kann.

Heissa, wie es aufschwingt

Während uns das Bundespropagandaamt und Frau Merkels Schoßhündchen Pressesprecher Ex-ZDF-Seibert nebst Blindflieger Wirtschaftsmini Brüderle einen „Aufschwung mit sensationellen Zahlen und bald weniger als 3 Millionen Arbeitslosen“ in rosigsten Zahlen malt, klingen die nüchternen Zahlen ganz anders. Abgesehen davon, daß man den „nur knapp über 3 Mio. Arbeitslsen“ getrost ein paar statistisch verschleierte Milliönchen dazuzählen kann, hat auch der Handel keineswegs gute Nachrichten. So vermeldet das Statistische Bundesamt in einer Pressemeldung:

Die deutschen Einzelhandelsunternehmen setzten im März 2011 nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) nominal 2,0% und real 3,5% weniger um als im März 2010. Beide Monate hatten jeweils 27 Verkaufstage. Im Vergleich zum Februar 2011 ist der Umsatz im März 2011 unter Berücksichtigung von Saison- und Kalendereffekten (Verfahren Census X-12-ARIMA) nominal um 1,8% und real um 2,1% gesunken. Das Ergebnis für März 2011 wurde mit Daten aus sieben Bundesländern berechnet, in denen circa 76% des Gesamtumsatzes im deutschen Einzelhandel getätigt werden.Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte im März 2011 nominal 2,8% und real 4,8% weniger um als im März 2010. Dabei lag der Umsatz bei den Supermärkten, SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkten nominal um 3,0% und real um 4,9% niedriger als im Vorjahresmonat. Im Facheinzelhandel mit Lebensmitteln wurde nominal 1,5% und real 3,2% weniger als im März 2010 umgesetzt.

Der Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln erzielte im März 2011 ebenfalls nominal und real niedrigere Umsätze als im Vorjahresmonat (nominal – 1,6%, real – 2,4%). Hier lagen in vier der sechs Unterbranchen die Umsätze nominal und real unter den Werten des Vorjahresmonats.

Als ob das nicht schon reicht, die Berliner Propagandaamt zu widerlegen, kommt dann noch ein Klops:

Die tariflichen Monatsverdienste der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland sind von Januar 2010 bis Januar 2011 um 0,9% gestiegen und lagen damit unter dem Anstieg der Verbraucherpreise von 2,0%. Grund für die vergleichsweise schwache Entwicklung der Tarifverdienste ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) noch immer die Wirtschaftskrise, die auch die im Jahr 2010 erzielten Tarifabschlüsse beeinflusste.

Komisch, daß zwischen Regierungspropagana und Wirklichkeit immer Lichtjahre Unterschied liegen…..